Das Problem sind nicht die fehlenden Ideen – das Problem ist der Weg zur Umsetzung

Am 29. und 30. Mai 2026 fin­det „IM/PULS“ statt. Das ist nicht der kul­tur­po­li­ti­sche Arbeits­kreis „Im-Puls“ Stau­fen­berg, auch nicht die säch­si­sche Nacht der Jugend­kul­tu­ren „im:puls“, und erst recht nicht das „Im.Puls“-Bewegungsteam oder die „Im·Puls“-Tagung Lebens­kraft. Nein, hin­ter die­sem Namen – auf das Satz­zei­chen kommt es an – ver­birgt sich was Bündnis/Grünes – genau­er gesagt: „Zwei Tage für Ideen, Debat­ten und Per­spek­ti­ven“. Ein grü­ner Kon­gress irgend­wo zwi­schen Bar­camp, Re:publica und Par­tei­tag. Gesucht wer­den sol­len „Ant­wor­ten auf eine Welt im Wan­del“. Klingt alles irgend­wie nice, trotz­dem: so rich­tig begeis­tert bin ich davon bis­her nicht. Und über­le­ge, ob ich mir das Wochen­en­de ein­pla­nen soll oder nicht.

War­um die­ses Zögern? Banal betrach­tet ver­mut­lich des­we­gen, weil ich schon zu lan­ge dabei bin, zu vie­le Zukunfts‑, Per­spek­tiv- und Pro­gramm­kon­gres­se erlebt habe, und auch schon zu lan­ge im „Poli­tik­ma­nage­ment“ tätig bin. Etwas weni­ger banal bin ich mir nicht sicher, ob ich die Prä­mis­se hin­ter „IM/PULS“ tei­le. Hin­ter der Pro­sa steckt der – legi­ti­me – Ver­such, pro­gram­ma­ti­sche Wei­ter­ent­wick­lung inner­halb der in den letz­ten Jah­ren stark gewach­se­nen Par­tei zu orga­ni­sie­ren. Und ja, die Welt heu­te ist eine ande­re als vor zehn oder fünf­zehn Jah­ren, und sie ist auch eine ande­re als 2018 (da wur­de das letz­te Grund­satz­pro­gramm beschlos­sen). Und ja, es gibt ein paar inner­par­tei­li­che Kon­flik­te, die eher über­tüncht als gelöst wor­den sind. Trotz­dem: im Gro­ßen und Gan­zen habe ich den Ein­druck, dass wir pro­gram­ma­tisch gut auf­ge­stellt sind. 

Wir haben eine aus mei­ner Sicht rea­lis­ti­sche Ein­schät­zung der Welt­pro­blem­la­gen, wir haben viel­fach ganz gute Kon­zep­te, um zur Pro­blem­lö­sung bei­zu­tra­gen, und da, wo wir rat­los sind, hat das oft mehr damit zu tun, dass es kei­ne gute Lösung gibt (klei­nes Stich­wort: Nah­ost­kon­flikt), als damit, dass wir sie nicht kennen. 

Was wir aktu­ell nicht haben, ist eine Macht­per­spek­ti­ve. Da, wo es die­se gibt, fin­den wir einen erstaun­lich gro­ßen Zuspruch. Wobei mein Ein­druck am Info­stand in Baden-Würt­tem­berg war: den meis­ten Men­schen sind die Details unse­res Pro­gramms egal. Da zählt ins­ge­samt der Ein­druck, dass wir ganz ordent­lich arbei­ten, das Herz am rech­ten Fleck und die rich­ti­gen Wer­te haben, und dass es für Baden-Würt­tem­berg deut­lich bes­ser ist, wenn Cem Özd­emir Minis­ter­prä­si­dent wird, als wenn jemand ande­res die­ses Amt aus­füllt. Und die 30,2 Pro­zent haben auch etwas damit zu tun, dass eben kei­ne gro­ßen pro­gram­ma­ti­schen grü­nen Debat­ten statt­fan­den, son­dern sehr prag­ma­tisch „Bein­frei­heit“ zuge­stan­den wur­de. Was am Schluss dabei her­aus kommt, wis­sen wir dann, wenn es soweit ist. 

