Wellenbewegungen

Was ich immer wie­der fas­zi­nie­rend fin­de, ist das Pen­del der öffent­li­chen Auf­merk­sam­keit. Das erzeugt näm­lich durch sein Hin- und Her­schwin­gen eine Wel­len­be­we­gung (sie­he auch »Nach­rich­ten­zy­klus« oder – in einem ande­ren Zeit­maß­stab – »Gart­ner-Hype-Zyklus«). Irgend­et­was ist neu und inter­es­sant, dann bekannt und nicht mehr span­nend, jetzt ist das Gegen­teil oder die pro­ble­ma­ti­sche Sei­te dar­an neu und inter­es­sant, auch das Inter­es­se dar­an ist irgend­wann gesät­tigt usw. Die­ses Hin- und Her­schwin­gen ergibt kei­ne schö­ne Sinus­wel­le, son­dern etwas chao­ti­sche­res, vor allem auch des­we­gen, weil sich Wel­len ver­schie­de­ner Fre­quenz über­la­gern und weil es ja auch lang­fris­ti­ge Ent­wick­lun­gen gibt. Aber so als Bild passt es ganz gut.

Bei­spiel 1: beim pol­ly­tix-Wahl­trend auf einen Zeit­raum von zehn Jah­ren auf­blen­den, ergibt fol­gen­des Bild:

Mit etwas Fan­ta­sie ist hier das Auf und Ab der Wel­len­käm­me und Wel­len­tä­ler etwa der grü­nen Umfra­ge­wer­te zu sehen. Aktu­ell ist es neu und inter­es­sant, gegen das als vor­herr­schend ange­nom­me­ne Bild »Anna­le­na Baer­bock ist ein fri­sches Ange­bot – sie könn­te tat­säch­lich Kanz­le­rin wer­den« anzu­schrei­ben. Ich ver­mu­te: nicht ein­mal unbe­dingt aus einer poli­ti­schen Agen­da her­aus (und sicher­lich auch nicht ohne den einen oder ande­ren eige­nen Fett­napf der Par­tei), son­dern schlicht, weil das etwas ist, was nicht auf eine gesät­tig­te Auf­merk­sam­keit trifft.

Bei­spiel 2: Auch das Inter­es­se etwa am The­ma Kli­ma­schutz folgt einer – län­ger­fris­ti­gen Wel­len­be­we­gung. Schön zu sehen ist das in den Google-Trends:

Im März 2007 war das (mit dem Indi­ka­tor »Goog­le-Such­an­fra­gen«) gemes­se­ne Inter­es­se an »Kli­ma­wan­del« schon ein­mal fast so hoch wie im Sep­tem­ber 2019. 2019: Gre­ta Thun­berg, Fri­days for Future. Klei­ne Aus­schlä­ge gibt es Ende 2009 und Ende 2015. 2015 ist das Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men, und auch die ande­ren klei­ne­ren Aus­schlä­ge dürf­ten mit Kli­ma­kon­fe­ren­zen zu tun haben. Im Febru­ar 2007 erschien ein Welt­kli­ma­be­richt, der (eben­falls in Paris) vor­ge­stellt und medi­al breit auf­ge­nom­men wurde.

Ich befürch­te, dass sich auch in den Jahr­zehn­ten davor immer wie­der ähn­li­che Aus­schlä­ge fin­den las­sen wür­den – 1992 Rio, 1997 Kyo­to, bei­spiels­wei­se. (Und schon 1989 gab es ein Taschen­buch aus dem Öko-Insti­tut, Ozon­loch und Treib­haus­ef­fekt

Das lässt sich auch empi­risch über­prü­fen – Goog­le Ngram durch­sucht Bücher. Und da ergibt sich bei der Suche nach »Kli­ma­wan­del« und »Kli­ma­schutz« fol­gen­des Bild:

Ein ers­ter klei­ner Wel­len­kamm 1960, dann 1990, 1994, 1998, 2002 … (also immer mit etwas Zeit­ver­zug hin­ter den Konferenzen …). 

