Kurz: Das kann’s ja wohl nicht sein, Flickr! (P.S.: Workaround)

Flickr (gehört zu Yahoo, wie neu­er­dings auch Tumb­lr) hat gera­de eben eine gan­ze Rei­he von Neu­ig­kei­ten ange­kün­digt. Die Ankün­di­gung klingt gran­di­os: mehr Spei­cher, schö­ne­re Dar­stel­lung, eine tol­le Android-App. Letz­te­re habe ich noch nicht aus­pro­biert, aber der Rest ist Frechheit.

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Kurz: Flickr bald ohne Flickr-Gründer (Update)

Frisch aus dem Netz­welt-Ticker von Spiegel-Online:

Das Dau­er­thea­ter um freund­li­che oder unfreund­li­che Über­nah­men rüt­telt Such­ma­schi­nen­be­trei­ber Yahoo schon seit eini­ger Zeit durch, auch die höhe­ren Manage­ment­eta­gen blei­ben davon nicht unbe­rührt. Das Unter­neh­men ver­zeich­ne­te jetzt zwei Per­so­nal­ab­gän­ge, die ein bezeich­nen­des Licht auf die inter­ne Stim­mung wer­fen: Die Grün­der des Bil­der­diens­tes flickr, die ihre Fir­ma vor drei Jah­ren an Yahoo ver­kauf­ten und dort als lei­ten­de Ange­stell­te wei­ter­mach­ten, haben kei­ne Lust mehr. Ste­wart But­ter­field ver­ab­schie­de­te sich bereits am ver­gan­ge­nen Frei­tag, Ehe­frau Cate­ri­na Fake wird am 12. Juli fol­gen. Der Mas­sen­exo­dus von lei­ten­den Ange­stell­ten bei Yahoo nimmt kein Ende, kom­men­tiert Micha­el Arring­ton bei »Tech­Crunch«.

Ich las­se das mal unkom­men­tiert so stehen.

Update: (20.6.2008) Auch der Grün­der von del.icio.us ver­lässt Yahoo, eben­so wie eini­ge ande­re aus der Füh­rungs­rie­ge von Yahoo. Mal sehen, wie das weitergeht.

Kurzeintrag: Flickr > Yahoo > Microsoft – Google (Update)

Eigent­lich habe ich das Gefühl, mich zum hei­ßen The­ma »Micro­soft will Yahoo über­neh­men« äußern zu müs­sen. Dazu kom­me ich gera­de aber nicht. Des­we­gen ver­wei­se ich auf die Pres­se­mit­tei­lung, die Griet­je Bet­tin MdB dazu her­aus­ge­ge­ben hat – als einer von vie­len inter­es­san­ten Ein­schät­zun­gen der poten­zi­el­len Über­nah­me. Dort heißt es aus einer vor allem am Ver­brau­cher­schutz ori­en­tier­ten Sicht u.a.:

Schein­hei­lig sind daher auch Äuße­run­gen aus Goo­g­les Füh­rungs­ebe­ne, die mit dem Zusam­men­gang von Micro­soft und Yahoo den Ver­lust von Offen­heit und Inno­va­ti­on im WWW in Gefahr sehen. Hier spricht immer­hin ein Mono­po­list, der im Bereich Such­ma­schi­nen welt­weit auf einen Markt­an­teil von über 60 Pro­zent kommt, in Deutsch­land sogar über 80 Prozent.

Update: Lesens­wert erscheint mir auch fol­gen­de Hei­se-Mel­dung, in der um die Affi­ni­tät von Yahoo-Mana­gern und Teil­fir­men (u.a. Flickr) zu offe­ner Soft­ware geht – ganz im Gegen­satz zu Micro­softs tech­ni­schem Port­fo­lio. Eine Über­nah­me wäre inso­fern auch ein gewal­ti­ger Zusam­men­stoß von Kulturen.

