Eine Recherche zum religiösen Hintergrund des Martin H.

Vorbemerkung (29.04.2028): Inzwischen sind einige der von mir unten aufgeworfenen Fragen zur möglichen Nähe Martin Horns zu charismatischen International Christian Fellowship (ICF) und ähnlichen Bewegungen geklärt. Zum einen hat Herr Horn (per Mail, unten dokumentiert) Stellung genommen, auch sein Vater Klaus Hoffmann hat – in den Kommentaren zu diesem Blogeintrag – erläutert, wieso er sich mit Willow Creek und ähnlichem befasst. Zum anderen berichtet die Badische Zeitung; dabei wird deutlich, dass Martin Horn kein Mitglied einer Freikirche ist, und der Besuch von zwei ICF-Veranstaltungen – samt Segnung der pol. Gegner – auf Wunsch des Pastors Gräfingholt dieser Freikirche zustande gekommen ist. Offen ist für mich nach wie vor die Frage, wie sehr ICF etc. Herrn Horn als einen der ihren sehen und für ihn werben bzw. wie weit sie (Bsp. Stadtpiraten) auch in seinem Unterstützerkreis vertreten sind.

Aus Transparenzgründen dokumentiere ich unten meine ursprüngliche Recherche und die Stellungnahme von Martin Horn.

Martin Horn gibt ja auf seiner Website nicht sehr viel über sich und seinen Lebenslauf preis. Er hat an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg studiert und kommt aus einem Pfarrhaus. Und er ist viel in der Welt herum gekommen. Das sind so in etwa die biografischen Eckpunkte, die sich finden lassen. Seine XING-Seite verrät dann noch, dass er gebürtig Hoffmann heißt. Zudem steht auf seiner Website, dass er aktiv bei einem Verein »Feuer und Flamme« sei.

Eine Google-Suche nach »Feuer und Flamme« findet erst einmal nichts. In Kombination mit dem Namen »Hoffmann« taucht dann die Protestantische Kirchengemeinde Hornbach-Brenschelbach und Althornbach auf, 40 min von Annweiler entfernt, dem Ort, in dem Horn aufgewachsen ist. Diese Kirchengemeinde ist Teil der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) und wurde lange von einem Pfarrer Hoffmann betreut.* Ihr Jugendangebot heißt »Feuer und Flamme«.

Ich kenne mich mit evangelischen Kirchen nicht besonders gut aus. Dass die Evangelische Jugend Hornbach regelmäßig »Jesus Inside«-Festivals veranstaltet, könnte ganz normal sein.**

Etwas seltsamer finde ich schon, dass besagter Pfarrer Hoffmann im Institut für Kirchliche Fortbildung der Landeskirche als Geistlicher Begleiter aufgeführt ist, der als Themenschwerpunkte

Impulse aus der Charismatischen Bewegung (GGE) und Gemeindeaufbaubewegung (Fritz Schwarz/“2. Programm“/Michael Herbst/Glaubenskurse/AMD/anglikanische Kirche/Willow-Creek/Exerzitien im Alltag).

nennt. Das scheint auch innerkirchlich nicht unumstritten zu sein.

Die Charismatische Bewegung ist besser als Pfingstbewegung bekannt, mit evangelikaler Tendez. Auch die Gemeindeaufbaubewegung hängt mit der charismatischen Bewegung zusammen, wenn Wikipedia nicht lügt. Willow Creek wiederum scheint mir eine US-Megachurch mit Ableger in Deutschland und der Schweiz zu sein, die Mission und Evangelisierung als Thema hat.

Zusammengefasst, wenn ich Ort und Person richtig identifiziert habe: das Pfarrhaus, in dem Martin Horn aufgewachsen ist, und das für ihn wichtige Impulse geliefert hat und weiter liefert, gehört zwar zur protestantischen Landeskirche der Pfalz; sein Vater scheint jedoch ein großes Interesse an charismatischen Bewegungen und Gemeindeaufbau – d.h. Mission – zu haben.

Ob das nun einfach dazu führt, dass Martin Horn mit verschiedensten christlichen Kirchen in enger Verbindung steht, und er deswegen in Freiburg von der Christengemeinde gefeiert wird und Bilder von seinem Auftritt bei der ICF Freiburg kursieren, oder ob er selbst seine Spiritualität im Sinne eines freikirchlich-missionarischen Verständnisses lebt, ergibt sich daraus nicht automatisch.

