Kurz zur grünen Landtagswahlkampagne 2011

Seit der Landesdelegiertenkonferenz Anfang Dezember erstrahlt die Website der baden-württembergischen Grünen in neuem Glanz (und prompt gibt es gute Kritiken im Handelsblatt zum Online-Wahlkampf). Sichtbar ist hier die »Linie« für den diesjährigen Landtagswahlkampf, mit »ausgerissenen« Textblöcken und einer collagenartigen Gestaltung. Und dem Claim »JETZT!«, der endlich groß und öffentlich über allem prangt und nicht mehr geheim gehalten werden muss. Demnächst wird es dann auch die Plakate geben. Einen Vorgeschmack, wie thematische Positonierung und Gestaltungslinie dort zusammenwirken, gibt das Großflächenplakat, für das jetzt schon SpenderInnen gesucht werden.

Auch wenn mir bei einer Betrachtung im Detail sicherlich Kritikpunkte einfallen würden, muss ich doch sagen, dass ich mit Claim und Gestaltungslinie insgesamt sehr zufrieden bin. »Politik wechseln« ist mein Lieblingsmotiv aus der Plakatreihe, aber nach allem, was ich bisher davon kenne, werden auch die anderen Plakate richtig gut werden. Der Wahlkampf kann kommen!

Plakat "Politik wechseln. Jetzt!"

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10 Kommentare zu Kurz zur grünen Landtagswahlkampagne 2011

  1. Jörg Tauss sagt:

    Bei den glücklichen Menschen auf der Wiese fehlt eigtl. nur noch eine Omi mit Rollator :)))

  2. Till sagt:

    P.S.: Weil jetzt auf Twitter einige die fehlenden Inhalte bzw. die Auseinandersetzung mit der Gestaltung und eben nicht mit den Inhalten kritisiert haben:

    1. Gestalterisch gut gemachte Plakate funktionieren nicht, wenn sie nicht inhaltlich stimmig sind. Da bin ich sehr zuversichtlich.

    2. Bis zur Wahl ist es ja noch etwas hin – ich werde mich sicherlich auch noch mit den Inhalten (z.B. hier im Landtagswahlsprogramm) auseinandersetzen. Bin damit aber eigentlich ganz zufrieden. Oder wie eine Abgeordnete neulichs meinte: im Programm stecken Projekte für weit mehr als eine Legislaturperiode.

    3. Das Großflächenplakat, das oben abgebildet ist, ist ja nicht alles. Dazu kommen sieben oder acht Themenplakate – die es m.W. noch nicht öffentlich gibt. Ich kann aber allen versichern, die sind konkreter als das ja durchaus auch inhaltliche »Politik wechseln«.

    4. Aber trotzdem: das wir »Politik wechseln« wollen, ist für mich (gerade in der Debatte um mögliche und unmögliche Koalitionen) eine ganz wichtige und extrem sympathische Aussage für diese Wahl. Und zwar insbesondere in der hier gezeigten Form: alle packen mit an, und der Politikwechsel kommt »von unten« und wird nicht top-down durchgesetzt. Dass da jemand dann glücklich guckt, auf dem Plakat, dass ist doch genau richtig!

  3. Mela sagt:

    Hm.

    Das Plakat ist stilistisch gut gemacht, perfekt komponiert … aber es ist gänzlich nichtssagend.
    Es ist eine Kopie der CDU-Familie-Heile-Welt-Alles-wird-gut-Plakate. Nur etwas pfiffiger und jünger.

  4. blumentopf sagt:

    Hab gerade nochmal den Abschnitt zur Netzpolitik durchgelesen. Einige Absätze finde ich wirklich gut gelungen (z.B. »Medienpädagogik ausbauen«), andere hätte man noch etwas besser machen können (z.B. »Verbraucherrechte im Netz stärken« ist mir zu unkonkret, man kann nur raten was gemeint ist, also Abofallen u.ä.). Positiv ist auf jeden Fall die Bezugnahme auf das Ende-zu-Ende-Prinzip beim Absatz zur Netzneutralität.

    An Fehlern hab ich einen Klopper gefunden und ein paar Typos:
    - »informelle Selbstbestimmung« (S. 8 Abs. 2 Z. 4)
    - »und« -> »uns« (S. 9 Abs. 4 Z. 7)
    - Gänsefüßchen wegmachen (S. 9 Abs. 5 Z. 6)
    - »u.[line break]ä.« -> »u.[non-breaking space]ä.« (S. 10 Abs. 3 Z. 1)
    - »Musike-[line break]rInnen« -> »Musiker-[line break]Innen« (S. 10 Abs. 3 Z. 3)
    - Überschrift »Meine Daten gehören mir!« ist vom eigentlichen Absatz durch Seitenumbruch getrennt (S. 10 unten)

    Dear lazyweb, wer leitet das an die Landesgeschäftsstelle weiter?

  5. Carsten sagt:

    Lieber Blumentopf,

    weiterleiten nicht nötig, die LGS liest mit. Nächste Woche kommt eine gelayoutete und hoffentlich auch in diesen Fehlern korrigierte Fassung.

  6. Till sagt:

    @mela: Wie gesagt: das ist kein im eigentlichen Sinne inhaltliches Plakat, sondern eines, dass die Grundrichtung für den Wahlkampf thematisiert – es geht darum, »von unten« und quer durch verschiedene Bevölkerungsgruppen Politik zu wechseln. Allein schon in dieser Botschaft als Grundaussage für den Wahlkampf sehe ich erhebliche Unterschiede zu dem, was die CDU so macht. Ich kenne die CDU-Plakate für BaWü nicht, aber ein komplemtäres wäre sowas wie »Stabilität und Sicherheit«, auf dem irgendwelches bräsiges Führungspersonal beim Bad in der Menge zu sehen ist. YMMV.

    @Blumentopf: Danke für das genaue Hinsehen – ich gehe davon aus, dass u.a. Carsten da nochmal ein Auge drauf haben wird.

  7. Till sagt:

    P.S.: Die Plakate sind jetzt online, und auch das Programm in verschiedenen Versionen (lang, kurz, einfache Sprache).

  8. blumentopf sagt:

    Da ist immer noch die informelle Selbstbestimmung drin… m(

  9. Till sagt:

    @blumentopf: Ach, schade. Ich habe mich noch nicht getraut, nachzuschauen, ob mein Herzensanliegensfehler in der endgültigen Version korrigiert ist oder nicht.

    Auf der anderen Seite, weiss ich, mit wie wenig Personal und Mitteln und unter welchem Zeitdruck sowas wie das Landtagswahlprogramm entsteht und kann deswegen nachvollziehen, warum Korrekturhinweise liegen bleiben. Toll ist das trotzdem nicht.

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