Grüner Zukunftskongress

Heu­te abend beginnt in Ber­lin der Zukunfts­kon­gress von Bünd­nis 90/Die Grü­nen. Das gan­ze scheint der unten zitier­ten Mit­tei­lung nach ziem­lich gigan­ti­sche Aus­ma­ße anzu­neh­men (über 2000 Anmel­dun­gen – Par­tei­ta­ge sind klei­ner). Ich selbst wer­de aller­dings erst mor­gen früh zum Kon­gress hin­zu­kom­men (und damit Zyg­munt Bau­man und Van­da­na Shi­va ver­pas­sen). Ver­pas­sen wer­de ich auch die Grund­si­che­rungs­de­bat­te (in den letz­ten Tagen gab es noch eini­ge Papie­re pro und con­tra Grund­si­che­rung, sicher auch als Vor­lauf zu die­ser Groß­de­bat­te). War­um? Weil par­al­lel dazu ein von mir mit­or­ga­ni­sier­ter Work­shop zum The­ma Wis­sens­pro­duk­ti­on in der Wis­sens­ge­sell­schaft statt­fin­det (mehr dazu hier), den ich als Bericht­erstat­ter beglei­ten wer­de. Bei­de Work­shops fin­den – eben­so wie unge­fähr drei­ßig wei­te­re am Nach­mit­tag statt; vor­mit­tags gibt es eben­falls etwa drei­ßig Work­shops zu den The­men­fel­der Öko­lo­gie – Globalisierung/Europa – Kin­der und Bil­dung. Da bin ich noch nicht ent­schie­den, ob ich in den Work­shop zum The­ma Hoch­schul­ka­pa­zi­tä­ten und Stu­die­ren­den­berg gehe oder lie­ber – getreu der heu­te von der taz aus­ge­ge­be­nen Paro­le – was zu Öko­lo­gie anschaue. Span­nennd wird das gan­ze sicher­lich. Live-Berich­te gibt es sowohl auf gruene.de als auch in dem einen oder ande­ren Blog; von mir aller­dings eher nicht.

> Info zum Kon­gress auf der neu design­ten Web­site von Bünd­nis 90/Die Grünen
> Kon­gress­pro­gramm

FlickR kann jetzt Maps!

Nach­dem vor eini­gen Wochen schon mal für kur­ze Zeit ein ent­spre­chen­der Menü­ein­trag auf­flim­mer­te, kann FlickR jetzt tat­säch­lich mit Geo­Tags umge­hen und bie­tet im Orga­nizR auch eine (lei­der weni­ger hoch­auf­lö­sen­de als bei der Kon­kur­renz) Landkarte/Satellitenkarte an, auf der Fotos ver­scho­ben und ange­zeigt wer­den können.

Gottheiten für das 21. Jahrhundert

Die Rie­sen­ma­schi­ne hat einen Altar frei­ge­schal­tet, der digi­tal und hoch­ef­fi­zi­ent Für­bit­ten und Gebe­te an die ange­sag­tes­ten Gott­hei­ten des 21. Jahr­hun­derts ent­ge­gen­nimmt – vom „Pan­the­on: Soft­ware-Debug­ging“ bis zum „Gott für weg­ge­wor­fe­ne Sachen“.

Acht statt zwölf

Wis­sen­schaft ist Defi­ni­ti­ons­sa­che. Und man­che wis­sen­schaft­li­che Defi­ni­ti­on hat auch einen erheb­li­chen Ein­fluss dar­auf, wie wir alle unse­re Wirk­lich­keit wahr­neh­men. Z.B. weiss doch jedes Kind, dass es neun Pla­ne­ten gibt. In den letz­ten Tagen wur­de inner­halb der inter­na­tio­na­len Astro­no­men­ver­ei­ni­gung dar­über dis­ku­tiert, eine Defi­ni­ti­on über den Pla­ne­ten­sta­tus fest­zu­le­gen, nach der meh­re­re in letz­ter Zeit ent­deck­te Objek­te eben­so wie der Aste­ro­id Ceres Pla­ne­ten­sta­tus erhal­ten hät­ten. Das wären dann zwölf bis ?? Pla­ne­ten gewe­sen. Doch – so berich­tet jeden­falls Spie­gel online – die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung fiel anders aus: Plu­to ist ab sofort kein Pla­net mehr: zu klein und zu exentrisch.

