Freiburger Kommunalwahloptik 2014

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ep_IMG_9575Es ist Wahlkampf, und in Freiburg gleich ein doppelter. Das eine, was nicht so sehr auffällt, ist die Wahl zum europäischen Parlament, das andere, was sich im Straßenraum doch durch einige Plakate mehr sichtbar macht, ist die Wahl des Stadtrates. Beides findet am 25. Mai statt, und weil sich seit 2009 doch einiges getan hat, möchte ich gerne ein bisschen was zu den Plakaten sagen.

Das eine, was mir – bevor ich auf Plakate der einzelnen Listen eingehen möchte – auffällt, ist die Tatsache, dass die inzwischen doch recht häufig verwendeten Hohlkammerplakate (also die aus Plastik) zu Vandalismus einladen. Jedenfalls sind doch recht oft zerfetzte und zertretene Plakate zu sehen, und zwar ganz egal, um welche Partei es sich handelt.

Dann habe ich einen (subjektiven) Unterschied im Plakatierverhalten ausfindig gemacht (der möglicherweise erklärt, warum ich eine Zeit lang davon ausgegangen bin, dass FDP, FW und CDU kaum plakatieren) – die einen plakatieren nämlich im »Fußgängerraum« (also z.B. an den Plätzen und Haltestellen des Rieselfeldes), die anderen sind dagegen auf Straßen fixiert. Ob das ein Artefakt der verwendeten Bringtechnik (Auto vs. Fahrrad) ist, oder ideologische Gründe hat, oder Zufall ist, muss offen bleiben.

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In eigener Sache: Der digitale Wandel ist da

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2014-04-22digitalerwandelHeute flatterte mir digital wie auch in gedruckter Form die Erstausgabe von Der digitale Wandel – Magazin für Internet und Gesellschaft ins Haus. Als ich vor ein paar Wochen angefragt wurde, ob ich für dieses neue Projekt des co:llaboratory einen meiner Texte – die abgedruckte Collage zu Enzensberger im Wandel der Zeit – freigeben würde, freute mich das. Gut, das co:llaboratory ist wegen seiner immer noch engen Verbindung zu Google manchmal nicht ganz unumstritten, aber von dem, was ich bisher mitgekriegt habe, macht das Colab gute Sachen zur Förderung der Forschung zu Internet und Gesellschaft. Wichtiges Feld usw.

Insofern bin ich jetzt einerseits stolz, in der Erstausgabe des Digitalen Wandels mit einem Text vertreten zu sein. Andererseits ärgert es mich ein bisschen, dass es keine Fahnenkopie gab – dann wären nämlich zwei weitere der Enzensbergerzitate auch so gekennzeichnet und würden nicht so aussehen, als stammten sie von mir. In meinem Blog steht’s richtig. Das größere Aber ist jedoch die Frage, ob diese Form der kuratierten Zusammenstellung von Netztexten überhaupt einen Mehrwert bringt (und wenn ja, wem). (Und ob es dann nicht besser wäre, die Texte nochmal zu überarbeiten – für was gedrucktes hätte ich vermutlich zwei, drei Fußnoten eingefügt …)

Insofern bin ich gespannt, wie das Heft »da draußen« ankommt, und ob es wahrgenommen wird. Oder ob es statt digitalem Diskurstreiber eher sowas wie die Mobil des Colab sein wird. Also eine Art Kundenzeitschrift, nur halt schick mit CC-Lizenz und digitalem Schnickschnack.

Und dann hat das Format »kuratierte Zusammenstellung« einen gewaltigen Nachteil: Es reproduziert zu großen Teilen die Relevanzzuschreibungen der digitalen Szene. Das lässt sich unter anderem daran festmachen, welche Autoren (und ganz wenige Autorinnen) ausgewählt worden sind (hier mehr dazu). (Diese Reproduktion von Asymmetrien, für die das Geschlechterverhältnis ein Indikator ist, entspricht ein bisschen dem Problem, auf das ich auch im Zusammenhang mit CARTA mal hingewiesen hatte …).

Aber gut: Ausgabe Q1 ist die Pilotausgabe von Der digitale Wandel – insofern gehe ich durchaus davon aus, dass das Redaktionsteam des Colab für die nächste Ausgabe das eine oder andere hinzugelernt haben wird. Neugierig, was daraus wird, bin ich auf jeden Fall.

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Photo of the week: Apple tree flower III

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Apple tree flower III

 
Dieses Bild ist auch schon wieder zehn Tage her. Inzwischen sind die Apfelbäume bereits verblüht. Dafür erstreckt sich im Wäldchen nördlich des Rieselfeldes ein durchgehender Teppich weißer Bärlauchblüten. Und: Es regnet endlich mal ein bisschen. Ab und zu ein Tropfen, zumindest. Als ich vorhin spazieren war, fiel mir jedenfalls auf, wie trocken der Boden trotz Regen ist. (Und wie nett es ist, am Stadtrand zu wohnen, so dass hundert Meter von meiner Haustür entfernt bereits Bäume und Felder zu finden sind …).

