Photo of the week: Viola-in-the-snow

Viola-in-the-snow

 
Noch so ein Win­ter­fo­to. Erstaun­lich, wie hart­nä­ckig die Stief­müt­ter­chen in mei­nem Blu­men­kas­ten den immer wie­der neu­en Tem­pe­ra­tur­re­kor­den nach oben (+17°C letz­te Woche) und unten (-10°C oder so irgend­wann davor) stand­ge­hal­ten haben. Ges­tern Nacht hat es dann schon wie­der geschneit, lie­gen­ge­blie­ben ist aber nichts.

Dar­aus lie­ße sich jetzt eine ele­gan­te Über­lei­tung zum #auf­schrei bas­teln. Ich bin beein­druckt, wie nach­hal­tig die­ses Hash­tag es geschafft hat, eine Debat­te zu ver­än­dern. Auch wenn #auf­schrei nicht die ers­te erfolg­rei­che Off­line-Online-Akti­on im deutsch­spra­chi­gen Inter­net war, muss ich da ansons­ten ein­fach auf Ant­je Schrupp ver­wei­sen, die viel Klu­ges dazu auf­ge­schrie­ben hat, war­um #auf­schrei mehr ist als eine Ein­tags­flie­ge oder eine Schneeverwehung. 

Und weil mein eige­ner klei­ner Text dazu, war­um Sexis­mus allen scha­det (und auch des­we­gen auch Män­ner angeht), jetzt schon wie­der von der Start­sei­te gekippt ist, ver­lin­ke ich ihn hier­mit auch noch ein­mal. Text­samm­lun­gen zu #auf­schrei gibt es übri­gens bei klei­ner­drei (ein span­nen­des neu­es Netz&Gender&etc.-Blog – passt die Schub­la­de?) und bei Julia See­li­ger, die ver­sucht hat, Ord­nung in die vie­len, vie­len Tex­te dazu zu bringen.

8 Antworten auf „Photo of the week: Viola-in-the-snow“

  1. Für mich zeigt #auf­schrei übri­gens, dass die schö­nen neu­en Dis­kus­si­ons­me­di­en gna­den­los ver­sagt haben und dass gera­de Twit­ter als Dis­kus­si­ons­me­di­um nicht zu gebrau­chen ist. Was ist pas­siert? Es gab eine gute Idee. Die­se hat dann schnell Fahrt auf­ge­nom­men, der Hash­tag wur­de aber dann von zu vie­len Leu­ten, die auf den Hash­tag auf­merk­sam gemacht haben, zer­spammt. Dann haben sich die radi­ka­le­ren Sei­ten der Debat­te gegen­sei­tig getrollt – die einen schrei­en »Femi­na­zis«, die Gegen­sei­te reagiert empört. In der Mit­te die­ser sich enorm schnell ent­wi­ckeln­den Schlamm­schlacht ist dann schnell die sinn­vol­le Dis­kus­si­on gestor­ben. In dem Kli­ma irgend­wie auf 140 Zei­chen sach­lich zu dis­ku­tie­ren, war unmög­lich. Da ist dann nur noch eine Empö­rungs­wel­le nach der nächs­ten durch die Time­li­ne gewan­dert, aber es fand kein sinn­vol­ler Aus­tausch statt.
    Und dann kamen erstaun­lich schnell die gro­ßen Medi­en und berich­te­ten. Danach wur­de der kom­plet­te Hash­tag wirk­lich abso­lut unbrauch­bar. Jetzt kommt erst lang­sam eine sach­li­che­re Debat­te in Blogs zustan­de. Die­sen gan­zen Scheiß auf Twit­ter, die Talk­shows und die beklopp­ten Arti­kel diver­ser Nach­rich­ten­sei­ten hät­ten wir uns defi­ni­tiv spa­ren sollen.