Was jetzt schon klar ist: wenn, wird es in Baden-Würt­tem­berg wie­der eine lager­über­grei­fen­de Koali­ti­on aus Grü­nen und CDU geben. Genau­so, wie es in Rhein­land-Pfalz eine lager­über­grei­fen­de Koali­ti­on aus CDU und SPD geben wird. Und auch im Bund war die „Gro­ße Koali­ti­on“ ja bekannt­lich das ein­zi­ge, was nach einem ober­fläch­lich ähn­lich per­so­nen­zen­trier­tem, fak­tisch aber doch anders gela­ger­tem Wahl­kampf übrig blieb. 

Wer sich die Umfra­gen der letz­ten Mona­te anschaut, und mal ein biss­chen rech­net, kommt immer auf etwa 35, 36 Pro­zent für ein holz­schnitt­ar­ti­ges „lin­kes Lager“ aus SPD, Grü­nen und Links­par­tei. Es gab Zei­ten, wo das anders war, aber aktu­ell ver­schie­ben sich Umfra­ge­wer­te inner­halb die­ses Lagers – und nur da. Auf der ande­ren Sei­te ste­hen rund 25 Pro­zent für CDU/CSU und noch ein­mal rund 25 Pro­zent für die AfD. Macht­op­tio­nen wären damit aktu­ell: eine CDU/C­SU-AfD-Koali­ti­on (die hof­fent­lich die Mehr­heit der Uni­on wei­ter­hin ablehnt) oder eine Koali­ti­on aus CDU/CSU und (SPD und/oder Grü­nen); je nach Zahl der ver­lo­re­nen Stim­men und der Fra­ge, wer inner­halb des „lin­ken Lagers“ gera­de vor­ne liegt, könn­te es knapp für eine Zwei­er­ko­ali­ti­on reichen. 

Auch wenn die Umfra­ge­wer­te in den letz­ten Mona­ten wenig Dyna­mik zei­gen, gibt es natür­lich die Mög­lich­keit, dass vor der nächs­ten Bun­des­tags­wahl doch noch etwas in Bewe­gung gerät, dass bei­spiels­wei­se der ver­blie­be­ne links­li­be­ra­le Rest der FDP-Wähler*innen ent­deckt, dass es Grü­ne gibt, oder dass Tei­le der CDU/C­SU-Wäh­ler­schaft sich für eine oder einen „mit­ti­gen“ grüne*n Kandidat*in begeis­tern. Solan­ge die oder der kei­ne Gen­der­stern­chen benutzt und sich auch sonst betont bür­ger­lich gibt. 

Aber selbst in die­sen Sze­na­ri­en ist eine eigen­stän­di­ge „lin­ke“ Mehr­heit weit weg. Eine eigen­stän­di­ge „rech­te“ Mehr­heit wird von der star­ken AfD ver­hin­dert, so lan­ge die­se nicht Teil davon ist.

Was ich sagen will: wenn es eine Macht­op­ti­on gibt, dann ist es eine lager­über­grei­fen­de. Und das heißt, um noch­mal auf Baden-Würt­tem­berg zurück zu kom­men, dass am Schluss neben eini­gen grü­nen Juwe­len ver­mut­lich sehr viel CDU/C­SU-Wei­ter­so in einem Pro­gramm zu fin­den sein wird. 

Wenn wir das nicht wol­len, dann soll­te – uno­po­pu­lä­re Mei­nung – im Mit­tel­punkt einer „IM/PULS“-Tagung nicht die Fra­ge der pro­gram­ma­ti­schen Wei­ter­ent­wick­lung ste­hen, son­dern die Fra­ge, wel­che gesell­schaft­li­chen Bünd­nis­se (auch außer­halb der eige­nen Kom­fort­zo­ne) not­wen­dig sind. Oder die Fra­ge, wel­che Inhal­te wir nach vor­ne stel­len, um anschluss­fä­hig an die Fra­gen der Zeit zu blei­ben (und wel­che eher nicht). Oder die Fra­ge, wie es gelingt, grün zu blei­ben und sich trotz­dem geschlos­sen, über­zeugt und über­zeu­gend hin­ter einer Per­son zu ver­sam­meln, die eine reel­le Chan­ce hat, die Umfra­ge­er­geb­nis­se so zu ver­schie­ben, dass Optio­nen dafür greif­bar wer­den, die guten und muti­gen grü­nen Kon­zep­te, die es ja gibt, auch umzu­set­zen. Und dabei davon aus­zu­ge­hen, dass es von Tag eins an fie­se Gegen­kam­pa­gnen geben wird – die schon ein­kal­ku­liert wer­den müss­ten, ohne jedoch den Mut zu ver­lie­ren. Zu dis­ku­tie­ren, was dafür jetzt getan wer­den kann: das wäre für mich ein Impuls, der die Par­tei vor­an­tra­gen könnte.

