Kontrovers: Sind Grüne wissenschaftsfeindlich? (Update: Facebook-Gruppe)

Egal, ob Homöo­pa­thie, Mobil­funk oder aktu­ell die von Peter Hett­lichs taz-Bei­trag los­ge­tre­te­ne Debat­te um die bemann­te Raum­fahrt – bei sci­en­ce­b­logs bekom­me ich immer wie­der, gera­de von Natur­wis­sen­schaft­le­rIn­nen, zu hören, dass Bünd­nis 90/​Die Grü­nen ja eigent­lich schon inter­es­sant wären, wäre da nicht die »laten­te Wis­sen­schafts­feind­lich­keit« und »Irra­tio­na­li­tät«.

Das lie­ße sich jetzt igno­rie­ren, aber gera­de in mei­ner Rol­le als Spre­cher der BAG WHT* ist es mir wich­tig, dem nicht aus­zu­wei­chen. Ich glau­be, es tut uns Grü­nen auch gut, in die­ser Fra­ge offen und ehr­lich zu sein.

Des­we­gen möch­te ich ein­fach mal hier die­se pro­vo­kan­te Fra­ge stel­len – ins­be­son­de­re auch an Mit-Grü­ne: Ist das so? Sind wir eine wis­sen­schafts­feind­li­che Par­tei? Oder ist es manch­mal ein­fach nur schwer ver­mit­tel­bar, wie Ratio­na­li­tät und »Alter­na­tiv­me­di­zin«, For­schungs­för­de­rung und Kri­tik an ein­zel­nen Groß­for­schungs­pro­jek­ten in einer Par­tei zusam­men­ge­hen? Wo sind Grü­ne for­schungs­po­li­tisch rich­tig gut auf­ge­stellt? Wo lie­gen die Schwä­chen ande­rer Par­tei­en? Und wie könn­te es bes­ser werden?

P.S.: Hier die For­schungs-Sei­te der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on, und hier das Wahl­pro­gramm (ab S. 109 geht’s um Forschung).

Update: Wie unten schon in einem der Kom­men­ta­re geschrie­ben, habe ich als Nukle­us für eine wie auch immer orga­ni­sier­te Ver­net­zung grü­ner Wis­sen­schaft­le­rIn­nen (und Debat­ten über Wahr­heit, Modus 2 und Wis­sen­schaft ;-)) jetzt ein­fach mal eine offe­ne Face­book-Grup­pe »Grü­ne in Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen« auf­ge­macht. Bin gespannt, ob was dar­aus wird – wer mit­ma­chen möch­te, ist herz­lich dazu ein­ge­la­den, sich dort als Mit­glied ein­zu­tra­gen und zu Wort zu melden.

* Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Wis­sen­schaft, Hoch­schu­le, Tech­no­lo­gie­po­li­tik von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen.

59 Antworten auf „Kontrovers: Sind Grüne wissenschaftsfeindlich? (Update: Facebook-Gruppe)“

  1. So viel Lob in einem Kom­men­tar­thread! Passt auf sonst platz ich noch vor Stolz ;)

    @Patrick: Wir sind nicht dog­ma­ti­scher Wei­se gegen Atom­kraft son­dern aus sehr guten Grün­den, nicht zuletzt das Pro­blem mit der Atom­müll­end­la­ge­rung. Natür­lich ist es eine sehr eta­blier­te Posi­ti­on und jemand der sie nicht ver­tritt hät­te es sicher schwer poli­tisch Kar­rie­re zu machen bei Grün. Ande­rer­seits wird die Dis­kus­si­on mit Atom­kraft­be­führ­wor­tern auch immer wie­der auf­ge­macht, z.B. am letz­ten Bun­des­kon­gress der Grü­nen Jugend in Stutt­gart. Jede poli­ti­sche Genera­ti­on bringt zu den Grü­nen neue Kon­tex­te und Ansich­ten mit, des­we­gen wer­den die ver­schie­de­nen Aspek­te und Posi­tio­nen auch immer wie­der neu ver­han­delt. Bei Gen­ma­ni­pu­la­ti­on wür­de ich behaup­ten gibt es viel mehr Wis­sen und dif­fe­ren­zier­te Ansich­ten als in der all­ge­mei­nen Bevöl­ke­rung. Klar es gibt immer Dog­ma­ti­ke­rIn­nen, dar­aus lässt sich aber nicht auf alle Grü­nen schlie­ßen und sicher nicht auf alle MandatsträgerInnen.

