Photo of the week: Pink flower – II

Pink flower - II

 
Aus Grün­den, die mit Koa- begin­nen und nichts mit in Aus­tra­li­en leben­den, Euka­lyp­tus fres­sen­den Beu­tel­bä­ren zu tun haben, war die letz­te Woche samt Wochen­en­de bei mir sehr arbeits­in­ten­siv. Drückt die Dau­men, dass sich der Ein­satz lohnt und am Schluss ein gutes Ergeb­nis her­aus­kommt. Jeden­falls: des­we­gen erst jetzt ein Foto. Ich glau­be, die Pflan­ze heißt Weih­nachts­kak­tus, geblüht hat sie erst mal hin­ter dem Blu­men­topf, um nicht ent­deckt zu wer­den, und bei genaue­rer Betrach­tung könn­ten einem Zwei­fel kom­men, ob eine sol­che Blü­te über­haupt echt ist, so ali­en-geo­me­trisch sieht sie aus.

Photo of the week: A bird

A bird

 
Manch­mal wünsch­te ich mir die Geduld (und die Aus­stat­tung …) für etwas pro­fes­sio­nel­le­res Foto­gra­fie­ren von Vögeln zu haben – hier hat­te ich das Glück, dass der Vogel im Baum im Gar­ten saß, mich rela­tiv nah her­an­ge­las­sen hat und mit ande­ren Din­gen beschäf­tigt war. Seek sagt „Mönchs­gras­mü­cke“, so ganz scheint mir das aber nicht zu passen.

Science Fiction und Fantasy im März 2026

Z. erin­ner­te mich dar­an, dass ich eigent­lich schon letz­ten Monat loben­de Wor­te über Chants of Sen­naar (2023, Run­disc) ver­lie­ren woll­te. Gekauft hat­te ich das in Frank­reich ent­wi­ckel­te Com­pu­ter­spiel wegen der – mich an Moe­bi­us und Ligne-clai­re-Comics erin­nern­den – Gra­fik. Es durch­zu­spie­len, war dann sehr viel ver­gnüg­li­cher als gedacht – die Haupt­per­son star­tet in einem in Gelb­tö­nen gehal­te­nen Tem­pel, muss ein paar ein­fa­che Puz­zle lösen, um Was­ser in die rich­ti­gen Kanä­le zu len­ken – um dann mit dem eigent­li­chen Inhalt des Spiels zu begin­nen, näm­lich dem Erler­nen ver­schie­de­ner Sprachen/Schriften. Dabei geht es um Begrif­fe und um eine ein­fa­che Gram­ma­tik. In den ver­schie­de­nen Leveln die­ses an den Turm von Babel erin­nern­den Bau­werks ändert sich die Farb­ge­bung und Ästhe­tik – und die recht rea­lis­tisch gestal­te­ten Sprach­sys­te­me. Unter­schied­li­che Level über­set­zend in Ver­bin­dung zu brin­gen, ver­än­dert den Turm selbst. Neben den Über­set­zungs­puz­zles gibt es in den ver­schie­de­nen Ebe­nen auch Auf­ga­ben, bei denen es not­wen­dig ist, bestimm­te Din­ge zu fin­den und anzu­wen­den, oder sich in einem bestimm­ten Rhyth­mus anzu­schlei­chen, um nicht gese­hen zu wer­den. Und am Schluss stellt sich her­aus, dass das Ende noch nicht das Ende ist, und die Auf­lö­sung des Geheim­nis­ses die­ses Turms kom­pli­zier­ter als gedacht ist. Wer Spaß an Logi­krät­seln und dem Erkun­den eines geheim­nis­vol­len Turms hat, dürf­te mit Chants of Sen­naar eini­ge unter­halt­sa­me Tage verbringen.

