Gerlinde Westermayer (1948–2020)

Porträt von Gerlinde WestermayerEigentlich hatte meine Mutter geplant, in diesem Jahr nach Bonn umzuziehen, zu meiner Schwester. Eine Wohnung war schon gefunden. Doch dazu kam es nicht mehr. Am 3. November 2020 ist Gerlinde Westermayer im Kreis der Familie zuhause in Gundelfingen gestorben, »nach kurzer, schwerer Krankheit«, wie es so heißt.

* * *
 

Aber fangen wir vorne an. Gerlinde kommt am 24. Februar 1948 in Osterholz-Scharmbeck – hoch im Norden, in der Nähe von Bremen – zur Welt, als Kind von Carl und Lieselotte Reuter. Nach einem mittleren Schulabschluss (später wird sie die Fachhochschulreife nachholen) lässt sie sich in Bremen zur Chemotechnikerin ausbilden. In diesem Beruf arbeitet sie ab 1968. Ihr Weg führt an das Institut für organische Chemie der Universität Tübingen. Zur Arbeitsgruppe rund um Prof. Häfelinger wird sie auch später noch lange den Kontakt halten. In Tübingen lernt sie den Allgäuer Manfred Westermayer kennen, der dort studiert und später promovieren wird. Im März 1972 heiraten die beiden. In Tübingen kommen auch die drei Kinder zur Welt.

Gleichzeitig beginnt in Tübingen Gerlindes politisches Engagement. Die 1970er Jahre sind die Zeit der neuen sozialen Bewegungen, politisch wie ästhetisch. Die Gesellschaft ist politisiert. Gerlindes Aktivitäten beginnen 1976 bei der AUD, einer von vielen kleinen Gruppierungen und Parteien, die Friedenspolitik, Abrüstung und vor allem Umweltschutz auf die politische Agenda setzen. Gemeinsam unter anderem mit Fritz Kuhn und Wolf-Dieter Hasenclever rufen »die Westermayers« dann 1979 den Tübinger Kreisverband der GRÜNEN ins Leben. Zur Europawahl 1979 kommt Petra Kelly nach Tübingen. (Der Kreis schließt sich: Gerlinde und Manfred sind 2019 beim baden-württembergischen Jubiläumsparteitag in Sindelfingen und sie nehmen auch an der 40-Jahres-Feier des Tübinger Kreisverbandes teil).

Politik mit viel Mitgefühl war seitdem ein durchgängiges Motiv in Gerlindes Leben. Bis zuletzt war sie interessiert an politischen Debatten, am Tagesgeschehen, wenn auch bei weitem nicht mit allem einverstanden. Ökologie, soziale Belange, immer wieder auch die Schul- und Bildungspolitik, und eine sehr liberale Grundhaltung fanden bei Gerlinde zusammen.

Nach dem studentisch und akademisch geprägten Tübingen folgt ein kurzer Exkurs, knapp ein Jahr in Frankfurt am Main im Stadtteil Höchst. Manfred hatte dort eine Stelle in der Umweltanalytik gefunden. Noch bevor wir dort richtig Fuß fassen konnten, starb leider der Projektchef. Manfred musste etwas Neues suchen und fand eine Forschungstätigkeit in der Pharmaindustrie – in Freiburg. 1984 folgte der Umzug der ganzen Familie ins Freiburger Umland, zunächst in den Gundelfinger Ortsteil Wildtal (Steinmatten), später dann in das in der Kandelstraße gefundene Haus, das nach und nach modernisiert wurde, etwa durch den Austausch der Ölheizung durch Gas und Solarthermie.

