Kurz: Die lange Vorgeschichte des Mobiltelefons

Was ich ja immer wie­der erstaun­lich fin­de, ist die lan­ge Vor­ge­schich­te des Mobil­te­le­fons. Nicht nur, dass bei Erich Käs­t­ner schon die Idee eines mobi­len Tele­fons auf­taucht, auch ers­te Pro­to­ty­pen etc. aus den 1930er bis 1950er Jah­ren gibt es. Ein paar Bei­spie­le bei »Modern Mecha­nix«: Vest Pocket Tele­pho­nes (1939), Han­die Tal­kie (1945) oder Your Tele­pho­ne of Tomor­row (1956).

Und dann gab es ja seit den 1950er Jah­ren auch noch Auto­te­le­fo­ne und schon davor spe­zi­el­le Funk­te­le­fo­ne (für Schif­fe, Züge, …). Ein Unter­schied zu den drei ver­link­ten Fund­stü­cken ist die bei die­sen schon mehr oder weni­ger klar vor­han­de­ne Idee der Per­so­na­li­sie­rung: das trag­ba­re Tele­fon ist an die Per­son gekop­pelt, nicht an das Haus oder dann eben an das Fahrzeug. 

Was unter­schei­det die Gedan­ken­spie­le und Pro­to­ty­pen aus der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts vom heu­ti­gen Mobil­te­le­fon? Letzt­lich vor allem die Digi­ta­li­sie­rung, und damit der Tran­sis­tor, der eine extre­me Minia­tu­ri­sie­rung, eine Mas­sen­pro­duk­ti­on und vor allem eine extrem ver­grö­ßer­te Nut­zungs­ka­pa­zi­tät ein­zel­ner Funk­fre­quen­zen mög­lich mach­te (neben ande­rem wie dem GSM-Stan­dard …). Tech­nik­ge­schich­te wäre auch spannend ;-)

P.S.: Ein paar Lite­ra­tur­an­ga­ben, falls jemand wei­ter­le­sen will:

Agar, Jon (2003): Con­stant Touch. A Glo­bal Histo­ry of the Mobi­le Pho­ne. Cam­bridge: Icon Books. 

de Vries, Imar (2005): »Mobi­le Tele­pho­ny: Rea­li­sing the Dream of Ide­al Com­mu­ni­ca­ti­on?«, in Hamill, Lyn­ne /​ Lasen, Amparo (eds.): Mobi­le World. Past, Pre­sent and Future. Hei­del­berg u.a.: Sprin­ger, pp. 11–28.

Gold, Hel­mut (2000): »›Hän die koi Schnur?‹. Die Ent­wick­lung der Mobil­te­le­fo­nie in Deutsch­land«, in Bau­mann, Marget/​Gold, Hel­mut (Hrsg.): Mensch, Tele­fon: Aspek­te tele­fo­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on. Hei­del­berg: Edi­ti­on Braus, S. 77–91.

Her­lyn, Ger­rit (2002): »Die erreich­ba­ren Abwe­sen­den. Mobi­le Tele­fo­nie in der Schweiz«, in Kurt Sta­del­mann; Tho­mas Hen­gart­ner (Hrsg.): Tele­ma­gie. 150 Jah­re Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on in der Schweiz. Zürich: Chro­nos, S. 170–197.

Höher, Hans (1990): »Die tech­ni­sche, betrieb­li­che und per­so­nel­le Ent­wick­lung der deut­schen Funk­te­le­gra­fie«, in Archiv für deut­sche Post­ge­schich­te, Nr. 2/​1990, S. 49–68.

Lasen, Amparo (2005): »Histo­ry Repea­ting? A Com­pa­ri­son of the Launch and Use of Fixed and Mobile
Pho­nes«, in Hamill, Lyn­ne /​ Lasen, Amparo (eds.): Mobi­le World. Past, Pre­sent and Future. Hei­del­berg u.a.: Sprin­ger, pp. 29–60.

Teu­te­berg, Hans-Jür­gen /​ Neu­tsch, Cor­ne­li­us (Hrsg.) (1998): Vom Flü­gel­te­le­gra­phen zum Inter­net. Geschich­te der moder­nen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on. Stutt­gart: Franz Stei­ner Verlag.

Der Mailserver der SPD

Three red

Ich bin ja auf der Suche nach den Pla­ka­ten der SPD für die Land­tags­wahl 2011 in Baden-Würt­tem­berg. Ande­re Par­tei­en haben ihre Pla­ka­te online gestellt, bei der SPD ist das – bis­her? – nicht der Fall. Gerüch­te­wei­se soll es sich um rote Flä­chen han­deln, in denen in schwar­zer und wei­ßer Schrift und betont ein­fa­cher Gestal­tung Fra­gen gestellt wer­den. Kann sowas wie »Ehr­lich­keit« und »wir betei­li­gen uns nicht an der Mate­ri­al­schlacht« signa­li­sie­ren, kann aber auch in die Hose gehen. Jeden­falls wür­de ich ger­ne dar­über schrei­ben, kann es aber nicht, weil es die Pla­ka­te online nicht gibt, und ich ja schlecht nur über ein Gerücht schrei­ben kann.