Jetzt ließe sich einwenden, dass Religion Privatsache ist. Aber gerade Horn, der immer wieder auf den biografischen Bezug Pfarrhaus verweist, sollte sich meiner Meinung nach vor dem 2. Wahlgang dazu äußern, wie er’s mit der Religion hält – und ob die Nähe zu Freikirchen, missionarischen und charismatischen Bewegungen von ihm bewusst gesucht wird, oder ob er einfach auch hier offen für alle und alles ist. Wir Freiburgerinnen und Freiburger sollten jedenfalls wissen, woran wir sind.

* Nach der Recherche ist mir dann aufgefallen, dass auf »Andere über mich« auf Martin Horns Website – ganz am Ende – der Pfarrer Klaus Hoffmann als Unterstützer und Vater zu Wort kommt. Soweit dürften die Fakten also stimmen.

** Einen Eindruck, was da abläuft, gibt dieser Bericht – Achtung, Link spielt Audio –, in dem auch Martin H. in Bild und Text vorkommt. (Nachtrag 25.04.2018, 12:10).

P.S.: Ich habe Martin Horn auf diese Recherche aufmerksam gemacht und ihn gebeten, dazu Stellung zu nehmen.

Update (27.04.2018): Inzwischen hat Martin Horn auf meine Bitte um Stellungnahme reagiert. Seine Antwort gebe ich im Folgenden vollumfänglich wieder – viel schlauer bezüglich der Nähe zu charismatischen Bewegungen macht diese einen allerdings leider nicht.

Sehr geehrter Herr Westermayer,

schön, dass Sie sich so viel Mühe machen, über mich zu recherchieren. Es stimmt nicht alles was Sie schreiben, aber dennoch antworte ich hier gerne offen und bitte um Richtigstellung auf Ihrem Blog.

Ja, ich bin Christ. Allerdings engt mein persönlicher Glaube meine Wertschätzung gegenüber Anderen überhaupt nicht ein. Ganz im Gegenteil!

Für mich ist die Würde jedes Menschen egal welcher Herkunft, Nationalität, Kultur, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Religion unantastbar.

Dieses offene, verbindene Verständnis ist für mich von zentraler Bedeutung und prägt mich bis heute. Nicht zuletzt habe ich übrigens Teile meines Studiums in Israel und Jordanien absolviert und mich stets interkulturell und interreligiös engagiert.

Diese Wertschätzung für Andere ist eine persönliche Grundhaltung, die ich selbstverständlich auch als Oberbürgermeister mitbringe. Ich stehe klar gegen Ausgrenzung und Diskriminierung!

Mit freundlichem Gruß, Martin Horn

13 Personen gefällt dieser Eintrag.

Dieser Beitrag wurde unter Freiburg abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

42 Kommentare zu Eine Recherche zum religiösen Hintergrund des Martin H.

  1. Gübu sagt:

    … Ich nehme das zur Kenntnis, mit einem leichten Schauer der Nackenhaare. Bei »anglikanisch« muss das gar nichts heissen….insgesamt erklärt das auch seinen leicht pastoral milden Ton. Dass ausgesprochen (grüne) Gegner wie Timothy Simms sich neulich als »praktizierende römisch-katholische Christen« »outen… (möchte TS bei Kretschmann noch punkten?) macht die Sache nicht leichter. Lieber Till, da wartet Arbeit für den »Eulenspiegel«. Aber: gut, den Horn direkt zu fragen. Wahltag ist ja erst der 6.5.

  2. Dr. XXX sagt:

    [Kommentar auf Wunsch des Kommentators gelöscht]

    • Till sagt:

      Das müsste jetzt noch mal erklärt werden. Es geistern Gerüchte durch die Stadt, die irritieren – etwa die Segnung der übrigen Kandidaten durch Herrn Horn bei einer Veranstaltung der International Christian Fellowship, die in Form der »Stadtpiraten« die Kandidatur unterstützt. Eine Erklärung dazu seitens des Kandidaten gibt es nicht. Das wirft Fragen auf. Also habe ich mal genauer hingeschaut und aufgeschrieben, was sich so finden lässt. Schlüsse daraus möge jede/r selbst ziehen. Eine Reaktion von Herrn Horn liegt mir bisher nicht vor, sonst hätte ich diese dem Artikel angefügt.

      • Franz sagt:

        Hervorragende Recherche. Das muss publik werden. Die Nähe Horns zu fundamentalistischen missionarischen Kreisen wie ICF und Stadtpiraten ist zutiefst beunruhigend.

      • Lorenz sagt:

        Soso, es »geistern Gerüchte durch die Stadt«. Ich würde eher sagen.
        Einige von allen guten Geistern verlassene Salomon-Anhänger setzen gezielt Gerüchte in die Welt, weil ihnen sonst nichts einfällt. Und schürst hier eifrig mit die Gerüchteküche!