Apropos Regen: Gestern hätte es laut übereinstimmender Prognose diverser Apps Regnen müssen. Hat es aber nicht. Statt dessen gab es pünktlich zur Ostereiersuche im großelterlichen Garten Sonne und Wärme. Und Kuchen und viel zu viel zu essen gab es natürlich auch. Was auch immer wir da gefeiert haben.

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Fortsetzung folgt: Was wurde eigentlich aus …?

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Workbench II

Ich habe in den letzten Monaten ja einige Beiträge gepostet, die sich grob mit Veränderungen in meinem alltäglichen Technikumgang befasst haben. Zu ein paar davon kann ich jetzt was zur »Fortsetzung« sagen. Falls das jemand interessiert.

Bereits im Mai 2013 hatte ich erklärt, wie ich Tiny Tiny RSS installiert habe, um eine Alternative zum Google Reader zu finden. Leider entpuppte sich die Kombination aus eigener Tiny-Tiny-RSS-Installation und den Android-Klienten dafür als unbequem, so dass ich letztlich immer seltener in meine RSS-Feeds schaute (wenn, dann eher im Menü von Firefox als auf dem Smartphone). Gestern habe ich nun Firefox durch Chrome ersetzt, das keinen eingebauten RSS-Support (mehr) hat. Bei der Durchsicht der verschiedenen Alternativen bin ich dann auf feedly.com gestoßen, dass mir zunächst mal erstaunlich gut gefallen hat.

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Wer kandidiert 2014 in Freiburg? (Teil III)

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Aller guten Dinge sind drei (siehe auch Teil I zu Alter und Geschlecht und Teil II zur geographischen Verteilung der KandidatInnen für die Kommunalwahl 2014 in Freiburg). Unten folgt ein Versuch, die Angaben zu den ausgeübten Berufen zu erfassen und zu ordnen.

Das ist nicht ganz einfach, weil zum einen oft zwei Berufe angegeben wurden, zum anderen manchmal gar nicht so ganz klar ist, was eine »Angestellte«, ein »Geschäftsführer« oder eine »Referentin« eigentlich tun. Insofern sind die Daten unten mit Vorsicht zu genießen.
tw 2014-04 berufe kommunalwahl 2014 freiburg (insg.)

Zunächst einmal der Blick auf alle 591 KandidatInnen. Vorne liegen LehrerInnen und andere mit Erziehung und Weiterbildung befasste Personen, dann folgen diverse akademische Berufe (von der Doktorandin bis zur Professorin), das große Feld »Kunst, Journalismus, PR«, Studentinnen und Studenten sowie RuheständlerInnen.

tw 2014-04 berufe kommunalwahl 2014 freiburg (nach listen)

Werden die einzelnen Listen betrachtet, so verteilen sich die Berufe nicht gleichmäßig. Auffällig ist zum einen »Junges Freiburg« mit vielen SchülerInnen und Azubis sowie die PARTEI als vorrangig studentische Liste. »Für Freiburg« hat den höchsten Anteil an Lehrkräften und Erziehungspersonal. Bei »Freiburg lebenswert« fallen viele RuheständlerInnen auf, aber auch viele AkademikerInnen und ÄrztInnen. Bei dne unabhängigen Frauen spielen Sozialarbeit und Sozialpädagogik eine relevante Rolle, aber auch Pflege- und Therapieberufe kommen hier häufig vor. Die GAF ist recht bunt gemischt.

Die Kulturliste zeichnet sich durch Kulturschaffende aus. Bei den Freien Wählern spielen Lehrkräfte und akademische Berufe nur eine geringe Rolle, dafür tauchen viele Angestelle, in der Gastronomie und im Handel Tätige, HandwerkerInnen, UnternehmerInnen und GeschäftsführerInnen auf. Auch JuristInnen sind einige auf der Liste. Bei der Linken mischen sich Akademie und Ruhestand einerseits mit Pflege, Sozialarbeit und dem Buchhandel andererseits.

Die FDP ähnelt den Freien Wählern, nur dass es hier keine Angestellten gibt, dafür RuheständlerInnen. An die Stelle der Angestellten rückt das Feld der »Beratung«. Die SPD ist in Freiburg vor allem eine Partei des Erziehungswesens, der Hochschulen inkl. der StudentInnen, von RuheständlerInnen und Hausfrauen. Die CDU ähnelt FDP und FW im recht geringen LehrerInnen-Anteil, auffällig sind hier Forst- und Landwirtschaft (na gut, Winzerei) und die Polizei. Grüne sind schließlich in Freiburg weit weniger eine LehrerInnen-Partei als SPD und Linke. Auffällig sind einige in Politik oder als Betriebsrat tätige Menschen sowie Selbstständige.

P.S.: Wer sich selbst ein Bild machen will: die Originalangaben der KandidatInnen, sortiert nach Beruf.

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