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Das Medium vollendeter parasozialer Interaktion

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Ornamental symmetry

Wenn nun das »Problem« von Twitter und Co. nicht die (zu harten) Leserkommentare wären, sondern die Vortäuschung von Gesellschaft, Nähe …?

Julia Seeliger

Das passt ganz gut zu dem, was in der Medienpsychologie als parasoziale Interaktion bekannt ist (ich verlinke auf die englische Wikipedia, weil der Artikel mal wieder deutlich besser als sein deutschsprachiges Pendant ist). Mir ist dieser Begriff im Studium begegnet, als es darum ging, was Menschen mit Fernsehserien machen.

Parasoziale Interaktion beschreibt etwas, was auf den ersten Blick wie eine soziale Interaktion aussieht: zwei Personen handeln in wechselseitigem Bezug aufeinander. Parasozial ist es deshalb, weil dieses Handeln einseitig stattfindet. Auf der einen Seite steht eine reale Person, die das Gefühl hat, mit einer zweiten, fiktiven Person – z.B. einem Charakter in einer Fernsehserie oder dem Medienbild einer »celebrity« – sozial zu interagieren. Sie verfolgt das Leben der fiktiven Person, fiebert mit, lernt ihn oder sie kennen, kurz, die reale baut über die Zeit eine emotionale Bindung zur fiktiven Person auf. Diese bleibt allerdings notgedrungen einseitig; der Fernsehbildschirm wirkt als Einwegspiegel im sozialen Handeln.

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Datenbefreiung, oder: staatsmonopolistischer Netzkapitalismus

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Google räumt auf, und räumt dabei – zum Juli – auch den Google Reader ab. Wer das nicht kennt: das ist ein Tool, um Blogs und andere Nachrichtenquellen, sofern sie RSS-Feeds haben, synchronisiert zwischen mehreren Geräten zu lesen. Oder etwas weniger technisch: ein Tool, mit dem ich auf einen Blick sehe, welche Artikel in meinen Lieblingsblogs und welche Nachrichten von tagesschau.de ich noch nicht gelesen habe, und zwar egal, ob ich auf dem PC, auf dem Smartphone oder auf dem Tablet nachschaue. Zudem sehe ich auf einen Blick, ob meine Lieblingsblogs neue Einträge haben, muss also nicht der Reihe nach durchblättern, was es wo gibt.

Der Google Reader war mal mehr (das habe ich aber nie genutzt), und er ist nicht unersetzbar. Tatsächlich setze ich ihn erst aktiv ein, seit ich ein Smartphone benutze. Auf dem PC war das firefox-intere Handling durchaus ausreichend für mich, um diese gerade beschriebene Funktionalität zu erfüllen.

Trotzdem ärgert mich das Aus für den Google Reader, und da bin ich nicht alleine, auch wenn manche dem auch Gutes in Sachen Monopolvermeidung abgewinnen können.

Was ich konkret mache, mit welchem Tool ich meine Lieblingsblog-Feeds in Zukunft lesen werde, das weiß ich noch nicht. Irgendetwas wird sich finden.

Aber ich musste doch wieder an die Eisenbahn denken.

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Be the first to like.


Wie ich einmal innerhalb weniger Minuten über 120.000 Kommentare auf Facebook bekam

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Ich selbst hab’s gar nicht gemerkt. Auf Twitter hatte ich gefragt, wie das ist, wenn ein Google-Account mit mehreren Geräten verknüpft wird (scheint gut gelöst zu sein). Da haben mir auch eine Handvoll Leute drauf geantwortet. Meine Tweets landen automatisch auf meinem Facebook-Account. Ich habe dann etwas anders gemacht, und nach zehn Minuten oder so mal wieder Facebook gecheckt – wo ich mich wunderte, dass Stephan Clemens mich erwähnte (selbiges tat kurz darauf Tilo Berner). Erst daraufhin habe ich gemerkt, dass der Facebook-Tweet inzwischen über 120.000 Kommentare hat. Das sah dann so aus:

Was das ist, ist mir nicht so ganz klar. Account gehackt? Eher nicht, weil’s nur diesen einen Eintrag betrifft. Spam-Bots, die auf »Android« oder »Google« reagieren? Wäre clever, aber dafür sind’s dann doch ziemlich viele – und warum dürfen die alle bei mir posten?

Nach einem bisschen Rumstöbern in den Kommentaren kommt’s mir eher wie ein »Glitch« vor, also ein Aussetzer in der Software von Facebook. Ich habe den Eindruck, dass hier die Kommentarketten von ein paar hundert oder tausend Einträgen zusammengeworfen wurden, was dann wiederum viele Kommentare der Verwunderung ob der vielen Kommentare etc. auslöste. Darauf deuten auch Kommentare der Art »Keine Ahnung, was das soll, ich hab’s wieder gelöscht« in unterschiedlichen Sprachen hin.

Falls wer mehr weiß – würde mich interessieren.

Mein zweiter Gedanke war dann übrigens: Hupps, habe ich jetzt 120.000 Benachrichtigungsmails von Facebook bekommen? Das war dann glücklicherweise nicht der Fall:

Warum blogge ich das? Weil sowas ja nicht alle Tage vorkommt. Und die Crowd mir schon sagen wird, was da passiert ist.

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So geht’s auch

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Balance, too

Weil ich das ab und zu gefragt werde, wie wir das machen, wollte ich mal was dazu aufschreiben. Was machen? Die Verantwortung für zwei Kinder zwischen zwei Erwachsenen, die kein Paar mehr sind, so aufteilen, dass es allen dabei gut geht. Nicht als Patentrezept, und ohne jede Garantie – wer weiß, wie das irgendwann bei uns aussieht –, aber vielleicht als Anregung.

Kurz zum Hintergrund: Vor etwa einem Jahr haben A. und ich uns nach einigen Jahren Zusammensein getrennt (wer etwas sucht, findet auf meinem Blog auch einen längeren Eintrag dazu). Wir haben das gemeinsame Sorgerecht für unsere beiden Kinder, und waren uns dann schnell einig, dass wir das auch weiterhin gemeinsam ausüben wollen, und dass wir kein Lebensmodell wollen, bei dem eine Person sich um die Kinder kümmert und die andere dafür Geld und Wochenenden gibt/kriegt.

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Streifzüge durchs Netz

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Dreisam bridge graffiti II

Wer mir z.B. auf Twitter folgt, wird sich nicht darüber wundern, dass ich durchaus einige Zeit »im Internet« (pdf) verbringen kann. Dass »das Internet« dabei eher den Charakter eines fortlaufenden Stromes hat, ist eine der netteren (und addiktiveren) Eigenschaften speziell dieses Medienbündels. Blogs, Twitter, Facebook – all das sind Medien, die alle paar Minuten wieder etwas Neues bieten. Oder – und dann macht sich eine gewisse Verzweiflung breit – eben nicht.

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