Schlagwort-Archive: stadt

Zwanzigtausend Gründe, gerne in Freiburg zu leben

Veröffentlicht unter Freiburg, Politik und Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , ,  

#nopegidafr-Demo in Freiburg

Vor einem Monat gab es einen Aufruf bei Facebook zu einer Demonstration »Freiburg zeigt Farbe«, um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz und gegen »Pegida« etc. zu setzen. Gestern fand diese Demonstration nun statt – zwischenzeitlich hatten sich auch der grüne OB Salomon und der Rektor der Uni Freiburg, Prof. Schiewer, hinter den Aufruf gestellt. Zur Demo kamen dann nach Schätzung der Polizei 20.000 Menschen. Wir waren auch dabei, und ja: es war eine große, große Menge Menschen.

Weiterlesen

3 Personen gefällt dieser Eintrag.


Im Ländle angekommen

Veröffentlicht unter So grün, so grün | Verschlagwortet mit , , , , , , , , ,  

Den folgenden Text habe ich für den SPUNK – Zeitschrift der Grünen Jugend – geschrieben:

Im Ländle angekommen

Der Wahlsieg in Baden-Württemberg fand auch in den Kleinstädten und Dörfern statt

Lange galt der Grundsatz, dass Grüne in den Städten siegen und auf dem Land kein Bein auf den Boden bekommen. Ganz so einfach ist es nicht mehr. Erst recht nicht in Baden-Württemberg. Von den fast elf Millionen EinwohnerInnen (Ew.) lebt nur ein knappes Drittel in großen Städten: Stuttgart ist mit etwa 600.000 Ew. die einzige Metropole. Danach folgen Mannheim und Karlsruhe (je 300.000 Ew.) und Freiburg (220.000 Ew.) sowie 18 weitere Städte zwischen 50.000 und 150.000 Ew. – neben den Universitätsstädten sind das bundesweit eher unbekannte Städte wie Pforzheim, Aalen oder Esslingen. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben dagegen in kleineren Städten und Gemeinden – und im ländlichen Raum.


Wahlergebnisse von CDU, Grünen, SPD und FDP bei den Landtagswahlen 2006 und 2011 nach Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde (Anklicken zum Vergrößern)

Weiterlesen

4 Personen gefällt dieser Eintrag.


You can’t have the pie and eat it, too

Veröffentlicht unter Freiburg, So grün, so grün, Soziologisch gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , ,  
Introduction I
Timothy Simms
Reinhold Pix
Reinhold Pix

Gestern war ja die Nominierungsversammlung für den Wahlkreis Freiburg-Ost für die Landtagswahl. Als Ko-Versammlungsleiter musste ich gestern abend ja neutral sein (und denke, dass mir das auch einigermaßen gelungen ist). Als Kreisvorstandsmitglied des KV Breisgau-Hochschwarzwald freue ich mich sehr, dass unser Abgeordneter Reinhold Pix wieder nominiert wurde. Trotz – oder vielleicht auch wegen – all seiner Ecken und Kanten ist er genau der richtige für den oft zitierten »ländlichen Raum«. Er hat uns im Schwarzwald in der Tat Türen geöffnet, die vorher vernagelt und barrikadiert waren. Er steht für ein bodenständiges, manchmal etwas ruppiges Grün jenseits der Großstädte. Und genau das brauchen wir auch in der Landtagsfraktion.

Insofern bin froh, dass Reinhold mit 42 Stimmen der 53 Wahlberechtigten wieder nominiert wurde. Wenn ich mich im Saal umgeschaut habe, habe ich viele Leute aus Gundelfingen, vor allem aber aus dem Dreisamtal und aus dem Hochschwarzwald gesehen. Ich denke, dass (fast) alle davon Reinhold gewählt haben.