Im Hyperloop-Flugtaxi unter schwarz-rot-blauer Flagge

Am Schluss ging’s dann schnel­ler als erwar­tet: heu­te hat die schwarz-rot-blaue Koali­ti­on den Ent­wurf ihres Koali­ti­ons­ver­trags vor­ge­stellt. Auf 144 Sei­ten wird – immer unter Finan­zie­rungs­vor­be­halt – skiz­ziert, was Merz und Co. in den nächs­ten vier Jah­ren vor haben – jeden­falls dann, wenn die Gre­mi­en von CDU und CSU zustim­men und die SPD-Mit­glie­der ihren Dau­men heben.

Beant­wor­tet ist jetzt auch die Fra­ge nach der Auf­tei­lung der Res­sorts auf die koalie­ren­den Par­tei­en. Es kur­sier­ten zwar heu­te früh schon Lis­ten mit Namen (u.a. wur­de Andre­as Jung aus Baden-Würt­tem­berg da schon zum CDU-Umwelt­mi­nis­ter aus­ge­ru­fen). Die Auf­tei­lung der Res­sorts im Ver­trag selbst sieht jetzt aber doch noch ein­mal anders aus. Und Namen gab es in der Pres­se­kon­fe­renz nicht – mal sehen, wann die­se nach­ge­reicht werden. 

Dem­nach wird die CDU neben Bun­des­kanz­ler und Minis­ter im Bun­des­kanz­ler­amt die Res­sorts für Wirt­schaft und Ener­gie (aber ohne Kli­ma­schutz), das Aus­wär­ti­ge Amt, das neu zusam­men­ge­stell­te Minis­te­ri­um für Bil­dung, Fami­lie, Senio­ren und Frau­en, das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um, das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um – das heu­te früh noch ein umfas­sen­de­res Infra­struk­tur­mi­nis­te­ri­um war – und das neue Minis­te­ri­um für Digi­ta­li­sie­rung und Staats­mo­der­ni­sie­rung beset­zen. Letz­te­res klingt ein wenig nach DOGE; ich hof­fe, dass die Ankün­di­gung, das Per­so­nal der Bun­des­be­hör­den zu redu­zie­ren, nicht zu ähn­li­chen Kahl­schlä­gen führt wie in den USA.

Die SPD benennt sie­ben Minister*innen: den Finanz­mi­nis­ter (ver­mut­lich Lars Kling­beil) und die Minister*innen für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz, für Arbeit und Sozia­les, für Ver­tei­di­gung (ich tip­pe drauf, dass das wei­ter Pis­to­ri­us machen wird), für Umwelt, Kli­ma­schutz, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit, für Wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (das also nicht im AA lan­det) und für Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Bauwesen.

Bei der CSU wird’s klas­sisch mit Innen auf der einen und Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Hei­mat auf der ande­ren Sei­te. Dazu kommt dann ein „Super­hightech­mi­nis­te­ri­um“ für For­schung, Tech­no­lo­gie und Raum­fahrt, bei dem Star-Trek-Fan Söder ins gro­ße Schwär­men kam. Der Minis­ter oder die Minis­te­rin (ich tip­pe auf Doro Bär) darf dann Quan­ten, KI, Fusi­ons­kraft­wer­ke, Hyper­loops, Flug­ta­xis und was noch alles schö­nes in Bay­ern gibt, finan­zie­ren. Ob die Hoch­schu­len hier oder zwi­schen Bil­dung, Jugend und Senio­ren gelan­det sind, scheint mir noch nicht ganz klar zu sein.