        Hey, wie verzweifelt ist das denn? Fällt Salomon und der CDU sowie den Restgrünen sonst nichts ein?
        Z.B. politische Antworten?

        • Till sagt:

          Hm, haben Grüne Herrn Horn auf die Bühne der International Christian Fellowship gestellt und deren Akteure in sein Team aufgenommen? Sicherlich nicht. Insofern: ein wenig weniger Aufregung würde auch dem Horn-Anhänger gut tun.

          • Lorenz sagt:

            Es geht nicht um Aufregung hin oder her. Sondern um Fakten und Fairness im politischen Wettbewerb.
            Was seine Kontakte zum ICF anbetrifft, (den ich kaum kenne, über den ich nichts problematisches finden kann und der mich auch nicht weiter interessiert) so ist hier zunächst die Gegnfrage erlaubt:
            Wieso soll er Leute, die ihren glauben privat beim ICF oder wo auch immer ausüben, nicht in sein Wahlkampfteam aufnehmen. Oder wieso sollte irgendjemand dabei überhaupt religiöse Gesinnungsprüfungen vornehmen?

            Oer warum sollte ein OB-Kandidat, der hier von einer religiösen Gemeinde zu einer Veranstaltung eingeladen wird, dort nicht hingehen?
            Wenn Horn morgen vom Freiburger Bischof eingeladen wird oder von einer muslimischen Gemeinde und da auftritt, würdet Ihr ihn dann anschließend auch als Papisten oder Islamisten bezeichnen?

  3. Nadja sagt:

    Ich hoffe, dass ihnen bewusst ist, dass Herr Horn einen Namensvetter hat, der in Leipzig ansässig ist und einer Freikirche angehört.
    http://elfk.de.dd21408.kasserver.com/html/main/wpfc_person/martin-hoffmann/

    Das wäre der Link dazu. Beide Personen haben nichts miteinander zu tun. Martin Horn ist einer der tolerantesten Menschen, die ich kennenlernen durfte. Auch mit meinem Austritt aus der Kirche, bin ich was dieses Thema angeht doch etwas überempfindlich aber sehr interessiert.
    Jesus inside Festivals sind übrigens in der Jugendarbeit üblich und etwas vollkommen normales.

    Ich bitte Sie, nochmals genau zu recherchieren. Es ist nichts verwerflich daran, an einer evangelischen Hochschule zu studieren. Ebensowenig wie sich in der kirchlichen Jugendarbeit zu engagieren.

    • Till sagt:

      Danke für den Hinweis, aber wenn Sie meinen Text oben lesen, dürfte Ihnen auffallen, dass ich mich nicht auf Herrn Hoffmann, Leipzig, beziehe. Und auf der Bühne der Freiburger International Christian Fellowship stand der Freiburger Bürgermeisterkandidat, kein Namensvetter. Auf die Frage, wieso, hat er aber leider nicht geantwortet.

    • Franz sagt:

      Ein Freiburger OB, der im letzten Jahr noch als evangelikaler Prediger agiert hat? Nein danke.

      »Und als zweites riet er dazu, Kapitän des eigenen Lebens zu werden, indem man sich Ziele setzt und sie zu erreichen versucht…
      Und als Navigator auf dem Kurs ist ‚Jesus inside‘: Der Ratschlag WWJD („What would Jesus do“) von einst zieht nach wie vor, und er hat Auswirkungen auf dein Leben: Auf dich selbst, auf dich und deine Freunde und Bekannten, und er sollte auch auf dich und die ganze Welt sich auswirken.«

      Das ist die gleiche Rhetorik wie der ICF. Eine dubiose missionarische »Kirche« die in der Schweiz unter Sektenverdacht steht. Deren Schweizer Gründer Leo Bigger ist ein islamophober Hassprediger.

  4. Nadja sagt:

    Mein Beitrag, der aufklären sollte wurde gelöscht? Eine gerechte Berichterstattung ist hoffe ich angebracht, um zu diskutieren.

    Martin Horn hat mit seinem Geburtsnamen einen Namensvetter aus Leipzig. Dieser ist in einer Freikirche, hat aber nichts mit ihm zu tun. Bitte recherchieren Sie vollständig! Er selbst kennt diesen nicht. :)

    Er ist einer der tolerantesten Menschen, die ich kenne. Das Engagement in der christlichen Jugendarbeit ist ja nicht verwerflich. Und ja, Jesus inside feste sind eine normale Veranstaltung in derselben.

    • Till sagt:

      Hier wurde nichts gelöscht, ich muss nur Kommentare von Hand freischalten, um Spam zu vermeiden. Und nochmal: ich rede nicht von Martin Hoffmann, Leipzig.