    Für mich ist Atom­kraft kei­ne Zukunfts­tech­no­lo­gie und die Neben­wir­kun­gen der Natur­ver­bun­den­heit, also Wun­der­heil­glau­be etc., neh­me ich ger­ne in kauf um für mei­ne Vor­stel­lun­gen von sozia­ler und öko­lo­gi­scher Gerech­tig­keit zu kämp­fen, nicht zu letzt für Gleich­be­rech­ti­gung zwi­schen Män­nern und Frauen.

  2. Nur mal neben­bei, ich wür­de Atom­kraft und Grü­ne Gen­tech­nik hier nicht in einen Topf wer­fen wol­len, schon gar nicht was die Moti­va­ti­on hin­ter den jewei­li­gen Posi­tio­nen angeht.

    Man darf beim The­ma Atom­kraft nicht ver­ges­sen, dass die Grü­nen ein­fach im Wesent­li­chen von Anfang an Recht hat­ten. Und es ist ja nicht so, dass die Atom­lob­by jemals kon­struk­tiv reagiert oder gar Miss­stän­de abge­ställt hät­te. In die­sem Kon­text fin­de ich die Schnau­ze-voll-Null­lö­sung, die von den Grü­nen pro­pa­giert wird, sehr nach­voll­zieh­bar, unab­hän­gig davon ob man nun mit allen Con­tra-Argu­men­ten ein­ver­stan­den ist.

  3. @Patrick,
    du schreibst, dass die Grü­nen sich nicht von Erkennt­nis­sen umstim­men las­sen. Lei­der sind wir da genau an dem Punkt, wo Wis­sen­schaft und Poli­tik auf­ein­an­der­pral­len. In der Poli­tik gibt es dann aber oft kein »Rich­tig« und kein »Falsch« son­dern nur eine Abwä­gung zwi­schen ver­schie­de­nen Prioritäten.

    Natür­lich haben Gen­Food und Atom­kraft auch Vor­tei­le, die man mit wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en bewei­sen kann, aber sie haben auch Nach­tei­le. Und da kommt jetzt die Auf­ga­be der Poli­ti­ker zu sagen, wie stark man wel­che Vor- und Nach­tei­le gewich­tet. Wir Grü­nen sind da sehr »kon­ser­va­tiv« und sagen, alles was uns »viel­leicht« zer­stö­ren kann, ist uns zu viel Risi­ko. Und wenn dann die Ver­ur­sa­cher noch nicht mal bereit sind, für die Schä­den finan­zi­ell gera­de­zu­ste­hen (s. z.B. Haft­pflicht für AKWs), dann sehen wir uns in der Sor­ge bestä­tigt, dass da viel­leicht (oder sogar wahr­schein­lich) irgend­wann rie­si­ge Kos­ten auf uns zukommen.

    Aber da bit­te ich auch wie­der, ganz klar zwi­schen (unaus­ge­reif­ter) Tech­no­lo­gie und Wis­sen­schaft zu unter­schei­den. Ein AKW ist KEINE Wis­sen­schaft, son­dern es ist eine Tech­no­lo­gie, die feh­ler­an­fäl­lig ist (Beweis: sie­he Lis­te der Stör­fäl­le, z.B. Wiki­pe­dia (ich weiß, das ist kei­ne wis­sen­schaft­li­che Quel­le, aber ich hab spon­tan kei­ne ande­re)) und bei einem GAU ganz viel Scha­den anrichtet.
    Gen­tech­nik ähn­lich, Mon-810 aus­zu­sä­en ist Anwen­dung einer Tech­no­lo­gie (die frag­lich ist). Wis­sen­schaft wäre, wenn man im Labor tes­tet, wie sich das über Jah­re ver­hält. Natür­lich ist die Aus­saat auch wis­sen­schaft­lich. Nur kann da als Ergeb­nis her­aus­kom­men, dass ganz viel kaputt geht.

    Natür­lich hat Tim da recht, dass auch nicht alle Wis­sen­schaft gut ist … wenn ethi­sche Gren­zen über­schrit­ten wer­den, dann ist auch Wis­sen­schaft nicht mehr zulässig.