Bei­spiel 3: Blei­ben wir bei Goog­le Ngram – und fügen noch »Umwelt­schutz«, »Natur­schutz« und »Nach­hal­tig­keit« hin­zu. Auch hier las­sen sich deut­li­che Wel­len sehen. Das Inter­es­se an Umwelt­schutz oder an Nach­hal­tig­keit scheint eben­falls einer Auf­merk­sam­keits­kur­ve zu fol­gen, bzw. sta­bi­li­siert sich dann nach Hype und Rück­gang auf einem höhe­ren Niveau. 

(Ich habe mir das vor eini­ger Zeit auch mal für die umwelt­so­zio­lo­gi­sche Fach­li­te­ra­tur ange­schaut, bezo­gen auf alle sozio­lo­gi­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen in einer der Fach­da­ten­ban­ken, und auch das ergibt ein ähn­li­ches Bild mit kla­ren »Moden« – irgend­wann ist das The­ma Umwelt neu und span­nend, und irgend­wann dann sozio­lo­gisch nicht mehr inter­es­sant, bis mit Nach­hal­tig­keit ein neu­er Aspekt dazukommt …).

Pro­blem bei die­sen Auf­merk­sam­keits­wel­len: die Kli­ma­kri­se (oder auch ande­re Umwelt­pro­ble­me) gehen nicht weg, wenn sie unin­ter­es­sant gewor­den sind. Aber sie sind auch nicht dafür geeig­net, stän­dig neu­es Inter­es­se und stän­dig neue Auf­merk­sam­keit zu pro­du­zie­ren, bzw. wenn sie anfan­gen, das zu tun, ist es zu spät. Die gro­ße Fra­ge ist also, wie die­se exis­ten­zi­el­len The­men oben auf der Agen­da blei­ben kön­nen, auch wenn sie immer mal wie­der aus dem Blick­punkt der Öffent­lich­keit weg­rut­schen (und dann immer wie­der neu erklärt wer­den muss, war­um das Pro­blem immer noch da ist …). Eine wirk­lich gute Ant­wort dar­auf habe ich nicht – aber den vor­sich­ti­gen Opti­mis­mus, dass es sich eben nicht um Sinus­wel­len han­delt, die gleich­mä­ßig hin- und her­schwap­pen. Viel­mehr nimmt die Höhe der Wel­len­tä­ler zu – die Abwärts­be­we­gun­gen gehen nicht bis Null, es kommt zu einer Art Pla­teau­bil­dung. Und dar­auf lässt sich dann aufbauen.

Green City Freiburg wird nicht zur grünen Kapitale

Freiburg chestnuts IIIWie u.a. Grü­nes Frei­burg und die Badi­sche Zei­tung berich­ten, hat es Frei­burg zwar unter die Fina­lis­ten des Wett­be­werbs »Euro­pean Green Capi­tal« der EU-Kom­mis­si­on geschafft, wur­de aber letzt­lich – mal wie­der – nicht aus­ge­wählt. Bleibt’s halt bei der loka­len inter­na­tio­nal bekann­ten »Green City« für Frei­burg (mit knapp über 200.000 Ein­woh­ne­rIn­nen übri­gens so gra­de teilnahmeberichtigt).

Ganz über­zeu­gend fin­de ich die Aus­wahl aller­dings nicht. Die euro­päi­sche Umwelt­haupt­stadt 2010 ist Stock­holm. Gelobt wird hier das Ziel, bis 2050 Abschied von fos­si­len Ener­gie­trä­gern zu neh­men. Außer­dem wer­den die Grün­zü­ge und die Nähe zum Was­ser gelobt.

Noch dubio­ser sieht es bei Ham­burg, der euro­päi­schen Umwelt­haupt­stadt 2011, aus. Die Nähe zum Meer wird hier nicht erwähnt, dafür das CO2-Ver­mei­dungs­ziel und die Tat­sa­che, dass der Con­tai­ner­ha­fen nicht aus­ge­baut, son­dern ver­dich­tet wer­den soll (Elb­ver­tie­fung, anyo­ne?). Außer­dem wird das Nah­ver­kehrs­sys­tem gelobt – und die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie, per Zug zu werben. 

