Kurz: Die taz kann’s noch, oder: Wann ist ein Mann ein Feminist?

Ehrlich gesagt hatte ich ein bißchen Bauchweh, als ich gesehen habe, dass die taz ihre diesjährigen Sonderseiten zum 99. Internationalen Frauentag dem Thema »Männer und Feminismus« widmen würde. Zu nahe liegt da die Gefahr, dass die provokant-blöde Seite meiner Lieblingszeitung überhand nimmt und daraus eher ein Witz wird. Ist es aber nicht geworden. Vielmehr hat die taz gezeigt, dass sie es immer noch kann – und hat eine auf zwölf Seiten umfassend informierende und pointiert Position beziehende Männerausgabe zum Frauentag geschaffen. Ab hier kann geblättert werden – oder, schöner und mit Fotografien von Daniel Josefsohn illustriert, für 1,50 Euro am Kiosk.

Einige Highlights aus dem Inhalt: Der Kryptofeminist Christian Füller schreibt in erstaunlich zustimmungsfähiger Form sieben Thesen zum emanzipierten Mann auf. Sein Fazit: machen wir’s wie die Pinguine. Heide Oestreich geht mit SINUS der Frage nach, wie emanzipiert Männer tatsächlich sind – und in welchen sozialen Milieus sie sich verstecken (und fragt ein paar Seiten später auch gleich noch den schwedischen Männerforscher Lars Jalmert, wie’s denn in Schweden mit den Feministen so aussieht). Ulrike Winkelmann macht das selbe mit den grünen Vätern und fragt nach, was hinter der Elternzeit junger grüner Politiker steckt. Die dunkleren Abgründe der sogenannten Männerbewegung beleuchtet Thomas Gesterkamp. Geschlechterstereotype in Kindertagesstätten sind das Thema von Anna Lehmann. Und der Transmann Christian Schenk gibt zu Protokoll, wie es tatsächlich um das doing gender im neu gelernten männlichen Alltag steht.

Zusätzlich gibt’s auch noch vier Seiten Sonderbeilage zum Thema Bildung. Also eine taz, in die zu investieren sich tatsächlich lohnt.

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