Schlagwort-Archive: netzpolitik

Digitalisierung als Baustein einer grünen Innovationspolitik

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Stadtteilfest 2014 - 53

»Unterm Strich würde ich gerne in dem Baden-Württemberg leben, das Kretschmann da grade entwirft.«, schrieb ich bei Twitter als Fazit zur »Heimat, Hightech, Highspeed«-Regierungserklärung, und das ist vielleicht erklärungsbedürftig.

Um ganz vorne anzufangen: eine Regierungserklärung im baden-württembergischen Landtag funktioniert so, dass der Ministerpräsident (oder eine andere VertreterIn der Landesregierung) sich ausführlich, grundsätzlich und übergreifend äußert, und – üblicherweise – die Fraktionsvorsitzenden darauf reagieren. Und zwar in »Debatte mit freier Redezeit«, was ganz schön lang sein kann. In dieser Regierungserklärung ging es um »Digitalisierung«, und um die (insbesondere auch wirtschaftlichen) Chancen von Dingen, die mit so schönen Buzzwords wie »Induschdrie 4.0«, »digitaler Wandel«, »Cloud« oder »Cybersecurity« umreißen lassen.

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Nachtrag zur fehlenden Diversität in »Medienwandel kompakt«

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Below

Gestern hatte ich ja kurz auf Medienwandel kompakt 2011 – 2013 hingewiesen. Ein Punkt, den ich dabei nur in einem Nebensatz angesprochen habe, ist die arge Unterrepräsentanz von Frauen in diesem Sammelband. Genauer gesagt: sechs Beiträge sind von Autorinnen, 67 von Autoren, einer von einem Mann und einer Frau gemeinsam geschrieben. Wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe, aber es kommt hier auf die Größenordnungen an, nicht auf die genauen Zahlen.

Das ist auch anderen aufgefallen, und seit gestern grummelt es ein bisschen in den sozialen Medien. Es grummelt so sehr, dass sich mit Christoph Kappes einer der Herausgeber genötigt sah, zu erklären, wie dieser Frauenanteil von unter zehn Prozent zustande gekommen ist.

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In eigener Sache: Medienwandel kompakt

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Medienwandel kompaktPrint lebt! Diese Woche habe ich mein Belegexemplar von Medienwandel kompakt 2011 – 2013 bekommen, einem von Christoph Kappes, Jan Krone und Leonard Novy herausgegebenen Sammelband, in dem ein paar Dutzend Onlinetexte, vornehmlich Blogtexte, zu Medienpolitik, Journalismus und ähnlichen Themen versammelt sind. Einige davon liefen auch schon bei Carta. Erschienen ist das ganze bei Springer VS, Kostenpunkt rund 40 Euro.

Wenn’s dazu beiträgt, dass wichtige Netztexte auch offline und längerfristig im Wissenschaftsbetrieb zugänglich sind, dürfte so ein Sammelband eine gute Sache sein. Aktuell sehe ich einen Bedarf, aber mit der zunehmenden Online-Affinität von WissenschaftlerInnen auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften dürften Aggregatoren wie Carta in Zukunft doch eine wichtigere Rolle spielen. Vgl. auch die Debatte zu den Zitierhäufigkeiten von Open-Access-Publikationen.

Von mir ist ein Text zu parasozialen Interaktionen und Twitter/Facebook enthalten, der auch in diesem Blog bzw. bei Carta zu finden ist. Was mir am Buchkonzept nicht so gut gefällt, ist die Idee, die Links im Text zwar optisch sichtbar zu machen, aber nicht in Form von Literaturangaben oder Fußnoten hinzuzufügen, sondern stattdessen einen großen QR-Code am Textende hinzuballern (der bei meinem Text nicht funktioniert?!). Aber gut, ich fühle mich geehrt, in der Sammlung vertreten zu sein.

Wie weit die Herausgeber es geschafft haben, die wichtigsten medienpolitischen Debatten der letzten drei Jahre abzubilden, kann ich (noch) nicht beurteilen, da ich erst ein bisschen im Buch rumgeblättert habe. Die meisten Autorennamen – ja, fast nur Männer – sind einem in diesem oder jenen netz- oder medienpolitischen Kontext schon mal begegnet. Themen wie Politik 2.0, Post-Privacy, »Recht auf Vergessenwerden«, Big Data und Datenjournalismus, Leistungsschutzrecht, »Netzgemeinde«, Jugendmedienschutz oder auch das Verhältnis von Journalismus zu Verlagen bzw. Internetplattformen tauchen beim Durchblättern des Inhaltsverzeichnisses auf – insofern passt das, was hier auf über 400 Seiten stehen, ganz gut zu den Debatten, die mensch so in Erinnerung hat.

P.S.: Christoph Kappes erläutert hier, wie der Preis zustande kommt, warum Papier im Wissenschaftsdiskurs weiterhin relevant ist und spricht auch an, dass in der Spiegelung des Netzdiskurses die selbst gesetzte Frauenquote von 30 Prozent deutlich verfehlt wurde.

Kappes, Christoph / Krone, Jan / Novy, Leonard (Hrsg.) (2014): Medienwandel kompakt 2011 – 2013. Netzveröffentlichungen zu Medienökonomie, Medienpolitik & Journalismus. Wiesbaden: Springer VS. Verlagsseite.

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»Das offenbare Geheimnis der elektronischen Medien ist ihre mobilisierende Kraft«

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Phone

Es ist vollkommen klar, daß die Bewußtseins-Industrie in den bestehenden Gesellschaftsformen keines der Bedürfnisse, von denen sie lebt und die sie deshalb anfachen muß, befriedigen kann, es sei denn in illusionären Spielformen. Es kommt aber nicht darauf an, ihre Versprechungen zu demolieren, sondern darauf, sie beim Wort zu nehmen und zu zeigen, daß sie nur kultur-revolutionär eingelöst werden können. Sozialisten […] die die Frustration der Massen verdoppeln, indem sie ihre Bedürfnisse zu falschen erklären, machen sich zu Komplizen eines Systems, das zu bekämpfen sie angetreten sind.

Hans-Magnus Enzensberger hat 1970 seinen »Baukasten zu einer Theorie der Medien« veröffentlicht. Eigentlich ist dieser Baukasten ein Text über die elektronischen Medien, der Brechts Radiotheorie samt ihres utopischen Gehalts aufnimmt und aktualisiert. Und es ist ein erstaunlich klarsichtiger Text über die Ambivalenz der Medien, die Utopie der Entfesslung ihrer emanzipatorischen Möglichkeiten und die Gefahr, auf der Suche nach Reinheit als linke Bewegung eine Position einzunehmen, die elektronische Medien verdammt – eine Position, die Enzensberger zurecht sowohl als sektiererisch als auch als unproduktiv bezeichnet.

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Die Zombiepartei

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Whitewater III

Unlängst vermutete ich ja noch, dass die Piraten es bei der Europawahl schaffen würden, die dort geltende Drei-Prozent-Hürde zu knacken; vielleicht, das entscheidet sich Ende des Monats, kommt die Europawahl sogar ganz ohne eine solche Hürde aus. Aber zurück zu den Piraten: Wenn ich mir die Diskussionen der letzten Tage so anschaue, dann muss ich diese Einschätzung doch revidieren. Es wirkt so, als hätte diese Partei komplett ihren Kompass verloren. Oder, noch etwas zugespitzer: als würden wir der Hülle einer einst lebendigen Partei dabei zusehen, wie sie untot durch die Gegend stakst.

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