Archiv der Kategorie: Zukunftsvisionen

Grüne Positionen zur Raumfahrt

Achtung: Dieser Blogpost ist aus dem Jahr 2009!

Das Blog Astrodictium simplex hatte Mitte August nach den Positionen der Parteien zur Raumfahrt gefragt – und von den Grünen scheinbar keine Antwort erhalten. Mich hat das irritiert, weswegen ich als Sprecher der BAG Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik noch einmal nachgehakt habe. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Fragen zur Raumfahrtpolitik durch Peter Hettlich MdB beantwortet wurden (am 3.9.2009) – nur hat diese Antwortmail wohl Florian Freistetter von Astrodictium simplex nicht erreicht. Wie dem auch sei – hier sind nun (ohne Kommentierung meinerseits und ohne sie mir in jedem Punkt zu eigen zu machen) die grünen Antworten auf Florians Fragen zur Raumfahrtpolitik:

Wie ist die offizielle Position Ihrer Partei zur Raumfahrt? Sind die Anstrengungen Deutschlands ausreichend oder zuwenig/zuviel?
Bündnis 90/Die Grünen stehen der Raumfahrt grundsätzlich positiv gegenüber, sehen aber auf lange Sicht keine Möglichkeit, den finanziellen Rahmen – wenn dies mit »Anstrengungen« gemeint ist – auszuweiten. Wir bewerten dagegen die bemannte Raumfahrt überaus kritisch, denn ihr Nutzen ist im Vergleich zu den sehr hohen Kosten viel zu gering und sie verschlingt die Mittel für wichtigere Projekte der Raumfahrt. Ein Negativbeleg hierfür ist die internationale Raumstation ISS, die sowohl beim Zeit-, Budget-, Ausbau- als auch beim Wissenschaftsplan viele der gesteckten Ziele verfehlt hat. Daher lehnen wir auch eine deutsche Beteiligung an einer geplanten US-amerikanischen bemannten Mondmission ab.

Soll Deutschland verstärkt international Kooperationen (z.B. mit NASA oder ESA) suchen oder auch alleine Projekte in Angriff nehmen?
Bereits heute ist Deutschland gern gesehener Kooperationspartner (z.B. bei den Mars-Rovern Spirit und Opportunity) oder gar wesentlicher Missionspartner (z.B. bei Mars-EXPRESS) bei vielen internationalen Wissenschaftsmissionen. Angesichts der hohen Kosten plädieren wir aber verstärkt für internationale Kooperationen, dann aber nicht nur mit der NASA und der ESA sondern auch mit Roskosmos (Russland), ISRO (Indien), CNSA (China), JAXA (Japan) oder anderen Nationen.

Glauben Sie, dass eine Investition in die Raumfahrt einen positiven Effekt auf die Wirtschaft in Deutschland haben kann?
Investitionen in die Raumfahrt haben bereits bewiesen, dass sie einen positiven Effekt auf die Wirtschaft haben können. Beste Beispiele sind Wetter-, Telekommunikation- und Fernsehsatelliten, ohne die ein Leben im 21. Jahrhundert schwer vorstellbar wäre. Viele dieser Satelliten werden schon heute kommerziell betrieben, offensichtlich scheinen sich derartige Investitionen zu lohnen. Negativbeispiele sind das ökonomisch gescheiterte Satellitentelefonsystem IRIDIUM oder aktuell das Desaster um das europäische Satellitennavigationssystem Galileo, bei der die europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen bewiesen haben, dass es um ihre Kompetenz besonders bezüglich der Einhaltung von Kosten- und Zeitplänen nicht zum Besten bestellt ist. Denn die Zeche darf hier wieder einmal der europäische Steuerzahler begleichen.

Sind Investitionen in Raumfahrt Luxus oder notwendig?
Nichtkommerzielle Raumfahrt wie z.B. Erderkundungsmissionen sind kein Luxus sondern bereits heute für die Menschheit wichtig, da sie wichtige Erkenntnisse über das Ökosystem Erde gewinnen und uns drastisch vor Augen führen, wie sehr wir bereits an unserem Planeten Raubbau betrieben haben. Diese Erkenntnisse sind unersetzlich um z.B. dem Klimawandel und der Umweltzerstörung begegnen zu können. Wissenschaftsmissionen wie z.B. zu Sonne, Mond, Kleinplaneten, Kometen, Planeten oder zur Erkundung des Weltalls (wie z.B. die aktuellen Missionen Herschel und Planck) sind für die Grundlagenwissenschaften unerlässlich, sie gehören zu einem unverzichtbaren Bestandteil heutiger Forschung.

