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Photo of the week: Colours of autumn V

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Colours of autumn V

 
Schon wieder ein Parteitagswochenende, diesmal Landesdelegiertenkonferenz. Ich habe sehr viel getwittert (wer das nachlesen will, sollte hierher klicken), werde jetzt aber keinen eigenen LDK-Blogeintrag schreiben, nur drei Sätze. »Lasst uns zusammen wachsen«: ein vielfältiges, interpretationsoffenes und positives Motto, das gut zu den Reden zur Aktuellen politischen Lage passte, egal, ob »zusammenwachsen« oder »gemeinsam wachsen« verstanden wurde. Die Wahl von Sandra Detzer als Landesvorsitzende finde ich sehr gut, auch wenn wir als Fraktion damit eine herausragende Kollegin verlieren; aber die Energie und den Optimismus, den Sandra versprüht, können wir als Partei gerade jetzt einfach gut gebrauchen. Und ja, Hauptthema der LDK, die Aufstellung der Bundestagsliste: damit bin ich halbwegs zufrieden, auch wenn ich mir ab Platz 11 die eine oder andere Entscheidung anders gewünscht hätte – aber so ist’s halt mit der Demokratie.

Und abgesehen davon ist’s immer noch Herbst, insgesamt viel zu warm, und manchmal kalt und so, dass sich drinnen an die Heizung kuscheln die beste Option ist. Wenn nicht gerade – siehe oben – Parteitagswochenenden anstehen.

P.S.: Eigentlich müsste ich noch was zu 25 Jahre Grüne Jugend Baden-Württemberg schreiben, was als »Stachelwächterparty« ausgiebig gefeiert wurde. (Beweisfoto auf Facebook, sichtbar für alle, die mit den Abgebildeten befreundet sind …, oder hier Grüne Jugend, öffentlich einsehbar, da bin ich allerdings verdeckt – auf der Bühne standen alle beim Parteitag anwesenden ehemaligen und aktuellen G[A]J-Vorstandsmitglieder …). Ein Nebeneffekt: mir fehlen ein paar Stunden Schlaf. Auch deswegen schreibe ich da jetzt nicht noch mehr.

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Kurz: Kompass am Fenster

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Zuversicht & Reflexive ModernisierungAls Anfang des Jahres die Nachricht des Todes des großen Soziologen Ulrich Beck bekannt wurde, waren es – zumindest in meiner Timeline – auffällig viele Grüne, die sich mit Erinnerungen und Bezügen zu Wort meldeten. Die im Tschernobyljahr 1986 erschienene Risikogesellschaft ist in gewisser Weise auch ein programmatisch grünes Buch, und das betrifft nicht nur die ökologischen Risiken, sondern auch die Individualisierungsthese und den Blick auf eine sich verändernde Arbeitswelt. In diesem Zusammenhang fiel mir dann auch noch einmal auf, dass am Fenster der grünen Fraktionssitzungssaals im Landtag Baden-Württemberg die Worte »Reflexive Modernisierung« (und »Zuversicht«) kleben. Während der Saal der CDU von einem Kruzifix geschmückt wird, und bei der SPD Ledersessel stehen, hängt bei uns der politische Kompass am Fenster.

Inzwischen habe ich erfahren, dass diese Begriffe ca. 2006 von der damaligen Fraktionsgeschäftsführerin Hedi Christian aufgeklebt worden sind. Der Bezug zu Ulrich Beck ist nur ein indirekter – die Fraktion hatte 2006 einen Roadmap-Prozess (»Roadmap 2016«) laufen (wer im Archiv der Fraktion sucht, findet dieses historische Dokument von Ralph Bürk und Birgit Locher-Finke auch heute noch). Ein Element dieser aus heutiger Sicht durchaus wirkungsvollen Roadmap ist das Setzen auf »reflexive« statt auf »additive« oder »linear-expansive« Modernisierung: Nicht immer mehr, nicht Neues zusätzlich zum Bestehenden, sondern eine ständige Anpassung und Veränderung bestehender Strukturen an neue Herausforderungen, um mit begrenzten Ressourcen klarzukommen. Auf diesem Weg ist die »reflexive Modernisierung«, die Ulrich Beck in die Welt getragen hat, ans Fenster der Landtagsfraktion gekommen, immer im Blickfeld des Fraktionsvorstands und der Regierungsmitglieder am runden Tisch der Fraktionssitzungen.

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Wie die Wahl in Baden-Württemberg ausgehen kann

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Tunnel of power II

Was der best case beim Wahlausgang jetzt am Sonntag für Baden-Württemberg wäre, ist klar. Und dafür brauchen wir Grüne jede Stimme. Trotzdem nochmal kurz die Übersicht, was am Sonntag passieren kann.

