Archiv der Kategorie: Distinktion & Ästhetik

Kurz: Die Modelleisenbahn

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Modelleisenbahn-Set

Eine der netten Sachen daran, Kinder zu haben (und Eltern, die nichts wegwerfen ;-) …), ist es, Schätze aus der eigenen Kindheit wieder ans Licht zerren zu können. Zum Beispiel die Modelleisenbahn, mit der ich vor Jahrzehnten gespielt habe. Märklin H0, wobei mir das Landschafts- und Häuserbauen deutlich wichtiger war als der Zugverkehr, wenn ich mich richtig an diese Zeit erinnere. Die haben wir vor ein paar Tagen generationenübergreifend wieder aufgebaut; die lange Jahre vor sich hin rostende Lok wurde von meinem Papa wieder betriebsfähig gemacht, und auch die Schienen und der alte Trafo – Analogsteuerung – taten’s noch (na ja, mit ein bisschen Funkensprühen hier und da).

Ach ja, Fotos habe ich auch gemacht. Denen ist anzusehen, dass mein Jugendich Dinge gerne mal ein bisschen schief aufgeklebt hat; die Zeit hat das ihre dazu getan. Die ist in »Hügeln a.d.M.« stehengeblieben, wo auch immer das liegen mag, und was auch immer in den 1950er-Jahre-Reihenhäuschen (die auch damals schon anachronistisch wirkten) so vor sich gegangen ist. Letzten Sonntag jedenfalls fuhr der Zug wieder.

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Photo of the week: De-Inking IV

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De-inking IV

 
Von Hand schreiben wird – zumindest in der Politik – durchaus noch gebraucht. Jedenfalls geht es mir so, dass ich irgendwelche Besprechungsnotizen etc. eher von Hand auf ein Papier oder in meine Kladde niederschreibe, als das mit dem Notebook zu tun (und Tablets etc. eignen sich dafür meiner Erfahrung nach gar nicht). Die Ausnahme ist es, wenn ich Sitzungen protokollieren muss – dann finde ich das Schreiben am Bildschirm deutlich komfortabler, habe aber auch einen Legitimationsgrund dafür. In anderen Runden wirkt es eher seltsam, da sind Stift und Papier doch deutlich hilfreicher.

Auch das Schreiben von Hand hat aber Nachteile. Insbesondere denn, das es mir nicht schnell genug geht, und meine Schrift dann schnell zu einer Art Privatstenographie wird. Für Notizen, die nur ich lesen muss, ist das völlig ausreichend, hübsch aber nicht.

Mit dazu trägt die Wahl des Schreibgeräts bei – vom Image her natürlich am liebsten elegant und künstlerisch wertvoll mit dem Füllfederhalter, faktisch ist’s meist doch einer der vielen Kugelschreiber, die als Werbegeschenk oder wie auch immer irgendwo, z.B. in Jackett-Taschen, herumfliegen. Was dann zum Anlass dieses Fotos führte – ein doch ziemlich eingetrockneter Füller. Nach mehrfachen Wässerungen und insbesondere nach dem Wechsel der Tinte (von schwarzblau zu königsblau, scheint »flüssiger« zu sein) schreibt er so halbwegs wieder. Mal sehen, ob ich dann in Zukunft wieder häufiger per Füller schreiben werde.

P.S. Das hier aus der FAZ zu Notizbüchern passt ganz gut dazu.

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Tonlagen

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Brussel Art Project VII

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Und weil hier gerade Judith Holofernes »Ein leichtes Schwert« eingetrudelt ist, und weil mir neulich mal die Frage gestellt wurde, welche Musik ich denn eigentlich höre, muss ich meinen doch etwas ekletizistischen Geschmack in dieser Hinsicht beichten. Vielleicht will ja jemand was dazu sagen ;-) ?

Vielleicht fängt das Problem damit an, dass ich lange Zeit halt einfach Radio gehört hab. SWF3, meistens. Und später dann SWR3, inzwischen auch gerne mal SWR1 (die Musik ist die gleiche geblieben, der Sender hat gewechselt). Das ist so die allgemeine Sozialisation. Über Musik definiert, wie das ja für viele Jugendkulturen typisch ist, habe ich mich, so jedenfalls meine Erinnerung, nie.

