Eine Recherche zum religiösen Hintergrund des Martin H.

Vor­be­mer­kung (29.04.2028): Inzwi­schen sind eini­ge der von mir unten auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen zur mög­li­chen Nähe Mar­tin Horns zu cha­ris­ma­ti­schen Inter­na­tio­nal Chris­ti­an Fel­low­ship (ICF) und ähn­li­chen Bewe­gun­gen geklärt. Zum einen hat Herr Horn (per Mail, unten doku­men­tiert) Stel­lung genom­men, auch sein Vater Klaus Hoff­mann hat – in den Kom­men­ta­ren zu die­sem Blog­ein­trag – erläu­tert, wie­so er sich mit Wil­low Creek und ähn­li­chem befasst. Zum ande­ren berich­tet die Badi­sche Zei­tung; dabei wird deut­lich, dass Mar­tin Horn kein Mit­glied einer Frei­kir­che ist, und der Besuch von zwei ICF-Ver­an­stal­tun­gen – samt Seg­nung der pol. Geg­ner – auf Wunsch des Pas­tors Grä­fingholt die­ser Frei­kir­che zustan­de gekom­men ist. Offen ist für mich nach wie vor die Fra­ge, wie sehr ICF etc. Herrn Horn als einen der ihren sehen und für ihn wer­ben bzw. wie weit sie (Bsp. Stadt­pi­ra­ten) auch in sei­nem Unter­stüt­zer­kreis ver­tre­ten sind.

Aus Trans­pa­renz­grün­den doku­men­tie­re ich unten mei­ne ursprüng­li­che Recher­che und die Stel­lung­nah­me von Mar­tin Horn.

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Fünf Cent zur Gretchenfrage

Crows in the sky III

Die u.a. Theo­lo­gin Ant­je Schrupp frag­te unlängst in ihrem Blog danach, wie Athe­is­tIn­nen sich selbst defi­nie­ren, ob sie sich als sol­che bezeich­nen und wo der Athe­is­mus in ihrem All­tag eine Rol­le spielt. Dar­auf gab es ziem­lich vie­le ziem­lich lesens­wer­te Ant­wor­ten; eine Reak­ti­on von Ant­je gibt es auch. 

Ich muss zuge­ben, dass mich ihr Ver­ständ­nis der Ant­wor­ten etwas irri­tiert hat. 

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Kurz: Den katholischen Geist neu rahmen

Reli­gi­on und Poli­tik ver­trägt sich nicht. Dass es in Deutsch­land eine christ­li­che Par­tei gibt, fin­de ich nach wie vor irri­tie­rend. Ent­spre­chend auf­ge­schreckt hat mich die Bericht­erstat­tung über das Papier diver­ser katho­li­scher Poli­ti­ke­rIn­nen mei­ner Par­tei (hier das Papier) – erst recht, nach­dem mit Ger­hard Schick und Agnieszka Brug­ger, Ulri­ke Gote und Bene Lux Leu­te drun­ter ste­hen, die ich aus ande­ren inner­par­tei­li­chen Debat­ten gut ken­ne und schät­ze. Was hat die gerit­ten, dach­te ich mir, plötz­lich – das war die Spit­ze des Debat­ten­eis­bergs – eine Son­der­ab­ga­be für Athe­is­tIn­nen wie mich zu fordern? 

Außer­dem: das hät­te – trotz aller Spit­zen­funk­tio­nä­rIn­nen mit Kir­chen­äm­tern – in unse­rer letz­lich doch recht kir­chen­kri­ti­schen Par­tei nie eine Chan­ce, so ein Papier. So gibt es in den letz­ten Jah­ren sowas wie einen zäh­ne­knir­schen­den Waf­fen­still­stand oder ein mehr oder weni­ger freund­lich hin­ge­nom­me­nes Unent­schie­den zwi­schen Reli­gi­ons­kri­ti­ke­rIn­nen und »Chris­ten bei den Grü­nen«, was Fra­gen der Tren­nung von Kir­che und Staat, des Ethik­un­ter­richts, kirch­li­cher Arbeits­ver­trä­ge usw. angeht. The­men, die inzwi­schen immer­hin wie­der dis­ku­tiert wer­den, ver­glei­che BDK Kiel 2011.

Ein Argu­ment auf der inner­grü­nen lin­ken Debat­ten­lis­te fand ich dann aller­dings doch recht über­zeu­gend. Und zwar liest sich das Papier ganz anders, wenn es nicht als inner­grü­ner Debat­ten­bei­trag ver­stan­den wird, son­dern – und ich den­ke, dass es so gemeint ist – als inner­ka­tho­li­scher Debat­ten­bei­trag zu deren Kir­chen­tag in Mann­heim. Dann sind das nicht mehr Grü­ne, die aus irgend­wel­chen Grün­den selt­sam reli­giö­se Posi­tio­nen ein­neh­men, son­dern Katho­li­kIn­nen, die in ihrer grü­nen Ver­wur­ze­lung ver­su­chen, auch in ihrer Kir­che etwas zu bewe­gen. Nicht mein Ding, aber doch schon um eini­ges ver­ständ­li­cher als die ers­te Inter­pre­ta­ti­on. Oder?

Kurz zur Karfreitagsdebatte

Inspiring spring VIAn eini­gen Stel­len im Netz (z.B. hier) wird – aus aktu­el­lem Anlass – wie­der dar­über dis­ku­tiert, ob das Tanz­ver­bot für die Oster­fei­er­ta­ge noch zeit­ge­mäß ist, und ob die­je­ni­gen, die sich für eine Abschaf­fung ein­set­zen (z.B. hier), das dür­fen oder nicht, ohne gleich den gan­zen Fei­er­tag aufzugeben. 

Als Athe­ist mache ich es mir da viel­leicht zu ein­fach, aber ich neh­me Ostern nicht als christ­li­ches Fest wahr. Son­dern als säku­la­ri­sier­te (staat­li­che) Früh­lings­fei­er­ta­ge. Wie die began­gen wer­den, soll­te jedem und jeder selbst über­las­sen sein. Oder anders gesagt: zur Reli­gi­ons­frei­heit gehört für mich auch, dass die Anhän­ge­rIn­nen der domi­nie­ren­den Reli­gi­on es tole­rie­ren müss­ten, dass ande­re Men­schen an einem christ­li­chen Trau­er­tag (wie dem Kar­frei­tag) fröh­lich sind. Oder noch­mal anders gesagt: was ich an der Debat­te nicht ein­se­hen mag, ist die impli­zi­te Logik, dass die Ange­hö­ri­gen der domi­nan­ten Reli­gi­on in einem Staat ohne Staats­re­li­gi­on über das Han­deln ande­rer bestimmen.