Gundelfingen blieb dann Gerlindes Wirkungsort – unterbrochen von Reisen, meist zusammen mit Manfred, an die deutsche Nord- und Ostseeküste, nach Dänemark, später nach Moskau, nach Norwegen, nach Portugal und nach Teneriffa. Im letzten Jahr ging es von Paris die Seine entlang bis zum Atlantik. Ein Höhepunkt war dabei der Besuch von Monets Garten. Die Reisen wurden jeweils fotografisch dokumentiert, wie auch alle Kinder mit Fotoalben und Kindheitsfotos ausgestattet wurden. Fotografie bleibt in der Familie. Bereits Gerlindes Vater Carl war ein eifriger Fotograf. Gerlinde selbst fotografierte zuerst Dias und in Alben geklebte Abzüge, später, seit einigen Jahren, digital archivierte Fotos auf einer Plattform im Netz. Neben der Politik habe ich auch das als selbstverständliche Praxis mitgenommen.

In Gundelfingen geht Gerlindes grüne Geschichte weiter. In dem Aufsatz »Aufbruch 1984« (im 2005 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Kreisverbands Breisgau-Hochschwarzwald herausgegebenen Bandes Erzählte Geschichte) beschreibt sie die Ortsverbandsgründung 1984. Sie schreibt, dass ihr bereits bei der Wohnungssuche aufgefallen war, dass in vielen Fenster Friedenstauben zu sehen waren. Nachdem die Wahlergebnisse der Europawahl im Juni 1984 auf das große Interesse an grüner Politik hindeuten, schien es sinnvoll, zu den im Oktober anstehenden Kommunalwahlen »einen Ortsverband vor Ort zu haben«. Gegründet wurde dieser schließlich am 24. Juni 1984 im Rößle, anwesend waren acht stimmberechtigte GRÜNEN-Mitglieder und viele Beobachter*innen und Unterstützer*innen. Gerlinde gehörte dem Vorstand des neuen Verbandes an, und blieb lange in dieser Funktion – erst 2011 schied sie nach 25 Jahren aus dem Vorstand aus. Auch danach informierte sie bis zuletzt grüne Mitglieder und Sympathisant*innen in einem Mailverteiler über Dinge, die ihr wichtig waren.

Das Themenspektrum des neuen Ortsverbandes war vielfältig:

»Im November 1985 fand die […] Druck-Aktion ‚Mehrwegflaschen – Langzeittaschen‘ statt. Wir beschäftigten uns mit der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. Nach der Tschernobyl-Katastrophe machten wir einen gemeinsamen Infostand mit der Friedensgruppe […] Gemeinsam mit den Grauen Panthern ging es um Familien-, Renten- und Sozialpolitik. Der Bundestagsabgeordnete Hubert Kleinert stellte uns 1986 das ‚Umbauprogramm – Grüne Wirtschaftspolitik‘ vor. Anregungen von uns […] floßen in die Planung für das Seniorenzentrum ein […]. Wir beteiligten uns an dem […] angesichts des Golfkriegs initiierten Gundelfinger Friedensgepräch […]. Wir nahmen am 21. Januar 1993 teil am Aktionstag ‚Gegen Haß und Gewalt‘ (nach den schrecklichen Ereignissen von Rostock und Hoyerswerda). Mit einer Kundgebung und einem Lichterzug wollten wir ein Zeichen gegen das Dunkel der Gewalt, der Menschenverachtung und des Fremdenhasses setzen. Vorher hatten wir […] Sach-Spenden für Frauen und Kinder in einem Flüchtlingslager in Herzegowina gesammelt […]. Wir veranstalteten Frauenabende und waren in Heuweiler und im Glottertal aktiv. Wir versuchten uns an Wassertests und Luftproben um die Theorie durch die Praxis anschaulich zu machen. (Die Ergebnisse waren nicht so überzeugend, aber es war die Zeit, wo Greenpeace seine Testkoffer rausgab […]).« (S. 52)

Unser Haus füllte sich mit Plakaten und politischem Material wie dem erwähnten Testkoffer ebenso wie mit Ordnern, in denen die Einladungen, Protokolle und Sitzungsunterlagen abgeheftet wurden.

Weitere Themen des neuen Ortsverbandes waren Ökostromtarife der Gundelfinger Gemeindewerke (samt Bürgersolaranlage), der Bürgerentscheid zum Erhalt des von der Kandelstraße aus fußläufigen Litzfürst mit seinen Bäumen, natürlich immer wieder das AKW Fessenheim und nicht zuletzt die Verkehrspolitik.