Heirat und Geschlechterrollen (Update 3)

Der Spie­gel hat wohl ein Son­der­heft zum The­ma Fami­lie her­aus­ge­bracht. Online fin­det sich da inzwi­schen ein (wie meist) recht lesens­wer­ter Auf­satz von Rein­hard Mohr über den Wan­del des Fami­li­en­be­griffs seit ’68 samt Aus­blick auf die müh­sa­me Frei­heit der Patch­work-Fami­lie. Außer­dem haben die eine gan­ze Rei­he von sta­tis­ti­schen Infor­ma­tio­nen zum The­men­feld Fami­lie, Kin­der, Hei­rat zusam­men­ge­stellt (dass die »nicht­ehe­li­chen Kin­der« in der Anmo­de­ra­ti­on des Arti­kels zu »unehe­li­chen Kin­dern« mutie­ren, und dass bei­des eigent­lich blö­de Begrif­fe sind, sei mal dahin­ge­stellt). Unter den Gra­fi­ken ist mir eine beson­ders aufgefallen:

spiegel-grafik.png

Fami­lie und Beruf (Quel­le: Spie­gel online)

Und zwar nicht wegen des Tipp­feh­lers im Dia­gramm, son­dern weil die – stei­gen­de, aber noch immer rela­tiv klei­ne – Grup­pe nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten zumin­dest die­sem Dia­gramm nach Berufs­tä­tig­kei­ten ega­li­tä­rer ver­teilt. Es wäre inter­es­sant, dem nach­zu­ge­hen. Auf den ers­ten Blick wirkt es jeden­falls so, als wür­de das Dia­gramm die The­se stüt­zen, dass das Ehe­gat­ten­split­ting unglei­che Erwerbs­be­tei­li­gun­gen von Män­nern und Frau­en ver­stärkt. All­zu­viel soll­te aller­dings in das Schau­bild auch nicht rein­in­ter­pre­tiert wer­den – es kann durch­aus sein, dass es neben insti­tu­tio­nel­len Fak­to­ren wie dem Ehe­gat­ten­split­ting auch sozia­le und kul­tu­rel­le Fak­to­ren gibt, die sowohl die Ent­schei­dung zu einer Hei­rat als auch die Ent­schei­dung zu nicht-ega­li­tä­ren Arbeits­ver­tei­lun­gen beein­flus­sen (sprich: wer sich gegen eine Hei­rat ent­schei­det, ist mög­li­cher­wei­se ›eh‹ weni­ger stark an tra­di­tio­nel­len Geschlech­ter­rol­len ori­en­tiert und wür­de auch bei einer Hei­rat zu einer ega­li­tä­re­ren Ver­tei­lung von Tätig­kei­ten nei­gen; oder: wer aus finan­zi­el­len Grün­den nicht hei­ra­tet, ist mög­li­cher­wei­se ›eh‹ mate­ri­ell drauf ange­wie­sen, das bei­de in Voll­zeit arbei­ten usw.). 

Aller­dings ist das Spie­gel-Dia­gramm, so wie hier abge­bil­det, letzt­lich nicht nur wegen die­sen Unsi­cher­hei­ten über Kau­sa­li­tä­ten rela­tiv nutz­los: abge­bil­det sind näm­lich nur die­je­ni­gen Paa­re, bei denen bei­de über­haupt berufs­tä­tig sind. Was fehlt – und eigent­lich span­nend wäre – ist die Fra­ge, wie sich das klas­si­sche deut­sche Modell der Arbeits­ver­tei­lung sowohl inner­halb der bei­den Grup­pen aus­wirkt als auch hier wie­der­um der Ver­gleich zwi­schen den Grup­pen. Dazu müss­te es eigent­lich auch Mikro­zen­sus-Daten geben (im Daten­re­port 2006 war beim kur­zen Durch­blät­tern aller­dings nichts dazu zu finden). 

War­um blog­ge ich das? Zum einen, weil mich das The­ma poli­tisch und beruf­lich inter­es­siert, zum ande­ren, weil die nähe­re Beschäf­ti­gung mit dem Schau­bild zeigt, dass es weit weni­ger her­gibt, als mög­lich wäre … rela­tiv typisch für Info­gra­fi­ken in Massenmedien.