Eigentlich also aller Grund, zufrieden zu sein. Ganz zufrieden bin ich nicht, und das hat damit zu tun, dass der Freiburger Gemeinderat Timothy Simms nur 11 Stimmen erhalten hat. Tim, den ich seit Jahren – u.a. aus dem Soziologiestudium und der Hochschularbeit – kenne und persönlich sehr schätze, hatte sich relativ kurzfristig für die Kandidatur beworben. Er hat das mit einer sehr urbanen Bewerbung getan, mit einem Schwerpunkt auf weit verstandene Kulturpolitik und – als Deutsch-Amerikaner – auf Migration und Integration. Auch das sind Themen, die ich gerne in der Fraktion vertreten gesehen hätte. Ebenso wie Reinhold ist Tim ein unabhängiger Geist; ebenfalls ein Vorteil.

Mein liebstes Ergebnis des Abends wäre also gewesen, dass beide nominiert worden wären. Das ist nun aber tatsächlich unmöglich. Ich hätte also mit beiden möglichen Entscheidungen leben können – als Kreisvorstandsmitglied des »ländlichen« KVs dann doch mit einer Präferenz für Reinhold. Insofern bin ich, wie gesagt, froh über das Ergebnis.

Vor der Versammlung bin ich davon ausgegangen, dass es knapper werden würde. Ich bin auch deswegen davon ausgegangen, weil die Nomierungsversammlung vor fünf Jahren heiß umkämpft war. So unschön das klingt: eine Nominierungsversammlung ist nur zu gewinnen, wenn der Kandidat oder die Kandidatin vorher parteiinternen »Wahlkampf« macht, wenn für die Person geworben wird, wenn, kurz gesagt, Leute mobilisiert werden. Ich weiss, dass Reinhold hier in den Tagen vor der Wahlversammlung noch einmal große Anstrengungen unternommen hat, was sich letztlich auch ausgezahlt hat. Um nicht falsch verstanden zu werden: es geht hier nicht darum, Leute zu überreden, für den einen oder den anderen zu stimmen, sich Stimmen in irgendeiner Form zu erkaufen. Vielmehr meine ich damit, dass der Kandidat bei denjenigen Wahlberechtigten, die von ihm und seiner Politik überzeugt sind, dafür wirbt, die Versammlung zu besuchen und so die potenzielle in eine tatsächliche Stimme umzuwandeln.

Ich bin davon ausgegangen, dass auch Tim in diesem Sinne mobilisieren würde. Er hat das – wohl bewusst – nicht gemacht, sondern sich mit seiner Bewerbung der Versammlung gestellt. Demokratietheoretisch ist das vorbildhaft – faktisch hat Politik doch zu viel mit Macht zu tun, als dass die Annahme, dass die Mehrzahl der TeilnehmerInnen einer Nominierungsversammlung dort hinfährt, ohne nicht vorher schon zum einen oder zum anderen zu tendieren. In einem relativ weiten Rahmen ist es dann auch egal, wie die Reden ausfallen, welche Fragen gestellt und welche Unterstützungsstatements geäußert werden. Vielleicht lassen sich damit die Mitglieder, die einfach als Wahlberechtigte gekommen sind, ohne sich vorher festgelegt zu haben, in die eine oder in die andere Richtung bewegen. Wahlen und Abstimmungen auf Parteitagen scheinen mir aber nur dann zu gewinnen zu sein, wenn im Vorfeld, schon vor der eigentlichen Verhandlung, viele von einer Sache oder einer Person überzeugt worden sind, sich ihre Meinung also schon gebildet haben – und dann auch teilnehmen.

In dieser Perspektive wird eine Nominierungsversammlung dann zu einem Ort, an dem es weniger darum geht, wer am Abend besser auftritt, spannender spricht, die wichtigeren Themen vertritt – sondern zu einem Ort, an dem sich entscheidet, wem es vorher besser gelungen ist, in der Partei für sich zu werben. Und natürlich – das hatte Tim in seiner Bewerbungsrede angesprochen – sind die Voraussetzungen dafür nicht gleich. Gerade in der Situation, dass ein neuer Kandidat oder eine neue Kandidat gegen den oder die amtierende(n) Abgeordnete(n) antritt, scheint es ohne massive Werbung im Vorfeld nicht klappen zu können.