  4. Ich sehe das genau anders her­um. Die tech­no­lo­gi­schen Fort­schrit­te der Atom­kraft, die moder­nen Kraft­wer­ke, die sehr effi­zi­ent arbei­ten – der meis­te Atom­müll ist bereits pro­du­ziert und wird nicht erst noch von den neu­en Anla­gen pro­du­ziert – fin­den wenig Beach­tung, statt­des­sen soll sofort Atom­aus­stieg betrie­ben wer­den, ohne wirk­li­che Alter­na­ti­ven zu haben. Wind­ener­gie reißt es ein­fach nicht, und bis Solar­zel­len soweit sind (was ich spä­tes­tens in 20 Jah­ren erwar­te, aber sol­che län­ge­ren Vor­her­sa­gen sind ja immer schwie­rig) hal­te ich AKWs eben für die bes­se­re und auch umwelt­scho­nen­de­re Alter­na­ti­ve. Die Stör­fäl­le bei Wiki­pe­dia sind ja schön und gut, aber die Gefahr bei einem sol­chen ist i.d.R. mit Strom­aus­fall getan.

    Was Gen-Nah­rung angeht, sehe ich eben­falls kei­ne Tech­no­lo­gie­kri­tik, son­dern Fir­men­kri­tik. Die Geg­ner­schaft beruft sich ent­we­der auf (m.E. nicht wis­sen­schaft­lich gestütz­te) Angst für Gen-Nah­rung oder auf die Geschäfts­prak­ti­ken von vor allem Mon­s­an­to. Dabei haben gen­ma­ni­pu­lier­te Nah­rungs­mit­tel bereits sehr viel gegen Hun­ger­lei­den in der Welt getan und sind zudem nur die Ver­fei­ne­rung des­sen, was Men­schen durch Kul­ti­va­ti­on schon ewig tun.

    Lei­der sind die­se bei­den Punk­te eben sol­che, die auf Wahl­pla­ka­ten groß pro­pa­giert wer­den. Wer damit auf Stim­men­fang geht, der ver­liert eben auch welche.

  5. Hey Patrick, du siehst das nicht anders­rum, du betonst nur ande­re Aspekte.

    Neh­men wir ein­fach ein paar Beispiele:
    Atom­müll: Wir sehen bei­de, dass Atom­müll eine Gefahr ist, du betonst, dass bereits viel da ist und neue Anla­gen im Ver­gleich weni­ger pro­du­zie­ren, ich beto­ne, dass jedes Gramm zusätz­lich eine Gefahr ist. Wir bei­de haben recht, wir sehen nur den Schwer­punkt wo anders.
    Was du mit »Wind­ener­gie reißt es ein­fach nicht« meinst kann ich jetzt gera­de nicht beur­tei­len, immer­hin sind es 6,3%.
    Ob Wind­ener­gie das opti­ma­le ist, da kann man sich drü­ber strei­ten, aber das zeigt, dass die Grü­nen eher für Inno­va­tio­nen und For­schung ste­hen, als die ande­ren Par­tei­en, die am Sta­tus Quo fest­hal­ten wollen.

    Ähn­li­ches gilt hier:
    »Bis Solar­zel­len soweit sind« … was ist soweit? Bil­lig? Das sind sie »bald«.
    Aber auch hier sehe ich bei den Grü­nen die meis­ten, die sagen, wir müs­sen in »moder­nen« Berei­chen for­schen und die Wis­sen­schaft unter­stüt­zen. Das ist unse­re Zukunft. Ich habe bei dir raus­ge­hört, dass du das im Grun­de ähn­lich siehst. Du schätzt auf 20 Jah­re, ich hof­fe (und hab ja auch Indi­zi­en genannt) dass es schnel­ler geht. Aber einig sind wir uns, dass wir hier die Wis­sen­schaft unter­stüt­zen wol­len, dass die Solar­zel­len (und ande­re erneu­er­ba­re Ener­gien) uns »dem­nächst« sau­be­ren Strom liefern.

    Die »Gefahr« bei Aus­fäl­len hat sich bis­her offi­zi­ell in Deutsch­land auf Strom­aus­fäl­le beschränkt, aber z.B. die­ser Teil von Wiki­pe­dia zeigt, dass da viel­leicht die Wis­sen­schaft gera­de bei Atom­kraft­wer­ken eher abge­hal­ten wird.