Update: Zufäl­lig bin ich bei der Suche nach ganz ande­ren Din­gen auf eine aktu­el­le Son­der­aus­wer­tung des Mikro­zen­sus zum The­ma Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf gesto­ßen – da (Schau­bild 11 ist iden­tisch mit oben, Schau­bild 10 ergänzt das …) ste­hen die oben feh­len­de Din­ge drin­ne (und bestä­ti­gen die genann­te Tendenz).

Update 2: Hier noch­mal der Hin­weis auf die der­zeit durch Medi­en und Blogs geis­tern­de Stu­die von Davis, Green­stein und Marks zur Haus­ar­beits­ver­tei­lung zwi­schen ver­hei­ra­te­ten und unver­hei­ra­te­ten Paa­ren: Pres­se­mit­tei­lung, Pre­print, Dis­kus­si­on: Boing­Bo­ing, Dis­kus­si­on: Zeit­raf­fe­rin (mein letz­ter, etwas lang gera­te­ner Kom­men­tar), SpOn.

Update 3: (20.10.2007) Via Red­dit bin ich auf zwei Mel­dun­gen gesto­ßen, die das The­ma die­ses Blog-Ein­trags ganz gut ergän­zen. Das eine ist ein Ver­gleich der recht­li­chen Bedin­gun­gen, unter denen hete­ro- bzw. homo­se­xu­el­le Paa­re in den USA und in Kana­da zusam­men­le­ben. Nicht-ver­hei­ra­te­te hete­ro­se­xu­el­le Paa­re in Kana­da wer­den nach einem Jahr als auto­ma­tisch als »com­mon law rela­ti­ons­hip« aner­kannt; in den USA gibt es eini­ge Staa­ten, in denen die­se Form des Zusam­men­le­bens ille­gal ist. Ins­ge­samt gibt es in dem Arti­kel ein paar gute Fra­gen zum The­ma, wie staat­li­che Regu­la­tio­nen und part­ner­schaft­li­che Bezie­hun­gen zusammenhängen.

Das zwei­te ist noch­mal ein ganz ande­rer Blick­win­kel auf das The­ma: Femi­nists have more fun – und zwar betrifft dies sowohl femi­nis­tisch ein­ge­stell­te Frau­en wie auch Män­ner, die mit sol­chen zusam­men­le­ben (und umgekehrt) …

Kleine Neuigkeiten zu Flickr

Viel Neu­es gibt es nicht – vor allem kei­ne neu­en offi­zi­el­len State­ments –, aber doch drei Din­ge, auf die ich hin­wei­sen will.

1. Ein Blog­ger in Hong­kong hat der­zeit erheb­li­che Pro­ble­me, die mit dem Fil­ter­sys­tem und der Tat­sa­che, dass die­ses ein nicht wirk­lich gut funk­tio­nie­ren­der Ver­such ist, recht­li­che Bestim­mun­gen ein­zu­hal­ten, zusam­men­hän­gen (Boing­Bo­ing).

2. Auf mei­nen Pro­test­brief habe ich inzwi­schen ein Ant­wort­schrei­ben aus dem Yahoo-Cus­to­mer-Cen­ter Euro­pa, Irland, erhal­ten. Das Schrei­ben ist recht höf­lich gehal­ten und weist – wie auch die letz­ten offi­zi­el­len Stel­lung­nah­men – dar­auf hin, dass ver­sucht wird, eine bes­se­re Lösung zu finden. 

3. Eini­ge Flickr-Nut­zer haben gefor­dert, ihr für einen Pro-Account gezahl­tes Geld zurück zu bekom­men. Dies scheint zu funk­tio­nie­ren, d.h. wer von Flickr weg­ge­hen will, und dort noch län­ger einen Pro-Account hat, kann dar­um bit­ten, zurück­ge­stuft zu wer­den und sich die­sen erstat­ten zu las­sen. (Aller­dings scheint es auch eini­ge erwischt zu haben, die eigent­lich nur wis­sen woll­ten, ob eine Rück­erstat­tung mög­lich ist – beim Wün­schen vor­sich­tig sein …).

War­um blog­ge ich das? Update zu »Flickr sperrt Deut­sche aus«.