Entsprechend habe ich auch erst ziemlich spät angefangen, mir selbst CDs zu kaufen (die vielen, vielen Privatkopien auf den u-asta-Rechnern bei nächtlichen Layoutsessions haben da das ihre dazu beigetragen). Wenn ich mir anschaue, was für CDs ich besitze, dann hat mein Musikgeschmack drei Schwerpunkte, die ich jetzt ohne Rücksicht auf Genregrenzen zusammenwerfe.

Der erste Schwerpunkte ist mehr oder weniger kritische Musik mit deutschsprachigen Texten – das Spektrum reicht da von Tocotronic und den Sternen über Dota Kehr, Tele und die Helden bis hin zu 2Raumwohnung. Diskurspop trifft es nicht unbedingt, aber ein guter Begriff fällt mir auch nicht wirklich ein. Und wahrscheinlich wird jeder wahre Kenner mir jetzt erzählen, dass das x verschiedene Stilrichtungen und Schulen sind, die bitte, bitte ganz genau getrennt gehören.

Die müssen jetzt mal die Ohren zuhalten, weil es noch schlimmer wird – der zweite Haufen liegt irgendwo zwischen Drum’n’Bass, Dubstep und dergleichen auf der einen Seite, und faux celtique – Enya, Clannad, … – auf der anderen Seite. Und dazwischen ein bisschen Goa und Bhangra. Bei soma FM entspricht der Kanal »Groove Salad« am besten dem, was für mich die Gestalt dieses Haufens ist. Musik, die eher bewegter Klang als Gesang ist.

Und drittens liegen dann da die leckeren Peinlichkeiten – mit Jahrgang 1975 bin ich ein Kind der 1980er Jahre, und ja, eine der ersten CDs, die ich mir gekauft habe, war eine 1980er-CD-Sammlung. Synthipop und ähnliches also. Visage, Erasure und so weiter. Mit Ausläufern bis hin zu Kraftwerk, The Clash und Anne Clark. (soma FM sagt dazu underground 80s).

Geschmacklos? Oder hoher Wiedererkennungswert? Was meint ihr?

Warum blogge ich das? Weil ich Leute kenne, denen Musik sehr wichtig ist – für mich ist das so ein bisschen, als ob ich farbenblind wäre, und dann über Kunst sprechen sollte. Und jetzt höre ich mir an, was ›Ein leichtes Schwert‹ mir sagen will.

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Photo of the week: Concrete art IX

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Concrete art IX

 
Das hier ist ein (kleines) Stück des Kunstwerks »Bandstand« von Nathan Coley, das seit kurzem den Stadtteileingang mitgestaltet (mehr bei flickr).

Der Schnee gehört nicht dazu – Weihnachten soll es hier übrigens bis zu 20 °C haben, und auch die gestrige Wintersonnenwende bot Sonne und blauen Himmel, und keineswegs Schnee.

Aber ich will nicht schon wieder über das Wetter schreiben. Ob mir »Bandstand« gefällt? Ich bin mir noch nicht so sicher. Auf den ersten Blick wirkt das Werk wie eine Bauruine, die irgendjemand hier vergessen hat. Auf den zweiten Blick fällt dann auf, dass ein Baum die Betonplatte durchwächst. Das sorgt bei Wintersonne für fein gezeichnete Astschatten und kann interessant werden, wenn der Baum mal größer ist. Der dritte Blick ist einer in die aktuelle Ausgabe der Stadtteilzeitung fürs Rieselfeld, in der ein bisschen das Konzept erläutert wird – Aneignung durch die Bevölkerung, vielleicht sogar tatsächlich Nutzung als Bühne für eine Band.

Ob das klappt, bleibt abzuwarten. Eigentlich ist das Rieselfeld schon der richtige Stadtteil dafür; beim Aneignen wird hier nicht lange gefackelt. Ein bisschen Zweifel habe ich beim Ort – der liegt dann doch eher »vor« als »im« Stadtteil. Ob sich da, zwischen Schnellstraße und Straßenbahn, ein Fest hinwagt?

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Photo of the week: Espresso, full

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Espresso, full

 
Eigentlich trinke ich ja lieber Milchkaffee in verschiedensten Aufschäumungen. Erst in letzter Zeit habe ich Espresso ohne Milchschaum für mich entdeckt. Was sich durchaus zelebrieren lässt, wenn’s wie hier die selbstzubereitete Kännchen-Variante ist, und nicht die Knopfdruckversion aus der Highend-Kaffeemaschine der Fraktion. Die Tasse ist übrigens Teil der Genossenschaftsprämie der taz, der Nugatriegel kommt aus dem Bioladen (Rapunzel, meine ich).

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