Kurz: Links-alternative Grüne in Freiburg jetzt eigenständig

Coin­ne­ach McCa­be und Moni­ka Stein – das sind die bei­den grü­nen Stadt­rä­tIn­nen, die aktiv den Kon­takt zur links-alter­na­ti­ven Sze­ne in Frei­burg gehal­ten haben und dafür gesorgt haben, dass The­men wie die Schat­ten­par­ker, die diver­sen Ver­bo­te, die Poli­zei­po­li­tik usw. trotz grü­nem OB auf der Agen­da blie­ben. Der Rest der Frak­ti­on hat sich dage­gen in letz­te Zeit v.a. durch ein mehr oder weni­ger gro­ßes Ange­kom­men­sein im Bür­ger­tum aus­ge­zeich­net. Jetzt haben Coin­ne­ach und Moni­ka ihren Aus­tritt aus der Stadt­rats­frak­ti­on und die Grün­dung einer Grün-Alter­na­ti­ven Lis­te ange­kün­digt. Mehr dazu steht in der Badi­schen Zei­tung und – dort im Ton­fall sehr über­rascht und ver­wun­dert – bei Grü­nes Frei­burg. Im Gegen­satz zu Johan­nes kann ich den Schritt der bei­den ganz gut nach­voll­zie­hen und bin gespannt, was das jetzt alles für Kon­se­quen­zen hat (u.a. auch dazu, wie der grü­ne Stadt­ver­band damit umgeht). Schließ­lich sind in knapp einem Jahr Gemeinderatswahlen …

13 Antworten auf „Kurz: Links-alternative Grüne in Freiburg jetzt eigenständig“

  1. Ich kann den Schritt eben auch nach­voll­zie­hen, wie ich im Bei­trag auch geschrie­ben habe. Letzt­lich geht es mir wie dir.
    Ich bin gespannt, wie der Kreis­ver­band damit umgeht und hof­fe, dass man wei­ter­hin mit­ein­an­der respekt­voll umge­hen wird, was Tei­len die­ser Frak­ti­on sicher schwer fal­len dürfte.

  2. Inter­es­san­te Neu­ig­kei­ten. Könn­te für bis­her nicht beson­ders kom­mu­nal­po­li­tisch enga­gier­te aber inter­es­sier­te Per­so­nen mit lin­ken, sozia­len, libe­ra­len Posi­tio­nen span­nend sein, denen die Grü­nen zu kon­ser­va­tiv und zu wenig sozi­al, die »Lin­ken« zu regres­siv (gewor­den) sind. Viel­leicht wird ja eine neue Lis­te dar­aus. Aller­dings wird die Par­tei ein Pro­blem damit haben, wenn dort auch Mit­glie­der mitmachen.

  3. Hal­lo Gun­nar, das gan­ze ist in der Tat recht kniff­lig – wie ich oben schon geschrie­ben habe, gefällt mir die Posi­tio­nie­rung von Coin­ne­ach und Moni­ka inhalt­lich sehr gut, und ich kann mir auch vor­stel­len, dass Du nicht der ein­zi­ge bist, der dar­in einen Anreiz sieht, kom­mu­nal­po­li­tisch aktiv zu werden. 

    Gleich­zei­tig ist es natür­lich tat­säch­lich so, dass es für eine Par­tei prin­zi­pi­ell schwie­rig ist, wenn Mit­glie­der auf kon­kur­rie­ren­den Lis­ten antre­ten; wür­de mir auch so gehen, wenn ich nicht in Breis­gau-Hoch­schwarz­wald, son­dern in Frei­burg im Vor­stand wäre. Inso­fern fin­de ich die Pres­se­mit­tei­lung der Frei­bur­ger Vor­stands auch ganz okay. 

    Inter­es­sant wäre, wie ande­re Par­tei­en oder Grü­ne in ande­rern Städ­ten mit ähn­li­chen Situa­tio­nen umge­hen. Bei­spiel­wei­se gibt’s in Dres­den (?) zwei PDS-Frak­tio­nen, und in vie­len Städ­ten gibt es – his­to­risch gewach­sen – sowohl grü­ne als auch alter­na­ti­ve Listen.