Gerlinde hatte zwar einen Führerschein, nutzte diesen aber kaum, sondern ging stattdessen zu Fuß und fuhr mit dem öffentlichen Personennahverkehr, oder ließ sich mitnehmen, wenn es nicht anders ging, und Kreisverbandssitzungen, Kreistagssitzungen oder Sitzungen des Regionalverbands in den entlegeneren und schlecht angeschlossenen Gebieten des Landkreises stattfanden. Und auch zu den Landes- und Bundesdelegiertenkonferenzen, an denen sie in großer Zahl teilnahm, ging es selbstverständlich mit der Bahn.

Von 1988 bis Oktober 1996 arbeitete Gerlinde im Kreisvorstand des grünen Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald mit.

Nachdem 1992 Walter Witzel zum Landtagsabgeordneten im Wahlkreis Freiburg-Ost gewählt wurde, unterstützte sie ihn als Wahlkreismitarbeiterin bis zu seinem Ausscheiden aus dem Landtag 2006.

Von 2001 bis 2014 war Gerlinde – mit kurzer Unterbrechung – Kreisrätin. 2001 kam sie als Nachrückerin für Helmut Gattermann das erste Mal in den Kreistag. Später war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der grünen Fraktion im Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald. Von Helmut Gattermann übernahm sie dessen Sitz im Bildungsausschuss. 2001 beschrieb sie ihr Verständnis dieser Aufgabe als das einer »Mittlerin zwischen Landes- und Kreispolitik«, und wünschte sich zugleich »mehr Frauenbeteiligung in der Kreis- und Lokalpolitik« (Badische Zeitung, 1. März 2001).

Für die Kreistagsfraktion war sie ab 2005 zudem Mitglied im Regionalverband Südlicher Oberrhein. Hier erinnere ich mich insbesondere an ihr Engagement in einem Vorhaben des RV Südlicher Oberrhein zur Regionalentwicklung im ländlichen Raum.

2019 stand sie im Wahlkreis Gundelfingen noch einmal auf der Kreistagsliste, auf Platz 5.

Gerlinde Westermayer
Gundelfingen
Rentnerin, 71 J, verh., Kinder und Enkel
ehem. Kreisrätin 12 Jahre, Mitglied GRÜNE, BUND, Bürgertreff Gundelfingen, Kunstverein, Förderverein ASG, VCD

Diese Aufzählung zeigt schon, dass es falsch wäre, Gerlinde auf grüne Parteipolitik zu reduzieren. Sie war vielfältig engagiert. Sie unterstützte einige Menschen, die auf der Flucht nach Gundelfingen gekommen waren. Sie war Mitglied der BUND-Ortsgruppe, des Bürgertreffs, des VCD und in Fördervereinen für Gundelfinger Schulen. Der örtlichen Bibliothek war sie sehr verbunden. Kunst und Kultur begleiteten sie; ihr Interesse reichte von den Worpsweder Künstler*innen bis zur Gegenwartskunst. Sie besuchte Ausstellungen, Konzerte, Kino- und Theateraufführungen im Ort und in Freiburg. Lange nahm sie an einem Lesekreis teil, in dem sie sich über aktuelle Literatur austauschte.

Dabei war Gerlinde immer offen für und interessiert an Neuem. Sie unternahm Reisen und kommunizierte rege, per Skype mit ihrer Schwester oder den Enkelkindern, per Mail von ihrem Notebook, mit dem Smartphone. Fernsehen gab es dagegen per Mediathek oder als DVD auf dem Rechner.

Nicht zuletzt war Gerlinde in der WEGE e.V. engagiert, einer Wohngruppe für Demenzerkrankte, in der ihre Mutter Lieselotte die letzten Lebensjahre bis 2014 verbrachte. Gerlindes Mutter kam 2008, nach dem Tod von Gerlindes Vater Carl, von Osterholz-Scharmbeck nach Gundelfingen, und wurde von ihr gepflegt und betreut.