  5. Franz sagt:

    https://www.facebook.com/MartinHornFreiburg/videos/vb.1814031048897967/1868807183420353/?type=2&theater

    Auf MH’s Facebook: Direkt neben ihm das ist Bettina Gräfingholt »Pastorin« des ICF Freiburg? Im »Team Horn«.

    Man fragt sich wer steht wirklich hinter ihm mit welcher Agenda und wer finanziert das Ganze eigentlich?

  6. Pingback: Bürger ins Bocks-Horn gejagt – wie Martin Horn mit Halbwahrheiten Wahlkampf macht | Sebastian Müllers Blog

  7. Jürgen Beiler sagt:

    Ich habe Herrn Horn ja direkt auf seiner Seite mit diversen Punkten zu seiner Nähe zu Freikirchen konfrontiert. Seitens seines Vaters und eines anderen Pfarrers wurde dies ja solange geleugnet, bis ich auf diesen Gottesdienst mit Segnung vom 16.04. hingewiesen habe. Danach war Schweigen oder ich wurde haltlos diffamiert. Ich habe gestern Nachmittag dann Herrn Horn direkt angeschrieben und ihn darum gebeten, zu der Sache Stellung zu nehmen oder mir zu sagen, wenn etwas falsch ist an meiner Darstellung. Hierzu kam nichts. Es ist also inzwischen davon auszugehen, dass diese Nähe zu Freikirchen da ist, was ja auch durch die Gegenwart von Frau Gräfingholt (Ehefrau des Predigers der ICF in Freiburg) in seinem Team naheliegt.

    • Franz sagt:

      Ganz klar. Wer umgibt sich schon freiwillig mit Fanatikern wie Gräfingholts von ICF oder David Rösch von Stadtpiraten (alles nur scheinbar getrennt) ohne diese extrem spinnerte Weltsicht zu teilen?

      Bitte bedenken: Man wählt ja nicht nur den OB, die Schaltstellen wird er dann schon mit seinem Netzwerk besetzen wollen.

      Das alles hat ein grusliges Geschmäckle von evangelikalem coup d‹etat.

  8. Lorenz sagt:

    Lieber Till,
    wenn man sonst nichts findet …. dann erdichtete man sich einen Verdacht und sucht Indizien für – ja für was eigentlich?
    Dass es so scheint, dass es sein könnte, dass er möglicherweise evangelikal ist, weil er angeblich »die Nähe zu Freikirchen, missionarischen und charismatischen Bewegungen« sucht, die ja, wie »man« zu wissen glaubt, alle auf seltsame Weise radikal bis gefährlich sind, oder was?
    Wenn ich mir die Fakten anschaue, dann sehe ich Forlgendes:

    1.) Gibt Herr Horrn auf seiner Webseite ziemlich viel über sich preis, zumindest mehr, als ich als Kandidat dort erzählen würde – oder willst Du noch seine Abinote, sein Lieblingsessen oder den Namen seines ertsen Kuscheltiers wissen?

    2.) Ist Religion, wie Du richtig bemerkst, seine Privatsache und dies sollte man respektieren. Anders wäre es nur, wenn er seinen Glauben selbst politisch instrumentaliiseren würde. Aber weder ruft er bei Wahlkampfreden »Gott segne Euch«, noch fordert er, dass in Freiburgs öffentlichen Gebäuden Kruzifixe aufgehängt werden – das macht nur die Schwesterpartei der Salomon-Unterstützer (ok, der war jetzt bös ;-) …

    3.) Selbst wenn sein Vater Radikaler, Schwerverbrecher, Nazi oder was weis ich wäre, so wäre dies Sache des Vaters und nichts was man als »Erbsünde« dem Sohn anlasten oder anhängen könnte.

    4.) Sein Vater ist Pfarrer in einer Kirche, die zu einer Unterorganisation der EKD gehört. Selbst wenn der Herr Sympathien zur Pfingstbewegung oder anderen haben sollte, dann offenbar nichts, wass die innerkirchliche Toleranz innerhalb der Evangelischen Kirche überstrapaziert.

    5.) Sind die Pfingstler, die ich in D. bislang getroffen habe, theologisch nicht sehr weit vom protestantischen Mainstream entfernt und sicher keine radikalen Evangelikalen, wie man sie z.B. aus den USA kennt, mit ihrer Homophobie und dem Leugnen der Evolution. Oder hat Herr Horn jemals etwas in dieser Richtung gesagt?

    6) Die einzigen religiösen Bezüge finde ich bei Horn unter »Berufliche Tätigkeiten«, wo er angibt, als Referent für das Diakonische Werk und als Dozent für Evang. Hochschule Ludwigsburg gearbeitet zu haben; beides Institutionen, die ebenfalls unter dem Dach der EKD agieren.