  4. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber hier noch ein Hin­weis auf die Pres­se­mit­tei­lung der Frak­ti­on JF/​Die Grü­nen; ein biß­chen selt­sam dar­an fin­de ich zwei­ein­halb Dinge.

    1. »Inhalt­lich steht die Begrün­dung für den Aus­tritt von Stadt­rä­tin Stein und Stadt­rat McCa­be auf wack­li­gen Füßen.« – ähn­lich argu­men­tie­ren ja auch eini­ge, vor allem einer, in der Kom­men­tie­rung bei Jun­ges Frei­burg. Das unter­stellt Coin­ne­ach und Moni­ka aber, dass sie sich ein­fach nur so abge­spal­ten haben, und inhalt­li­che Grün­de nur vor­schie­ben. Hier scheint mir die grü­ne Frak­ti­on ein biß­chen blind dafür zu sein, wie oft vie­le Bür­ge­rIn­nen von ihr etwas ver­mißt haben.

    2. Dito auch der Ver­such, Coin­ne­ach und Moni­ka eine inhalt­li­che Posi­ti­on abzu­spre­chen, wenn es heißt: »Die poli­tisch-inhalt­li­che Basis der von Moni­ka Stein und Coin­ne­ach McCa­be aus­ge­ru­fe­nen Grup­pie­rung GAL kommt dage­gen recht dif­fus daher.« Sowas schreibt jemand, der belei­digt ist und jetzt alle Fäden abschnei­den will.

    3. Am selt­sams­ten aber fol­gen­der Satz: »Den Haupt­grund für die Ent­schei­dung von Moni­ka Stein und Coin­ne­ach McCa­be sieht die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft denn auch im per­sön­li­chen Umfeld der bei­den Stadt­rä­tIn­nen.« Wenn ich den ein biß­chen quer lese, dann steht da nicht nur ihr wart nicht in der Lage, euch in die Frak­ti­on ein­zu­glie­dern, son­dern auch Mit wem treibt ihr euch eigent­lich rum, und auf was für kru­de Gedan­ken bringt euch euer per­sön­li­ches Umfeld?. Ist sicher nicht so gemeint, aber schon ein biß­chen schräg.

  5. Mir kommt die Pres­se­mit­tei­lung in ers­ter Linie unan­ge­nehm von oben her­ab for­mu­liert vor. Viel­leicht mei­nen wir aber bei­de den Ton­fall eines belei­dig­ten Oberlehrers.

  6. Ich fin­de die Pres­se­mit­tei­lung soweit okay. Und wenn Du jeden Satz auf die Waag­scha­le legst, Till, dann mach‹ das doch bit­te auch mit den Ver­laut­ba­run­gen von Stein/​McCabe.
    Als Basis­mit­glied fin­de ich es jeden­falls unter aller Sau, dass alles über die Pres­se läuft und nicht das Gespräch mit der Par­tei gesucht wird. Aber viel­leicht gehö­re ich mit die­ser Posi­ti­on mitt­ler­wei­le auch zu den belei­dig­ten Oberlehrern…

  7. Hal­lo Tim, du hast wahr­schein­lich in der impli­zier­ten Annah­me recht, dass mei­ne Bewer­tung der Pres­se­mit­tei­lung nicht ganz unvor­ein­ge­nom­men erfolgt. Ent­spre­chend sehe ich mich nicht in der Lage, die Pres­se­mit­tei­lung von Moni­ka und Coin­ne­ach neu­tral auf die Gold­waa­ge zu legen. Aber wenn das jemand machen will, habe ich da nichts dagegen.

    Zum The­ma Gespräch mit der Par­tei: ist ja nicht mein Kreis­ver­band, aber die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur im KV Frei­burg scheint gene­rell manch­mal ein biß­chen hacke­lig zu sein. Ich neh­me an – aber auch das ist nur Inter­pre­ta­ti­on – das es durch­aus Gesprächs­ver­su­che gab (ver­mut­lich eher in Rich­tung Frak­ti­on als in Rich­tung Par­tei), dass die aber aus der Sicht der bei­den Abtrün­ni­gen nicht erfolg­reich waren und des­we­gen auf­ge­ge­ben wur­den. Ich weiss ja nicht, wie das ablief, aber ich kann mir schon vor­stel­len, dass es mög­lich ist, ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kli­ma her­zu­stel­len, in dem das Äußern von Beden­ken, Unzu­frie­den­heit usw. schnell dele­gi­ti­miert wird und nicht mehr akzep­tiert wird.