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Ein erfülltes Leben ist zu Ende gegangen. Wie es in dem Sprichwort heißt, hat Gerlinde mitgeholfen, die Welt zu verändern – indem sie »kleine Dinge« an kleinen Orten getan hat.

Organisatorisch hielt Gerlinde in ihrer Zeit nicht nur den grünen Orts- und Kreisverband und das Wahlkreisbüro am Laufen. Auch zuhause kümmerte sie sich um alle anfallenden Fragen. Das war schon zu meiner Schulzeit so, und so war das auch jetzt noch, wenn wir sie besuchten oder telefonierten. Egal, ob Liebeskummer oder die freudige Nachricht eines Enkelkindes – sie war in allen Dingen unsere Ansprechpartnerin, und blieb dies auch, als wir Kinder längst aus dem Haus waren.

Gerlinde hatte noch viel vor. »Es gibt noch vieles, das wir bewegen wollen«, hieß es noch im letzten Jahr. Dem hat die Krankheit, die ihre letzten Lebensmonate prägte, ein abruptes Ende gesetzt.

Wir vermissen sie, die immer für uns da war, sehr. Bleiben wird sie in unserer Erinnerung.

Till Westermayer im November 2020

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31 Antworten zu Gerlinde Westermayer (1948–2020)

  1. Philipp sagt:

    Lieber Till,
    aus ganz alten Zeiten kenne ich Dich ein wenig. Wir haben einmal die GAJ/JD gegründet. Mit den Grünen hab ich nichts mehr am Hut, obwohl oder weil ich grün im Herzen geblieben bin.
    Ich versuche aus der Ferne mit Dir zu fühlen. Du hast einen wirklich schönen Nachruf verfasst. Das gelingt nicht vielen und ich hoffe es trägt Dich. Meine Mutter ist vor einigen Jahren gestorben. Davon steht (fast) nichts im Internet, aber es war gut sich dem zu stellen. Ich hatte vor dem Sarg ein paar Worte gesprochen (obwohl der Pastor davon abriet).
    Ich hoffe und wünsche Dir, dass Du einen guten Weg findest, Abschied zu nehmen.

    Es grüßt Dich herzlich

    Philipp

  2. Werner Korn sagt:

    Schöner persönlicher und politischer Nachruf. Herzliches Beileid!

  3. Ioanna Papadopoulou sagt:

    Lieber Till, mein herzliches Beileid. Bin sehr traurig, habe mit Gerlinde zusammen gearbeitet und sie als Menschen sehr gemocht.

  4. Holger Fischer sagt:

    Lieber Till,

    das ist ein schöner Nachruf.
    Ich bin mir sicher, dass du und viele andere deine Mutter so liebevoll und engagiert in Erinnerung behalten, wie du sie hier beschreibst. Sei ganz fest umarmt!

    Holger

  5. Reinhold Pix sagt:

    Lieber Till,
    Mein herzliches Beileid!
    Es tut sehr weh, die Mutter zu verlieren !
    Vielleicht ist es tröstlich sich zu erinnern, welch großartige Frau Gerlinde war und welche prägnanten Spuren sie hinterlässt.
    Nimm Dir die nötige Zeit, welche Du jetzt dringend brauchen wirst!
    LG Reinhold

  6. Lieber Till und Familien,
    herzliche Anteilnahme, Dir und den Deinen.
    Gerlindes gradliniges, engagiertes und beharrliches Wirken bleibt in Erinnerung.
    Sie hat Neues entstehen lassen und Bestehendes erneuert.
    Stiller Gruss, Uli

  7. Lars Brücher sagt:

    Lieber Till,

    ein schöner und berührender Nachruf. Mein herzliches Beileid und viel Kraft!

    Liebe Grüße

    Lars

  8. Frank Riepl sagt:

    Lieber Till,
    ich wünsche Dir viel Kraft in diesem schweren Moment. Als ich die Nachricht gelesen haben, was es mir, als hätte ich Gerlinde erst vor wenigen Wochen im E-Werk getroffen und wir hatten ein wie immer interessantes Gespräch. Tatsächlich war es wohl irgendwann letzten Spätsommer. Deine Eltern gehören für mich zu den Menschen, die den Kreisverband zur politischen Heimat und mehr als eine Parteiuntergliederung werden liessen.