Visio­när erscheint mir das alles nicht, son­dern (für grö­ße­re deut­sche Städ­te) inzwi­schen ziem­lich nor­mal. Mal schau­en, was die­ser Award den Städ­ten tat­säch­lich bringt. Auch die »euro­päi­sche Kul­tur­haupt­stadt« ist ja mehr Stadt­mar­ke­ting als sonst irgend­was. Mei­ne Pro­gno­se: auch 2012 wird Frei­burg (wobei da vor allem an die hie­si­ge Solar­bran­che und an Vauban und Rie­sel­feld zu den­ken ist) eben­so wie Müns­ter (Fahr­rad­stadt) in umwelt­po­li­tisch inter­es­sier­ten Krei­sen wei­ter­hin stär­ker als Umwelt­stadt wahr­ge­nom­men als die Metro­po­len Ham­burg oder Stock­holm. Ich bin also eher skep­tisch, ob die­se gan­zen Aus­schrei­bun­gen wirk­lich was brin­gen. Und stim­me Thors­ten von Grü­nes­Frei­burg zu, dass die­ser Aus­gang des Ver­fah­rens Ansporn sein soll­te, dass 

noch ein biss­chen gear­bei­tet wer­den [muss] – nur gut für Umwelt & Ein­woh­ne­rIn­nen und erfreu­lich für For­de­run­gen nach einem »noch grü­ne­ren« Frei­burg, möch­te man meinen 

War­um blog­ge ich das? Weil ich ein biß­chen den Ver­dacht habe, dass eine gute städ­ti­sche Umwelt­po­li­tik es fast schon unnö­tig macht, die­se aktiv zu ver­mark­ten. Und in dem Sin­ne auch nicht so genau weiss, war­um sich Frei­burg da unbe­dingt bewer­ben musste.

Kein Platz in der katholischen Kirche für moderne Menschen

Wäh­rend die christ­li­chen Kir­chen sich wei­ter als Mis­sio­nars­kir­chen ver­ste­hen und des­we­gen die Kir­chen­tür­kon­trol­len ableh­nen, gibt es ande­re Über­le­gun­gen aus dem Vati­kan, die ein­mal mehr deut­lich machen, dass das Welt­bild der katho­li­schen Kir­che wei­ter­hin geschlos­sen und gru­se­lig ist.

Unter dem schö­nen Schlag­wort eines »ganz­heit­li­chen Umwelt­schut­zes« – war­um auch nicht, Bewah­rung der Schöp­fung usw. als gemein­sa­mes Anlie­gen, so der ers­te Gedan­ke – heißt es dann beim Herrn Ratz­in­ger auch: 

»Die Kir­che muss auch den Men­schen schüt­zen vor der Selbst­zer­stö­rung. Es ist eine im rech­ten Sin­ne ver­stan­de­ne Öko­lo­gie des Men­schen not­we­nig.« Es sei kei­ne alt­mo­di­sche Meta­phy­sik, wenn die Kir­che von der Natur des Men­schen als Mann und Frau spre­che und davon, dass die­se Ord­nung respek­tiert wer­den müsse. 

Und der logi­sche Schluss des ganzen: 

Was häu­fig mit dem Wort »Gen­der« gesagt und gemeint wird, läuft letzt­lich auf eine Selbsteman­zi­pa­ti­on des Men­schen von der Schöp­fung und vom Schöp­fer hin­aus. Der Mensch will sich sel­ber erschaf­fen und aus­schließ­lich und allein sich sel­ber um das küm­mern, was ihn betrifft. So lebt er aber gegen die Wahr­heit, gegen den Schöpfergeist. 

Und selbst­ver­ständ­lich endet Ratz­in­ger dann mit dem Ver­weis dar­auf, dass die Ehe unter Natur­schutz gestellt wer­den müsse.

Natür­lich kann die (katho­li­sche) Kir­che das Pro­jekt einer Eman­zi­pa­ti­on des Men­schen nicht gut hei­ßen. Schon klar. Aber es macht auch noch ein­mal deut­lich, dass poten­zi­el­le Bünd­nis­part­ner für Zie­le wie eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung und eine öko­lo­gi­sche Zukunft der Gesell­schaft eine gan­ze Rei­he ziem­lich unge­nieß­ba­rer Ideo­lo­gis­men mit­schlep­pen. Inter­es­sant wird es, wenn »der Mensch« hier mal nicht als Sin­gu­lar ver­stan­den wird – dann wer­den aus Men­schen Gesell­schaf­ten, und die wol­len sich zwar selbst »erschaf­fen«, begren­zen sich aber gleich­zei­tig im Sin­ne refle­xi­ver Moder­ni­sie­rung auch selbst. Schöp­fungs­gott­hei­ten sind dafür nicht notwendig.

