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Kurzeintrag: Brand im Rieselfeld

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Im Rieselfeld gab’s einen Wohnungsbrand. Gestern nacht, ungefähr 500 m von hier. Außer einmal leise Feuerwehrsirenen – typisches Großstadtgeräusch, man macht sich da keine weiteren Gedanken – haben wir nichts davon mitbekommen. Dass es gebrannt hat, habe ich dann erst heute nachmittag in der Straßenbahn gehört. Seltsames Gefühl. Ein Stadtteil zwischen Dorf und urbaner Anonymität.

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Photo of the week: Zürich Central

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Zürich Central

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Kurz gefragt: Licht an oder aus? (Update 6: noch mehr Daten)

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Google.de erscheint heute in schwarz, und BILD und Greenpeace rufen zusammen dazu auf, das Licht aus zu machen. Für fünf Minuten. Als Zeichen für Bali. Mal abgesehen, dass diskutiert wird, ob das zu einem Blackout führen könnte, gibt’s andere (u.a. die taz und Robin Wood), denen fünf symbolische Minuten nicht reichen und die deswegen Licht an rufen und damit meinen, sich für Energiesparlampen und gegen Kohlekraftwerke einzusetzen. Und in Berlin und Neurath kann heute groß demonstriert werden. Bleibt die Frage: heute abend von 20.00 Uhr bis 20.05 Uhr das Licht* ausschalten – oder lieber doch nicht?

* P.S.: Der Fernseher wird in den BILD-Haushalten dann natürlich weiterlaufen, ebenso wie das Internet bei den akademischen Ökos. Von hundert auf null wird der Stromverbrauch also keinesfalls sinken.

 

Update: Trotz heldenhaften Abschaltens der einen zu diesem Zeitpunkt brennenden 11-Watt-Energiesparlampe blieb das Stromnetz stabil. Und Greenpeace findet auch die taz-Aktion toll.

Update 2: Das grüne Klima-Blog berichtet von den Demos in Berlin (tausende) und Neurath (hunderte). Deutschland ist einfach zu groß für zentrale Demonstrationen …

Update 3: Greenpeace spricht davon, dass erste grobe Schätzungen für gestern 20.00 Uhr einen Rückgang der Stromnachfrage um 1000 Megawatt nahelegen, was 10 Millionen Glühbirnen a 100 Watt entsprechen würde. Die Einheit Megawatt (und nicht Megawattstunden) verweist ja wohl auf die Netzbelastung – dazu, wie hoch die in Deutschland um 20 Uhr üblicherweise ist, liegen aber keine Daten vor, jedenfalls habe ich keine gefunden (1976 waren es um 20 Uhr etwa 40000 MW). Und aus dem Jahresstromverbrauch von 540 Millionen Megawattstunden lässt sie sich auch nicht so einfach ausrechnen, befürchte ich (durch ein Jahr geteilt ergibt das etwa 62.000 Megawatt, davon wären 1000 MW 1,6 %)… wer mehr weiss, darf gerne kommentieren.

Update 4: Doch noch Daten gefunden. Laut diesem Bericht betrug die Jahreshöchstlast des deutschen Stromnetzes im Dezember 2004 77.200 MW. Die zu diesem Zeitpunkt verfügbare Kraftwerksleistung betrug 86.000 MW. Damit scheinen etwa 70.000 MW tatsächlich die Größenordnung zu sein, an der sich die von Greenpeace genannten 1000 MW messen lassen müssen.

Update 5: Die vier großen Überlandnetzbetreiber müssen sogar tages- und stundengenau ihre »vertikale Netzlast« veröffentlichen (ENBW, Eon, RWE und Vattenfall). Die Daten gibt es nach Viertelstunden aufgeschlüsselt – allerdings noch nicht bei allen Netzbetreibern für den 8.12., 20.00 Uhr. Überschlagsmässig müsstens es so um die 50.000 MW sein; 1000 MW Differenz wären dann 2 %. In ein paar Tagen müsste sich die Veränderung der Netzlast aber sehr genau nachzeichnen lassen.

Update 6: Heise berichtet darüber, dass die 1000 MW elektrischer Leistung einer Stromeinsparung von 80 MWh entsprechen (von 540 Mrd. MWh pro Jahr insgesamt).