    LG
    Frank

    • Till sagt:

      Lieber Frank,

      danke für deine Worte! Wenn ich das richtig sehe, war die Nominierung von Daniela die letzte politische Veranstaltung, an der Gerlinde noch teilnehmen konnte.

      Schöne Grüße
      Till

  9. Johannes Drayer sagt:

    Lieber Till, lieber Manfred, liebe Familie Westermayer,

    tief betroffen habe ich vom Tod Gerlinde Westermayers erfahren. Ich möchte Euch – hier an dieser Stelle – mein aufrichtiges Beileid und auch einige persönliche Gedanken zum Ausdruck bringen.

    Gelinde war eine beeindruckende und bewundernswerte Frau.

    Als sie mich 1998 erstmals wegen der Übernahme einer aktiven politischen Funktion für die Kreispolitik ansprach, war ich sofort begeistert von ihrem authentischen, ruhigen aber überzeugenden Wesen und beeindruckt von ihrer Fähigkeit, komplexe Sachverhalte schnell zu erfassen und daraus kluge bis weiße Lösungsansätze zu erarbeiten. Letztlich hat Sie mich davon überzeugt, nicht nur politisch zu denken und zu handeln, sonder auch „aktiv“ politisch zu wirken – So wurde ich Kreistagskandidat (dann auch gewählt) und trat bei den Grünen ein.

    In meiner zuerst alleinigen und später gemeinsamen Arbeit mit Gelinde, als Kreisrätin und Kreisrat im Landkreis Breisgau Hochschwarzwald, war sie oft eine wichtige Beraterin und Mitstreiterin. Es war immer auch eine Freude mit Ihr und Manfred zusammen Wahlkampf zu machen, auf viele Leute zuzugehen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sich eine Meinung zu bilden und diese zu vervielfältigen – ich habe sehr viel durch und von Gerlinde hinzu lernen dürfen.

    Gerlinde hat nicht nur ihre Familie geprägt, sondern auch ihre Mitmenschen –
    Sie war ein Glücksfall für jeden der Sie kennen lernen durfte !

    Ich wünsche Euch nun, gemeinsam gut durch diese schmerzvolle Zeit hindurch zu kommen und dass das „warme Licht“ dass Gerlinde in der Vergangenheit schon immer ausstrahlte, sich auch in Zukunft zu „positive Energie“ umzuwandeln wird – wann immer wir an sie denken.

    In tiefer Verbundenheit und Dankbarkeit, verbleibe ich

    Johannes Drayer (Grüner Kreisrat a. D. /Glottertal)

  10. Silke Eisfeld sagt:

    Lieber Till, lieber Manfred,
    auch ich bin sehr betroffen von der tieftraurigen Nachricht und möchte euch beiden mein herzliches Beileid ausdrücken. Ein sehr schöner Nachruf, Till, der festhält, was für eine beharrliche und ausdauernde Streiterin Gerlinde für eine bessere Welt gewesen ist.
    Ich wünsche euch beiden und eurer ganzen Familie viel Kraft für das allmähliche Abschiednehmen und die Verarbeitung der bestimmt sehr schweren Zeit der Krankheit.
    Herzliche und verbundene Grüße
    Silke (Grüne Kreisrätin, Nachfolgerin von Gerlinde)