    Fazit:
    Wenig bis keine Hinweise darauf, dass der Privatmann Horn in sachen Religion etwas glaubt, was für mich als Wähler in Bezug auf den Politiker Horn wissenwert, relevant oder gar beunruhigend wäre.

    Mich erinnert Dein Post ein wenig an die ganzen Salomon-Anhänger, die scheinbar die ganze Zeit nach Fehlern, Pannen und Patzern bei Horn suchen, aber ausser der hübsch peinlichen Nummer von seiner Schwester und der IHK Studie zum Breitbandausbau als fehlerhaftem Beleg für schlechte Digitalisierungspolitik bisher nichts relevantes gefunden haben.
    Aber muss dann wirklich in Sachen Religion etwas erfinden?

  9. Klaus Hoffmann sagt:

    Dann melde ich mich als Vater von Martin Horn gerne auch mal zu Wort. Ich bin Pfarrer der ev. Landeskirche, war lange Zeit im Bezirkskirchenrat und Stellvertreter des Dekans (d.h. »Senior«) und mehr als 30 Jahre geschätzter Pfarrer von Hornbach, Brenschelbach und Althornbach. Ich bin Mitglied im AK Spiritualität und habe auf meiner geistlichen Reise (die immer noch weiter geht und wo Glaube nach wie vor in Bewegung und Veränderung ist) auch Impulse der GGE (charismat. Bewegung in der Landeskirche) und von Willow aufgenommen. Als einer der von seiner Kirche auch mit geistl. Begleitung beauftragt ist, habe ich diese Impulse auf meinem Lebensweg auf der Webseite transparent gemacht. Da haben Sie sie ja auch gefunden.
    Auch in Freikirchen bin ich großartigen, liebevollen Menschen begegnet, genauso aber auch sehr engstirnigen. Eine große Weite (auch ökumenisch) war mir immer wichtig. Menschen sind keine »Missionsobjekte«. Jeder sektiererische Verdacht und Aufkleber wie fundamental oder evangelikal verbieten sich von selber. Mein Sohn tritt für die Würde jedes Menschen ein und ich finde die ausgesprochenen oder auch unausgesprochenen Verdächtigungen einfach nur »infam« und kein guter – auch kein gut grüner – Stil!
    Und wenn Martin als Gast, der neben anderen Freiburger Gemeinden auch die ICF besucht hat und dort nach Aufforderung den anderen Kandidaten in einem Gebet Gutes wünscht, das hat eher mit einem weiten Herzen als mit Enge zu tun!
    Dass Martin Horn für Weite im Umgang mit Menschen aller Ausrichtung und ihre Würde steht, hat er gesagt, geschrieben und das lebt er, das sollte wohl genügen. Und das er das aus seinem Glauben heraus lebt, der den Wert jedes Menschen betont, ist keine Schwäche sondern Stärke.

    • Till sagt:

      Danke, dass Sie dazu Stellung nehmen!

      Als atheistisch geprägter Mensch macht mich die Spiritualität der Freikirchen – und auch der von Ihnen genannten Bewegungen – unruhig. Einige davon halte ich für gefährlich. Aber auch hier gilt selbstverständlich, dass jeder Mensch nach seiner Facon selig werden möge. Ob es jetzt schlechter Stil ist, hier nachzufragen – das muss jeder selbst wissen.

      Vieles hat sich in der hier in den Kommentaren geführten Debatte geklärt. Was für mich allerdings nach wie vor offen ist – und hierauf ist Martin Horn in seiner Reaktion leider nicht eingegangen – ist die Frage, wie die Einladung in eine Veranstaltung der ICF – ein Gottesdienst? – zustande gekommen ist, und ob die anderen Kandidat*innen auch eingeladen worden sind. Ebenso wirbt er mit der Unterstützung von Personen aus der ICF. Ist es nachvollziehbar, dass mich diese besondere Nähe irritiert, auch die Mischung aus Politik und Religion, wie sie in einem letztlich säkulären Land eher ungewöhnlich ist? Dass ist doch der Kern dieser ganzen Debatte, und genau hier empfände ich mehr Klarheit als eine charakterliche Stärke.

    • Franz sagt:

      »Jeder sektiererische Verdacht und Aufkleber wie fundamental oder evangelikal verbieten sich von selber.« »Menschen sind keine »Missionsobjekte««

      Keineswegs wenn es um den ICF geht. Das sind biblizistische hardcore Fundamentalisten, die jeden/jede menschlicher Natur a priori in die tiefste Hölle verdammen, der nicht bereit ist Ihrer Glaubensmeinung zu folgen. Missionieren ist deren Lebenszweck, geben sie auch unumwunden zu.