Sind Sie der Meinung, dass das Geld für die Raumfahrt für andere Projekte verwendet werden sollte? Wenn ja, welche?
Gelder für Raumfahrtmissionen sollten ausschließlich in unbemannte Missionen investiert werden. – Begründung siehe oben.

Halten Sie die Entscheidung, die deutsche Mondmission LEO zu streichen, für richtig?
Ja, in diesem Falle stimmen wir der Entscheidung der Bundesregierung vom Juli 2008 ausdrücklich zu. Allerdings scheint diese Position nach den jüngsten Verlautbarungen des zuständigen Staatssekretärs Peter Hintze möglicherweise revidiert zu werden. Wir halten allerdings einen nationalen Alleingang und gar einen zweiten »Wettlauf« zum Mond für überflüssig und eher für eine Idee aus der Mottenkiste des Kalten Krieges. Mit der Mondsonde SMART-1 gab es bereits bis 2006 ein sehr erfolgreiches Projekt der ESA, das leider von der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht verfolgt wurde. Wir können daher nicht verstehen, warum die dabei gesammelten Erfahrungen bislang nicht zu einer neuen europäischen Mondmission geführt haben.

Halten Sie die Pläne für eine neue deutsche Mondmission für sinnvoll?
Wir halten sie aus den oben beschriebenen Gründen für überflüssig. Im übrigen sei darauf verwiesen, dass diese Pläne insbesondere vom deutschen Quasi-Monopolisten EADS-Astrium gefördert und gefordert werden. Wir verweisen nochmals darauf, daß sich auch EADS als Konsortialteilnehmer beim Galileo-Desaster nicht mit Ruhm bekleckert hat, als es darum ging, dieses System privatwirtschaftlich als ÖPP zu realisieren. Es kann aber nicht sein, dass die Steuerzahler immer dann zur Kasse gebeten werden, wenn die Raumfahrtindustrie nicht mehr weiter weiß bzw. mit ihren Kostenstrukturen – wie z.B.
bei der Ariane 5 – nicht mehr klar kommt.

Welche Ziele sollen in der Raumfahrt künftig verfolgt werden?
Anstatt Gelder sinnlos in Prestigeprojekte wie bemannte Missionen zur ISS oder zum Mond zu stecken, sollten weiterhin unbemannte Missionen z.B. zu den inneren und äußeren Planeten, zur Sonne und vor allem zu Mond und zur Erkundung des Weltalls verfolgt werden. Wir brauchen aufgrund der langen Planungs- und Ausführungsvorläufe von z.T. 10 Jahren und mehr, eine größere Verlässlichkeit bei politischen Entscheidungen, damit Forschung und Wissenschaft darauf aufbauen können. Negativbeispiel ist wiederum die NASA, die nach der Vorentscheidung der Bush-Administration für eine bemannte Mondmission viele lang geplante Wissenschaftsmissionen streichen mußte.

Braucht Europa einen eigenen bemannten Zugang zum All – zum Beispiel in Form einer für bemannten Flüge ausgebauten Ariane-Rakete und eines erweiterten ATV?
Wir brauchen keinen eigenen bemannten Zugang zum All. Im 21. Jahrhundert ist Kooperation mit den beiden Nationen angesagt, die diese Technologie mehr oder weniger gut beherrschen. Rußland verfügt zwar über das mit Abstand zuverlässigste und preiswerteste System, aber es ist wenig komfortabel und hat eine relativ geringe Reichweite. Die USA müssen sich demnächst vom Space Shuttle verabschieden und wissen trotz ihrer hohen Kompetenz noch nicht, wann und zu welchen Kosten ihr Nachfolgesystem startklar sein wird. Wieso sollte sich Europa mit seinen deutlich geringeren Kenntnissen in einen absurden Wettlauf um einen eigenen bemannten Zugang zum All begeben?

