Archiv der Kategorie: Digitales Leben

In eigener Sache: Niedergang des Blogs?

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Bin etwas ratlos, aber vielleicht geht es ja nicht nur mir so: Seit Anfang diesen Jahres – in den letzten paar Wochen nochmal besonders deutlich – sinken die Zugriffszahlen auf dieses wunderschöne kleine Blog hier deutlich. Ebenso wird drastisch weniger kommentiert – jedenfalls im Blog. Die spannenden Debatten zu Blogartikeln finden oft eher bei Facebook statt als hier.

Jetzt kann diese zurückgehende Zahl der Zugriffe verschiedene Ursachen haben. Wenn ich bei mir selbst anfange, fällt mir auf, dass ich oft – neben den regelmäßigen Fotos der Woche – nur noch einen, oft auch nur kurzen, Beitrag dazwischen schreibe. Zu vielen aktuellen Themen äußere ich mich nicht, weil sie a. zu nah an meinen Arbeitsfeldern liegen, weil es sich dabei b. um Themen handelt, bei denen mir die Worte fehlen (die aktuelle globale außenpolitische Lage etwa), oder weil ich c. den Eindruck habe, dass ich erstmal mehr Recherchieren müsste, bevor ich dazu fundiert eine Meinung äußern könnte. (Anders ausgedrückt: ein gewisser Verlust an Unbefangenheit). Es gibt also weniger Einträge als früher, und es gibt weniger, was gerade im Trend schwimmt.

Und dann gibt es noch Faktoren, auf die ich keinen Einfluss habe. Der Niedergang der Piratenpartei führt auch dazu, dass sich die piratischen Horden nicht auf kommentierende Texte hier im Blog stürzen können. Und grün ist grade auch nicht wirklich en vogue, die Bundestagswahl ist vorbei, die Kommunalwahl ist vorbei – und bis zur Landtagswahl sind es (zumindest in externer Sicht) noch »Jahre«.

Oder liegt’s gar nicht daran, sondern sind Blogs insgesamt out, findet Kommunikation im Netz heute eben einfach woanders statt, so dass ich mich nicht wundern muss, wenn ein anachronistisches Hobby keine große Resonanz findet?

P.S.: Hinweise dazu, was ihr gerne lesen wollen würdet, nehme ich auch gerne entgegen.

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Kurz: Zurück in die Zukunft?

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Lost lettersAuf Treehugger lese ich, dass es einen gewissen Trend zurück zu »dummen« Mobiltelefonen gibt, also den robusten Geräten von z.B. Nokia, mit einer über mehrere Tage reichenden Akkulaufzeit, ohne Spezialfunktionen, ohne Internet, aber eben mit Telefon und SMS. Und einem Wecker. Auch wenn ich eher mal bezweifeln würde, ob das tatsächlich ein verlässlicher Trend ist, finde ich diese Gegenbewegung zur gesellschaftlichen Durchsetzung des Smartphones durchaus interessant und beobachtenswert.

Ein Grund dafür ist ein ganz persönlicher: Mein gutes altes Samsung mag nicht mehr so recht, d.h. zur Zeit bin ich selbst auf ein »Altgerät« angewiesen, um zumindest telefonisch und per SMS erreichbar zu sein, wenn ich unterwegs bin. Was beruflich unabdingbar ist. Das mit der eingeschränkten Erreichbarkeit wird sich dann ändern, wenn das Fairphone irgendwann im Sommer in seiner zweiten Inkarnation auf den Markt kommt. Bis dahin fehlt mit das mobile Internet. Bzw. es fehlt mir nicht komplett, sondern es fehlt mir dann, wenn ich nicht gerade in einem ICE mit funktionierendem Telekom-Hotspot sitze. Entsprechend kann ich die Zugfahrtzeit nur noch sehr viel eingeschränkter für alles nutzen, was Netz voraussetzt – den Abruf dienstlicher Mails ebenso wie der intensive Social-Media-Konsum (oder der Blick in meinen Onlinekalender). Nervt manchmal, hat aber auch etwas entschleunigendes.

Daran hängt dann die große Frage, ob die Epoche der allgegenwärtigen Vernetzheit und der lückenlosen Kommunikation im Rückblick in zwanzig, fünfzig oder hundert Jahren als Startpunkt einer neuen Normalität oder als eine für spätere Generationen schwer verständliche Phase allgemeiner Aufgeregtheit gedeutet werden wird. Geschichte und technologische Moden folgen ja nicht unbedingt linearen Kurven, sondern pendeln, bewegen sich auf Spiralen oder S-Kurven. Insofern führt der oben verlinkte Artikel zumindest vor Augen, dass es auch anders sein könnte, dass der nächste Schritt nach dem Smartphone eben nicht das in Kleidung (Google Glass z.B.) oder gar ins Gehirn integrierte allgegenwärtige Interface zum globalen Netzwerk sein muss, sondern dass auch ein Rückschlag des Pendels eine Möglichkeit sein kann, hin zu einer Deutung von ständiger kommunikativer Nähe z.B. als ein Privileg, das nur ganz wenigen, ausgewählten Personen gewährt wird, statt das Eintauchen in den andauernden quasiöffentlichen Kommunikationsstrom als dernier cri zu zelebrieren.