      Ihr Sohn ist da ganz nah dran , das ist offensichtlich. Entweder er toleriert diese meiner Meinung nach humanophobe Ideologie bewusst oder ist so blauäugig dass er nicht merkt, vor welchen Karren er sich da spannen lässt. Beides disqualifiziert ihn auf jeden Fall als OB von Freiburg. Meine Meinung.

  10. Dr. XXX sagt:

    [Kommentar auf Wunsch des Kommentators gelöscht]

  11. Dr. XXX sagt:

    [Kommentar auf Wunsch des Kommentators gelöscht]

    • Franz sagt:

      Die Christenverfolgungskeule bitte stecken lassen, damit zerdeppern Sie nur das Strohmann-Argument, das Sie hier präsentieren. Das differenzierte wissenschaftlich fundierte Bibelverständnis von Mainstream-Christen wie RKK oder protestantischen Landeskirchen hat wenig mit dem biblizistischen unaufgeklärten wissenschaftsfeindlichen Fanatismus evangelikaler Missionare vom Schlage ICF gemein.

      • Dr. XXX sagt:

        [Kommentar auf Wunsch des Kommentators gelöscht]

        • Franz sagt:

          OMG. Der Strohmann ist Ihre Konstruktion einer allgemein »antikirchlichen« Stimmung aus den berechtigten Nachfragen bzgl. der fundamentalistisch-missionarischen Connections/Motivationen des Martin Horn.

          Im Übrigen sind die Verwendung von ad hominems keine rationale Form der Argumentation und lassen auf eine fundierte Unkenntnis kritischen Denkens schließen, Herr Dr.

          Noch was: es gibt keine aggressive (»laizistische«) Missionierung aus den Reihen der Grünen. Aus den Reihen der Unterstützer des Martin Horn leider schon, und es ist legitim dagegen Einspruch zu erheben. Ich will nicht missioniert werden und schon gar nicht undercover und über die Hintertür und ich denke die Mehrheit der Freiburger*innen auch nicht.

  12. Till sagt:

    Etwas weniger Aufregung wäre hier von allen Seiten sicher sinnvoll. Dass eine christliche Gemeinschaft sich auf die Bibel stützt, ist nicht das Problem – und wurde von mir auch nicht als Problem benannt. Zudem finde ich es auch schräg, von Blogbeiträgen oder gar einzelnen Kommentaren auf »die Grünen« zu schließen. Wir Grüne sind nach wie vor eine Partei, die von radikalen Atheist*innen bis zu ZK-Mitgliedern reicht, und in der Religion sehr vielfältig diskutiert wird.

    Nochmal, um den Kontext »OB-Wahl« – der ja vermutlich mit für die Aufregung sorgt – wieder mit rein zu bringen: ich persönlich – als Person, nicht als »Die Grünen« – halte die International Christian Fellowship (ICF) für eine eher schwierige Organisation; wer etwas im Netz sucht, findet auch Belege dazu. Nicht, weil sie sich auf die Bibel beruft, sondern weil sie eine Oberfläche aus Events, Spaß und Charity mit einer Unterströmung evangelikaler Mission verbindet. Hintergrund und Anlass dieses Postings ist und bleibt die Tatsache, dass Herr Horn auf mindestens einer Veranstaltung der ICF aufgetreten ist, und Unterstützer*innen aus der ICF hat – und sich nach wie vor nicht klar dazu äußern möchte, was er denn von dieser Form des Christentums hält.

  13. Klaus Wilken sagt:

    Vielen Dank für die aufschlussreiche Diskussion. Ich habe bislang nicht gewusst, warum ich Herrn Horn hätte wählen sollte. Jetzt weiß ich es. Er muss schon eine ziemlich weiße Weste haben, wenn man so über ihn redet, wie das hier geschieht.

  14. Dr. XXX sagt:

    [Kommentar auf Wunsch des Kommentators gelöscht]

    • Till sagt:

      Dass ich das anders sehe, wird Sie nicht wundern, oder? Ich sehe hier nach wie vor nichts, für das ich um Entschuldigung bitten müsste.

      • Franz sagt:

        Till, nochmals vielen Dank, Respekt, und diese ad hominem Angriffe zeigen nur dass du den richtigen Nerv getroffen hast.

        Ohne deine Recherche hätte es doch nie diese »Antwort des Kandidaten« (die berechtigte Fragen offen lässt) nie gegeben!

        »Offen ist für mich nach wie vor die Frage, wie sehr ICF etc. Herrn Horn als einen der ihren sehen und für ihn werben bzw. wie weit sie (Bsp. Stadtpiraten) auch in seinem Unterstützerkreis vertreten sind.«
        Kann nur zustimmen.