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Auf dem Weg zur Law-and-order-Burg?

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Eigentlich habe ich gerade überhaupt keine Zeit für diesen Blogeintrag (wiederhole ich mich?), aber – ohne Verlinkung und auf die Schnelle – ich wollte doch kurz was zum aktuellen Freiburger Thema Alkoholverbot in der Innenstadt sagen. Alleine und für sich genommen wäre das ein etwas verfehlter Versuch des Streetworkings (da sind SozialarbeiterInnen aber eigentlich deutlich besser zu geeignet als PolizistInnen). Ein bißchen geht’s mir bei dem Thema wie beim Rauchverbot in Kneipen: mir selbst ist es eher egal (ich rauche nicht und trinke auch keinen Alkohol), aber aus prinzipiellen Erwägungen heraus finde ich es schwierig. Wie gesagt – für sich genommen wäre das mit dem Versuch, randalierende Jugendliche dadurch davon abzuhalten, dass der Verzehr von Alkohol im öffentlichen Raum in der Innenstadt verboten wird, ein bißchen seltsam (nicht zuletzt, weil das Weinfest auf dem Münsterplatz davon sicher nicht betroffen sein wird). Aber es steht halt nicht alleine da, sondern in einer Reihe mit dem rabiaten Vorgehen gegen das wilde Fahrradparken, mit dem Ess- und Trinkverbot in den Straßenbahnen, mit dem härteren Umgang mit spontanen Demos und der linksalternativen Szene, mit einem entsprechenden Polizeichef usw. Von einem grünen Oberbürgermeister und einer grünen Fraktion mit einer relativen Mehrheit hätte ich da – selbst in einer de facto schwarz-grünen Koalition, wie hier in Freiburg – dann doch ein bißchen was anderes erwartet. Bürgerrechtspartei, ein gewisses Bewusstsein dafür, dass Verbote meistens nur dazu führen, dass das Verbotene verlagert wird (die alkoholisierten Jugendlichen werden dann halt in Zähringen oder in Weingarten die harten Sachen trinken, bevor sie in die Straßenbahn steigen oder in der Innenstadt ankommen – macht die Sache nicht besser).

Warum blogge ich das? Weil ich bisher davon ausgegangen bin, dass OB Salomon mal wiedergewählt werden will. Aktuell sieht’s nicht so danach aus.

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Soziologische Solidarität

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Nicht nur, dass in der neusten Ausgabe der Fachverbandszeitschrift Soziologie (4/2007) ein Aufsatz zur »Widerständigkeit der Theorie« publiziert ist, nicht nur, dass ebendort Hans-Georg Soeffner in seinem Schreiben als neuer DGS-Vorsitzender auf die Notwendigkeit zum rechtzeitigen Kampf gegen Institutsschließungen hinweist – nein, in derselben Ausgabe finden sich auf fünf Seiten auch Solidaritätserklärungen und Stellungnahmen zum Fall Andrej. H.

Hartmut Häußermann erläutert den Fall; Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und das Kulturwissenschaftliche Institut NRW (KWI) unterstützen den Offenen Brief an die Generalbundesanwältin; und die Sektion Stadt- und Regionalsoziologie der DGS solidarisiert sich. So ist’s richtig, und genau diese manchmal auch etwas sperrige Chance, sich selbst als politischen Faktor begreifen zu können (wenn’s denn not tut) – und streitbar zu sein –: das macht, so glaube ich einiges, der durchaus immer wieder spürbaren innerfachlichen Solidarität aus. Engagement aus einem allgemeinen Verantwortungsgefühl für gesellschaftliche Entwicklungen heraus; und eben nicht einfach irgendein Engagement, sondern ein reflektiertes und fachlich unterfüttertes Engagement: das kann, im besten Fall, die gesellschaftliche Relevanz der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Gesellschaft sein. Und in einem solchen Selbstverständnis, das nicht von außen, sondern vom Kern des Faches her politisch ist, liegt auch einer der Gründe für Stärke und Selbstvertrauen der Soziologie.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich auch JuristInnen davon beeindrucken lassen. Und wenn nicht die, dann zumindest die Politik.

Warum blogge ich das? Update zu diesem Beitrag.

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