Photo of the week: Thundertrain

Thundertrain

 
Der Freiburger Bahnhof strahlt vor dem Hintergrund dunkler Wolken. Wobei ich mich an große Menschenmengen auf Gleisen und in Zügen erst wieder gewöhnen muss. Gestern und vorgestern war ich nach längerer Zeit im Home-Office mal wieder in Stuttgart. Das letzte Mal galten im Zug noch Abstandsregeln, nur jeder zweite Platz war besetzt. Dieses Mal: alles voll, auch – wie bei der 6.46-Uhr-Verbindung üblich – zwischen Karlsruhe und Stuttgart auch die Gänge. Unangenehm voll (aber immerhin alle mit Maske).

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Kurz: Tücken des Hybriden

Nach eineinhalb Jahren Pandemie ist mein Fazit: entweder – oder. Präsenzveranstaltungen funktionieren gut, die Menschheit hat ein paar tausend Jahre Erfahrung damit, die Praktiken sind eingespielt.

Rein digitale Formate für Treffen aller Art – vornehmlich Videokonferenzen – sind im Vergleich dazu sehr neu. Wenn die Technik mitspielt, und wenn alle berücksichtigen, dass manches anders ist, lassen sie sich produktiv nutzen. Körpersprachliche Hinweise müssen explizit gemacht werden, weil es keinen gemeinsamen Raum gibt, der alle orientiert. Es gibt keine Sitzreihenfolge, jedenfalls keine, die für alle gleich ist. Je nach Größe der Veranstaltung sind nicht alle im Bild, manche sind nur »telefonisch zugeschaltet«. Und wer Geräusche verursacht, stört schneller als in einer Präsenzveranstaltung. All das lässt sich aber lernen, egal, ob es um Arbeitstreffen, Schulunterricht oder Vorträge (mit klarer Unterscheidung zwischen Bühne und Publikum) geht. Dazu kommen die bekannten Vorteile, etwa hinsichtlich des Reiseaufwands.

Mühsam finde ich dagegen Hybridveranstaltungen, also realräumliche Treffen mit digitaler Teilnahme. Das geht da, wo es klare Rollenverteilungen gibt, oder bei sehr kleinen Gruppen. Je stärker es um Interaktion geht, desto schwieriger wird es. Schnell kommt es zu einer Zweiteilung zwischen Saal und Stream; die gefühlte Präferenz liegt dabei im Saal.

Wer im Stream dabei ist, bekommt nicht alles mit, was im Saal passiert. Dies gilt insbesondere dann, wenn ohne Mikro gesprochen wird. Und wer vor Ort ist, übersieht schnell, dass es Teilnehmende gibt, die abwesend anwesend sind. Für Wortmeldungen braucht es definierte Kanäle. Abstimmungen werden kompliziert. Es ist anstrengend und erfordert mehr Aufmerksamkeit. Das liegt auch daran, dass weder die alten Verhaltensweisen für Präsenzveranstaltungen noch die neuen für digitale Treffen richtig passen.

Insofern, so mein Eindruck, sind hybride Sitzungen immer ein Notbehelf. Sie sind kein »best of« der anderen beiden Modi, sondern etwas Drittes, das nur dann funktioniert, wenn allen bewusst ist, dass dieses Format eigene Regeln hat. Einfacher und klarer sind rein digitale Veranstaltungen oder eben reine Präsenzveranstaltungen – letztere möglicherweise mit der Option, digital zuzuhören, aber ohne die Fiktion einer gleichberechtigten Teilnahme.

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Photo of the week: Autumn sunflower

Autumn sunflower

 
Auch im Regen schön.