        Offen ist für mich auch die Frage wie weit wäre ein möglicher OB Horn bereit weiterhin Wünschen des Pastors Gräfingholt und dem missionarischen Netzwerk nachzukommen?

        Was aussteht ist eine klare Distanzierung Martin Horns von jeglicher evangelikal-missionarischer Aktivität und eine Erklärung
        seiner missionarisch ausgerichteten Vergangenheit als Prediger.

  15. Dr. XXX sagt:

    [Kommentar auf Wunsch des Kommentators gelöscht]

    • Till sagt:

      Hallo Herr Dr. XXX,

      ich kann ihre Kommentare gerne durch anonymisierte Einträge ersetzen (auch wenn die DSGVO noch nicht in Kraft getreten ist).

      Mit freundlichen Grüßen

      Till Westermayer

    • Franz sagt:

      Ein argumentativer Fail nach dem anderen, nach Strohmann, ad hominem jetzt tu quoque. Respekt. Und ich bin noch nicht mal »Teil der Grünen« J. Bussi.

  16. DATO sagt:

    Hr. Westermayer schreibt in der Badischen Zeitung in den Kommentaren unterhalb des entsprechenden Artikels über Martin Horn und die ICF: »eine – aus meiner Sicht fragwürdige – charismatische Freikirche«.
    Es gibt auch in der evangelischen Landeskirche Gemeinden und Arbeitsbereiche die ähnlich konservativ ausgerichtet sind oder beispielsweise Mission in islamischen Ländern betreiben.
    Es gibt in der katholischen Kirche eine sehr große charismatisch-evangelikale Bewegung. Der Papst ist sogar ausdrücklicher Fan davon.
    Damit möchte ich darauf aufmerksam machen, dass man als Kritiker nicht zwischen Freikirchen und den beiden »großen« Kirchen unterscheiden braucht. Man kann gleich alle bekennenden Christen und alle Kirchen in einen Topf schmeißen und »hinterfragen«.
    Oder man kann es sich sparen, überhaupt derartige »Recherchen zum religiösen Hintergrund« zu betreiben. In der Tat, hätte Martin Horn eine Moschee besucht, deren Hintergrundorganisation ganz nebenbei von Erdogan beeinflusst ist oder wo heimlich Mädchenbeschneidung gutgeheißen wird, hätte man das wohl kaum hinterfragt und die entsprechende Richtung des Islam als fragwürdig bezeichnet (sonst würde man ja gleich als islamophob bezeichnet werden und sowas macht ja nur die AfD, nicht wahr).
    Bekanntermaßen gibt es in der Partei der Grünen Hardliner, von denen eine nicht ganz verschlossene Haltung beispielsweise gegenüber Pädophilie bekannt ist. Sollte man nicht auch die Partei der Grünen als »fragwürdig« bezeichnen?

    • Till sagt:

      Ich habe Herrn »DATO«, der mir das auch als Mail geschickt hat, wie folgt geantwortet.

      Hallo Herr T…,

      ich habe ihre Zuschrift aufmerksam gelesen, bis zu dem Absatz

      »Bekanntermaßen gibt es in der Partei der Grünen Hardliner, von denen eine nicht ganz verschlossene Haltung beispielsweise gegenüber Pädophilie bekannt ist. Sollte man nicht auch die Partei der Grünen als fragwürdig bezeichnen?«

      Da scheinen sie sich nicht besonders gut auszukennen, oder fallen auf Propaganda herein. Sie kennen den umfangreichen Aufklärungsprozess, der in der Partei gelaufen ist, um eine teilweise in den 1980er Jahren vorhande diesbezügliche Haltung und die Folgen davon aufzuarbeiten?

      Wenn Sie das ernsthaft behaupten wollen, dass Grüne heute noch Pädophilie gutheißen, dann kann ich Sie und ihre Zuschrift leider nicht ernst nehmen. Insofern ist ihr Beispiel nicht gut gewählt.

      Und was genau wollen Sie mir mit dem letzten Absatz sagen?

      Mit freundlichen Grüßen

      Till Westermayer

  17. Markus Wolter sagt:

    Des Christenmenschen Horns Wahlkampfbühne 2018; https://www.youtube.com/watch?v=6e06hLZbHIM – der 6. Mai 2018 wird hoffentlich dereinst nicht zu den »Vision Sundays« gezählt werden müssen.

    Dank für Ihre Recherchen und Ihre unaufgeregten Beiträge, Herr Westermayer

  18. Christian Günther sagt:

    Bevor hier lange im Trüben gefischt wird:
    Ich komme aus Hornbach, kenne die Familie Hoffmann schon lange und kann vielleicht einige Informationen zu hier verhandelten Themen geben.

