Zehn Regeln für Demokratie-Retter

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Nur etwas mehr als hundert Seiten umfasst das Büchlein Zehn Regeln für Demokratie-Retter des Kölner Journalisten Jürgen Wiebicke, das als Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung für 1,50 € erhältlich ist. Und eigentlich ist alles, was Wiebicke dort locker erzählend aufschreibt, selbstverständlich. Oder sollte selbstverständlich sein. Vielleicht braucht eine im Angesicht eines auflodernden Rechtspopulismus verunsicherte Gesellschaft genau diese Bestätigung des Selbstverständlichen, und vielleicht ist Wiebickes Buch gerade deswegen ein wichtiges Vademecum für Bürgerinnen und Bürger.

Oder vielleicht ist das Büchlein auch deswegen wichtig, weil sich hinter den Regeln, hinter dem Aufruf zu Gelassenheit und lokalem Engagement auch einige Sätze verbergen, die möglicherweise nicht auf Zustimmung stoßen oder nicht sofort geteilt werden.

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Kurz: Medienwandel kompakt, zum Dritten

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Christoph Kappes, Jan Krone und Leonard Novy haben vor kurzem die dritte Ausgabe ihres Buchs Medienwandel kompakt vorgestellt (näheres zum Buch). Das Konzept dieses Buches sieht vor, dass relevante »Netzveröffentlichungen« zu – so der Untertitel – »Medienökonomie, Medienpolitik und Journalismus« gebündelt auf Papier bzw. in ein e-Book gebracht werden. Also, wie bereits beim Vorgängerband, quasi eine Blogbeitragsammlung auf Papier. Dieses Mal deckt das Buch den Zeitraum 2014-2016 ab. Der Artikelauswahl der Herausgeber zufolge sind dominierende Themen in dieser Periode etwa die Debatte um Filterblasen und Echokammern. Bots und Algorithmen tauchen auf, das Verhältnis von Autorenschaft zu Plattformen, aber auch politisch-rechtliche Fragen rund um Themen wie Privatheit, Netzneutralität und Hate Speech. Der weitaus größte Teil der Beiträge befasst sich mit der (innerjournalistischen) Debatte um die Zukunft, Arbeitsweisen und Finanzierungsformen des Journalismus.

Ich freue mich, dass auch ein kurzer Text von mir (Warum Click-Aktivismus etwas ändern kann) es in diese Sammlung geschafft hat. Trotzdem bin ich mir nach wir vor nicht sicher, wo der Mehrwert des Medienwandel kompakt liegt. Mir fehlt eine Einordnung der Texte, auch im zeitlichen Verlauf. Mit dem inzwischen dritte Band böte es sich ja geradezu an, Aussagen dazu zu treffen, wie sich Diskurse verschoben haben, welche Themen neu auftreten, und welche in der Versenkung verschwunden sind. Ich kann mir vorstellen, wie viel Arbeit damit verbunden ist, passende Texte herauszusuchen, mit den Autoren (und zahlenmäßig immer noch wenigen Autorinnen) zu verhandeln, mit dem Verlag zu verhandeln und so weiter. Dennoch wird das vorliegende Buch dem selbst gesetzten Anspruch der Herausgeber, »einen kompakten Überblick über die Debatten der vergangenen drei Jahre zur Medientransformation zu liefern«, nur bedingt gerecht.

Als Materialsammlung ist der Medienwandel kompakt (trotz der Frage nach Repräsentativität, und trotz der nach wie vor unbefriedigenden Abbildung von Blogtexten auf Papier, insbesondere hinsichtlich des Umgangs mit Links und Kommentaren) wunderbar. Aber die wenigen Seiten Einleitung reichen nicht aus, die sammelbandtypisch kontextlosen – und blogtypisch meist kurzen und nicht akademisch referenzierten – Texte hinsichtlich Medienentwicklung und Kommunikationswandel einzuordnen, und ihre Relevanz für den betrachteten Zeitraum sichtbar zu machen. Oder anders gesagt: die Selbstbeobachtung der Netzdiskurse ist nicht durch ihre Sammlung abgeschlossen. Wenn Algorithmen (hier das gute alte wordle.net) den fehlenden einordnenden Vergleich (hier: die häufigsten 75 Wörter aus den beiden Inhaltlsverzeichnissen) vornehmen würden, käme möglicherweise das Bild oben heraus – links der Diskurs 2011-2013, rechts der Diskurs 2014-2016. »Warum Journalismus?« – das scheint der Kern zu sein.

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Photo of the week: Hochburg ruins XVII

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Hochburg ruins XVII

 
Trotz schon ewig in der Gegend wohnen habe ich es letzten Sonntag zum ersten Mal geschafft, die Hochburg bei Emmendingen näher zu erkunden. Und es lohnt sich (fanden auch die beiden Kinder).

Vom Bahnhof Emmendingen aus dauert der Weg – je nachdem, wie viel Landschaft dabei sein soll – rund eine Stunde zu Fuß. Mehr zur Hochburg ist beim Landesbetrieb Schlösser und Gärten sowie auf der Seite des Hochburg-Vereins zu finden. Es gibt wohl auch ein kleines Museum, das hat aber – ebenso wie die Bewirtung – nur bis 17 Uhr auf; für beides waren wir zu spät dran.

Mehr Fotos von der Wanderung zur Hochburg.

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Rechtsruck im Political Compass – ernsthaft?

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Wenn es nach dem »Political Compass« geht, dann gab es zwischen 2013 und 2017 einen massiven Rechtsruck im deutschen Parteiensystem – wobei »rechts« sich dabei auf beide der Achsen beziehen würde, die der »Political Compass« als Koordinaten der Politik ansieht, also sowohl eine Tendenz zu mehr Autoritarismus als auch eine wirtschaftspolitische Tendenz nach rechts. In der Abbildung sind die beiden Diagramme für 2013 und 2017 übereinander gelegt. Die Pfeile zeigen, von wo nach wo in diesem Koordinatensystem die deutschen Parteien gewandert sein sollen.

Während die Verschiebungen bei SPD und CDU – eine leichte Bewegung der SPD nach »wirtschaftsrechts«, eine leichte Bewegung der CDU Richtung liberalere Gesellschaft – irgendwie nachvollziehbar erscheinen, verwundert der Rest. Die FDP ist demnach deutlich autoritärer geworden. Die LINKE ist zwar in beiden Diagrammen die Partei, die am klarsten im progressiven Quadranten verortet wird, aber auch hier soll es eine Bewegung Richtung »Mitte« gegeben haben. Und Bündnis 90/Die Grünen – da soll es dem Diagramm zufolge in den letzten vier Jahren quasi eine Spiegelung gegeben haben – eine Verschiebung um fast ein Drittel des Koordinatensystems sowohl in Richtung wirtschaftliche Rechte als auch in Richtung autoritärerer Politik. Die AFD bleibt in beiden Darstellungen die autoritärste Partei, angeblich ist sie aber weniger wirtschaftlich rechts als die CDU oder die FDP.

Das 2017er-Diagramm kursiert seit einigen Tagen in sozialen Netzwerken – insbesondere Mitglieder der LINKEN wollen damit beweisen, dass nur eine einzige Partei dem Rechtsruck stand gehalten hat, und natürlich dafür dann bei der Bundestagswahl im September auch gewählt werden muss. Was ist dran?

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Photo of the week: Sunflower time V

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Sunflower time V

 
Wie ich bereits schrieb: Die Sonnenblumen blühen. Und manchmal sitzt ein grün-rotes Ungeheuer auf einem Blatt. Wobei das so ungeheuerlich auch wieder nicht ist.

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