Update: in der CNN-Mel­dung zu dem gan­zen gibt es einen schö­nen Satz zum Ver­hält­nis von Defi­ni­ti­on und Rea­li­tät. Da steht nämlich:

It was unclear how Pluto’s demo­ti­on might affect the mis­si­on of NASA’s New Hori­zons space­craft, which ear­lier this year began a 91/2‑year jour­ney to the oddball object to unearth more of its secrets.

Wenn ich das rich­tig inter­pre­tie­re, dann mag die NASA mög­li­cher­wei­se ungern Din­ge anflie­gen, die kei­ne Pla­ne­ten mehr sind? Oder wie sonst ist „affect the mis­si­on“ zu ver­ste­hen? Hat sich Plu­tos Anzie­hungs­kraft, Ent­fer­nung usw. mit der Ent­schei­dung geän­dert, so dass die NASA-Son­de jetzt – nach­dem Plu­to kein ech­ter Pla­net, son­dern nur noch ein „dwarf pla­net“ ist – dran vor­bei­flie­gen wird?

> Mel­dung bei Spie­gel online über die IAU-Ent­schei­dung, Plu­to den Pla­ne­ten­sta­tus abzuerkennen
> Tele­po­lis von ges­tern: zwölf Planeten
> CNN-Mel­dung

Besetzt bei der T‑Com

Heu­te woll­te ich – der Grund tut nichts zur Sache – zu einem Punkt auf mei­ner Tele­fon­rech­nung etwas bei der T‑Com nach­fra­gen. Net­ter­wei­se steht ja schon auf der Rech­nung mehr­fach die rich­ti­ge Num­mer für Nach­fra­gen, näm­lich „free­call 0800 33 01020“. Ist auch die ein­zi­ge dort abge­druck­te Tele­fon­num­mer der T‑Com sel­ber. Also, Num­mer gewählt, ein schril­les Klin­geln und ein freund­li­cher Sprach­com­pu­ter. Es dau­ert sei­ne Zeit, bis wir uns drauf geei­nigt haben, wie so Wor­te wie „Tele­fon­rech­nung“, „Rech­nung“ und „ja“ aus­zu­spre­chen sind, aber irgend­wann klappt es doch (war­um bit­tet die T‑Com nicht zumin­dest alter­na­tiv die Ein­ga­be von Zah­len auf der Tele­fon­tas­ta­tur an?). Der freund­li­che Sprach­com­pu­ter sagt „ich ver­bin­de“, noch­mal schril­les Klin­geln, ein kur­zer Hin­weis dar­auf, dass ich doch bit­te nach dem Gespräch dran­blei­ben soll, um die erhal­te­ne Bera­tung zu bewer­ten, und dann: Besetzt­zei­chen bzw. Abbruch der Ver­bin­dung. Plötz­li­ches Ende der High-tech-Ausbaustrecke.

Nun gut, kann ja mal pas­sie­ren. Also: Wahl­wie­der­ho­lung, wie­der­um unge­fähr ein­ein­halb Minu­ten Spaß mit dem Sprach­com­pu­ter, Besetzzeichen.

Nach dem drit­ten, iden­tisch ver­lau­fen­den Mal (eigent­lich das vier­te, aber das der Sprach­com­pu­ter zwi­schen­drin mein­te, ich hät­te „Han­dy“ gesagt, zäh­le ich jetzt nicht mit) hat­te ich dann kei­ne Lust mehr und habe eine Mail geschrie­ben, statt das Pro­blem schnell am Tele­fon klä­ren zu können.

Etwas irri­tiert mich das gan­ze schon: bei einem der­ar­tig hoch­ge­sto­che­nen und läs­ti­gen Inter­face erwar­te ich schon, dass nach dem „ich ver­bin­de“ ein „tut mir leid, alle Plät­ze sind besetzt, bit­te war­ten sie“ kommt, und nicht ein­fach ein Tüt-tüt-tüt. Und dass es irgend­ei­ne Abkür­zung gibt, so dass, wenn schon jedes­mal neu ange­wählt wer­den muss, dann doch bit­te nicht jedes­mal wie­der eine Minu­te Sprech­übung statt­fin­det. Auch ein hyper­freund­li­cher Stimm­ge­ne­ra­tor kann eine Ser­vice­wüs­te sein.