In eigener Sache: Plädoyer für ein enges und kritisches Verhältnis zur Wissenschaft

Auf den ersten Blick denkt man: Grüne und Wissenschaftlichkeit – wo ist das Problem? Grüne laufen mit beim March for Science, wir geben Pressemitteilungen zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit heraus und laden Wissenschaftler_innen zu unseren Bundesdelegiertenkonferenzen ein. Im Gespräch mit Wissenschaftler_innen merkt man aber sehr schnell, dass unser Verhältnis zu Forschung und Forscher_innen kein ganz unkompliziertes ist: Zwar haben viele Wissenschaftler_innen eine grundlegende Sympathie für einige Ansätze unserer Politik. Ökologische Fragen sind vielen wichtig, ebenso unser liberales und emanzipatorisches Gesellschaftsbild, unsere Vorstellung einer beteiligungsorientierten Politik. Bald taucht dann jedoch ein großes Aber auf – denn noch immer erscheinen wir als technikfeindlich: Grüne seien die, die in Talkshows die »Schulmedizin« verteufeln und öffentlich gegen Impfungen agieren.

So fängt ein Diskussionsbeitrag für den laufenden grünen Grundsatzprogrammprozess an, den ich gemeinsam mit Paula Louise Piachotta verfasst habe. Wer weiterlesen will, wie es um das Verhältnis von Grün und Wissenschaft bestellt ist, und wie eine zugleich enge und kritische Anbindung an Wissenschaftlichkeit für unsere Partei aussehen könnte, findet den kompletten Text auf gruene.de.

Be the first to like.

Veröffentlicht unter Hochschulpolitik, Lesenswert, Politik und Gesellschaft, So grün, so grün | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar

Photo of the week: Storm cloud IV

Storm cloud IV

 
Die zweite Maihälfte und der Anfang des Junis waren dieses Jahr seltsam. Fast jeder Tag verlief nach dem gleichen Muster: morgens noch kühl, dann wurde es sehr heiß, abends ein mehr oder weniger heftiges Gewitter und Regen. So sah das dann beispielsweise am 1. Juni aus.

Be the first to like.

Veröffentlicht unter Das Wetter, Freiburg, Photo of the week | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kurz: Historische Tage

Weil dieses Blog ja auch ein bisschen sowas wie ein öffentliches Tagebuch ist, und vielleicht irgendwann ein Rückblick spannend sein könnte: heute liegt die Große Koalition in den Umfragen unter 50 Prozent. SPD, AfD und Grüne rücken nahe aneinander. Aber auch die CDU hat nach den Kindergartenaktionen von Horst Seehofer (CSU) und einem insgesamt eher schwierigen Bild Umfrageeinbrüche zu vermelden.

Kann sein, dass das in zwei Monaten schon wieder ganz anders aussieht. Kann sein, dass übermorgen die Große Koalition platzt. Kann sein, dass es der CSU eigentlich nur um die Bayernwahl geht und als Nebeneffekt davon das politische System der Bundesrepublik seinen letzten Rest an Stabilität verliert. Bleiben Sie dran. Und falls es in der Rückschau historische Tage sind: auch hier wurde es notiert.

Einer Person gefällt dieser Eintrag.

Veröffentlicht unter Politik und Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Photo of the week: Dancing Faun

Dancing Faun

 
Hervorragend eignen sich 3D-Drucker für die Gestaltung halbwegs kitschiger Balkonkastenornamente (bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass der Druck noch unter einer Reihe von Schwächen leidet, perfekt eingestellt war und ist mein 3D-Drucker leider nicht; die seltsame Struktur auf der rechten Seite sind die Überreste von Stützen, die mitgedruckt wurden, damit die Form des tanzenden Fauns überhaupt gedruckt werden konnte).

Die Druckdatei habe ich bei Thingiverse gefunden; es handelt sich um den 3D-Scan eines Gipsabdrucks (»Statuette eines tanzenden Satyrn« Basel) einer in den Ruinen von Pompeji gefundenen Bronzeskulptur, die 1830 entdeckt wurde und entweder ein griechisches Original oder eine römische Kopie ist; jedenfalls über 2000 Jahre alt. Und die Kopie der Kopie der Kopie erschreckt jetzt Ameisen und Amseln in meinem Blumenkasten.

2 Personen gefällt dieser Eintrag.

Veröffentlicht unter Photo of the week | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kurz: Wichtige Themen

Welche Themen die »öffentliche Meinung« dominieren, und wie es dazu kommt, ist kompliziert (wer es näher wissen will: Medienwissenschaft und die soziologische Diskurstheorie geben Hinweise).

Zwei Dinge möchte ich aber festhalten. Erstens: nur weil etwas in der öffentlichen Meinungen dominant ist, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei um ein wichtiges Problem handelt, und umgekehrt gilt das gleiche: ein Thema kann wichtig sein, aber auch extrem uninteressant. Wir stecken mitten in einem gravierenden Klimawandel, und die Maßnahmen dagegen laufen schleppend an und greifen nicht. Es scheint ein statistisch nachweisbares Insektensterben zu geben. Die Digitalisierung wirft ziemlich viel um, darüber wie arbeits- und sozialpolitische Antworten aussehen könnten, wird kaum diskutiert. Weltpolitisch verschieben sich grade die Gewichte – welche Rolle soll und wird die EU dabei spielen? Auch darüber wird verhältnismäßig wenig geredet. Und wichtig sind diese Themen allesamt.

Zweitens: Journalist*innen und die klassischen Massenmedien tragen, auch wenn Auflagenzahlen zurückgehen, immer noch in starkem Maße dazu bei, was als öffentliche Meinung wahrgenommen wird. Hier liegt ein wichtiger Teil medialer Verantwortung. »Neue Medien« tragen seit mindestens zehn Jahren dazu bei, Skandalisierbares zu skandalisieren. Und so richtig dominant für die öffentliche Meinung wird es, wenn klassische und neue Medien ineinander greifen und in einem gegenseitigen Resonanzprozess verstärken. Damit können Themen gesetzt werden. Hier lohnt der Blick auf die bereits 2017 durchgeführte Analyse des Monitors zu Talkshowthemen. Und hier liegt, ich wiederhole es noch einmal, eine massive Verantwortung der Medienschaffenden dafür, wie sich das gesellschaftliche Klima in Deutschland weiter entwickelt.

Be the first to like.

Veröffentlicht unter Digitales Leben, Politik und Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar
Seite 1/428    1 2 3 4  …  428