  11. R. Sebastian Werbke sagt:

    Lieber Till, liebe Familie Westermayer
    Als ich gestern über die BUND-OG Gundelfingen von Gerlindes Tod erfuhr, hat das bei mir und Annette große Bestürzung ausgelöst.
    Vor einigen Tagen hatte ich hier beim Aufräumen meinen 1993 von Gerlinde unterschriebenen Mitgliedsausweis der Grünen wiedergefunden… Sie hat es immer wieder geschafft, Menschen zum Mitmachen zu überzeugen.
    In deinem Nachruf, aber auch in vielen Kommentaren auf dieser Seite, wird sehr deutlich, was Gerlinde für viele von uns bedeutet und bei uns angeregt hat. Besonders wichtig scheint mir dabei: Es war immer klar, dass für sie (und ebenso für Manfred) die Themen wichtig waren, an denen sie dran war. Es ging Gerlinde nicht um »Pöstchen«, sondern darum, Dinge voran zu bringen. Die Vielfalt ihres Engagements war und ist beeindruckend und ich bin sicher, dass Vieles, was sie angestoßen hat, durch viele Einzelne nun weitergetragen wird. Ob wir das mit der Konsequenz schaffen, wie Sie es uns vorgelebt hat, ist allerdings zu bezweifeln.
    Aber ihr Nachgeborenen habt durch Gerlinde und Manfred einen tollen Kompass erhalten. Und der wird euch sicher auch durch die kommenden schweren Wochen leiten. Unsere Gedanken werden euch dabei begleiten.
    Herzliche Grüße von
    Sebastian und Annette mit Ruben und Zora

  12. Angelika Schwarz-Marstaller sagt:

    Lieber Till, lieber Manfred, liebe Familie Westermayer,
    tief bestürzt bin ich von der Nachricht, dass Gerlinde schon nicht mehr bei uns ist. Ich kenne sie, seit sie bei Walter Witzel im Büro gearbeitet hat und wir uns immer wieder – oft im Zug auf dem Weg nach Freiburg – begegnet sind. Später waren wir zusammen in der Grünen Fraktion des Regionalverbandes Südlicher Oberrhein. Immer waren die Begegnungen mit ihr informativ und gewinnbringend für mich. Es war für mich immer eine große Freude mich mit ihr austauschen zu können. Auch ihre Unterstützungsmails, die sie später regelmäßig zu brennenden Themen geschickt hat, habe ich oft gerne mitgetragen und weitergeleitet. Sie fehlt.

    Ich wünsche Eurer Familie viel Kraft in dieser besonderen Zeit mit vielen neuen Herausforderungen und Raum und Zeit zum Abschiednehmen.

    Angelika Schwarz-Marstaller
    Fraktionssprecherin der Grünen im Regionalverband Südlicher Oberrhein

  13. Pfeifer-Suger, Dora sagt:

    Lieber Till, lieber Manfred,
    Die Nachricht von Gerlindes Tod hat mich sehr getroffen. Mein herzliches Beileid und Euch beiden viel Kraft in dieser schwierige Zeit. Till, ein schöner Nachruf, der mich sehr berührt und auch viele Erinnerungen geweckt hat.
    Ich durfte viele Jahre mit Gerlinde zusammen arbeiten. Im Kreistag und im Regionalverband und einige Jahre als Kollegin im Wahlkreisbüro von Walter Witzel. Ihre Meinung war für mich immer sowas wie ein Kompass. Mit ihrer ruhigen, ausgleichenden aber auch bestimmten Art, hat sie viele Konflikte und Meinungsverschiedenheiten gelöst. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Kreistag hat sie vor allem in der Kreistagsfraktion gefehlt.
    Herzliche Grüße
    Dora

  14. Barbara Schweier sagt:

    Lieber Till, lieber Manfred,
    Die Nachricht von Gerlindes Tod hat mich tief getroffen.
    Ich habe sie durch meine Kreistagsarbeit kennengelernt und sehr wertgeschätzt. Sie war mir eine sehr wertvolle Hilfe. Als ich Fraktionsvorsitzende geworden bin, hat sie als stellvertretende Fraktionsvorsitzende wesentlich dazu beigetragen, dass unsere Arbeit im Kreistag nicht nur inhaltlich hervorragend war, sondern sie konnte durch ihre ruhige Art die unterschiedlichen Positionen in der Fraktion immer bestens ausgleichen. Sie war mir immer eine gute Ratgeberin und ich konnte mich immer auf sie verlassen.
    Ich erinnere mich gut an meine Besuche in eurem Zuhause, wo ich mich immer sehr wohlgefühlt habe. Was für ein Verlust!
    In tiefen Migefühl trauere ich mit euch allen.
    Barbara Schweier