Es ließe sich jetzt noch viel dazu sagen, wie undemokratisch es ist, das letztlich die – mehr oder weniger zufällige – Zusammensetzung der Wahlversammlungen in den aussichtsreichen Kreisen darüber entscheidet, wer mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in den Landtag gewählt wird; dass Macht zu einer geomathematischen Angelegenheit wird. Solange wir in Baden-Württemberg kein Listenwahlrecht haben, ist die Situation aber so. Und natürlich ist es eine Illusion, zu glauben, dass ein Landesparteitag, der eine Liste aufstellt, nach komplett anderen Regeln abläuft. Auch dort sind es – neben allen anderen Faktoren – eben auch die vorher mobilisierten Netzwerke und Gruppen, die mit darüber entscheiden, wie aussichtsreich eine Kandidatur ist.

Trotzdem hätte die Listenwahl den Vorteil, dass die räumliche Begrenzung weniger strikt ausfällt. Natürlich könnte Tim – als überzeugter Freiburger ist das aber sehr unwahrscheinlich – es noch in einem anderen Wahlkreis versuchen, etwa in Tübingen oder in Stuttgart. Aber dass dort jemand »von außerhalb« nominiert wird, ohne dass es dafür sehr gute Gründe gibt, kommt kaum vor – schon alleine deshalb, weil die Frage, wie groß das potenziell mobilisierbare Netzwerk innerhalb der lokalen Partei ist, eben eine entscheidende Bedeutung hat. Diese lokale Begrenzung würde also bei einer Listenwahl aufgeweicht (durch das Delegiertenprinzip und den Wunsch, die eigene Region auch im Parlament vertreten zu sehen, gibt es de facto auch bei der Aufstellung von Listen gewisse »Proporze«). Dann könnte ich meinen Kuchen haben und ihn essen.

So muss ich dabei bleiben, gleichzeitig zufrieden und unzufrieden mit dem Wahlergebnis zu sein.

Was mir der Abend aber auch nochmal gezeigt hat: es ist sehr leicht, und der Zuschnitt des Wahlkreises verleitet geradezu dazu, Stadt und Land als Binarität zu konstruieren; festgemacht an der Zugehörigekit zum einen oder zum anderen Kreisverband, und dann schnell – ich habe es am Anfang dieses Textes ja auch getan – polarisierbar auf »Landthemen« und »Stadtthemen«. Es ist sehr leicht möglich, so zu tun, als wären das sich ausschließende Gegensätze; meiner Beobachtung nach haben beide Kandidaten sich auch genau so positioniert. Reinhold als Agrar- und Tourismuspolitiker, für den selbst Verbraucherschutz im Boden verankert ist – und Tim als Großstadtkulturpolitiker, für den der ländliche Raum nur Ausflugskulisse ist.

Auch deswegen bin ich mit dem Verlauf der Nominierungsversammlung nicht ganz zufrieden: den ich bin fest davon überzeugt, dass es gerade wir Grüne sind, denen es gelingen kann, diesen scheinbaren Gegensatz zu überwinden. Kultur findet auch außerhalb der Stadtgrenzen statt, und Agrar- und Verbraucherpolitik spielt sich auch im städtischen Supermarkt ab. Dazu kommt die reale Unschärfe der schönen Polarität. Wer mit der Höllentalbahn vom Freiburger Hauptbahnhof bis in den Schwarzwald hochfährt, fährt durch ein Kontinuum aus Innenstadt, Gründerzeitstadtviertel, suburbaner Vorstadt, suburbaner Gemeinde, ländlicher Gemeinde. Die Grenzen sind längst nicht so fest gezurrt, wie manche das gerne hätten.*

Da liegt vielleicht auch ein Thema, mit dem ich mich in Zukunft stärker beschäftigen könnte – nicht nur mit dem politischen Hintergrund als Vorstandsmitglied des »ländlichen« Kreisverbandes Breisgau-Hochschwarzwald, der »urban« geprägt und in der Stadt Freiburg wohnt, sondern auch mit dem, was mir in meiner beruflichen Beschäftigung mit Agrarsoziologie und Forstpolitik so unter die Finger gekommen ist. Ich werde darüber nachdenken!

