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Im Herbst 2015 gelesen – Teil II

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Einige wenige der Bücher, die unten besprochen werden – viel liegt auf der Kindle-App, anderes steht schon im Regal …

Heute setze ich dann meinen von einigen Wochen geposteten Überblick darüber fort, was ich seit dem Sommer 2015 gelesen habe.

* * *

Nachdem ich mit Among others die Autorin Jo Walton für mich entdeckt hatte, las ich mich weiter durch ihr Werk. Tooth and claw (2003), ein Jane-Austen-Familiendrama, nur mit Drachen, war nicht so ganz meines.

Begeistert hat mich My real children (2014) – die fiktive Doppelbiographie einer in den 1920er Jahren geborenen Engländerin, Patricia Cowan – zwei sich überlagernde Rückblenden über zwei erfüllte Leben, die in den 1940er Jahren an einem Bifurkationspunkt auseinanderlaufen und sich ganz unterschiedlich entwickeln. Wenn My real children in ein Genre gepackt werden müsste, wäre es der historische Was-wäre-wenn-Roman, allerdings hier aus der Perspektive von unten. Ob Kennedy ermordet wird oder nicht, findet nur im Hintergrund statt. Im Vordergrund zeichnet Walton den Weg Patricia Cowans zur gefeierten Reiseführer-Autorin, die in einem zunehmend geeinten Europa mit ihrer Partnerin und ihren Kindern zwischen Florenz und Großbritannien lebt, – und den Weg von Patricia Cowan, die nach einer unglücklichen Ehe zur lokalen Aktivistin für Frieden, Frauenrechte und den Erhalt des historischen Stadtkerns wird. Oder anders gesagt: ein Buch über die Ungleichzeitigkeiten des 20. Jahrhunderts aus biographischer Perspektive. (Leider gibt es keine deutsche Übersetzung – ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch außerhalb des Genres Anklang finden könnte …)

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Kulturkampf um das imaginäre Land

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Adopt a pop culture I

Um die Zukunft und die Vergangenheit – so weit sie als Science Fiction bzw. als Fantasy imaginiert werden – findet derzeit, von der größeren Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ein Kulturkampf statt. Unbemerkt, aber nicht unwichtig, denn wo anders als in diesem Genre entsteht das kollektive Imaginäre? Ein heiß diskutiertes Symptom für diesen Kulturkampf sind die vor wenigen Tagen bekanntgegebenen Hugo-Nominierungen. Um das zu verstehen, ist allerdings etwas Hintergrund notwendig.

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Lesezeichen: »Among Others« und anderes

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Titel Among OthersIn den letzten Wochen habe ich ziemlich viel gelesen; auch die Weihnachtszeit etc. haben das ihre dazu beigetragen, dass ich Zeit dazu gefunden habe. Dazu gehörten unter anderem William Gibsons neuer Roman The Peripheral (teilweise recht spannend, aber irgendwie nicht ganz so großartig, wie ich das erwartet hätte), Ken MacLeods Descent (Ufos ins Schottland, oder vielleicht auch nicht), Ben Aaronvitchs Foxglove Summer (mit englischen Elfen und Einhörnern) und Ursula K. Le Guins über ihr ganzes Werk zurückschauende Kurzgeschichtensammlung The Unreal & The Real (die mir noch einmal sehr deutlich gemacht hat, warum ich LeGuin für eine herausragende Schriftstellerin halte, und ihren Stil sehr mag). Außerdem kamen mehrere tausend Seiten Peter F. Hamilton dazu, den ich bisher verpasst hatte. Andy Weirs The Martian – klassische harte Science Fiction mit einem Schuss MacGyver – musste ich an einem Stück lesen.

Der eigentliche Anlass für diesen Blogeintrag ist aber Jo Waltons Among Others, das Ende der 1970er Jahre in Wales und Südengland spielende geheime Tagebuch eines Teenagers, das bereits Anfang 2011 erschienen ist.

Morween, nach einem Unfall verkrüppelt, wird auf ein Internat geschickt. Sie ist klug und beobachtet sich selbst und ihre Umwelt ziemlich genau. Die klassische Außenseitergeschichte. Walton verwebt geschickt zwei Erzählstränge ineinander. Die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens aus unübersichtlichen Familienverhältnissen, die vor ihrer Mutter weggelaufen ist, und Halt und Freundschaft findet im Science-Fiction- und Fantasy-Kanon der 1970er Jahre, und eine Geschichte über Magie, Feen und die Mutter als böse gewordende Hexe.

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