Sonst so: Von den rest­li­chen Fol­gen der ers­ten Staf­fel von Star Trek: Star­fleet Aca­de­my (Para­mount+) war ich sehr ange­tan; ein emo­tio­na­ler Abschluss der ers­ten Staf­fel. Und ja, wei­ter­hin Coming of Age und High­school in Space – und das Pro­blem über­gro­ßer Geg­ner samt Boss­kampf am Staf­fel­en­de, wie bei eini­gen der neue­ren Star-Trek-Pro­duk­tio­nen. Trotz­dem: Sci­ence Fic­tion wird hier sehr gut genutzt, um eine Geschich­te über Kon­flik­te und deren (diplo­ma­ti­sche) Lösung zu erzäh­len, und das in berüh­ren­der Form. Nach anfäng­li­chem Frem­deln mit dem Set­ting bin ich nun gespannt, wie es in der zwei­ten Staf­fel wei­ter­geht. Eine drit­te Staf­fel hat Para­mount+ lei­der gecan­celt – was dazu führt, dass es 2027 dann zum ers­ten Mal kei­ne Neu­ent­wick­lun­gen im Seri­en­un­ver­si­um gibt, und was die Fra­ge auf­wirft, ob’s an dem zu gerin­gen Publi­kums­zu­spruch lag oder ob wir hier ers­te Effek­te davon sehen, dass Para­mount+ jetzt zum Medi­en­im­pe­ri­um der Elli­son-Fami­lie aus dem Trump-Umfeld gehört. Eine schon in den 1960ern „woke“ Serie, bei der eine hip­pies­ke Schul­lei­te­rin zeigt, dass man­ches auch ohne Waf­fen­ge­walt geht – mög­li­cher­wei­se pass­te das nicht mehr ins Port­fo­lio. Was dann eben­so mög­li­cher­wei­se kein Ein­zel­fall ist und für die media­le Öffent­lich­keit auch „nach Trump“ nichts Gutes verheißt. 

Ansons­ten haben wir die drit­te Staf­fel der wei­ter­hin unter­halt­sa­men ame­ri­ka­ni­schen Ghosts-Vari­an­te (Net­flix) zu Ende geschaut (und uns gewun­dert, dass die Staf­feln 4 und 5 nicht auf Net­flix zu fin­den sind, son­dern nur anders­wo – Strea­ming war auch schon mal einfacher). 

Und ich bin ganz ange­tan von der fünf­ten Staf­fel von For All Man­kind (Apple), die gera­de ange­lau­fen ist – und mehr oder weni­ger ges­tern spielt, also in einem alter­na­tiv­ge­schicht­li­chen Jahr 2012 (huch: das ist „in echt“ auch schon wie­der ganz schön lan­ge her …). Wie rea­le Ereig­nis­se und die Film­ge­schich­te ver­mischt wer­den, und wie ein Jahr 2012 aus­sieht, dass unse­rem 2012 in eini­gen Punk­ten tech­nisch weit vor­aus ist (Raum­fahrt, fort­ge­schrit­te­ne Mars-Besied­lung, Video­kon­fe­ren­zen), poli­tisch (und pop­kul­tu­rell) aber auch nicht bes­ser dran ist – das ist auch in der fünf­ten Staf­fel, der ers­ten Fol­ge nach zu urtei­len, gut gelun­gen. Eben­so hat mir gefal­len, dass die Cha­rak­te­re, die aus den vor­he­ri­gen Staf­feln bekannt sind und wei­ter mit­spie­len, nun recht rea­lis­tisch geal­tert gezeigt wer­den. Auch dies­be­züg­lich ist sich die Serie in ihrem Rea­lis­mus treu geblieben.

Damit zu den Büchern. Über Hope­land (2023) von Ian McDo­nald habe ich schon sepa­rat etwas geschrie­ben.

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Photo of the week: Magnolia at night

Magnolia at night

 
Die Magno­lie der Nach­barn hat die­ses Jahr nur weni­ge Tage geblüht – wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, war sie schon vor dem Win­ter­ein­bruch wie­der am Ver­blü­hen. Hier im nächt­li­chen Rätselbild.