Warum blogge ich das? Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es legitim ist, derartige Gedanken – die ja auch ein bißchen dem Heile-Welt-Bild innerparteilicher Mitbestimmung widersprechen – öffentlich zu machen. Trotzdem sehe ich es als Aufgabe an, über die Grenzen hinaus zu denken, statt sie zu verfestigen. Und das Nachdenken über die gestrige Nominierungsversammlung mit ihrem für mich nicht ganz einfachen Ergebnis ist dazu ein Anlass.

* Nebenbei gesagt: auch unter dem Aspekt interessant, dass die Abgrenzung Stadt/Landkreis ein klares soziales Konstrukt mit vielen Kontingenzen ist – zum Beispiel gehören zur Stadt Freiburg auch einige richtig ländliche Gemeinden am Tuniberg – die viel damit zu tun hat, welcher Gemeinde in den 1960er und 1970er Jahren ein Hallenbad versprochen werden konnte und wo ein Bürgerhaus gebaut wurde. Die naturale »Bioregion« zieht dagegen ganz andere Grenzen, die ihre eigene Wirkmächtigkeit haben.

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Zehn Bilder aus Genf

Veröffentlicht unter Analoges Leben, Distinktion & Ästhetik | Verschlagwortet mit , , , , , , ,  

Einige werden es über Twitter, Flickr oder Facebook schon gesehen habe – letzte Woche war ich zum »Babysitten« in Genf. Abgesehen vom Rasmus-Füttern, -Wickeln und -Herumtragen hatte ich also mehr oder weniger Urlaub – und den dazu genutzt, trotz eher regnerisch-kaltem Wetter mit Kinderwagen und Kamera durch Genf spazieren zu gehen. Da sind dann natürlich jede Menge Fotos entstanden. Zehn davon, die für mich einen guten Einblick in die Vielfalt Genfs geben, möchte ich hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit präsentieren:

People in the light II

Diese Szene aus dem Bankenviertel in der Innenstadt entspricht vielleicht am ehesten den Vorurteilen, die normalerweise mit der Stadt und der Schweiz verbunden werden: aufgeräumt, grau und reich. Mit noblen Luxusuhren und geheimnistuerischen Privatbanken. Und wichtigen (oder wichtigtuerischen?) business people.

*

Evening building

Genf kann aber auch ganz anders aussehen – zwischen Bahnhof Cornavin und der Jugendherberge in der Rue Rothschild erstreckt sich »Les Pâquis«. Und das ist – so jedenfalls mein Eindruck – eher durch portugiesische Bäckereien, indische Restaurants, asiatische oder afrikanische Lebensmittelläden, Studiwohnheime, Mietsblöcke und teure Möbelgeschäfte gekennzeichnet. Also bunt gemischt. Wie übrigens auch die Architektur, mit einer Tendenz zur kantigen Moderne (egal, ob Sozialwohnungsanlage oder Bankhaus). Die Genfer Bevölkerung hat übrigens als einer von nur wenigen Kantonen die Initiative zum Minarettverbot mehrheitlich abgelehnt.

*

Geneva night series X

Während die »belebten« Straßenzüge von etwa siebenstöckigen Stadthäuser und Wohnblocks flankiert sind, erstreckt sich im Norden der Stadt ein Band internationaler Organisationen in eher solitär stehenden Gebäuden – von der Welthandelsorganisation bis zu den Vereinten Nationen. Hier links im Bild: die World Meterological Organisation.

*

School yard I

Zurück zum Viertel südlich der Jugendherberge. Eindrucksvoll fand ich einen ausgedehnten Komplex aus Stadtteilzentrum, Schulen und Freizeiteinrichtungen. Hier ist ein Blick auf den Schulhof zu sehen.