Und inhalt­lich? Bis­her habe ich die 144 Sei­ten nur über­flo­gen. An eini­ges Stel­len gibt es posi­ti­ve Auf­fäl­lig­kei­ten (etwa bei der Zusa­ge für das Deutsch­land­ti­cket), die eine oder ande­re Grau­sam­keit wur­de zurück­ge­stellt – Selbst­be­stim­mungs­ge­setz und Can­na­bis­ge­setz sol­len „ergeb­nis­of­fen eva­lu­iert“ wer­den, eine Abschaf­fung steht nicht mehr im Ver­trag; das Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz soll durch ein neu­es Gesetz ersetzt wer­den, das sich strikt an den CO2-Emis­sio­nen ori­en­tiert (da bin ich gespannt). Düs­ter sieht es im Bereich Migra­ti­on aus, da ste­hen in nur leicht abge­schwäch­ter Form alle For­de­run­gen aus dem Uni­ons-Gru­sel­ka­bi­nett im Text. Ähn­lich beim Bür­ger­geld. Die Kli­ma­zie­le für 2045 wer­den bestä­tigt, der Weg dahin sieht aller­dings reich­lich schwam­mig aus und dürf­te auch die eine oder ande­re Hür­de für den wei­te­ren Aus­bau der Elek­tri­fi­zie­rung ent­hal­ten. Und ins­ge­samt bleibt offen, wie die schö­nen Din­ge (Super­la­ser­high­tech­quan­ten­ein­hör­ner! Absen­kung der Mehr­wert­steu­er in der Gas­tro­no­mie! Sen­kung der Strom­prei­se!) über­haupt finan­ziert wer­den sol­len. Ach ja: das Gan­ze steht unter Finan­zie­rungs­vor­be­halt. Pro­gno­se: Das wird noch lustig.

In der B‑Note: Söder char­mier­te kaba­ret­tis­tisch, Merz war stolz wie bol­le, Kling­beil hör­te sich teils wie ein Finanz­mi­nis­ter und teils wie ein kom­men­der Kanz­ler an, und Esken wur­de von den drei Her­ren weit­ge­hend igno­riert, als sie die Pro­gramm­tei­le Sozia­les und Kli­ma vor­stell­te. Mit den gan­zen Durch­ste­che­rei­en im Vor­feld und dem medi­al sehr laut hör­ba­ren Gegrum­mel in den Par­tei­en – ins­be­son­de­re in der CDU – bin ich mal gespannt, wie schnell aus „kei­ne Lie­bes­hei­rat, aber Hekt­ar“ eine offe­ne Feld­schlacht wer­den wird. Soviel zur „Ver­ant­wor­tung für Deutschland“. 

Der Mann von gestern für gestern

Frag­Den­Staat hat über­sicht­lich auf­be­rei­tet, was bis­her an Zwi­schen­stän­den aus den Ver­hand­lun­gen zwi­schen Uni­on und SPD bekannt ist. In den Doku­men­ten ist auch mar­kiert – blau für die Uni­on, rot für die SPD – was jeweils noch strit­tig ist. Auch im geein­ten Text sind schon eini­ge Häm­mer ent­hal­ten – und Mehr­aus­ga­ben in Höhe von 100ten Mrd. €, von denen nie­mand weiß, wie sie finan­ziert wer­den sollen.

Rich­tig krass wird es aber bei den Wün­schen der CDU/CSU, die bis­her sei­tens der SPD nicht akzep­tiert wor­den sind. Okay, Merz hat das im Wahl­kampf ange­kün­digt, und ja – das, was auf rechts­po­pu­lis­ti­scher Sei­te geäu­ßert wird, das soll­te man ernst neh­men. Trotz­dem in der Sum­me krass:

Im Innen­be­reich sol­len Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und Quel­len-TKÜ kom­men, auch die Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung wird sei­tens der CDU in Fra­ge gestellt. Die Can­na­bis­le­ga­li­sie­rung soll rück­ab­ge­wi­ckelt wer­den. Im Wirt­schafts­be­reich (!) wird wei­ter auf den Ver­bren­nungs­mo­tor gesetzt. Im Ver­kehrs­be­reich kämpft die Uni­on gegen das Tem­po­li­mit. Das Bür­ger­geld wird wie­der rück­ab­ge­wi­ckelt, wenn es nach CDU/CSU geht („ver­bind­li­che Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­run­gen“), aber auch im mit der SPD geein­ten Text wer­den so gut wie alle Errun­gen­schaf­ten des Wech­sels von Hartz-IV zum Bür­ger­geld wie­der gestri­chen. Der NPD-Spruch von der „Ein­wan­de­rung in die Sozi­al­sys­te­me“ fin­det sich jetzt als CDU-Text­vor­schlag. Asyl­be­wer­ber­leis­tun­gen will die Uni­on „auf das Mini­mum absen­ken“. Im Bereich Fami­lie, Frau­en usw. will die Uni­on das Selbst­be­stim­mungs­ge­setz wie­der rück­ab­wi­ckeln. Das Büro­kra­tie-Kapi­tel liest sich 1:1 wie ein Text aus der Hoch­zeit des New Public Manage­ments. Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen sol­len rück­ab­ge­wi­ckelt wer­den, und wenn es nach der Uni­on geht, wird das Umwelt­in­for­ma­ti­ons­ge­setz ent­kernt. Das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz soll abge­schafft wer­den. Zum Haus­halt fällt der CDU/CSU vor allem „Steu­ern sen­ken“ ein, Gegen­fi­nan­zie­rung unklar. Die Kli­ma­zie­le sol­len durch den Ein­kauf von Zer­ti­fi­ka­ten in Dritt­län­dern erreicht wer­den, das Flä­chen­ziel für Wind­kraft soll ent­fal­len, der Wie­der­ein­stieg in die Atom­kraft steht eben­falls im Kapi­tel Ener­gie und Kli­ma. Die Gas­net­ze sol­len erhal­ten blei­ben, die Gas­för­de­rung im Inland aus­ge­baut wer­den. Und zumin­dest in blau „Wir wer­den das Hei­zungs­ge­setz abschaf­fen“ (mal dekla­ra­to­risch in die Welt gebrüllt). Last but not least: Die Wehr­pflicht wird wie­der aktiviert.