    Die Gen-Tech­nik-Kri­tik ist schon auch Tech­no­lo­gie-Kri­tik. Es gibt bei der Gen­tech­nik Metho­den, wo sehr viel dem Zufall über­las­sen wird. Soweit ich weiss, sind die Funk­tio­nen der Gene noch lan­ge nicht voll­stän­dig erforscht. Also kann eine Ände­rung in den Genen auch ganz unge­woll­te Ände­run­gen nach sich zie­hen. Viel­leicht nicht direkt, viel­leicht erst nach einer Aus­kreu­zung, aber wer garan­tiert mir, dass nicht dem­nächst ein Super­re­sis­ten­ter gif­ti­ger Mais sich aus­sät, weil hat eine wil­de Mais­sor­te und der Gen­ver­än­der­te Mais sich gekreuzt haben. Klar, das könn­te auch bei kon­ven­tio­nel­ler Kreu­zung pas­sie­ren, aber da sind kei­ne Gen­se­quen­zen drin, die gar nichts mit dem Mais zu tun haben, im Gen-Mais schon. Oder ein ganz ein­fa­ches Bei­spiel: Durch Gen­pflan­zen kom­men auch ganz ande­re Gefahren

    Zu dem Hun­ger-Aspekt, hast du dazu Quel­len? Ich habe schon öfter gehört, dass der Hun­ger qua­si gar nicht bekämpft wer­den würde.

    Zu der Ver­fei­ne­rung: Natür­lich wur­de schon immer gekreuzt, aber dabei hat­te man im Grun­de gewis­se Gren­zen (die Eigen­schaf­ten der Eltern­pflan­zen) über die es nie weit hin­aus­ging. Durch die Gen­tech­nik gibt es die­se Gren­zen qua­si nicht mehr und das schlim­me ist, man weiss nicht genau, in wel­che Rich­tung es sich bewegt.

    Und aus die­sen Grün­den, pla­ka­tie­ren wir es. Wir haben Angst. Eine Angst vor Risi­ken, die hof­fent­lich nie ein­tre­ten. Aber wenn sie ein­tre­ten, dann ist der gan­ze Nut­zen der dadurch ent­stand bei wei­tem gerin­ger als der Scha­den. Und um hier mal wie­der den Bogen zu »Wis­sen­schaft« zu schla­gen: Vie­le Grü­nen for­dern z.B. die Haft­pflicht­ver­si­che­rung für AKWs in vol­ler Höhe eines mög­li­chen Scha­dens. Um die Kos­ten für so eine Ver­si­che­rungs­po­li­ce aus­zu­rech­nen, müss­te man sich auf wis­sen­schaft­li­che Grund­la­gen bege­ben und die Gefahr aus­rech­nen. Wenn eine Ver­si­che­rung sagen wür­de, nach wis­sen­schaft­li­chem Stand der Din­ge ist die erwar­te­te Gefahr pro Kilo­watt­stun­de mit 2 Cent anzu­sie­deln, dann wäre es ja kein Pro­blem, AKWs voll Haft­pflicht zu ver­si­chern. Und in Ver­si­che­run­gen sit­zen bestimmt nicht nur grü­ne Ideo­lo­gen, son­dern die holen sich schon die Wis­sen­schaft­ler und Exper­ten, die Ahnung haben. Allein die­ses Indiz, dass AKWs sich mit allen Mit­teln dage­gen weh­ren, lässt mich zwei­feln, dass die AKWs sicher sind.

    Und dies ist ganz ähn­lich mit einer Grü­nen For­de­rung an die Wis­sen­schaft. Die Vor- und Nach­tei­le müs­sen unab­hän­gig und sach­lich bewer­tet wer­den. Es muss geforscht wer­den und gleich­zei­tig auf einer Meta­ebe­ne geforscht wer­den, was die eigent­li­che For­schung für Aus­wir­kun­gen hat. Für die­se »Meta­for­schung« sehe ich halt 2 Wege: Jemand »pri­va­tes« muss ein Inter­es­se haben, das mög­lichst sach­lich zu bewer­ten (z.B. Ver­si­che­run­gen), oder das Inter­es­se des Staats ist so hoch, dass er sel­ber die­se For­schung zahlt.