  8. Lie­ber Till,
    »ähn­lich argu­men­tie­ren ja auch eini­ge, vor allem einer, in der Kom­men­tie­rung bei Jun­ges Frei­burg«. Da hast du Recht, ich weiß nicht so recht wo sich die Unter­schie­de zwi­schen Stein/​McCabe mani­fes­tiert haben. Ich err­in­ne­re mich, dass ich häu­fi­ger als die bei­den gegen die Frak­ti­on gestimmt habe, ohne das mir dadurch irgend­wel­che Nach­tei­le ent­stan­den wären.
    Aber die Ant­wort ist auch, dass ich die gro­ßen Lini­en häu­fig mit­ge­tra­gen habe, weil die inhalt­li­chen Begrün­dun­gen gestimmt haben. Das ist viel­leicht das Haupt­pro­blem, man wur­de weni­ger durch Druck als durch Argu­men­te überzeugt.
    Poli­tik ist für mich nun­mal ein ratio­na­les Geschäft, da haben wir auch Din­ge gemacht die sich viel­leicht nicht »gut anfüh­len« aber die ich rich­tig fand und fin­de. Erklä­ren konn­te ich das immer.
    So genau weiß ich nicht wie die Poli­tik jetzt gro­ße anders aus­se­hen soll, des­halb kön­nen wir auch wei­ter­hin über die neu­en Grä­ben hin­weg zusam­men­ar­bei­ten und hof­fe wir wer­den das für den REst der Amts­zeit auch tun.
    Bleibt nur zu hof­fen, dass jetzt auf bei­den Sei­ten nicht der Schlamm aus der grü­nen Bio­ton­ne geholt wird…

  9. Hi Till,
    nichts­des­to­trotz gehört in die­sen Zusam­men­hang die For­de­rung nach Rück­ga­be der Man­da­te. Die bei­den dür­fen ger­ne ihren eige­nen Laden auf­ma­chen – aber dann nicht auf grü­nem Ticket ihre nach­voll­zieh­ba­ren Aus­tritt mit einer Auf­wands­ent­schä­di­gung versüßen.
    Man­dats­mit­nah­me ist auf KEINER Ebe­ne in Ordnung.
    Gruß
    Jörg

  10. Hal­lo Jörg, ich sehe das aus zwei Grün­den anders (auch im Ver­gleich zum Fall Oswald Metz­ger etc.).

    1. die Kom­mu­nal­wahl in Baden-Würt­tem­berg ist, wie du ja weisst, sehr stark per­so­na­li­siert (es ist, neben­bei gesagt, auch gar nicht unbe­dingt mög­lich, Man­da­te ohne wei­te­res zurück­zu­ge­ben). Jeden­falls kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass Moni­ka und Coin­ne­ach als Per­so­nen gewählt wurden. 

    2. es han­delt sich per se nicht um den Über­tritt zu einer kon­kur­rie­ren­den Lis­te, son­dern um den Wunsch, wei­ter­hin grü­ne Poli­tik zu machen – nur eben nicht in der grü­nen Frak­ti­on (und inzwi­schen auch nicht mehr in der grü­nen Par­tei). Das ist für mich noch mal eine etwas ande­re Aus­gangs­la­ge als wenn jemand sagt »ich geh jetzt zur CDU« oder »die GRÜNEN stin­ken mir, ich bin jetzt Abge­ord­ne­ter der LINKEN«.

    Wie stich­hal­tig die­se bei­den Punk­te sind, mag jede/​r selbst beur­tei­len. Hier kann ich jeden­falls ganz gut nach­voll­zie­hen, dass es nicht zur Man­dats­rück­ga­be kam. (Neben­bei: Inner­halb der Frak­ti­on Jun­ges Frei­burg – Grü­ne gab es kürz­lich auch einen Wech­sel einer Per­son, der auf der Lis­te »Jun­ges Frei­burg« gewählt wur­de, in die grü­ne Par­tei – hier wur­de auch nicht nach Rück­tritt gerufen).

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