Zusam­men­ge­fasst: Merz will die Bun­des­re­pu­blik auf den Stand vor Mer­kel zurück­set­zen. Dem gan­zen Text ist eine Sehn­sucht nach den im Rück­blick so gol­den wir­ken­den Kohl-Jah­ren anzu­mer­ken. Alles dazwi­schen – Mer­kel, und erst recht die weni­gen Errun­gen­schaf­ten der Ampel – will Merz rück­ab­wi­ckeln. So viel Sehn­sucht nach ges­tern war sel­ten, so viel per­sön­li­che Krän­kung als Aus­gangs­punkt für die Per­so­na­li­tät eines Bun­des­kanz­lers auch nicht. 

Ich bin gespannt – naja, und habe durch­aus Befürch­tun­gen – was in den fina­len Ver­hand­lun­gen zwi­schen Merz und Kling­beil raus­kommt, wie viel Black­rock nach in Black-Rot ste­cken wird. 

Scheinbar einbetoniert

Eine Viel­zahl von Umfra­ge­insti­tu­ten ver­öf­fent­li­chen gera­de wöchent­lich ihre Wahl­um­fra­gen. Deren Aus­sa­ge­kraft ist einer­seits begrenzt – bei den letz­ten Wah­len gab es teil­wei­se erheb­li­che Abwei­chun­gen – ande­rer­seits sagen sie in der Sum­me und im Ver­gleich inner­halb der jewei­li­gen Umfra­ge doch etwas aus. 

Wer sich selbst ein Bild davon machen möch­te, fin­det bei vie­len Medi­en ein­ge­bet­te­te Dia­gram­me. Die Roh­da­ten stam­men oft von wahlrecht.de, die eine weit zurück­grei­fen­des Archiv der Sonn­tags­fra­ge-Umfra­gen aller gro­ßen Insti­tu­te pfle­gen (und das nicht nur für die Bun­des­tags­wahl, son­dern auch für Land­tags­wah­len und Abfra­gen zur Bun­des­tags­wahl in ein­zel­nen Län­dern). Eine beson­ders gelun­ge­ne Visua­li­sie­rung ist aus mei­ner Sicht der Pol­ly­tix-Wahl­trend.

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Neustart gelungen

Die 50. Bun­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz von Bünd­nis 90/Die Grü­nen – gezählt seit dem Zusam­men­schluss bei­der Par­tei­en 1993 – tag­te an die­sem Wochen­en­de im schmu­cken Rhein Main Con­gress Cen­trum in Wies­ba­den. Ich war als Dele­gier­ter für mei­nen Kreis­ver­band dabei; als ich mich dele­gie­ren ließ, war die Welt noch eine ande­re. Bei der Auf­stel­lung hat­te ich ambi­va­len­te Gefüh­le – Frei­tag bin ich dann schon mit sehr viel mehr Zuver­sicht zum Par­tei­tag gefahren.

Aus­führ­lich lässt sich in Mast­o­don unter dem Hash­tag #bdk24 nach­le­sen, wie die­ser Par­tei­tag gelau­fen ist. Die Zuver­sicht hat sich als berech­tigt erwie­sen; der grü­ne Neu­start ist gelungen.

Im Kern sind es vier Din­ge, die wir auf die­ser BDK gemacht haben:

  • Dank und Wertschätzung
  • Neu­wahl des Bundesvorstands
  • Start in den Wahl­kampf mit dem #Team­Ro­bert
  • Beschlüs­se zu aus der Par­tei­ba­sis her­aus gesetz­ten, inhalt­li­chen Themen

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