*

Stairway II

Die Jugendherberge selbst ist (außen) auch eher Betonmoderne, unser Zimmer war ganz okay. Vom fünften Stock (leider nur von drinnen – eine Dachterrasse o.ä. gibt es nicht) gibt es einen schönen Blick auf einige Eigenheiten Genfs: der Genfer See samt den schroffen Bergmassiven ebenso wie die Kontraste zwischen noblen Luxusgebäuden und im wörtlichen Sinne bröckelnden Altbauten.

*

Lake with tree

Nicht sattsehen konnte ich mich am Genfer See und den Bergpanoramen, in deren Schatten die Stadt klein und zusammengedrängt wirkt. Bei besserem Wetter sicher noch eindrucksvoller. Einige Dutzend Bilder davon mehr sind im Flickr-Stream zu finden.

*

Light show VII

Dafür gab es jetzt im Winter eine eindrucksvoll ausufernde Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt und an der Uferpromenade.

*

Painting and unpainting

Aber auch die Innenstadt ist nicht nur durch graue Monumente, große Reformatoren und Glitzerschick gekennzeichnet. Aus der Straßenbahn heraus erwischte ich diesen Graffitientferner auf einem bunt bemalten Stromkasten.

*

UTOPIE

In einer umgebauten Fabrik mit Museen und Künstlerateliers und dem Centre d‹art contemporain Genève hatten wir die Möglichkeit, mir die Ausstellung »Utopie et Quotidienneté« (zu deutsch: »Utopie und Alltäglichkeit«) anzusehen. Es war etwas mühsam, insofern die Ausstellung auf französisch stattfand, und zwar Übersetzungen zu allen Texten gerreicht wurden, das ganze aber sehr konzeptuell und textlastig daher kam. Ziel der Ausstellung ist es »in Genf und landesweit eine Debatte darüber an[zu]regen, welche Rolle Künstlerinnen und Künstler im Bildungsprozess in und ausserhalb von Institutionen spielen könnten.« Dazu wurden künstlerische Ansätze mit »pädagogischem« Anspruch (z.B. Beuys soziale Plastik) mit einer Aufarbeitung reformpädagogischer Experimente und gegenkultureller Utopien zusammengeführt. Letztlich ging es um KünstlerInnen, deren Werke nicht im Museum hängen, sondern in der sozialen Praxis stattfinden und darauf zielen, diese zu verändern und zu reflektieren. Neben dem (kunst-)historischen Blick auf diese Ansätze gehören zu »Utopie et Quotidienneté« auch drei Gemeinschaftsprojekte, die vor Ort (und eben nicht im Centre) stattfinden – trafo.K. und Gabu Heindl mit revolutionärem Kunstunterricht in einer örtlichen Schule, Nils Norman und Tilo Steireif mit einer Archiv-Installation zur Geschichte von Anarchie im Bildungswesen und Damon Rich und Oscar Tuazon präsentieren einen »playground for adults« für eine Siedlung in Vernier.

*

The border II

Genf könnte auch eine französische Stadt sein. Oder sowas wie Freiburg in großstädtisch. Hier sind wir mit der Straßenbahn bis zu Endstation (im Osten) gefahren – bis Moillesullaz. Diese Strecke dauerte etwa 20 Minuten von der Innenstadt aus, und die ganze Zeit über fuhr die Bahn durch bebautes Gebiet (insgesamt drei Gemeinden plus Stadt Genf) – den Berg hoch. Meine Hoffnung auf Landschaftsblicke erfüllte sich nicht. Am Anfang der Strecke waren eher Villen zu sehen, am Ende Wohnblöcke. Direkt an der französischen Grenze endete die Straßenbahn dann. Was aber nur an der Grenzstation zu sehen war – die Bebauung setzte sich danach fort. Die Stadt Genf selbst hat nur etwa 180.000 EinwohnerInnen (und ist auch relativ klein) – mit den umliegenden Vororten dürften es in der metropolitanen Agglomeration deutlich mehr sein.

