Kurz: Über die Selbstverständlichkeit, die Bahn zu nehmen

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Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem BDK-Text unten: Ich halte es für völlig selbstverständlich, von Freiburg nach Kiel mit der Bahn zu fahren (Auskunft sagt: 7 Stunden 47 Minuten, dabei etwa 45 Minuten planmäßiger Aufenthalt in Hamburg). Mindestens einer meiner Twitter-Follower fand das extrem ungewöhnlich (»Warum nimmst du nicht den Flieger?«).

Ich habe darauf mindestens drei Antworten:

A: Urlaub in meiner Kindheit bestand darin, von Baden-Württemberg aus die Großeltern im Norden zu besuchen – das waren ähnliche Strecken. Ich kenne das also nicht anders.

B: Vermutlich ist die Öko-Bilanz der Bahn schlechter, als sie es sein könnte – aber zumindest vom öko-fundamentalistischen Bauchgefühl her ist der »Inlands«-Flug Basel-Hamburg/Kiel vermutlich schlechter als der ICE. Was zu überprüfen wäre.

C: Ich habe eine Bahncard 100 – sprich, ich muss mich nicht groß um Tickets, Preise o.ä. kümmern, sondern steige halt morgen in den ICE 78 und hoffe, in Freiburg noch einen nichtreservierten Platz bis Hamburg zu finden.

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11 Antworten auf Kurz: Über die Selbstverständlichkeit, die Bahn zu nehmen

  1. Benedikt sagt:

    Nicht viele Leute besitzen den Luxus einer Bahncard100. Solange die Bahn für eine Hin- und Rückfahrt ohne Ermäßigung und kurzfristig 250 Euro für eine derartige Strecke verlangt, kann man niemandem den Vorwurf machen auf den Flieger umzusteigen.
    So eine Preispolitik kann sich nur ein Unternehmen leisten, dass ein Quasi-Monopol in seiner Branche besitzt. Das nervt mich ungemein.

    • Till sagt:

      Ich habe die BC100 auch nur, weil ich beruflich pendle (und finde sie ziemlich teuer). Insofern kann ich dir, was die Preispolitik angeht, einerseits zustimmen – andererseits muss ich in dem ganz konkreten Fall widersprechen, insofern hier die Partei die Bahnfahrkosten für die Strecke zahlt.

  2. Tobias Raff sagt:

    Lieber Till,

    so unterschiedlich sind die Meinungen und es beweist sich wieder einmal, dass es nur auf den Standpunkt ankommt :-)

    Zu A: Ich fahre so gut wie nie Bahn, was auch daran liegt, dass ich es nie sonderlich mochte, andererseits aber sicherlich auch daran, dass ich als Kind in den Urlaub immer geflogen bin (oder wurde).
    Zu B: Ich stimmt Dir vollkommen zu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Öko-Bilanz eines ICE (und ich würde sogar sagen, bei weitem) besser ist, als die eines Fliegers von Basel-Hamburg. Jedoch gibt es hier schon seit einiger Zeit Möglichkeiten, mit sehr genauen Berechnungen die CO2-Verschmutzung eines Fluges zu berechnen und den monetarisierten Betrag dann einem Umwelt-Projekt zu spenden, was ich regelmässig so mache. Aber auch darüber kann man anderer Meinung sein.
    Zu C: Da stimme ich Dir absolut zu.

    Herzliche Grüße,

    Tobias

  3. a) bei mir umgekehrt
    b) ist so, wäre definitiv schlechter – und mit der Umsteigerei auch nicht viel bequemer.
    c) 50 in Silber. Muss noch eine Weile reichen. Ist aber auch billiger als Charter.

    Die Entscheidung finde ich gut so und nicht merkwürdig, auch wenn ich die Alternative für mich kurz geprüft habe.

  4. Gregor Mohlberg sagt:

    Keine Reservierungen! – Mit der BlackMamba ;-) (BC100) schickt man einfach ne alte Dame oder ne Familie mit Kindern von den comfort-Plätzen raus in den Gang ;-) Musst dich wohl erst noch an die dunkle Macht der BC100 gewöhnen…
    Fliegen ist fürn Arsch… ne ordentliche Zugreise ist einfach nur gemütlich – gucken, pennen, lesen, schreiben…
    Viel Spaß in Kiel!

  5. Sebastian sagt:

    Also in der Regel ist wenn man alle Kosten zumsammenrechnet (Fahrt zum Flughafen, Flug, Fahrt in die Stadt) in der Regel auch der ICE mit BC50 die gegenüber dem Inlandsflug billigere Variante. Auch gerade wenn man nicht in große Städte reist.
    Dennoch könnte die Bahn günstiger sein.
    Aber warum Leute da fliegen wollen verstehe ich nicht

    • Till sagt:

      Insofern es oft doch schneller ist, verstehe ich das schon. Viele wünschen sich ja auch, dass es sowas wie Beamen tatsächlich gäbe.

      BTW: Zugfahrt zurück war angenehmen, Bahn war einigermaßen pünktlich, habe SF gelesen, mich mit anderen Delegierten unterhalten, S21-Ergebnisse im Netz angeschaut und kommentiert sowie Kaffee getrunken – trotz langer Reisezeit ging’s fühlte sich das dann nicht unerträglich lang an.

  6. Stefan sagt:

    Ich glaube nur C beantwortet die Frage ehrlich.

    • Till sagt:

      Das lässt sich allerdings historisch widerlegen – die BahnCard 100 habe ich seit Mitte 2011, bin aber schon in den Jahren davor zu vielen anderen Parteitagen und Parteiveranstaltungen von Freiburg aus zu Orten wie Rostock, Berlin, Hamburg, Hannover, Magdeburg oder Bielefeld gereist – immer mit der Bahn.

  7. Zu B) Die Öko-Bilanz will ich sehen… Wo hast du die her? Ich glaube nicht, dass wir der Umwelt helfen, wenn wir alle Bahn fahren. Klar, besser als ein Flugzeug ist es auf jeden Fall. Aber das ist einfach wie, wenn du Pest und Cholera vergleichst. Wähle das geringere Übel … :) Nicht böse gemeint! :D

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