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Klimastreik und Klimawahl

#AlleFuersKlima Freiburg 24.09.2021

Dass in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen – viele junge Menschen, aber auch viele Ältere – gestern auf die Straße gegangen sind, ist ermutigend. Zugleich macht es noch einmal deutlich, das Timing des Klimastreiks war kein Zufall, dass es bei der Wahl morgen um etwas geht. Klima ist kein Thema wie jedes andere, sondern hat eine existenzielle Dimension. Aktienkurse, Arbeitsplätze oder auch nur der Parkplatz fürs Auto: all das hängt an einer Voraussetzung, die wir Menschen durchaus beeinflussen können. Wer den Klimawandel nicht eindämmt, wer keine Lösung für die Klimakrise angeht, zerstört zukünftige Freiheit. Und jedes Starkregenereignis, jeder trockene Sommer macht deutlich, dass diese Zukunft schon hier ist, und dass die Klimakrise nicht irgendwo in der räumlichen oder zeitlichen Ferne ablaufen wird, sondern in unserem Wohnzimmer.

Das inhaltliche Spektrum der Klimastreiks ist weit gefasst. Zwischen »system change, not climate change« und »go vegan« liegen Welten. Gemeinsam ist all denen, die gestern auf die Straße gegangen sind, dass das Handeln der Politik nicht als ausreichend angesehen wird.

Am Sonntag ist Wahl. Inzwischen dringt die umweltsozialwissenschaftlich alte Erkenntnis ins Licht der Öffentlichkeit, dass nachhaltige Konsumentscheidungen, gar ein ökologisch orientierter Lebensstil zwar individuell erfreuen mögen, und mit dem Gefühl verbunden sind, etwas Gutes zu tun, aber dass der eigentliche Hebel eben nicht die Konsument*innen sind, sondern die Infrastrukturen und Rahmenbedingungen, unter denen wir leben, wirtschaften und arbeiten. Der größere Teil des »individuellen Fußabdrucks« hängt davon ab, wie ein Land seine Verkehrs- und Energiepolitik gestaltet, welche Art von Wohnraum angeboten wird, ob emissionsfreie Mobilität angeboten wird und wie genau in der Landwirtschaft auf Treibhausgasemissionen geachtet wird.

Viel wichtiger, ob der eigene Lebensstil aus Steaks und Lastenrädern oder aus vegetarischen Genüssen bei voll ausgestatteter 24/7-Heimelektronik besteht, ist deswegen die Entscheidung, die morgen ansteht. Denn wenn die Floskel von der Macht der Verbraucher*innen wahr ist, dann am Wahltag. Wer im Angesichts der existenziellen Klimakrise besser regiert werden will, kann dafür morgen seine Stimme abgeben und damit beeinflussen, wie die Infrastrukturen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland in den entscheidenden nächsten Jahren aussehen werden.

Viele haben das schon getan. Wer noch unschlüssig ist, dem empfehle ich, grün zu wählen. Nicht, weil unser Klimaprogramm perfekt ist, sondern weil es – das jedenfalls das Ergebnis einer Studie des DIW im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität – am nächsten an das herankommt, was notwendig wäre, um auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen. Deswegen ist es wichtig, dass der nächsten Bundesregierung starke Grüne angehören. Und deswegen ist es wichtig, keine Kleinstpartei zu wählen und sich auch nicht auf taktische Verästelungen einzulassen. Wer Klimaschutz, wer starke Grüne in der Regierung haben möchte, muss grün wählen.

Gleichzeitig ist schon jetzt klar, dass das nicht reichen wird. Auch wenn das grüne Klimaschutzsofortprogramm in möglichen Koalitionsverhandlungen zu einhundert Prozent umgesetzt würde, reicht das nicht aus. Daher ist es umso wichtiger, dass gestern noch einmal deutlich gemacht wurde, dass die junge Generation – viele, die noch nicht wahlberechtigt sind – nicht aufhören werden, einzufordern, dass der Kampf gegen die Klimakrise höchste Priorität bekommt. Dieser Druck wird weiter notwendig sein, um Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen ein gutes Leben in Zukunft möglich sein wird.

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Photo of the week: September lake

September lake

 
Anfang September ein letztes Mal an und im Opfinger See, bevor’s mir dann auch zu kalt und herbstlich zum Schwimmen wurde. Schön, dass es den See gibt.

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