Archiv des Autors: Till

Soziologie in Münster erhalten!

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Warum auch immer: Ein beliebtes Ziel von Strukturveränderungen an Hochschulen sind Soziologie-Institute. Aktuell fürchtet das Institut für Soziologie der Universität Münster um seinen weiteren Bestand – von derzeit fünf Professuren soll es auf zwei reduziert werden. Und das wäre dann doch arg wenig.

Insofern unterstütze ich den Aufruf, sich mit dem Institut zu solidarisieren, gerne, und bitte alle LeserInnen meines Blogs, ebenfalls zu unterschreiben.

Warum blogge ich das? Weil Strukturreformen allzu oft Synonyme für Abbau sind.

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Linksradikale G8-Kritik gleich Terrorismus?

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So jedenfalls scheinen es Schäuble und Co. zu sehen: Razzien bei Szenebuchläden, Hausprojekten und linken Internetprojekten in Hamburg und Berlin – gleichzeitig wird im Zuge der Debatte um Klar und Mohnhaupt linker Aktivismus vom baden-württembergischen Verfassungsschutz mit der RAF gleichgesetzt. Das sind so Gründe, warum ich das und das auch über die Einzelfälle hinaus wichtig finde, und warum ich meine, dass es u.a. Aufgabe der Grünen ist, hier jetzt deutlich Flagge zu zeigen, und klar zu machen, dass es nicht angehen kann, alles, was politisch unliebsam ist, gleich mal in die bequeme Terrorismusecke zu stecken.

Warum blogge ich das? Weil ich hier Handlungsbedarf im Sinne eines »wer Freiheit für Sicherheit opfert, wird beides verlieren« sehe.

Update: Überblicksartikel in der Telepolis, Linke empört (u.a. Christian Ströbele) in Spiegel-Online und Kritik von Claudia Roth in der Netzeitung. Mehr Links (u.a. zu Indymedia) gibt es bei netzpolitik.org.

Update 2: In der Telepolis jetzt auch ein Kommentar von Florian Rötzer, Präventivstaat in Aktion

Update 3: Völlig falsches Kaliber – Pressemitteilung der grünen Bundestagsfraktion, in der die Razzien scharf als unangemessen kritisiert werden.

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Antiterror-Terror auch in grün?

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Laut Presseberichten (auch an vielen anderen Stellen) kündigte die Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Renate Künast, in einem Interview mit der WELT an, dass es demnächst ein grünes Papier zur inneren Sicherheit geben soll. Zumindest in den Kurzzusammenfassungen klingt das verheerend danach, alte und sinnvolle grüne Positionen in diesem Bereich aufzugeben: pro Antiterrordatei, pro Videoüberwachung usw. Also eine Abkehr von der grünen Bürgerrechtslinie, wie sie noch im Länderratsbeschluss zur Computerausspähung sichtbar ist? Im Detail sieht es dann doch etwas anders aus; es gibt jeweils noch ein »Aber« oder eine Einschränkung. Wie das ganze letztlich zu bewerten ist, ist ohne Kenntnis des zugrundeliegenden Papiers nicht klar. Aber alleine das Medienecho auf das WELT-Interview dürfte für einige Verunsicherung in der sonst durchaus grün-nahen Neue-Medien- und Bürgerrechtsszene sorgen. Fortsetzung folgt.

Warum blogge ich das? Ein wichtiges Thema, bei dem mir überhaupt nicht egal ist, was für eine Position Bündnis 90/Die Grünen einnehmen.

Update: Das beschlossene Papier ist jetzt auch im Web zu finden. Und zumindest der Spin im Einleitungstext ist klar: »Im Zweifel für die Freiheit«. Bei etwas mehr Zeit werde ich nochmal genau hinschauen.

Update 2: Das Büro von Renate Künast hat mir auf meine »Was-soll-denn-das-Mail« geantwortet – u.a. mit der Feststellung, dass es mit dem Papier eben gerade nicht darum gehen soll, in die Schäuble-und-Co-Politik einzuschwenken, sondern Alternativen zum polizeistaatlichen Vorgehen aufzuzeigen, und dass die vielfach zitierte (und oben verlinkte) dpa-Vorabmeldung aus Sicht von Künast ihre im WELT-Interview geäußerte Position verfälscht wiedergegeben hat. Jetzt lässt sich natürlich darüber spekulieren, wie weit Künast bewusst ausgetestet hat, ob ein Schwenk weg von Bürgerrechten mit der Partei zu machen ist – ich glaube hier im Zweifelsfall aber doch eher an JournalistInnen, die sich den vermeintlich großen »Happen« aus dem Kontext herausgeschnitten haben, und damit ein mediales Echo losgetreten haben, dass die grüne Partei für ein paar Tage ziemlich komisch aussehen ließ.

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Photo of the week: »Klimae Whzküös«

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"Klimae Whzküös"

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Landkarte des Internets

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Quelle: Randall Munroes xkcd.org, CC-BY-NC-2.5 – für eine größere Version anklicken

Der heutige xkcd-Comic ist eine Landkarte des Internets. Also die Raummetapher mal wörtlich genommen. Das Ergebnis finde ich vor allem deswegen spannend, weil die Grenzziehungen, die Randall Munroe verwendet, ja auch etwas über die Identität der Gruppen innerhalb der Grenzen aussagt (und über die Fremdzuschreibungen). Seine Karte hat eine Orientierung – oben die Massen, unten die »Intellectuals«, links die Dinge mit Real-life-Bezug, rechts Spiele, Fiktives und Subkulturen (bzw. der »Focus on the Web«). Die Anordnung innerhalb der groben Orientierung sagt etwas aus über Nachbarschaftsbeziehungen (sowohl funktionaler als auch kultureller Art), die Größe soll in etwa wiedergeben, wie attraktiv von den Nutzerzahlen ein Angebot ist.

Interessant finde ich aber nicht nur generell den Versuch, die verschiedenen »web-2.0″-Communities grafisch darzustellen, sondern auch die persönliche Einordnung: die Dienste, die ich nutze, liegen z.B. alle unterhalb der Kartenmitte (OpenBC/XING ist nicht eingezeichnet, das wäre möglicherweise links oben) und tendenziell eher in der Mitte (FlickR, div. Blogs, del.ico.us, Wikipedia, nicht unbedingt Last.fm, aber ähnliche Angebote, und auch das hier untergetauchte Usenet).

Außerdem hätte ich jetzt gerne ein Online-Rollenspiel, das diese Karte als Grundlage nimmt.

Warum ich das blogge? Weil mich interessiert, wo andere sich wiederfinden. Und ob die Karte den »mental maps« der InternetnutzerInnen entspricht.

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