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ShareBW bringt Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammen

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Ein Element der Digitalisierungsstrategie der (alten) Landesregierung war der Prozess »ShareBW«, bei dem Pionier*innen des digitalen Wandels im Mittelpunkt standen.

Wissenschaftsministerium und CyberForum Karlsruhe hatten dazu im letzten Jahr einen hochdotierten Wettbewerb veranstaltet, bei dem fünf Startups/Projeke ausgewählt und dann begleitet wurden. Heute fand unter dem Motto »Die Share Economy im digitalen Wandel« dann der Abschlusskongress dazu statt, der Sharing Economy im Schnittpunkt von Digitalisierung und Nachhaltigkeit unter die Lupe nahm.

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taz.lab-Bildung – und ein bißchen Nachhilfe in »grüne Gremien«

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University en site

Am 24.4. findet in Berlin ein von der taz organisiertes »Zukunftslabor« statt, dass sich mit Bildung, Hochschulpolitik und ähnlichem ausienandersetzt. Ich bin auch dabei (was mich ehrlich gesagt etwas überrascht hatte, als sich das vor einigen Wochen herauskristallisierte …) und werde mit u.a. Christian Füller über Bildungsarmut, Studiengebühren und Gerechtigkeit diskutieren. Dass das spannend wird, da bin ich mir sicher – und gespannt bin ich auch schon, auch auf das Programm insgesamt.

Wir als BAG WHT werden die Gelegenheit nutzen, am 23.4. als BAG tagen, und dann am 24.4. gemeinsam das »taz lab« besuchen. Genau, BAG WHT. Ausgeschrieben: Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik. Ist lang und umständlich, ja. Aber fasst zusammen, was da inhaltlich zusammengefasst ist.

Nun, was hat die taz daraus gemacht? Im Programmheft (pdf) firmiere ich als Sprecher einer grünen BAG Bildung. Ist zwar kürzer, und die BAG gibt’s auch – aber genau da liegt der Hase begraben. »Bildung« ist nämlich, so schön das wäre, keine Kurzform von »Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik«, sondern – grob gesagt – das Ergebnis einer internen Arbeitsteilung zwischen Schule/Berufsbildung/Weiterbildung auf der einen Seite und Hochschule/Wissenschaft (und Forschung) auf der anderen Seite.

Vielleicht deswegen noch ein kurzer Hinweis, was so eine BAG eigentlich ist. Dem Überblick über alle BAGen kann entnommen werden, dass es davon zur Zeit 22 Stück gibt, die sich in fünf Fachbereiche aufteilen. Es waren auch schon mal noch mehr – da wurde dann aber aus Kostengründen einiges zusammengelegt. Deswegen auch W, H, T.

Die Bundesarbeitsgemeinschaften »haben das Ziel, die inhaltliche und politische Arbeit in der Partei und ihren verschiedenen Gremien zu entwickeln, zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit (Fach-)Verbänden, Initiativen und wissenschaftlichen Institutionen zu koordinieren.« Sie sind auf Parteitagen antragsberechtigt, es gibt auch ein Gremium aller BAG-SprecherInnen, um die BAGen insgesamt u.a. gegenüber dem Bundesvorstand zu vertreten. In den BAGen sitzen Delegierte aus den einzelnen Bundesländern (im Idealfall von thematisch entsprechenden Landesarbeitsgemeinschaften gewählt), aus den Landtagsfraktionen, aus der Bundestagsfraktion und von der Grünen Jugend. Und natürlich vom Bundesvorstand. Bei uns kommt noch Campusgrün und die Böll-Stiftung dazu.

Letztlich steht bei den BAGen die innerparteiliche inhaltliche Arbeit im Mittelpunkt. Das mündet dann beispielsweise in Anträgen für Parteitage, in der Entwicklung von Konzepten oder in der Themensetzung. Wichtig sind die BAGen, weil sich hier erstens die ExpertInnen der Partei treffen, und weil zweitens im Idealfall hier die Arbeit zwischen Bundespartei und Landesverbänden, zwischen Ehrenamtlichen und hauptberuflichen PolitikerInnen abgestimmt wird (daneben gibt es »Bund-Länder-Treffen« zwischen VertreterInnen der Bundestagsfraktion und der Landtagsfraktionen zu bestimmten Themen). Die BAGen treffen sich mehrmals im Jahr (bei uns: zweimal oder dreimal) zu selbstgewählten Tagesordnungspunkten.

Aufgabe der von der BAG gewählten SprecherInnen (wie bei Grüns üblich, als quotierte Doppelspitze – bei uns die Berliner Abgeordnete Anja Schillhaneck und ich) ist es, diese Treffen vorzubereiten und dafür einzuladen, sie zu leiten – und gelegentlich auch mal in dieser Funktion anderswo aufzutauchen. Zum Beispiel beim taz.lab.

