Lesenswert: Handbuch für Zeitreisende

Wer eine Zeit­rei­se plant, kommt an die­sem unge­mein prak­ti­schen Rei­se­füh­rer – Kath­rin Pas­sigs und Aleks Scholz‹ Hand­buch für Zeit­rei­sen­de nicht vorbei.

Neben Hin­wei­sen für ein zeit­an­ge­mes­se­nes Beneh­men ent­hält das kom­pak­te Buch Ant­wor­ten etwa zur Rele­vanz des Stra­ßen­pflas­ters und der Indus­trie­ar­bei­ter­schaft für die Durch­set­zung des Fahr­rads als mög­li­cher ana­chro­nis­ti­scher Erfin­dung oder zur Fär­bung und Tem­pe­ra­tur des Son­nen­sys­tems zu unter­schied­li­chen Zeit­punk­ten, also ganz all­ge­mein nütz­li­ches Wis­sen für die Pla­nung und Durch­füh­rung gelin­gen­der Zeitreisen.

Hevor­zu­he­ben sind auch die zahl­rei­che hochr­e­le­van­ten Warn­hin­wei­se, die dazu bei­tra­gen mögen, nai­ve Zeit­ge­nos­sen vor leicht­fer­ti­gen Aus­flü­gen auf Schlacht­fel­der oder in die Urzeit zu bewah­ren. Genau genom­men wird deut­lich, dass Zeit­rei­sen jen­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de der Pau­schal­an­ge­bo­te (Rom, Grie­chen­land, Bie­der­mei­er) immer noch mit einer gan­zen Rei­he von Risi­ken und Gefah­ren ein­her­ge­hen – obwohl bekannt­lich die eige­ne Zukunft in bereis­ten Ver­gan­gen­hei­ten gar nicht geän­dert wer­den kann (dies wird von Passig/​Scholz, neben­bei gesagt, viel bes­ser erklärt als in den übli­chen Hand­rei­chun­gen hier­zu). Nein: gefähr­lich sind eher uner­forsch­te Pflan­zen, Infek­ti­ons­krank­hei­ten und ande­re medi­zi­ni­sche Pro­ble­me sowie Hungersnöte.

Wer den­noch indi­vi­du­ell in die Ver­gan­gen­heit rei­sen will, fin­det in dem für 20 Euro recht güns­tig erwerb­ba­ren Hand­buch auch zu die­sen Fra­gen hilf­rei­che Hin­wei­se. Deut­lich wird dabei ganz neben­bei, wie wenig über grö­ße­re Tei­le der Ver­gan­gen­heit bekannt ist.

Das letzte heimische Netz

Ges­tern fand das sehr gelun­ge­ne ers­te Netz­kul­tur­fes­ti­val von Frei­burg gestal­ten statt (umsonst und drin­nen, näm­lich in der wun­der­ba­ren Lok­hal­le). Kath­rin Pas­sig war auch da, und hat erbau­lich über die seit 1982 nach­weis­ba­re Idee vor­ge­tra­gen, dass das Netz kaputt sei und frü­her doch alles bes­ser, schö­ner, uto­pi­scher war – bevor unge­wa­sche­ne Bar­ba­ren und puber­tie­ren­de Jungs Ein­zug in das jewei­li­ge Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel gehal­ten haben. 

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