Das Problem sind nicht die fehlenden Ideen – das Problem ist der Weg zur Umsetzung

Am 29. und 30. Mai 2026 fin­det „IM/PULS“ statt. Das ist nicht der kul­tur­po­li­ti­sche Arbeits­kreis „Im-Puls“ Stau­fen­berg, auch nicht die säch­si­sche Nacht der Jugend­kul­tu­ren „im:puls“, und erst recht nicht das „Im.Puls“-Bewegungsteam oder die „Im·Puls“-Tagung Lebens­kraft. Nein, hin­ter die­sem Namen – auf das Satz­zei­chen kommt es an – ver­birgt sich was Bündnis/Grünes – genau­er gesagt: „Zwei Tage für Ideen, Debat­ten und Per­spek­ti­ven“. Ein grü­ner Kon­gress irgend­wo zwi­schen Bar­camp, Re:publica und Par­tei­tag. Gesucht wer­den sol­len „Ant­wor­ten auf eine Welt im Wan­del“. Klingt alles irgend­wie nice, trotz­dem: so rich­tig begeis­tert bin ich davon bis­her nicht. Und über­le­ge, ob ich mir das Wochen­en­de ein­pla­nen soll oder nicht.

War­um die­ses Zögern? Banal betrach­tet ver­mut­lich des­we­gen, weil ich schon zu lan­ge dabei bin, zu vie­le Zukunfts‑, Per­spek­tiv- und Pro­gramm­kon­gres­se erlebt habe, und auch schon zu lan­ge im „Poli­tik­ma­nage­ment“ tätig bin. Etwas weni­ger banal bin ich mir nicht sicher, ob ich die Prä­mis­se hin­ter „IM/PULS“ tei­le. Hin­ter der Pro­sa steckt der – legi­ti­me – Ver­such, pro­gram­ma­ti­sche Wei­ter­ent­wick­lung inner­halb der in den letz­ten Jah­ren stark gewach­se­nen Par­tei zu orga­ni­sie­ren. Und ja, die Welt heu­te ist eine ande­re als vor zehn oder fünf­zehn Jah­ren, und sie ist auch eine ande­re als 2018 (da wur­de das letz­te Grund­satz­pro­gramm beschlos­sen). Und ja, es gibt ein paar inner­par­tei­li­che Kon­flik­te, die eher über­tüncht als gelöst wor­den sind. Trotz­dem: im Gro­ßen und Gan­zen habe ich den Ein­druck, dass wir pro­gram­ma­tisch gut auf­ge­stellt sind. 

Wir haben eine aus mei­ner Sicht rea­lis­ti­sche Ein­schät­zung der Welt­pro­blem­la­gen, wir haben viel­fach ganz gute Kon­zep­te, um zur Pro­blem­lö­sung bei­zu­tra­gen, und da, wo wir rat­los sind, hat das oft mehr damit zu tun, dass es kei­ne gute Lösung gibt (klei­nes Stich­wort: Nah­ost­kon­flikt), als damit, dass wir sie nicht kennen. 

Was wir aktu­ell nicht haben, ist eine Macht­per­spek­ti­ve. Da, wo es die­se gibt, fin­den wir einen erstaun­lich gro­ßen Zuspruch. Wobei mein Ein­druck am Info­stand in Baden-Würt­tem­berg war: den meis­ten Men­schen sind die Details unse­res Pro­gramms egal. Da zählt ins­ge­samt der Ein­druck, dass wir ganz ordent­lich arbei­ten, das Herz am rech­ten Fleck und die rich­ti­gen Wer­te haben, und dass es für Baden-Würt­tem­berg deut­lich bes­ser ist, wenn Cem Özd­emir Minis­ter­prä­si­dent wird, als wenn jemand ande­res die­ses Amt aus­füllt. Und die 30,2 Pro­zent haben auch etwas damit zu tun, dass eben kei­ne gro­ßen pro­gram­ma­ti­schen grü­nen Debat­ten statt­fan­den, son­dern sehr prag­ma­tisch „Bein­frei­heit“ zuge­stan­den wur­de. Was am Schluss dabei her­aus kommt, wis­sen wir dann, wenn es soweit ist. 

Was jetzt schon klar ist: wenn, wird es in Baden-Würt­tem­berg wie­der eine lager­über­grei­fen­de Koali­ti­on aus Grü­nen und CDU geben. Genau­so, wie es in Rhein­land-Pfalz eine lager­über­grei­fen­de Koali­ti­on aus CDU und SPD geben wird. Und auch im Bund war die „Gro­ße Koali­ti­on“ ja bekannt­lich das ein­zi­ge, was nach einem ober­fläch­lich ähn­lich per­so­nen­zen­trier­tem, fak­tisch aber doch anders gela­ger­tem Wahl­kampf übrig blieb. 