Dass der Papst an der Zwei­ge­schlecht­lich­keit so hart­nä­ckig fest­hält, ist ärger­lich. Wenn er die­se Über­zeu­gung auf­ge­ben wür­de und die sozia­le Kon­stru­iert­heit von Geschlech­ter­rol­len akzep­tie­ren wür­de, blie­be natür­lich kei­ne Mög­lich­keit, z.B. den Aus­schluss von Frau­en aus Kir­chen­äm­tern wei­ter­hin zu legi­ti­mie­ren. Inso­fern ist es verständlich.

Noch ärger­li­cher ist die – eben­falls logisch dar­aus ableit­ba­re – Vor­stel­lung, dass die Zwei­tei­lung der Welt in Män­ner und Frau­en auch für die Ehe (und dem­entspre­chend auch für jeg­li­che sexu­el­le Bezie­hun­gen) gel­ten müs­se, dass also kirch­li­cher Umwelt­schutz als Bewah­rung der Schöp­fung usw. letzt­lich eben auch so ver­stan­den wird, dass Homo­se­xua­li­tät eine Gefahr für die Mensch­heit dar­stellt. Damit lie­fert ein wich­ti­ger Auf­merk­sam­keits­ge­ne­ra­tor Bau­stei­ne für all die­je­ni­gen, die ihre Homo­pho­bie und ihren Hass auf das Jen­seits der Hete­ro­nor­ma­ti­vi­tät gewalt­sam aus­le­ben wollen. 

Mein Fazit aus dem Gan­zen: In der katho­li­schen Kir­che ist wei­ter­hin kein Platz für moder­ne Men­schen. Und im Umkehr­schluss muss das eigent­lich hei­ßen: in einer pro­gres­si­ven Gesell­schaft und Staa­ten­ge­mein­schaft soll­te kein Platz für eine katho­li­sche Kir­che sein, die ver­sucht, Mit­tel­al­ter in der Spät­mo­der­ne zu spielen. 

Bleibt die Fra­ge, wie lan­ge zum Bei­spiel der par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on Vol­ker Beck bei der (rich­ti­gen) Empö­rung und Erschüt­te­rung über der­ar­ti­ge Äuße­run­gen bleibt – und wann dar­aus der Schluss gezo­gen wird, dass bei aller Bünd­nis­freu­de für öko­lo­gi­sche The­men eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen Grü­nen und katho­li­scher Kir­che ernst­haft in Fra­ge gestellt wer­den muss.

War­um blog­ge ich das? Weil ich mich fra­ge, was das stra­te­gi­sche Kal­kül hin­ter der Ver­öf­fent­li­chung der­ar­ti­ger Bot­schaf­ten zu die­sem Zeit­punkt ist.

Kurz: Solaruni Freiburg!?

Die auf den Dächern der Uni­ver­si­tät Frei­burg pro­du­zier­ten Solar­an­la­gen haben von August 2006 bis heu­te die­ses Jahr bereits 1 Mio. Kilo­watt­stun­den pro­du­ziert. Das ist gut. Die Frei­bur­ger Solar­uni-Anla­gen wer­den durch Antei­le finan­ziert, die Mit­glie­der der Uni­ver­si­tät erwor­ben haben. Das ist ein gutes Modell (min­des­tens eben­so gut wie die Tat­sa­che, dass die Leip­zi­ger Initia­ti­ve Uni-Solar, die ähn­li­ches mit stu­den­ti­schen Antei­len macht und dafür kürz­lich vom Deut­schen Stu­den­ten­werk aus­ge­zeich­net wor­den ist). Eben­so ist es schön, dass Prof. Dr. Franz Dasch­ner dafür einen Umwelt­preis erhal­ten hat.