Warum blogge ich das? Als Diaabendersatz.

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Unsichtbare Wahlkampfthemen: Platz der Alten Synagoge

Veröffentlicht unter Freiburg, Politik und Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , ,  

KG II, I

Es gibt Wahlkampfthemen, die präsent sind. In Freiburg gehört die Frage Stadtbau, Mieten, Wohnungssituation sicher dazu. Es gibt aber auch Wahlkampfthemen, die unterschwellig vor sich hinköcheln. Möglicherweise ist die geplante Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge ein solches unterschwelliges Wahlkampfthema. Vielleicht ist’s auch eines, dass nur Studierende und deren Umfeld (also mich z.B. ;-)) wirklich interessiert. Hellhörig gemacht hat mich jedenfalls die Tatsache, dass im aktuellen u-asta-infou-Bote listenübergreifend gleich sieben der dort porträtierten zwölf »studentischen« KandidatInnen für die Gemeinderatswahl den Platz der Alten Synagoge ansprechen.

Ich würde mich freuen, einige dieser Stimmen dann auch im Gemeinderat wiederzufinden (und nein, das soll jetzt keine Wahlempfehlung für die KandidatInnen der SPD oder CDU werden – aber wer schon diese Parteien wählen möchte, kann ja mal in der Stimmgewichtung nachdenken, wer passt). Bei einigen ist auch gar nicht so ganz klar, was sie jetzt eigentlich wollen. Zumindest das Thema wird aber gesetzt – das ist schon mal ganz gut so.

Hier die wichtigsten Zitate (in der Reihenfolge, in der das u-asta-info sie abgedruckt hat – leider haben sich nicht alle Listen an der KandidatInnen-Vorstellung dort beteiligt. Die Linke Liste z.B. darf ihre Position gerne im Kommentarfeld zu diesem Beitrag nachholen ;-)):

»Oft haben wir ganz eigene Anliegen, z.B. eine Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge, die auch die Interessen der Studierenden berücksichtigt […]« (Anna Schmid, Bündnis 90/Die Grünen, Platz 15)

»[…] möchte ich mich, falls gewählt, für folgende Dinge einsetzen: […] Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge mit mehr Grünflächen […]« (Johannes Waldschütz, Bündnis 90/Die Grünen, Platz 22)

»Ein anderer Punkt ist der Umbau des Rotteckrings und des Platzes der Alten Synagoge vor dem KG II. Hier sollten meiner Meinung nach die Bedürfnisse und die Lebenswelt der Studierenden besser berücksichtigt werden.« (Daniel Sander [!], CDU, Platz 2)

»Die Stadt entscheidet […] wie der Platz der Alten Synagoge gestaltet wird. […] Es gibt also viele Gründe, warum Studierende sich für Kommunalpolitik interessieren und engagieren sollten.« (Henrike Hepprich, GAF, Platz 6)

»Zur Kommunalpolitik kam ich über die Hochschulpolitik – und andersrum. Rotteckring und Platz der Alten Synagoge sollen seit vielen Jahren umgestaltet werden […] Steinwüste statt Wiese? […] Nicht mit mir!« (Konstantin Görlich, GAF, Platz 15)

»Themen wie die […] Stadtentwicklung (Platz der alten Synagoge, Rempartstraße) […]« (Kai-Achim Klare, SPD, Platz 5)

»Die Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge betrifft uns in hohem Maße. Mit dem derzeitigen Entwurf ist die Mehrheit unzufrieden. Vor allem muss die Grünfläche vor dem KG II erhalten bleiben. Sie ist ein wichtiger Ort, um Sonne zu tanken, zu lernen und Freundinnen und Freunde zu treffen.« (Mariella Scharfenberg, SPD, Platz 26)

Warum blogge ich das? Aus der leisen Hoffnung heraus, dass Kommunalwahlen manche scheinbar schon feststehenden Tatsachen doch noch verändern können.

Be the first to like.


Seite 1/9    1 2 3 4  …  9