Kurz: »Grünzeug am Mittwoch« – Internetarchäologie

Bei mei­nen Archiv­wühl­ar­bei­ten ist mir anhand toter Links auf­ge­fal­len, dass der baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­ver­band der Grü­nen von 2009 bis etwa 2013/​14 ein Blog betrie­ben hat, das zumin­dest zeit­wei­se auch rege genutzt und als Debat­ten­fo­rum ver­wen­det wur­de. Das hat­te ich schon fast vergessen. 

Ich selbst habe von 2009 bis 2012 dort mehr oder weni­ger jeden Mitt­woch ein »Grün­zeug am Mitt­woch« geschrie­ben. Zu allen mög­li­chen The­men, die Grü­ne – in Baden-Würt­tem­berg, und dar­über hin­aus – bewe­gen. Heu­te ist das Blog nur noch über das Inter­net Archi­ve zu fin­den, zumin­dest grö­ße­re Tei­le davon. Unten ein Link zu einem Goog­le Doc, in dem ich »mei­ne« Ein­trä­ge, so weit sie noch im Inter­net Archi­ve zu fin­den waren, ein­mal zusam­men­ge­stellt habe. Nicht voll­stän­dig, und auch nicht hübsch for­ma­tiert, aber viel­leicht doch ganz praktisch.

> Grün­zeug am Mitt­woch 001 bis 148

Gene­rell: wenn ich mir die unglaub­lich gro­ße Men­ge nicht mehr funk­tio­nie­ren­der Links schon nach zehn oder fünf­zehn Jah­ren anschaue, glau­be ich, dass zukünf­ti­ge Historiker*innen mal ihren Spaß haben wer­den, zu rekon­stru­ie­ren, was in den 2010er Jah­ren so los war. 

dagegen, dagegen, der zukunft entgegen

dage­gen, dage­gen, der zukunft entgegen

wir schrei­ben das jahr zweitausendzehn
man­che haben schon die zukunft gesehn
es soll wohl immer so wei­ter gehn
wenn sie es sind, die wei­ter drehn

wir dage­gen sind dagegen
dage­gen, dage­gen, der zukunft entgegen

der vor­be­hal­te gibt es viele,
schon wie­der wer­den sie genannt,
fort­schritts­fein­de! heißt es -
wehrt euch, leis­tet widerstand

wir dage­gen sind dagegen
dage­gen, dage­gen, der zukunft entgegen

ihr mor­gen bleibt doch alter tand
dafür! – so rufen sie, und meinen
letzt­lich immer nur den glei­chen stand:
alles soll beim alten bleiben

wir dage­gen sind dagegen
dage­gen, dage­gen, der zukunft entgegen

als rich­tung reicht’s doch nicht
nur drauf zu schau­en, was man zahlt
für uns zählt, was sich ändert
drum gilt:
wer uns wählt, ahnt die qual der wahl
und den­noch: hoff­nungs­froh dagegen,
denn das heißt, was ande­res wollen

wir dage­gen sind dagegen
dage­gen, dage­gen, der zukunft entgegen

wir ste­hen dazu, wir nehmen’s ernst
wenn’s mor­gen bes­ser wer­den soll als heute
dann reicht es nicht, dafür zu sein
es muss auch klar sein, was man wollte

wir dage­gen sind dagegen
dage­gen, immer nur dage­gen, end­lich der zukunft entgegen

und die wird grün

Ist ein biß­chen kin­disch, aber mir ging die­ser Refrain nicht mehr aus dem Kopf, und dann woll­te ich halt was drauß machen. Viel­leicht ist’s auch ein Kom­men­tar zur aktu­el­len Lage. Gesun­gen vor­zu­stel­len, Stil nach Belieben.