Warum blogge ich das? Zur Klarstellung, warum mir »BAG WHT« statt »BAG Bildung« wichtig ist – und um schon mal drauf hinzuweisen, dass da eine spannende Veranstaltung stattfinden wird …

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Kurz: Qual der Wahl bei der Umweltsoziologie

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Vor ein paar Wochen hatte ich ja über die von mir – zusammen mit Julia Scherrer und Horst-Dietrich Elvers – organisierte Sektionssitzung Umweltsoziologie II auf dem diesjährigen Kongress für Soziologie berichtet. Genauer: über den Call for Papers, den wir unter die Überschrift »Global denken, lokal handeln? Oder: Die Ungleichverteilung von Umweltrisiken in der Weltgesellschaft« gestellt hatten.

dgs2010Inzwischen ist die Einsendefrist rum, und für die ca. fünf Vortragsslots in der Sektionssitzung erreichten uns innerhalb der Deadline 15 Vorschläge. Für mich ist das zwar nicht das erste Mal, dass ich an der Organisation einer wissenschaftlichen Tagung beteiligt bin, aber doch das erste Mal, dass es dabei deutlich mehr Einreichungen gibt, als Vortragsplätze vorhanden sind. Anders gesagt: wir haben nun die Qual der Wahl.

Das freut mich, weil der Call for Papers wohl das Thema getroffen hat, heißt aber auch, dass da ein bißchen Arbeit reingesteckt werden muss. Wir werden jetzt erst einmal jeweils individuell Punkte für die einzelnen Einreichungen vergeben und dann zusammenrechnen. Dabei wird vermutlich jede und jeder ihren/seinen ganz eigenen Maßstab anlegen, was für eine gute Präsentation wichtig ist. Kriterien wie Innovativität, Nähe zum Thema, aber auch – schwer zu fassen – »Dialogchancen« mit anderen Vorträgen kommen mir dabei in den Kopf. Darf das Vorwissen über die Person, die eingereicht hat, eine Rolle spielen – oder soll bloss der Inhalt zählen, soweit er aus dem Abstract ersichtlich ist? Ich bin jedenfalls gespannt, wie das Programm aussehen wird, das nachher rauskommt.

Und weil sowas ja nicht wirklich »gelehrt« wird, fände ich es auch spannend, von anderen zu hören, was sie bei ähnlichen Aufgaben für Erfahrungen gemacht haben, bzw. wie sie da ran gehen.

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Kurz: Umweltsoziologie auf dem Jubiläumskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

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Im Herbst 2010 findet der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)* statt – in Frankfurt am Main. Warum das erwähnenswert ist? Weil die DGS 1910 gegründet wurde, es also der Kongress zum 100. Geburtstag der Fachgesellschaft ist. Der mit Frankfurt übrigens wieder an den Ort des ersten deutschen »Soziologentags« zurückkehrt.

Und warum das hier erwähnenswert ist? Weil ich für die Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie zusammen mit der Sektion Umweltsoziologie eine Sektionssitzung mit organisiere. Passend zum Kongressthema der transnationalen Vergesellschaftung haben wir diese Sitzung unter den Titel »Global denken, lokal handeln? Oder: Die Ungleichverteilung von Umweltrisiken in der Weltgesellschaft« gestellt. Eine weitere Sektionssitzung wird sich mit Interdisziplinarität in der Umweltsoziologie befassen.

Auf der DGS-Seite ist der Call for Papers leider noch nicht online. Dafür kann er hier (nach »weiterlesen«) angeschaut werden.

* Gelungenes Kongresslogo übrigens, finde ich.

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Zwischenstation (Update 2)

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Nur kurz ein Lebenszeichen (für alle, die meinen Microblogging-Twitter-Feed ignorieren): ich war bis gerade eben auf dem 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie im beschaulichen Jena, und werde dann morgen zum grünen Listenaufstellungsparteitag für Baden-Württemberg fahren (Henning wird wohl live berichten). Zur Listenaufstellung jetzt nichts weiter, zum Soziologiekongress noch ein paar Eindrücke:

Von der BesucherInnen-Zahl her war der Kongress (diesmal unter dem Motto »Unsichere Zeiten«) groß und bunt wie immer. Insgesamt fand ich ihn sehr gelungen, vor allem auch die räumliche Nähe (fast alles in einem Gebäude, ganz anders als in Kassel vor zwei Jahren). Es gab eine gewisse Arhythmik im Programm: morgens oft nicht so ganz spannende Plenen parallel, nachmittags ungfähr 25 Veranstaltungen zur Auswahl, und abends ein nichts so ganz überschneidungsfreies Programm.

