Acht statt zwölf

Wissenschaft ist Definitionssache. Und manche wissenschaftliche Definition hat auch einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir alle unsere Wirklichkeit wahrnehmen. Z.B. weiss doch jedes Kind, dass es neun Planeten gibt. In den letzten Tagen wurde innerhalb der internationalen Astronomenvereinigung darüber diskutiert, eine Definition über den Planetenstatus festzulegen, nach der mehrere in letzter Zeit entdeckte Objekte ebenso wie der Asteroid Ceres Planetenstatus erhalten hätten. Das wären dann zwölf bis ?? Planeten gewesen. Doch – so berichtet jedenfalls Spiegel online – die endgültige Entscheidung fiel anders aus: Pluto ist ab sofort kein Planet mehr: zu klein und zu exentrisch.

Update: in der CNN-Meldung zu dem ganzen gibt es einen schönen Satz zum Verhältnis von Definition und Realität. Da steht nämlich:

It was unclear how Pluto’s demotion might affect the mission of NASA’s New Horizons spacecraft, which earlier this year began a 91/2-year journey to the oddball object to unearth more of its secrets.

Wenn ich das richtig interpretiere, dann mag die NASA möglicherweise ungern Dinge anfliegen, die keine Planeten mehr sind? Oder wie sonst ist »affect the mission« zu verstehen? Hat sich Plutos Anziehungskraft, Entfernung usw. mit der Entscheidung geändert, so dass die NASA-Sonde jetzt – nachdem Pluto kein echter Planet, sondern nur noch ein »dwarf planet« ist – dran vorbeifliegen wird?

> Meldung bei Spiegel online über die IAU-Entscheidung, Pluto den Planetenstatus abzuerkennen
> Telepolis von gestern: zwölf Planeten
> CNN-Meldung

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