Wer sich die Umfra­gen der letz­ten Mona­te anschaut, und mal ein biss­chen rech­net, kommt immer auf etwa 35, 36 Pro­zent für ein holz­schnitt­ar­ti­ges „lin­kes Lager“ aus SPD, Grü­nen und Links­par­tei. Es gab Zei­ten, wo das anders war, aber aktu­ell ver­schie­ben sich Umfra­ge­wer­te inner­halb die­ses Lagers – und nur da. Auf der ande­ren Sei­te ste­hen rund 25 Pro­zent für CDU/CSU und noch ein­mal rund 25 Pro­zent für die AfD. Macht­op­tio­nen wären damit aktu­ell: eine CDU/C­SU-AfD-Koali­ti­on (die hof­fent­lich die Mehr­heit der Uni­on wei­ter­hin ablehnt) oder eine Koali­ti­on aus CDU/CSU und (SPD und/oder Grü­nen); je nach Zahl der ver­lo­re­nen Stim­men und der Fra­ge, wer inner­halb des „lin­ken Lagers“ gera­de vor­ne liegt, könn­te es knapp für eine Zwei­er­ko­ali­ti­on reichen. 

Auch wenn die Umfra­ge­wer­te in den letz­ten Mona­ten wenig Dyna­mik zei­gen, gibt es natür­lich die Mög­lich­keit, dass vor der nächs­ten Bun­des­tags­wahl doch noch etwas in Bewe­gung gerät, dass bei­spiels­wei­se der ver­blie­be­ne links­li­be­ra­le Rest der FDP-Wähler*innen ent­deckt, dass es Grü­ne gibt, oder dass Tei­le der CDU/C­SU-Wäh­ler­schaft sich für eine oder einen „mit­ti­gen“ grüne*n Kandidat*in begeis­tern. Solan­ge die oder der kei­ne Gen­der­stern­chen benutzt und sich auch sonst betont bür­ger­lich gibt. 

Aber selbst in die­sen Sze­na­ri­en ist eine eigen­stän­di­ge „lin­ke“ Mehr­heit weit weg. Eine eigen­stän­di­ge „rech­te“ Mehr­heit wird von der star­ken AfD ver­hin­dert, so lan­ge die­se nicht Teil davon ist.

Was ich sagen will: wenn es eine Macht­op­ti­on gibt, dann ist es eine lager­über­grei­fen­de. Und das heißt, um noch­mal auf Baden-Würt­tem­berg zurück zu kom­men, dass am Schluss neben eini­gen grü­nen Juwe­len ver­mut­lich sehr viel CDU/C­SU-Wei­ter­so in einem Pro­gramm zu fin­den sein wird. 

Wenn wir das nicht wol­len, dann soll­te – uno­po­pu­lä­re Mei­nung – im Mit­tel­punkt einer „IM/PULS“-Tagung nicht die Fra­ge der pro­gram­ma­ti­schen Wei­ter­ent­wick­lung ste­hen, son­dern die Fra­ge, wel­che gesell­schaft­li­chen Bünd­nis­se (auch außer­halb der eige­nen Kom­fort­zo­ne) not­wen­dig sind. Oder die Fra­ge, wel­che Inhal­te wir nach vor­ne stel­len, um anschluss­fä­hig an die Fra­gen der Zeit zu blei­ben (und wel­che eher nicht). Oder die Fra­ge, wie es gelingt, grün zu blei­ben und sich trotz­dem geschlos­sen, über­zeugt und über­zeu­gend hin­ter einer Per­son zu ver­sam­meln, die eine reel­le Chan­ce hat, die Umfra­ge­er­geb­nis­se so zu ver­schie­ben, dass Optio­nen dafür greif­bar wer­den, die guten und muti­gen grü­nen Kon­zep­te, die es ja gibt, auch umzu­set­zen. Und dabei davon aus­zu­ge­hen, dass es von Tag eins an fie­se Gegen­kam­pa­gnen geben wird – die schon ein­kal­ku­liert wer­den müss­ten, ohne jedoch den Mut zu ver­lie­ren. Zu dis­ku­tie­ren, was dafür jetzt getan wer­den kann: das wäre für mich ein Impuls, der die Par­tei vor­an­tra­gen könnte.