Photo of the week: May, almost summer

May, almost summer

 
Coronazeitbedingt versuche ich ja, täglich spazieren zu gehen – die sonst üblichen Wegstrecken zum Bahnhof und zum Büro fallen ja weg. Das Nette dabei ist, den Wechsel der (phänologischen) Jahreszeiten sehr deutlich mitzubekommen. Mitte Mai durch die Felder hier spazieren zu gehen, fühlte sich schon sehr sommerlich an – und der inzwischen fast verblühte Holunder ist ja auch ein Frühsommerphänomen.

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Lesenswert: Handbuch für Zeitreisende

Wer eine Zeitreise plant, kommt an diesem ungemein praktischen Reiseführer – Kathrin Passigs und Aleks Scholz‹ Handbuch für Zeitreisende nicht vorbei.

Neben Hinweisen für ein zeitangemessenes Benehmen enthält das kompakte Buch Antworten etwa zur Relevanz des Straßenpflasters und der Industriearbeiterschaft für die Durchsetzung des Fahrrads als möglicher anachronistischer Erfindung oder zur Färbung und Temperatur des Sonnensystems zu unterschiedlichen Zeitpunkten, also ganz allgemein nützliches Wissen für die Planung und Durchführung gelingender Zeitreisen.

Hevorzuheben sind auch die zahlreiche hochrelevanten Warnhinweise, die dazu beitragen mögen, naive Zeitgenossen vor leichtfertigen Ausflügen auf Schlachtfelder oder in die Urzeit zu bewahren. Genau genommen wird deutlich, dass Zeitreisen jenseits der ausgetretenen Pfade der Pauschalangebote (Rom, Griechenland, Biedermeier) immer noch mit einer ganzen Reihe von Risiken und Gefahren einhergehen – obwohl bekanntlich die eigene Zukunft in bereisten Vergangenheiten gar nicht geändert werden kann (dies wird von Passig/Scholz, nebenbei gesagt, viel besser erklärt als in den üblichen Handreichungen hierzu). Nein: gefährlich sind eher unerforschte Pflanzen, Infektionskrankheiten und andere medizinische Probleme sowie Hungersnöte.

Wer dennoch individuell in die Vergangenheit reisen will, findet in dem für 20 Euro recht günstig erwerbbaren Handbuch auch zu diesen Fragen hilfreiche Hinweise. Deutlich wird dabei ganz nebenbei, wie wenig über größere Teile der Vergangenheit bekannt ist.

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Photo of the week: Rieselfeld nature

Rieselfeld nature

 
Aus der richtigen Perspektive betrachtet ändert sich auch das Vertraute.

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Photo of the week: Horizontal and vertical

Horizontal and vertical

 
Vielleicht wäre es etwas übertrieben, zu behaupten, dass in der Natur nur senkrechte und vertikale Linien vorkommen, aber falls doch jemand diese Behauptung aufstellen wollte, wäre dieses Bild ein schönes Beweisfoto dafür (aufgenommen am Opfinger See).

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Lesenswert: Die vier Bände der Nine-Realms-Reihe

 

 
»Cerulean« ist im Englischen der Begriff für einen bestimmten Blauton. Ich würde ihn als dunkles Himmelblau bezeichnen, ein sehr klares Blau jedenfalls. Dieser Blauton ist zugleich die Haarfarbe der Königinnen von Weirandale – einem der neun Reiche in Sarah Kozloff vor kurzem in rascher Folge erschienen vierbändigem Epos. In den Bänden »A Queen in Hiding«, »The Queen of Raiders«, »A Broken Queen« und »The Cerulean Queen« begleiten wir Cerulia, beginnend mit der Flucht ihrer Mutter vom Hof von Weirandale, quer durch die neun Reiche. Im vierten Band kehrt Cerulia nach Jahren des Exils, in denen sie in ganz unterschiedliche Rollen geraten und daran gewachsen ist, nach Weirandale zurück. Doch nur weil sie blaue Haare hat, weil sie wie alle ihre Vorfahrinnen ein magisches Talent hat, und weil sie Anspruch auf den Thron erhebt, ist sie noch längst nicht als Königin akzeptiert und anerkannt.

In einem Tweet habe ich die vier Bände (die ich bis auf einen kleinen Moment verschlungen habe, dazu gleich mehr) mit »Game of Thrones« bzw. dem »Song of Ice and Fire« verglichen. Gemeinsam ist beiden ein spätmittelalterlich bis frühneuzeitliches Setting, in das ein wenig Magie eindringt, gemeinsam ist die Mischung aus Intrige und Sinnsuche, blutigen Kämpfen und realistischer Grausamkeit. Wo Game of Thrones fast schon voyeuristisch hinschaut, ist der Blick in Kozloff Epos aber ein zutiefst humaner, vielleicht auch humanistischer: Politische Entscheidungen haben Folgen, Schlachten werden geschlagen und bringen auf allen Seiten Leid und Wunden mit sich, Grautöne und nachvollziehbare Motive durchziehen alle Figuren, egal ob »gut« oder »böse«, und das magische Talent von Cerulia (und das ihrer Mutter) kann zwar helfen, hat aber ebenso klare Grenzen und Konsequenzen. Zudem gibt es Subtexte über gutes Regieren, über Diversität und über Geschlechterrollen.

Der einzige kleine Moment, wo ich das vierte Buch dann ein paar Tage zur Seite gelegt hatte, war der, als die natürlich auch vorhandene – und auch realistisch gezeichnete – Liebesgeschichte endlich ihr Happy End fand, das Buch aber noch gut 200 Seiten vor sich hatte. Da hatte ich dann einen Moment die Befürchtung, dass – kill your darlings – das nicht gut ausgehen kann. Ist es dann aber doch, und in sofern hat es sich gelohnt, weiterzulesen, wie auch die ganze Geschichte gut geschrieben und auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert ist.

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