Im Vorfeld habe ich von Leuten mit anderem Fachhintergrund gehört, dass ein ganzwöchiger Kongress ja Luxus sei. Aber ich glaube, genau dieser Luxus macht viel für die (wie ich immer noch finde, sehr starke) Fachidentität aus. Nicht nur, dass so ein Kongress – er findet übrigens alle zwei Jahre statt – ein exzellenter Generator für zufällige Begegnungen (und den Überblick über das soziologische Publikationswesen) ist. Er trägt auch stark dazu bei, sich zu vergewissern, dass es da – bei allen Schulenbildungen und heftigen Hahnen-, Hennen- und Kückenkämpfen – eine weit geteilte gemeinsame Grundstimmung gibt. Er normalisiert den Modus der Verunsicherungserwartung und verstärkt die Wahrnehmung, dass es eben doch noch ziemlich viele andere gibt, die ähnliche Weltbeobachtungen anstellen. Also: Gemeinschaftsbildung (besonders gut sichtbar in der Abschlussveranstaltung, in der unter dem Motto »Männer auf verlorenem Posten« eine Soziologin und ein (sehr sozialwissenschaftlicher) Historiker sowie 1000 SoziologInnen mit einer provokant-biologistischen Medizinerin und Gerichtsgutachterin diskutierten. Sollte interdisziplinär sein, machte aber nochmal klar, dass es sehr, sehr viele Menschen gibt, die die Selbstverständlichkeit einer sozialen Konstruktion von Geschlechterrollen teilen und mit so Konstrukten wie der »natürlichen mütterlichen Fürsorge« und dem »beschützenden Mann« nichts anfangen können. Insofern spannend, und ein schönes Mittel zum imagined community building).

Was habe ich selbst auf dem Kongress gemacht?

1. Mir einige Sachen angehört – u.a. Irene Dölling, die noch mal sehr schön deutlich gemacht hat, wie postfordistische Entgrenzungen und die Aufhebung der Institutionen im Beckschen Individualismus letztlich natürlich auch sowas wie Geschlechterarrangements irritieren und verändern. Und die Debatte neben Nancy Fraser und Axel Honneth, die so mittelspannend war. Und noch ein paar Vorträge da und dort.

2. An den Veranstaltungen der Sektion Umweltsoziologie teilgenommen (die Plenarveranstaltung gemeinsam mit der Wissenschafts- und Techniksoziologie et al. hat mir gut gefallen, die »Neue Trends«-Sektion war etwas schräg, da hätte ich mir mehr erwartet, und die von mir mitorganisierte und moderierte Sektions+Nachwuchsgruppensitzung heute hat meine eigenen Erwartungen trotz einiger technischer Probleme zu Beginn deutlich übertroffen – dort gab es vier Vorträge zum Klimawandel, die, so mein vielleicht etwas voreingenommener Eindruck, insgesamt ein sehr rundes Bild der soziologischen Klimawandelsdebatte gegeben haben, und gezeigt haben, was Umweltsoziologie alles machen kann. Von der Wissenschaftsdekonstruktion bis zu Alltagspraktiken und Fragen der (misslungenen) Verhaltenssteuerung).

3. Sektionales Networking (Mitgliederversammlung der Sektion, Mittagstreffen der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie in einem schön alternativen Gasthaus). Und natürlich viele Gespräche mit vielen Leuten.

4. Mich amüsiert, insbesondere mit »DIE STERNE« auf dem Kongresskonzert (gute Idee). ((Anekdote: Einlass nur mit Stempel auf der Eintrittskarte, der nachweist, dass die Extragebühr gezahlt wurde. Wusste ich nicht, bei mir ist kein Stempel, Momente der Verunsicherung, dann fällt mir ein, dass im Namensschild noch so ein Stück Papier steckte, das den Stempel verdeckt hat.))

5. Selbst was vorgetragen – zur postindustriellen Forstwirtschaft, in der Sektionssitzung der Sektion Land- und Agrarsoziologie. Deren Vorsitzender, was ich nicht wusste, und andere wohl auch nicht, u.a. auch Wald besitzt.

6. Beobachtungen über SoziologInnen angestellt (z.B. scheint es mir eine Koinzidenz zwischen philosophienahen bzw. stark theorieorientierten Vorträgen, der Ablehnung von Powerpoint (Vortrag heißt »vom Blatt vorlesen«) und der Bevorzugung leger-formalen Kleidung und Haarschnitte zu geben).

Und was habe ich nicht gemacht? U.a. nicht in die Veranstaltungen zur Internetsoziologie reingeschaut (immer hatte ich was anderes parallel). Schade, bin gespannt, ob sich da was erfahren lässt, wie es da lief (und zwar vor dem für 2010 zu erwartenden Kongressband).

Warum blogge ich das? Weil die Eindrücke noch frisch sind. Und als Merkposten, um rechtzeitig für den Kongress 2010 in Frankfurt die Unterkunft zu organisieren. Die war in Jena trotz lange vorheriger Buchung nämlich ziemlich weit draußen.

Update: (14.10.2008) Einen lesenswerten und etwas wissenschaftlicheren Bericht über die Ereignisse aus der Markt- und Wirtschaftssoziologie hat Tina Günther über den Kongress geschrieben (wie wir schon auf dem Bahnsteig in Weimar festgestellt haben, haben wir komplett unterschiedliche Veranstaltungen besucht). Umso interessanter, was dort passiert ist, wo ich nicht war.

Update 2: Und hier noch die von mir ebenfalls leider nicht besuchte Web 2.0-Veranstaltung.

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