  15. Lieber Till,
    ganz herzlichen Dank für Deine so umfassende und zutreffende Kurzbiographie über Gerlindes so umfangreiches privates und politisches Leben.
    In dem Buch von Dir und Frank Riepl, »Erzählte Geschichte: 25 Jahre GRÜNE im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald« (vergriffen), beschreibt sie selbst auf 10 Seiten über diese Zeit seit 1984.
    Und ebenso herzlichen Dank an die vielen lieben und ganz persönlichen Kommentare von Menschen die mit Gerlinde zusammengearbeitet haben – und auch an die anderen die Deinen Text gemocht haben.
    Manfred

  16. Gisela Gabriel sagt:

    Lieber Till, lieber Manfred,
    danke für eine stimmige Beerdigungsfeier mit vielen Weggefährten von Gerlinde. Ihr habt einen schönen Platz für sie gefunden.
    Neben der musikalischen Begleitung durch Johannes Bräuer und Redebeiträgen von André Grabs ( BUND ) und Peter Philippen ( ehemaliger Kreistagsabgeordneter ) sprach ich für die Grünen, Gundelfingen:

    Lieber Manfred, liebe Familie Westermayer,

    Wir sind heute hier versammelt, um uns von unserer jahrelangen Freundin, Weggefährtin und grünen Aktivistin zu verabschieden und ihr das letzte Geleit zu geben.
    Wir alle sind tief betroffen von Gerlindes raschem Tod. Für persönliche
    tröstende Worte war keine Zeit mehr. Gut nur, dass sie nicht noch länger leiden musste.
    Mit Gerlinde verband uns über mehr als 3 Jahrzehnte ein gemeinsames politisches Engagement für Grüne Ideen und Visionen.

    Gemeinsam mit Dieter Hasenclever, Fritz Kuhn und anderen riefen Gerlinde und Manfred 1979 den Tübinger Kreisverband der Grünen ins Leben.
    40 Jahre später , 2019, konnten sie an der Jubiläumsveranstaltung teilnehmen, was auch in der hiesigen Presse mit einem schönen Foto, Gerlinde und Manfred Hand in Hand durch eine Parkanlage schlendernd, gewürdigt wurde.
    In Tübingen begann auch Gerlindes politisches Engagement. Ihre Schwerpunkte waren schon damals die Friedenspolitik, die Abrüstung und der Klimaschutz.
    Politik mit viel Mitgefühl war das Thema in Gerlindes Leben. In den letzten Jahren engagierte sie sich auch intensiv für Flüchtlinge.

    1984 zog die Familie berufsbedingt nach Wildtal. 1984 gründete sich auch unser grüner Ortsverband. Mit viel Elan und Erfahrung aus Tübingen wurde Gerlinde Vorstandsmitglied der ersten Stunde und blieb das 25 Jahre lang.
    Gerlinde und Manfred waren ein Glücksfall für die Gundelfinger Grünen.
    Im Oktober 1984 zogen die Grünen auf Anhieb mit einer großen Fraktion in den Gundelfinger Gemeinderat ein. Die Zeit schien dafür reif zu sein. Bei den anderen Fraktionen war das aber noch nicht angekommen. Entsprechend gab es eine unfreundliche „Begrüßung“, es war wohl pure Angst.
    Ich selber stieß dann 5 Jahre später,1989, dazu, als ich für die Grünen in den Gemeinderat gewählt wurde. In der grünen Fraktion waren damals schon
    2 Frauen, Gabi Wipf und ich. Außerdem gehörten Ali Beiser, Albert Rummler und Manfred der Fraktion an. Wir waren ein gutes Team, haben sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Es hat richtig Spaß gemacht, hier im Ort Einiges auf den Weg zu bringen. Damals erwirkten wir den 1. Bürgerentscheid zum Erhalt des Litzfürst. Jetzt, nach 30 Jahren, wird es demnächst den 2. um Nägelesee – Nord geben.