    1. Sehe ich anders – weil ich glau­be, dass ohne die kon­zen­trier­te, als sol­che wahr­nehm­ba­re Akti­on auf Twit­ter vie­les ande­re nicht in Gang gekom­men wäre. (Ist Sach­lich­keit der rich­ti­ge Maß­stab für poli­ti­schen Pro­test – und die lei­der zu erwar­ten­den »Anspuck«-Reaktionen dar­auf? Ich glau­be nicht.) Und wahr­zu­neh­men, wie vie­le Idio­ten (und Idio­tin­nen) in der eige­nen Time­li­ne sind, oder dort rein-RTed wer­den, ist auch durch­aus mal hilfreich.

      1. Schwie­ri­ge Sache – ich glau­be aber nicht, dass die­se Pole­mik dem The­ma gut getan hat. Das The­ma war ja schon durch Quo­ten­dis­kus­si­on, die 29C3-Cree­per Cards, diver­se Pira­ten-Shit­s­torms, den Brü­der­le-Arti­kel und noch wei­te­re The­men irgend­wie am Köcheln. #auf­schrei hat das ja nicht gestartet.

        Ansons­ten woll­te ich nur sagen, dass die­ses The­ma auf 140 Zei­chen – Hash­tag eben kaum zu dis­ku­tie­ren ist. Da bekommt man nur ein »Du bist doof« hin, für das dif­fe­ren­zier­te »Ich fin­de das doof, weil…« ist kein Platz. Kom­bi­nie­re das damit, dass Hash­tags auf Twit­ter nicht mode­riert wer­den, wie es etwa in Foren oder Mai­ling­lis­ten üblich ist und dass daher die größ­ten Trol­le und Trot­tel nicht raus­ge­wor­fen wer­den kön­nen und du bekommst kei­ne sinn­vol­le Debat­te hin.

        1. Nicht gestar­tet, aber fokus­siert. Auch im Sin­ne eines »Inter­net-Tsu­na­mi« (sie­he ein paar Arti­kel wei­ter hin­ten). Dass die Troll­ver­su­che zum Hash­tag #auf­schrei dem The­ma stär­ker gescha­det haben als z.B. die bou­le­var­des­ke Talk­show­be­set­zungs­po­li­tik, bezweif­le ich. Und wenn Ant­je Schrupp schreibt, dass eine gan­ze Rei­he an Äuße­run­gen (eige­ner Sexis­mus-Erfah­run­gen) erst durch die Twit­ter-Akti­on mög­lich wur­den, und dass dadurch der Dis­kurs nach­hal­tig ver­än­dert wur­de, dann hat sie schlicht und ein­fach recht.

          1. Ich geb es zu – man­gels TV habe ich die gan­zen Talk­shows zum The­ma nicht gesehen. 

            Sagen wir es so – die Debat­te hat sicher­lich was bewegt, gleich­zei­tig aber auch die Män­gel Twit­ters als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal ver­deut­licht. Stell dir vor, wie sie in einem gro­ßen Web­fo­rum oder einer Red­dit ver­gleich­ba­ren Sei­te ver­lau­fen wäre.

          2. Ganz furcht­bar, weil sofort die loka­len Foren­trol­le die Mei­nungs­macht über­nom­men hät­ten? Ganz schlimm, weil jede #auf­schrei-Äuße­rung down­ge­vo­ted und dafür x »lus­ti­ge« Brü­der­le-Bildcen hoch­ge­vo­ted wor­den wären?

          3. Unter­schät­ze mal nicht die Bedeu­tung einer ordent­li­chen Mode­ra­ti­on. Eine Dis­kus­si­on kann enorm gewin­nen, wenn die drei schlimms­ten Trol­le raus­ge­wor­fen wer­den und die schlimms­ten Belei­di­gun­gen gelöscht. Da ist viel mög­lich und gera­de das fehlt Twitter.

            Und nein, Bewer­tungs­sys­te­me sind nicht immer die Herr­schaft des furcht­ba­ren Mobs, son­dern funk­tio­nie­ren in vie­len Fäl­len erstaun­lich gut.

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