Photo of the week: Golden grass III

Golden grass III

 
Neulichs dachte ich ja, jetzt würde der Sommer anfangen. Urplötzlich, nach einem verregneten Mai. Hitze, goldenes Licht am Abend, all das. Aber dann war es doch nur das Aprilwetter des Jahres 2019, und diese Jahreszeiten, die in willkürlich gewürfelter Reihenfolge von Tag zu Tag wechseln.

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Die Welt lässt sich ändern

Industrial idyll III

Es gibt jetzt ein paar Umfragen unterschiedlicher Institute, in denen Grüne bundesweit vor CDU und CSU liegen. Das macht mir Mut – ich deute diese Zahlen so, dass es eine gesellschaftliche Mehrheit dafür gibt, die Klimakrise anzugehen und zu handeln.

In gewisser Weise kulminiert hier die Repolitisierung der deutschen Gesellschaft seit dem letzten Jahr. Seebrücke, Unteilbar, Großdemos, der Hambacher Wald – und Fridays for Future. Plötzlich wird wieder über Politik gesprochen. Das Ende der Geschichte liegt lange zurück. Trump und Brexit-Großbritannien haben deutlich gemacht, dass politische Mehrheiten eine Rolle spielen, dass demokratische Errungenschaften zerbrechlich sind. Die Wahlbeteiligung steigt. Und solange SPD und CDU/CSU nicht in der Lage sind, diese Repolitisierung ernst zu nehmen, mit der nun eben auch ein ganz anderer Stil, eine ganz andere Anspruchs- und Erwartungshaltung Politik gegenüber einhergeht, solange bleibt es bei der Zerstörung der Volksparteien.

Aber wenn ich über diesen Text geschrieben habe, dass die Welt sich ändern lässt, dann geht es mir nicht um Umfragemehrheiten. Vielmehr schreibe ich ihn, weil die Klimakrise eine eminent politische Frage ist. Und ja: ich bin überzeugt davon, dass diese Frage sich beantworten lässt. Vielleicht braucht es dafür eine Anstrengung wie bei der Mondlandung.

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Photo of the week: Snapdragon VI

Snapdragon VI

 
Nein, ein kleiner grüner Kaktus sieht anders aus – und auf dem Balkon stehen diese Löwenmäulchen auch nicht, sondern vor meinem Küchenfenster.

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Kurz: Nach den Wahlen

Mit 20,5 Prozent bei einer bundesweiten Wahl zweitstärkste Kraft, in den großen Städten selbst in Ostdeutschland ganz vorne, weit, weit vorne bei den Jung- und Erstwähler*innen: hier ist das Wort vom Wahlerfolg mal kein Schönreden, sondern trifft auf das grüne Ergebnis bei der Europawahl zu. Und die Welle trägt auch bei den zeitgleichen Kommunalwahlen hier in Baden-Württemberg: landesweit Zuwächse, selbst in vielen mittelgroßen Städten wie Weingarten, Emmendingen oder Schwäbisch Hall stellen grüne die stärkste Fraktion, in den Hochburgen wie Heidelberg, Tübingen und Freiburg sind Grüne im Stadtrat sogar stärker als SPD und CDU zusammen.

Kurz nach den ersten Prognosen am Wahlabend hatte ich auf Twitter geschrieben:

Und das gilt auch jetzt, zwei Tage später. Im Europäischen Parlament, im Bund, in allen Ländern, insbesondere da, wo wir mitregieren, und selbstverständlich auch in den kommunalen Vertretungen, in denen jetzt Grüne gestärkt worden sind. Wir müssen jetzt liefern.

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Photo of the week: Freiburg: Fridays for Future 20

Freiburg: Fridays for Future 20

 
Gestern war ich bei der Fridays-for-Future-Demo in Freiburg. Bestes Wetter, ungefähr 10.000 Leute (deutschlandweit 320.000), der weitaus größte Teil davon Schüler*innen (so mein Eindruck, passt zur Empirie). Ich finde das auch richtig so – so wichtig »Parents for Future«, »Scientists for Future« und »Omas für die Zukunft« sind, ihr Momentum gewinnt diese Bewegung erst durch die Wut, mit der eine Generation sagt: »Ihr raubt uns die Zukunft!«.

Ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind: das ganze ist hervorragend organisiert – von zu Beginn der Demo verteilten Zetteln mit Parolen, Demoroute, wichtigsten Forderungen und Tipps über die Aufforderung, auf jüngere Schüler*innen zu achten und den Müll wieder einzusammeln bis hin zum durchdachten (und wohl bei den bisherigen Demos eben so gestalteten) Auftakt: aufrüttelnde Musik, ein paar Worte, worum es geht, Choreo (»runter mit der Kohle, rauf mit dem Klimaschutz«), ein Rapper, ein Lied zum Mitsingen, Hinweis auf die Wahlen (»und redet mit euren Eltern und Großeltern«), genaue Erklärung des weiteren Ablaufs … und keine Promis. Gut gemacht. Und ich glaube nicht, dass irgendwer das für sich instrumentalisieren kann.

(Dann müssten wir jetzt nur noch die richtige Politik als Antwort liefern – wird nicht einfach, aber vielleicht kriegen wir das ja hin … jede Stimme morgen hilft.)

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