  6. Hal­lo Christian,
    nicht schlecht argu­men­tiert. Unse­re Bier­do­sen – und Instant-Neu­gier-Gesell­schaft will aber ein­fa­che lösungen.
    Atom­kraft hat noch kei­nen Mei­ler in Deutsch­land explo­die­ren las­sen – also ist sie doch gut. ( Muss
    eigent­lich jeder ein­se­hen – vor allem wenn er/​sie sich eh´nicht mit Poli­tik befas­sen will, weil nicht cool und im Übri­gen fremd ist).
    Das mit der Gen­tech­nik: Mein Bru­der kann kaum noch was mit Scho­ko­la­de essen, weil er nicht weiss, was drin ist und ob man nicht die ihm scha­den­den Nuss­ge­ne wo ›mit­verpüack­te´.…
    Und das mit Hun­ger: Schon vor 35 Jah­ren war man sich einig ( d´accord ! ) , dass es ein Ver­tei­lungs­pro­blem sei. In den letz­ten Jah­ren durch Bil­lig­pro­duk­te der west­li­chen Welt , ein­ge­führt in die ›armen Län­der´ , unter­lau­fen: Die Bau­ern dort pro­du­zie­ren nun mal oft teu­rer. Also erwirt­schaf­ten sie kein geld. Kein geld im ers­ten jahr, kei­ne Ern­te im zwei­ten. Also im Drit­ten der ´Bitt­gang´ zu Mon­s­an­to & Co…
    Leider.
    Und wir jubeln wei­ter denen unse­re Expor­te zu…

  7. Auch hier sehe ich anstel­le ratio­na­ler Argu­men­te gegen z.B. Kern­ener­gie­nut­zung (oder kin­disch »Atom­strom«), Gen­tech­nik usw. nur Ang­st­ar­gu­men­te. Angst bestimmt die Argu­men­ta­ti­on der Grü­nen. Also Gefüh­le. Es ist die Par­tei der in der Höh­le hocken­den. Jedes Geräusch von drau­ßen macht Angst. Kei­ner geht mehr zur Jagd. Wir wer­den alle Vege­ta­ri­er. Wir erfah­ren nichts Neu­es mehr. Wir kochen im eige­nen Saft, den wir aber abso­lut ver­fei­nern kön­nen. Wir ver­blö­den, wis­sen über uns und unse­re Höh­le aber alles. Das bezeich­nen wir als Wis­sen­schaft und For­schung. Die Bee­ren gegen die hung­ri­gen Tie­re und Kin­der zu ver­tei­di­gen wird zur Ingenieurskunst.
    Ich bin schon alt, mir solls Recht sein. Aber mei­ne Kin­der und Enkel tun mir leid.

  8. Hal­lo Heinz, nach­dem was die­ses Jahr pas­siert ist, ist Dei­ne Argu­men­ta­ti­on fast schon zynisch. Dein Argu­ment Angst pro­biert zu impli­zie­ren, dass unse­re Befürch­tun­gen irra­tio­nal sei­en. Aber nach den Ereig­nis­sen in Japan muss­ten wir lei­der fest­stell­ten, dass unse­re Befürch­tun­gen und Ana­ly­sen die tat­säch­li­che Gefahr bes­ser beschrie­ben haben als die Pro­pa­gan­da von angeb­li­chen Experten.
    Darf ich dich an die­ser Stel­le viel­leicht auch noch dar­an erin­nern, dass Tief­see-Boh­run­gen nach Öl doch nicht so gut kon­trol­lier­bar sind, wie immer Ver­spro­chen? Deep Horizon.
    Der Witz ist ja, dass wir ent­ge­gen Dei­ner Behaup­tung sehr wohl aus der Höh­le her­aus­ge­hen, aber wir schüt­zen unse­re Höhle.Wenn jemand an dem Bal­ken sägt, der die Decke über unse­ren Kin­dern stützt, dann sagen wir Stopp, dann gehen wir raus und suchen neu­es Mate­ri­al, das unse­re Kin­der nicht gefährdet.
    Ja, wir haben Angst. Aber unser Ängs­te sind immer begründet.Manchmal – lei­der viel zu sel­ten – stellt sich her­aus, dass wir uns trotz aus­führ­li­cher Ana­ly­se geirrt haben. Aber fast immer stellt sich frü­her oder spä­ter her­aus, dass wir Recht haben. Finanz­krei­se: Ange­la Mer­kel behaup­tet, dass hät­te ja kein Mensch vor­her­se­hen kön­nen. Es gab aber Grü­ne, die genau davor gewarnt haben.
    Angst vor gut ana­ly­sier­ten Gefah­ren fin­de ich schlau­er und wis­sen­schaft­li­cher als blind und dumm alles mit­zu­ma­chen und ins Ver­der­ben zu rennen.

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