Photo of the week: Norddeich 064

Norddeich 064

 
Noch sind nicht alle Urlaubsfotos durchgeschaut und bei Flickr hochgeladen. Insofern auch diese Woche noch ein Foto der Woche aus Norddeich, bzw. aus dem etwas westlich von Norddeich gelegenen Windpark. Dieses Detail wirft bei mir die Frage auf, ob Windräder irgendwann bewohnt sein werden – und dabei muss ich dann an Marcus Hammerschmitts Novelle Wind denken.

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Kurz: dein Twitter, mein Twitter

… das sind doch bürgerliche Kategorien. Nein, wollte nicht Marc-Uwe Kling zitieren, sondern angesichts diverser Debatten in den vergangenen Tagen kurz was anderes aufschreiben. Twitter ist nicht gleich Twitter. Weswegen ich mich manchmal darüber wundere, wenn andere davon sprechen, die Diskussionskultur dort sei so furchtbar. Oder davon, dass der Algorithmus nervt, weil er nie einblendet, was wirklich wichtig ist. Und, und, und …

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Twitter zu nutzen. Ich habe alle personalisierten und standortbezogenen Einstellungen ausgeschaltet (d.h., ich bekomme weder personalisierte Werbung noch »jetzt trendet in Freiburg gerade …«), nutze die chronologische Timeline (»neuste Nachrichten« statt »Startseite«) und habe eine zwar große, aber doch gut sortierte Timeline (d.h. ich entfolge Leute, deren Tweets ich uninteressant finde, und blocke ziemlich schnell Menschen, die – gerne aus der rechten Ecke – jede Antwort sofort mit persönlichen Beleidungen beginnen und glauben, damit gewinnen zu können). Zudem habe ich angefangen, Werbetreibende, die nerven, ebenfalls zu blockieren. Ich nutze die Twitter-Website und die herkömmlichen Apps für Android bzw. das iPhone, keine Spezialsoftware.

Das alles zusammen gibt bei mir eine Timeline, in der immer wieder interessante Debatten beginnen, in der es Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten gibt, wobei die Grundhaltung nicht so unterschiedlich ist, dass es hässlich würde. Nachrichten aus aller Welt branden ebenso wie Hinweise auf spannende Bücher, Filme und Romane häufig in meiner Timeline auf. Natürlich viel (grüne) Politik. Kaum dumme Memes, keine Verschwörungstheorien oder Nachbarschaftskleinanzeigen. So ist Twitter für mich nicht nur nützlich, sondern auch ein angenehmes Medium, das ich gerne nutze.

Aber: mein Twitter sieht eben möglicherweise ganz anders aus als dein Twitter. Vielleicht habe ich bei einigen Punkten auch einfach Glück bzw. Privilegien (Hautfarbe, Geschlecht, … zwar ab und zu mal dumme Bemerkungen zu politischen Aussagen, aber keine Hassmails, keine sexualisierten Beleidigungen). Ich finde es jedenfalls hilfreich, sich das vor Augen zu halten und weder davon ausgehen, dass ja alle das gleiche sehen müssten noch in die Falle zu tappen, dass Twitter, weil es für mich ein netter Ort ist, für alle ein netter Ort sein muss. Ein bisschen was lässt sich daran durch Einstellungen der App und das »Kuratieren« der Timeline beeinflussen – aber anderes hängt an Faktoren, die eben nicht beeinflussbar sind.

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Photo of the week: Norddeich 022 / 026

Norddeich 022
Norddeich 026

 
Urlaubsbedingt eher nachträglich nochmal zwei Fotos der Woche – beide aus unserem Urlaub in Norddeich an der ostfriesischen Nordseeküste, einem Ortsteil von Norden, also ganz im Westen des Landes.

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Zeit des Virus, Update VI

Norddeich (post-apocalyptic wasteland with evil overlord, I guess)

Im Juni hatte ich ja davon berichtet, eine Ferienwohnung an der Nordsee gebucht zu haben. So ganz wohl war mir nicht dabei, aber letztlich haben wir trotz Corona-Krise Urlaub am Meer gemacht. Konkret waren das lange Bahnfahrten in recht leeren Zügen, teilweise in der ersten Klasse, in der ich sonst nicht fahre, die aber nochmal etwas mehr Abstand und etwas weniger Leute bietet. Erfahrungen mit dem Maskentragen: ja, so eine Maske nervt natürlich, aber sie lässt sich auch für acht Stunden Zugfahrt tragen, und meine sonst gerne mal rebellischen Kinder hatten auch kein Problem damit, sondern fragten höflich, ob es ok sei, die Maske abzusetzen, um etwas zu essen oder zu trinken. Es gab allerdings immer auch – einige wenige – Mitfahrer*innen, die ihre Nase aus der Maske raushängen ließen. In einigen Zügen gab es Durchsagen und auch deutliche direkte Ansprachen des Zugpersonals, in anderen wirkten die Zugbegleiter*innen eher überfordert und erwähnten die Maskenpflicht noch nicht einmal bei den Ansagen.