Halten Sie bemannte Raumfahrt für sinnvoll oder sollte sich Deutschland nur an Bau, Entwicklung und Betrieb von Raumsonden und Satelliten beteiligen?
Deutschland hat hohe Kompetenzen beim Bau, bei der Entwicklung und beim Betrieb von Raumsonden und Satelliten, die von internationalen Partnern gerne in Anspruch genommen werden. Und gerade bei diesen Satellitenmissionen haben auch die (nur noch wenigen) deutschen mittelständischen Raumfahrtunternehmen wie z.B. OHB eine Chance, als Hauptunternehmen beauftragt zu werden. Solange die bemannte Raumfahrt ein kostspieliges, relativ nutzloses und zudem hochriskantes Unterfangen ist und solange es von weltweiten Quasi-Monopolstrukturen seitens der Industrie dominiert wird, darf sich Deutschland daran nicht mit Steuergeldern beteiligen.

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Geeks in space – SF-Retrospektive im Kommunalen Kino Freiburg angelaufen

Posters and informationFür alle Freiburgerinnen und Freiburger mit Interesse an a. Science Fiction im Film, b. den 1970er Jahren, c. politischen Utopien, insbesondere in der realsozialistischen Ausprägung, oder d. Weltraumfahrt lohnt sich in den nächsten Tagen ein Besuch des Kommunalen Kinos in Freiburg. Seit gestern läuft dort – noch bis zum 9. Oktober – die »Retrospektive in die Zukunft«. Neben Weltraumfilmen aus den 1960er und 1970er Jahren der DDR und der BRD gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm und eine kleine Ausstellung.

Introduction IIIIch war gestern bei der gut besuchten Vernisage der Retrospektive, und fühlte mich gut aufgehoben – »Geeks in space« fiel mir als erstes zu Publikum und Setting – mit stilvoll zeitgenössischen Möbeln und Astronautennahrung – ein. Timothy Simms und Lisa ???Lisa Ahner erläuterten das Konzept der Reihe und stellten kurz die Ausstellung vor.

Manual wikipedia like system for timelineEin interessantes Moment der Ausstellung ist die interaktive Weltraumfahrt/SF-Timeline. Zur Ergänzung in Wikipedia-Manier steht ein manuelles Eingabegerät (siehe Bild) bereit. Diese Möglichkeit wurde bereits am Eröffnungsabend genutzt – die Geburtsstunde des »Star Trek«-Imperiums fehlte noch an der Wand.

Timeline with EOLOMEA posterNeben der interaktiven Timeline gehören zur Ausstellung weiter Weltraumfotos aus dem Planetarium, Filmplakate (hier zu »Eolomea« von 1972) sowie vier erläuternde Poster zum utopischen Film der DDR allgemein und zu den drei DEFA-Filmen »Eolomea«, »Signale« und »Im Staub der Sterne«, die auch in der Filmreihe gezeigt werden.

Both modelsDen Mittel- und Höhepunkt bilden jedoch zwei Original-DEFA-Modelle aus den Filmen »Signale – Ein Weltraumabenteuer« (1970) und »Im Staub der Sterne« (1976). Am Premierenabend wurde »Signale – Ein Weltraumabenteuer« gezeigt, den ich mir dann auch gleich angesehen habe. Er wird am 4.10. um 21.30 Uhr wiederholt.

Model No. 2 "PZ-5" from "Signale - Ein Weltraumabenteuer"In der KoKi-typischen Einführung verwies Timothy Simms vor allem auf die hier eingesetzte Tricktechnik, und auf die optischen und inhaltlichen Anleihen an »2001 – Odysee im Weltraum«. »Signale« spielt in einem durchweg realistisch gehaltenen Setting, soweit es die Raumfahrttechnik und die damit verbundenen Abläufe, Gefahren und Konflikte betrifft. Der Umgang mit Schwerelosigkeit und die Darstellung der Raumfahrzeuge erinnert in der Tat stark an »2001″; auffällig fand ich auch die Innenausstattung der Raumschiffe und der Kommodozentrale sowie die Kleidung der (multikulturellen) KosmonautInnen. Neben »2001″ schien mir hier auch eine Spur »Star Trek« erahnbar. Ungewohnt, aber dennoch interessant dagegen die im wörtlichen und übertragenen Sinne zeitweise an sozialistische Gemeinschaftserholungen erinnernde Grundstimmung des Filmes. Hier wie in der offensiv vertretenden Lehrmeinung, dass eine überlegende, technisch fortgeschrittene Spezies nur friedfertig und kommunistisch sein kann, schimmert die spezifische Deutung des Utopischen durch.