Aber es gibt warumspd.de, die »Wahl­kampf­schmie­de« des Herrn Schmid. Sehr infor­ma­tiv, sehr text­las­tig und in einem ande­ren Rot-Ton als auf den ande­ren SPD-Sei­ten. Dort gibt auch den Menü­punkt »Fra­gen stel­len«. Da habe ich dann ges­tern abend, zuge­ge­be­ner­ma­ßen etwas flap­sig, fol­gen­de Fra­ge gestellt (und sogar ein »Grü­ne« hin­ter mei­nen Namen gesetzt):

Wo sind denn die Plakate? 

Ich dach­te ja eigent­lich, dass das gan­ze rich­tig inter­ak­tiv abläuft, und die Fra­ge direkt auf der SPD-Sei­te beant­wor­tet wird. Dem ist nicht so, viel­mehr muss die Fra­ge erst über­prüft wer­den. Je nach­dem gibt es dann eine Ant­wort auf »War­um, SPD?« – oder eine direk­te Kom­mu­ni­ka­ti­on. Bei mir: letz­te­res. Heu­te mor­gen hat­te ich (flott sind sie, doch) fol­gen­de Mail im Briefkasten:

Hal­lo Till Wes­ter­may­er (Grü­ne)

Mit die­ser E‑Mail möch­ten wir Ihnen Ihre Fra­ge direkt beantworten.

[…]

Sehr geehr­ter Herr Westermayer,

bit­te tei­len Sie uns mit, von wel­chen Pla­ka­ten sie in welchem
Zusam­men­hang spre­chen, damit wir Ihnen wei­ter­hel­fen können.

Mit freund­li­chen Grüßen,

Ihre SPD Baden-Württemberg

Wir hof­fen, Ihre Fra­ge damit beant­wor­ten zu können!

Mit freund­li­chen Grüßen,
Ihre SPD 

Mal abge­se­hen, dass die Signa­tur ein biß­chen dop­pelt erscheint, hat das mei­ne Fra­ge natür­lich nicht beant­wor­tet. Aber schön – es wird ja letzt­lich drum gebe­ten, mei­ne Fra­ge kon­kre­ter zu stel­len. Also schnell auf Reply gedrückt und der SPD an info@>warumspd.de – der Absen­de­adres­se – geschrie­ben. Soviel Kom­mu­ni­ka­ti­on muss sein:

Lie­be SPD,

ich gebe zu, ich habe mich etwa knapp aus­ge­drückt. Aus­führ­li­cher gefragt:

Da die LINKE und die Grü­nen ihre Pla­ka­te für die dem­nächst in Baden-Würt­tem­berg statt­fin­den­de Land­tags­wahl inzwi­schen off­line und online prä­sen­tiert haben, wür­de es mich inter­es­sie­ren, wo denn die Pla­ka­te der SPD im Netz zu fin­den sind. Auf der Sei­te »War­um, SPD?« habe ich sie bis­her nicht gefunden.

Wenn Sie mir einen Hin­weis geben könn­ten, wo die Pla­ka­te zu fin­den sind – bzw. wann sie online gestellt wer­den, wür­de das mei­ne Neu­gier­de stillen.

Schö­ne Grüße,

Till Wes­ter­may­er

Weni­ge Sekun­den spä­ter war die Ant­wort dann da:

Letz­ter Feh­ler: 554 5.0.0 Tran­sac­tion failed
[…]
Aus­zug aus dem Session-Protokoll:
[…]
554 Sor­ry, no mail­box here by that name. 

Soll­te die Feh­ler­mel­dung des Mail­ser­vers feh­ler­haft sein und mei­ne Mail wie­der erwar­ten doch zuge­stellt wor­den sein, wer­de ich hier selbst­ver­ständ­lich dar­über infor­mie­ren. So aber sieht es ganz so aus, als sei Kom­mu­ni­ka­ti­on für die SPD wei­ter­hin eine ziem­li­che Ein­bahn­stra­ße. Auch im Wahl­kampf. Ich könn­te jetzt natür­lich auf die Sei­te warumspd.de gehen, dort mei­ne Fra­ge ein­ge­ben, schau­en, ob sie dies­mal kor­rekt kon­kret beant­wor­tet wird usw. – statt­des­sen habe ich die klei­ne Anek­do­te lie­ber schnell auf­ge­schrie­ben. Weil sie schön zeigt, wie wich­tig es ist, das Ver­spre­chen, sich kom­mu­ni­ka­tiv zu geben, auch ein­lö­sen kön­nen zu müssen. 

War­um blog­ge ich das? Weil Wahl­kampf ist.

Kurz: Plakatkritik

Ich schrei­be auch noch mal was zur SPD (Times New Roman, unter­stri­chen, auf rot) und zur LINKEN (eben­falls Text auf rot, aber immer­hin: eine erkenn­bar gestal­te­te Typo­gra­phie), viel­leicht auch zu den ande­ren Par­tei­en – heu­te aber habe ich im Grün­zeug am Mitt­woch eine klei­ne (und, um es zu beto­nen, dazu­zu­sa­gen und noch ein­mal zu wie­der­ho­len: nicht ganz ernst gemein­te) Pla­kat­kri­tik zu den sie­ben grü­nen Pla­ka­ten für die Land­tags­wahl 2011 in Baden-Würt­tem­berg geschrie­ben (»Noch nicht end­gül­tig geklärt ist die Wir­kung auf por­sche­fah­ren­de LINKE«). Bit­te hier lang!

P.S.: Ein biß­chen was zur grü­nen Land­tags­wahl­kam­pa­gne steht auch hier schon.