Wir sind mehrfach von Norddeich nach Norderney mit der Fähre gefahren – bei frischer Luft auf dem Deck, und trotzdem deutlichen Hinweisen am Eingang und per Lautsprecher auf Maskenpflicht und Abstandsgebote. Ebenso schienen mir die Restaurants einen recht routinierten Umgang damit gefunden zu haben – »sie werden platziert«, Desinfektionsmittel, Maskenpflicht in den Gängen und viele Plätze im Freien. In den Souvenierläden etc. war es eher Glückssache, ob die Verkäufer*innen Maske trugen (oder sich durch Plexisglasschilde geschützt fühlten, oder ob es keins von beiden gab), und auch im Waloseum gab es zwar deutliche Hinweise (nur eine Familie pro Raum, Maskenpflicht, …), aber kaum Kontrollen dieser Vorschriften und viele Exponate zum Anfassen. Hm.

Relativ viele Angebote waren geschlossen – beispielsweise der Indoor-Kinderspielplatz, den es in Norddeich eigentlich geben sollte, diverse Leuchttürme etc. oder im Museum das Cafe. Am Strand wurde darum gebeten, Strandkörbe nicht zu verschieben und Abstand zu halten; Masken wurden hier allerdings nur an den Kiosken getragen, eine Aufsicht, Erfassung der Besucher*innen oder Kontrolle der Personenzahl gab es nicht. Allerdings waren die Strände auch nicht überfüllt, so dass hier problemlos Abstand zwischen einzelnen Familien war.

Letztlich waren wir – von einzelnen Zugfahrten, Laden- und Museumsbesuchen abgesehen – fast die ganze Zeit entweder in der Ferienwohnung oder an der frischen Luft. Insofern hoffe ich, dass mein Risikoeindruck mich nicht täuscht und das insgesamt akzeptabel war.

Trotzdem blicke ich mit Sorge auf die inzwischen wieder schnell steigenden Fallzahlen und bin froh, wieder zuhause zu sein. Das Gedächtnis der Menschen scheint kurz zu sein; der Weg hin zu einem effektiven Impfschutz ist noch weit. Bis dahin scheinen mir Masketragen und Abstandhalten sowie der Verzicht auf unnötige Menschenansammlungen weiter sinnvoll zu sein. Auch wenn es ungerecht ist, halte ich in diesem Sinne auch die Tests bei Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten für eine sinnvolle Sache.

In Baden-Württemberg sind noch bis Anfang September Schulferien. Danach kommt der Herbst, und (wie im Juni schon geschrieben) auch die Schule läuft dann wieder an. Laut Kultusministerium soll der Fokus auf dem »Kerncurriculum« liegen, schulspezifische Ergänzungen oder AGs werden als »kann wegfallen« betrachtet. Bisher ist dafür ein weitgehend »normaler« Präsenzbetrieb geplant. Nach jetzigem Stand soll es eine Maskenpflicht nur außerhalb des Unterrichts geben. Ob das so bleibt, bin ich skeptisch – und ich hoffe weiterhin, dass unabhängig von den Weisungen der Kultusministerin alle Schulen sich intensiv auf einen Plan B vorbereiten, bei dem größere Teil des Schulbetriebs im Distanzunterricht stattfinden werden. Selbst wenn wir im September nicht mitten in einer zweiten Welle mit Ausgangsbeschränkungen liegen, wird es einzelne Klassen und Schulen geben, die aufgrund von Coronafällen in Quarantäne gehen müssen, und es wird Kinder geben, die aufgrund von Vorerkrankungen oder aus Sorge der Eltern vom Präsenzunterricht abgemeldet sind. Auch diese müssen erreicht werden. An vielen Schulen hat sich dafür in den letzten Wochen des letzten Schulhalbjahrs eine gute Praxis entwickelt. »Never change a running system« heißt auch, dann nicht mitten in der Pandemie auf neue Software umzusteigen, wie es Frau Eisenmann wohl plant. Bildungspolitisch wird es jedenfalls zunehmend heiß im Land.

Und etwas weiter in die Zukunft geblickt, stehen dann Landes- und Bundesparteitage an. Aktuell sind solche Veranstaltungen mit Hygienekonzepten und Abstandsgeboten möglich. Ob das im Spätherbst immer noch der Fall sein wird, ist die eine Frage – ob es sinnvoll ist, sich mit ein paar hundert Delegierten in einer Halle zu versammeln, um über Programme und Personen zu befinden, die andere. (Die Aufstellungsversammlungen zur Landtagswahl im Wahlkreis Freiburg liefen mit viel Abstand im Biergarten – das ist aber leider nicht auf einen großen Parteitag im November übertragbar …).

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Photo of the week: Two butterflies and a woodpecker

Lavender with butterfly - V

Stones with butterfly

Woodpecker II

 
Ende Juni – da war es noch unglaublich grün hier, nicht so dürr und ausgeblichen gelb und herbstlich – habe ich diese beiden Schmetterlinge und den Specht vor die Kamera bekommen. Und weil ich in letzer Zeit arg nachlässig mit meinen Fotos der Woche und dem Blog überhaupt war, gibt es jetzt die drei auf einmal.

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