Insgesamt ein interessanter Abend. Der Besuch der Retrospektive kann – wie eingangs schon gesagt – allen in der einen oder anderern Weise an diesen Themen Interessierten nur empfohlen werden.

Warum blogge ich das? Um die gestern abend gemachten Fotos (anklicken, um sie bei Flickr größer zu sehen) in ein Narrativ einzubinden.

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Denial-of-Service-Attacke auf Twitter und Facebook (Update)

Circuit city III

Gestern nachmittag war Twitter einige Stunden lang ausgefallen bzw. nur sehr schlecht zu erreichen. Auch Facebook lahmte merklich; immer wieder funktionierten Aktualisierungen nicht und konnten Seiten nicht geladen werden. Gestern abend schon wurde dann klar, dass es sich nicht um einen technischen Fehler handelte, sondern um eine distributed Denial-of-Service-Attacke. Nur – wer steckte dahinter?

Bei Claudia Sommer konnte die Spekulation gelesen werden, dass das Motiv die Unterdrückung von Gegenöffentlichkeit zum Thema Iran sein könnte. Inzwischen ist die übereinstimmende Deutung wohl die, dass die Angriffe auf Twitter, Facebook und Livejournal einem einzigem Blogger galten, dem Georgier »Cyxymu« (d.h. »Suchumi«), der auf diese Weise zum Schweigen gebracht werden sollte.

Unabhängig davon, ob der Hintergrund eher politisch oder kriminell ist – oder ob sich beides gar nicht so einfach trennen lässt – zeigt die Attacke zweierlei. Zum einen sind wir wieder ein Stück weiter in der Zukunft angekommen (wer Gibson, Sterling, Stross – oder wie ich gerade – Richard K. Morgans ›Altered Carbon‹ liest, wird einiges finden, was ihm oder ihr sehr bekannt vorkommt). Zum anderen wird noch einmal deutlich, wie anfällig zentral organisierte Web-2.0-Dienste für derartige Angriffe, aber auch für Zensurmaßnahmen, Wechsel in der Geschäftspolitik etc. sind – und wie abhängig moderne Kommunikation inzwischen vom Funktionieren dieser Infrastrukturnetze ist.

Dem CNet-Artikel zufolge war Google wohl nicht (oder weniger) betroffen – YouTube hakte bei mir auch – weil die dahinterliegende Hardware und Netzwerkarchitektur robuster war. Trotzdem bleibt auch hier das Problem letztlich privatwirtschaftlicher Infrastrukturoligopole. Dass es (theoretisch) auch anders geht, zeigt Identi.ca – ein Mikroblogging-Dienst, der auf verteilte und offene Strukturen ausgelegt ist.

Warum blogge ich das? Nicht nur wegen der doch gruseligen Feststellung, dass manche SF-Weltentwürfe näher sind, als das einem lieb ist (Charles Stross musste gerade zum zweiten Mal den Plot eines seiner nächsten Romane umstellen, weil die Wirklichkeit ihn überholt hat), sondern auch, weil ich die Beobachtung spannend finde, wie kommunikationstechnische Pfade sich schließen bzw. öffnen, und wie dies mit Einzelereignissen und Kontingenzen zusammenhängt.

Update: (8.8.2009) Techcrunch weist darauf hin, dass die Attacken auf Twitter weitergehen und sich noch verstärkt haben.

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Kurz: Raumfahrtsdebatte (Update 5)

Vor gut einem Jahr hatte ich anlässlich des Starts der »Jules Verne« schon einmal ein paar Gedanken zur Frage bemannte Raumfahrt aufgeschrieben – ich selbst bin da ziemlich zwiegespalten zwischen Faszination und Nüchternheit. Mein damaliges Fazit:

Kurz gesagt: unter den derzeitigen Bedingungen und den planetaren Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht (Klimawandel, Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit usw.), scheint es mir sinnvoller zu sein, Prioritäten anders zu setzen.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Mondlandung ist das Thema derzeit wieder in den Medien. So hat die sonntaz vom gestrigen Sonntag das Thema »bemannte Raumfahrt« als Streit der Woche – u.a. mit einem Contra-Statement von Hettlich/Grüne. Auf der Pro-Seite steht, jetzt etwas platt zusammengefasst, vor allem das Argument, »das unsere Ingenieure was zum Spielen haben und ihre Kunstfertigkeit nicht verlieren«. Auch Christian Reinboth (CDU) nimmt die Kritik von Grünen und LINKE bei Scienceblogs auf – so richtig gute Argumente für die nicht-automatisierte Raumfahrt lese ich dort allerdings nicht. Und bei Charles Stross wird noch einmal richtig deutlich, wie aufwändig – energetisch wie administrativ – Raumfahrtprojekte sind.