    Es gab aber noch mehr aktive Frauen bei den Grünen. Gudrun Wöbbeking als Finanzchefin für den Orts- und Kreisverband, zeitweise auch Gemeinderätin,
    und Gerlinde für den Ortsverband und später für den Kreistag „Breisgau- Hochschwarzwald“ und über das Kreistagsmandat Mitglied im Regionalverband. Ihr Wissen und ihre Informationen waren für unsere Arbeit im Gemeinderat sehr wichtig. Gerlinde war auch Verbindungsperson zum BUND.
    Uns 4 grünen Frauen: Gerlinde, Gabi, Gudrun, Gisela war klar, wir brauchen mehr Frauen in der Politik, nur dann wird sich etwas verändern. Wenn es z.B. um verlängerte Öffnungszeiten in den Kindergärten ging, wurde uns von altgedienten männlichen Kollegen im Gemeinderat nicht nur verbal entgegen gehalten, Frauen gehören an den Herd, dann brauchen wir keine längeren Öffnungszeiten! „
    Damals schlossen die Kindergärten um 12.00 Uhr mittags.

    Wir 4 Frauen waren gut vernetzt, gut informiert und arbeiteten recht effektiv. Wir vertrauten einander, halfen uns gegenseitig und waren wild entschlossen hier im Ort einiges zu verändern. Gerlinde überraschte uns oft mit guten Ideen.
    Sie war eine Frau der Tat, den Menschen zugewandt, nie verletzend. Bei Meinungsverschiedenheiten konnte sie gut vermitteln oder eine andere Auffassung auch mal stehen lassen. Sie hat den Ortsverband vorbildlich geleitet.
    Sie hatte neben der Politik noch viele andere Interessen, z.B. Kunst und Kultur. Gerlinde und ich sprachen manchmal über Literatur und tauschten Bücher und Gedanken darüber aus. Auch unsere gemeinsamen norddeutschen Wurzeln waren hin und wieder eines Kommentars wert.

    Sie verstand es zu feiern, liebte die Geselligkeit und konnte das sehr genießen.
    Wir alle haben sie außerordentlich geschätzt und werden sie sehr vermissen.

    Dir, Manfred und Deinen Kindern mit ihren Familien sprechen wir unser tiefstes Mitgefühl aus und trauern mit Euch.

    Gundelfingen, den 14.November 2020

    Gisela Gabriel

  17. Kreisvorstand B90/Die Grünen Tübingen sagt:

    Lieber Till,

    als wir mit der Recherche und Planung für die Feier unseres 40-jährigen Jubiläums des Grünen Kreisverbandes Tübingen begannen, stießen wir sehr bald auf die Namen Gerlinde und Manfred Westermayer. Gründungsmitglieder des Kreisverbandes und wesentliche Persönlichkeiten für die ersten wichtigen Schritte der Grünen in Tübingen.
    In der Folge entstand ein Kontakt vor allem zu Gerlinde, die uns mit großer Hilfsbereitschaft Hinweise und Materialien zur Geschichte des Kreisverbandes zur Verfügung stellte.
    Es hat uns deshalb ganz besonders gefreut, Gerlinde und Manfred bei unserer Jubiläumsveranstaltung persönlich zu begrüßen und diesen für uns sehr besonderen Abend mit ihnen gemeinsam zu feiern.
    Wir konnten alle ein großes Engagement für die Sache und eine dabei wunderbare Ruhe von Gerlinde spüren – Sie hat bei uns allen, trotz der Kürze der Begegnung, einen starken Eindruck hinterlassen.

    Dein Nachruf ist sehr berührend und lässt uns ahnen, wie viele Dinge und auch Menschen Gerlinde in ihrem Leben bewegt hat.

    Wir senden Dir, Manfred, der Familie und allen, die Gerlinde nahe standen, viel Kraft in dieser Zeit der Trauer und des Abschiednehmens.

    Unser herzliches Beileid,
    der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Tübingen

    Bogdan, Susanne, Christian, Petra, Felix, Linda, Nicolai, Kalli

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