    Erstens: Der Verein »Feuer und Flamme« ist kein Jugendbund oder so, sondern eine Initiative zur (finanziellen) Förderung der lokalen Jugenarbeit.

    Zweitens: Martin Horns Vater erzählte mir einst, dass er sich zu Beginn seiner pfarramtlichen Tätigkeit nach Formen der Jugenarbeit und des Gemeindeaufbaus umsah, weil ihm die traditionell-landeskirchliche Arbeit zu altbacken vorkam, um heute noch jemanden richtig zu motivieren. Und da fand er bei Willow Creek tatsächlich wichtige Impulse, gerade auch deshalb, weil diese Bewegeung, wie in dem von Ihnen verlinkten Artikel angegeben, im Gegensatz zu den meisten amerikanischen »Megachurches« sehr undogmatisch daherkommt.

    Daraus entwickelte sich ein Profil der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Hornbach, das großen Erfolg hatte und sich mit fünf Punkten umreißen lässt:

    - dezidiert christlich
    - dezidiert freakig (ein Mekka sowohl für Technik-Freaks, Musik-Freaks (christlicher Pop, Rock und Lobpreismusik) als auch für Jesus-Freaks)
    - offen und undogmatisch: Eine »evangelikale Enge« mit spießiger Moral und Glaubenszwängen hat es hier nie gegeben
    - weitgehend von Jugendlichen für Jugendliche: Die (ehrenamtlichen) Jugendlichen und ihr (vom Förderverein bezahlter, jugendlicher) Jugendleiter agierten weitgehend selbstständig. Pfr. Hoffmann verstand sich als Mentor und griff nur im äußersten Notfall (d.h. fast nie) reglementierend ein
    - dezidiert vernetzt: Die Hornbacher Jugendarbeit war nie ein charismatisch-freikichlich angehauchter Fremdkörper in der Region, sondern arbeitet(e) immer eng mit allen kirchlichen Jugendgruppen zusammen.

    Dieser Cocktail übte eine große Anziehungskraft auf die hiesigen Jugendlichen aus und sorgte für einen bemerkenswerten Zulauf auch aus Nachbargemeinden, was zu innerkirchlichen Eifersüchteleien führte. So kam es, dass einige auf der Suche nach dem gefährlich wirksamen, Hornbacher »Hexenkraut« auf »Willow Creek« stießen.
    Ich halte diese Art der Dämonisierung für vollkommen unangebracht.

  19. Birgit Schery sagt:

    Ich kann mich den Worten von Christian Günther nur anschließen.
    Sowohl als Freundnin der Familie als auch als aktives Mitglied der Kirchengemeinde Hornbach finde ich es , gelinde gesagt, unverschämt, mit welchen Mitteln hier gekämpft wird und Martin und seine Familie vorgeführt wird.
    Der Verein Feuer und Flamme wurde gegründet, um die Jugendarbeit in unserer Kirchengemeinde garantieren zu können – aus keinem anderen Grund. Christliche Jugendarbeit ist wichtig in einer Zeit, in der der Werteverfall rapide zunimmt.
    Jesus Inside heißt unser Jugendgottesdienst – der ist ebenfalls keineswegs charismatisch – in diesem Gottesdienst haben Jugendliche die Möglichkeit, ihren Glauben sonauszudrücken, wie sie es verstehen.Was ist daran falsch!
    Martin war einige Jahre bei uns als Jugendleiter und er hat seine Arbeit sehr gut gemacht. Er hat ein großes Herz , ebenso wie seine Frau.
    Unsere Jugendarbeit wird in unserer Region sehr wertgeschätzt. Die Nachbargemeinden suchen oft Rat bei uns, weil sie in ihren Gemeinden eine solche Jugenarbeit wünschen.
    Was ist daran falsch?
    Das hat nichts mit irgendwelchen abgehehobenen Dingen zu tun, sondern ist gelebter Glaube. Dafür steht unsere Arbeit.
    Martins Vater hat da ebenfalls hervorragende Arbeit geleistet.
    Wir sind weder freikirchlich noch charismatisch – wir sind eine Kirchengemeinde, der es darum geht, das weiterzugeben, was wir vom christlichen Glauben verstanden haben.
    Innerhalb der protestantischen Kirche der Pfalz, wohlgemerkt.

  20. Till sagt:

    Danke auch für diese Hinweise.

    Ich schließe jetzt, da ich die nächsten Tage unterwegs bin, die Kommentare für diesen Beitrag – ich denke aber auch, dass eh alle Argumente ausgetauscht sind.

Kommentare sind geschlossen.