Update: Sehe gerade, dass es in der ScienceBlogs-Themenwoche »40 Jahre Mondlandung« auch noch einen deutlich stärker argumentierenden Beitrag von Florian Freistetter gibt. Letztlich läuft seine Argumentation auf »Raumfahrt ist Grundlagenforschung und muss deswegen nicht direkt was bringen« (soweit d‹accord), »nur Menschen haben Entdeckergeist« (aber müssen die deswegen direkt daneben stehen?) und »Umsiedlung der Menschheit« (siehe mein Zehntklassargument aus meinem älteren Blogeintrag) hinaus.

Update 2: Das Leben schreibt die besten Satiren – lange Artikel über defekte 6-Mio-Dollar-Toiletten sind der beste Beweis dafür, dass Menschen und deren Habitat im Weltraum schlichtweg extrem teuer und aufwändig sind.

Update 3: Ganz aktuell nochmal Charles Stross – dort findet sich eine spannende Debatte über »was verdanken wir alles der Raumfahrt« (wobei es da nicht um die bemannte Raumfahrt geht, sonder ganz allgemein …). Geht bis hin zu Powerpoint.

Update 4: (21.07.2009) Bei Telepolis wird ebenfalls gefragt: »Trotz aller Euphorie zum 40. Jubiläum der ersten Mondlandung bleibt vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise die Frage, warum Menschen in lebensfeindliche Wüsten fliegen sollten«.

Update 5: (22.07.2009) Noch ein von mir gern gelesener SF-Autor äußert sich zum Thema: Kim Stanley Robinson in der Washington Post. Seine Thesen: wenn überhaupt, geht’s um den Raum zwischen Mars und Venus, wir sollten den Weltraum mehr im Sinne »lebensfeindliche Wüste« als im Sinne »zukünftiger Wohnsitz« betrachten, und wir sollten den richtigen Zeithorizont wählen: das derzeitige Problem ist es, die Erde noch in tausend Jahren für Menschen bewohnbar zu halten; wenn (bemannte) Weltraumfahrt dazu dienen kann, dieses Problem zu lösen, dann sollten wir sie unternehmen, sonst damit warten – als Menschheit eben ein paar hundert Jahre – , bis das Problem Klimawandel etc. gelöst ist.

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Im Rosengarten

Pastel Cabbages
Foto: Sister72, Lizenz: CC-BY

Dr. Wrolem summte die Parteihymne. Er ließ seinen Blick über die Beete der Anlage schweifen. Er versuchte, tief einzuatmen, und den Duft der Rosen wahrzunehmen. Es war trocken und heiß. Bei Wetter wie diesem spürte er seinen Körper, und das war ihm nicht angenehm. Noch vor einigen Jahren waren es Stangenbohnen gewesen, und Kohl, immer wieder Kohl, auf den Beeten, auf denen jetzt die Rosenstöcke standen. Erst allmählich sind die letzten Spuren der weltweiten Depression verschwunden. In den Jahren direkt nach der Jahrtausendwende, in der Zeit der Großen Koalition, da hatte man Angst gehabt. Die Risikogesellschaft hatten sie es genannt. Er war damals noch jung und fit gewesen, aber auch an diese Angst konnte er sich noch genau erinnern.

Schon vor einem Jahr habe ich eine Kurzgeschichte zur Aktualität von Zensur- und Überwachungsdystopien geschrieben. Leider hat sie an Aktualität nichts eingebüsst. Deswegen gibt es sie jetzt online:

Im Rosengarten (pdf)

Viel Vergnügen! Die Geschichte steht unter der Lizenz CC-BY-SA-NC, d.h. sie darf für unter ähnlichen Lizenzen stehende nichtkommerzielle Werke bei Namensnennung frei kopiert und weitergegeben werden (den »Quelltext« gebe ich bei Bedarf gerne weiter – bitte einfach bei mir melden).

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