Es gibt aller­dings auch Schat­ten­sei­ten. Die eine hat mehr was mit per­sön­li­cher Eitel­keit zu tun – was vom Rek­to­rat ger­ne ver­schwie­gen wird, ist näm­lich der kon­zep­tu­el­le Vor­lauf, der in stu­den­ti­schen Krei­sen (u‑as­ta-Umwelt­re­fe­rat) seit 1997/​98 für das Pro­jekt Solar-Uni statt­ge­fun­den hat. Die zwei­te, wich­ti­ge­re Schat­ten­sei­te hat Grü­nes­Frei­burg kürz­lich ent­deckt: der Neu-/Um­bau der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek ist zwar ästhe­tisch äußerst umstrit­ten, hat aber zumin­dest ein span­nen­des Gebäu­de­tech­nik­kon­zept. Die in die Fens­ter inte­grier­ten Solar­an­la­gen (ob ther­misch oder Pho­to­vol­ta­ik, geht aus dem Bericht bei Grü­nes­Frei­burg nicht so klar her­vor) fal­len jetzt jedoch aus Kos­ten­grün­den weg. Da endet dann die Öko­ex­zel­lenz der viel­ge­prie­se­nen Solar­uni. Schade!

Kurz zum Castor (Update 2)

Ich bin an die­sem Wochen­en­de nicht im Wend­land – Lehr­ver­pflich­tun­gen nächs­te Woche, Fami­lie, sons­ti­ger Stress. Und die Tat­sa­che, dass es von Frei­burg aus halt doch etwas wei­ter ist.* Ich wün­sche aber allen, die hin­ge­fah­ren sind, auf jeden Fall schon mal viel Erfolg! 

BDK-Delegierter mit Anti-AKW-TShirtAuch wenn mich das plötz­li­che Anti-AKW-Bewegt­sein man­cher pro­mi­nen­ter Mit­grü­ner ein biß­chen irri­tiert (Bun­des­tags­wahl? Atom­po­li­tik?), fin­de ich es doch sehr gut, dass mei­ne Par­tei sich sehr klar zu die­sen Pro­tes­ten bekennt und auf­ruft, dort mit­zu­ma­chen. Ich weiss, dass es vie­le Grü­ne (und Men­schen aus der Grü­nen Jugend) auch wäh­rend der rot-grü­nen Regie­rungs­zeit sinn­voll fan­den, sich dem Cas­tor in Gor­le­ben aktiv ent­ge­gen­zu­stel­len. Letzt­lich lässt sich da nur frei nach der aktu­el­len taz-Wer­be­kam­pa­gne sagen, dass es schön ist, dass inzwi­schen auch ande­re den Pro­test wich­tig genug finden.

Aktu­el­le Infos vom Cas­tor-Trans­port und aus dem Wend­land gibt es bei der taz (die Wer­bero­ta­ti­on: abwech­selnd Vat­ten­fall und Green­peace!) /​ Ticker, auf Twit­ter (Castor2008 – auto­no­mes Camp, Die Grü­nen live) und natür­lich bei X‑1000-mal-quer.

Update: (8.11.2008) Die Zeit sieht in der akti­ven grü­nen Bewer­bung und Teil­nah­me am Cas­tor-Pro­test einen Modell­ver­such für lebens­lan­ges Ler­nen. War­um auch nicht.

Update 2: (9.11.2008) Um 20.44 Uhr ist der Cas­tor mit einer Ver­spä­tung von etwa 15 Stun­den oder so noch immer nicht in Gor­le­ben ange­kom­men – die viel­fäl­ti­gen Blo­cka­den und Pro­test­ak­tio­nen haben also doch ein biß­chen was bewirkt. In dem Zusam­men­hang muss ich jetzt doch auch noch mal ein Lob los­wer­ten – die Bun­des­vor­stands­mit­glie­der Clau­dia Roth, Stef­fi Lem­ke, Astrid Rothe und Mal­te Spitz sind bei der gro­ßen Sitz­blo­cka­de dabei. 

* * *

* Ich habe jetzt extra noch­mal nach­re­cher­chiert: es ist tat­säch­lich schon mehr als zehn Jah­re her, dass ich so rich­tig an Camps und X‑1000-mal-quer-Aktio­nen rund um den Cas­tor-Trans­port teil­ge­nom­men habe – näm­lich im nachts bit­ter­kal­ten März 1997. Danach kam dann rot-grün, das Ende mei­nes Magis­ter­stu­di­ums, Job & Kind …