(Doppelter Disclaimer: Ich bin aktives Mitglied der Grünen, das heißt, das folgende ist aus einer bestimmten politischen Perspektive geschrieben (und trotzdem meine private Meinungsäußerung und kein Statement meiner Partei) – und es enthält keinerlei inhaltliche Argumente für oder gegen eine bestimmte Wahl (da habe ich mich an anderen Stellen zu geäußert, vor allem im Blog der baden-württembergischen Grünen). Manche nennen das Nachdenken über die ganz konkreten Konsequenzen bestimmter Stimmabgaben »taktisches Wählen« und rümpfen darüber die Nase – ich finde es notwendig, wenn es einem oder einer wichtig ist, zu wissen, was die Folgen einer bestimmten Stimmabgabe sind.)
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Erst wenn die CDU das erste AKW vom Netz nimmt, glaube ich Merkel und Mappus

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Das Rieselfeld zeigt Flagge gegen Atomkraft

Wenn es denn tatsächlich so wäre, dass die CDU (und die FDP) jetzt in der Atompolitik umdenken, würde mich das freuen. Überzeugt davon bin ich aber keineswegs, auch wenn Merkel leisere Töne anschlägt und Mappus eine Expertenkommission einberuft. Zum einen, weil ich das wie Michael Spreng als eine vor allem auch dem Wahlkampf geschuldete Inszenierung von Handlungsbereitschaft wahrnehme, die in einem halben Jahr wieder vergessen ist. Wenn Merkel ihren Vorschlag einer Sicherheitsüberprüfung aller AKWs in Deutschland ernst meinen würde, dann müsste es jetzt ein Moratorium geben – eine Abschaltung aller AKWs, dann die Sicherheitsüberprüfung, dann die Wiederzulassung der AKWs, die als sicher angesehen werden. Solange keine Schritte in eine solche Richtung unternommen werden, ist es Krisenbewältigungsrhetorik, sonst nichts. (Von der Rücknahme der Laufzeitverlängerung rede ich erst gar nicht).
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Grüne Baden-Württemberg werden bei der Landtagswahl zwischen 18 und 28 Prozent liegen

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Heute nachmittag habe ich einen kleinen Twtpoll gestartet, mit der simplen Frage »Wieviel Prozent erhalten die Grünen bei der Landtagswahl am 27. März in Baden-Württemberg?« und einer Auswahl von Antwortmöglichkeiten zwischen 10 und 35 Prozent. Inzwischen haben 85 Personen an dem dankenswerterweise u.a. von der grünen Landesgeschäftsstelle retweeten Poll teilgenommen. [Nachtrag: auch bei n=104, dem aktuellen Stand, gelten die Aussagen unten weiterhin]

Das Ergebnis (hier in Google Docs aufbereitet, um etwas übersichtlicher zu sein als die Twtpoll-Darstellung) finde ich ganz interessant:

bildn85

Demnach werden – ziemlich stabil – im Durchschnitt etwa 23 Prozent für die Grünen erwartet (die letzten Wahlumfragen sehen uns bei 26-29 Prozent). Der Medianwert liegt bei 24 Prozent. Am häufigsten wurden bisher 27 Prozent als erwartetes Ergebnis der Grünen angegeben.

Allerdings streuen die Schätzungen weit und reichen von einigen Extremwerten (10 Prozent – vermutlich hätten einige gerne auch noch weniger als 10 angegeben – bis 35 Prozent) bis zu einem relativ häufig genannten Block zwischen – grob gesagt – 18 und 28 Prozent, mit einer Tendenz Richtung 28 Prozent.

Was sagt uns das jetzt? Kommt drauf an – entweder lässt sich das so interpretieren, dass die aktuellen Umfragewerte durchaus von vielen als realistisch angesehen werden, oder dass sie – im Mittel – als etwas zu hoch geschätzt betrachtet werden. Oder: es gibt PessimistInnen und OptimistInnen, die zu jeweils unterschiedlichen Schätzungen kommen.

Falls das ganze in etwas sinnvollerer Form als als unrepräsentative Befragung meiner Timeline wiederholt werden sollte, dann wäre es übrigens nicht schlecht, einen Filter nach der Wahlabsicht einzubauen. Mich würde jedenfalls interessieren, ob potenzielle Grün-WählerInnen das vermutete Wahlergebnis anders einschätzen als andere.

Warum blogge ich das? Um andere an dem kleinen Experiment teilhaben zu lassen. Und weil ich glaube, dass es gar nicht so einfach ist, sinnvoll abzuschätzen, ob die aktuellen grünen Umfragewerte eine »Blase« sind oder eine realistische Basis haben.

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