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Kurz: Ein Lebenszeichen vom Tablet

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Nexus 7 ...

Wie das war mit dem Nexus-7-Tablet, das eines Tages nicht mehr wollte, habe ich ja ausführlich beschrieben. Auch, dass ich letztlich keine Reparaturversuche unternommen habe, sondern mir – nach einer Karenzfrist – dann doch ein Ersatzgerät gekauft habe.

Vor ein paar Tagen kam mir dann – vielleicht, weil ich darüber nachdachte, ob ich mein Smartphone, das ebenfalls anfängt, Akku- und Ladeprobleme zu zeitigen, noch irgendwie retten kann – dann doch noch eine Idee. Die hat was mit vier goldenen Punkten zu tun, die beim Google Nexus 7 (2012) zu sehen sind. Was sie für eine Funktion haben, steht nicht in der Anleitung, erschließt sich aber nach einigem Nachdenken und Googeln – es sind POGO-Pins, die dafür gedacht sind, das Tablet aufzuladen, wenn es in einem Dock steht. Genauer gesagt – in dem Dock, das Asus als Hersteller des Tablets selbst liefert; andere laufen über USB. Bzw. nicht mehr liefert.

Mein Gedanke war jetzt: Wenn die USB-Schnittstelle kaputt ist, und nicht der Schaltkreis, dann geht es vielleicht, das Tablet über die Pins in einem Dock aufzuladen. Da nicht mehr lieferbar, habe ich – relativ teuer – ein gebrauchtes Dock erworben. Das kam heute morgen an. Erstmal tat sich nichts, aber nach zwei Stunden Ladezeit ein Lebenszeichen. Das übliche Verhalten eines in Tiefschlaf gefallenen Nexus 7. Und nach ein paar Versuchen ließ sich das Tablet tatsächlich starten. Alles dran, alles drauf – und im Dock lädt es jetzt gemütlich (und leider auch nicht ganz perfekt). In anderen Worten: Das Tablet funktioniert so halbwegs wieder. (Und jetzt muss ich überlegen, was ich mit zwei Tablets mache, die Dinge wie Spielstände o.ä. nicht synchronisieren … und ob ein Tablet, das nur übers Dock geladen werden kann, brauchbar ist)

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Zivilgesellschaft, transformative Wissenschaft, und was die Netzgemeinde damit zu tun hat

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WrasenbildungDas Bild, dass ich von der re:publica 14 habe, ist sicherlich verzerrt, nehme ich sie doch nur durch den Filter der sozialen Medien wahr, in denen Menschen aus meinem weiteren Umfeld das eine oder andere darüber schreiben. Aus dieser verzerrten, vermittelten Wahrnehmung heraus gewinne ich den Eindruck, dass doch vieles ähnlich ist wie 2013, und dass meine Entscheidung, dieses Jahr nicht zum »Klassentreffen des Internets« – zum Treffen der digitalen Klasse? – zu fahren, daher so falsch nicht war.

Ich war dennoch heute in Berlin, allerdings ganz woanders, nämlich bei einer Tagung der ForschungsWende, bei der es um mögliche neue Allianzen zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ging. Ich will jetzt gar keinen Tagungsbericht abliefern, aber vielleicht sind ein paar Worte zum Kontext notwendig:

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In eigener Sache: Der digitale Wandel ist da

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2014-04-22digitalerwandelHeute flatterte mir digital wie auch in gedruckter Form die Erstausgabe von Der digitale Wandel – Magazin für Internet und Gesellschaft ins Haus. Als ich vor ein paar Wochen angefragt wurde, ob ich für dieses neue Projekt des co:llaboratory einen meiner Texte – die abgedruckte Collage zu Enzensberger im Wandel der Zeit – freigeben würde, freute mich das. Gut, das co:llaboratory ist wegen seiner immer noch engen Verbindung zu Google manchmal nicht ganz unumstritten, aber von dem, was ich bisher mitgekriegt habe, macht das Colab gute Sachen zur Förderung der Forschung zu Internet und Gesellschaft. Wichtiges Feld usw.

Insofern bin ich jetzt einerseits stolz, in der Erstausgabe des Digitalen Wandels mit einem Text vertreten zu sein. Andererseits ärgert es mich ein bisschen, dass es keine Fahnenkopie gab – dann wären nämlich zwei weitere der Enzensbergerzitate auch so gekennzeichnet und würden nicht so aussehen, als stammten sie von mir. In meinem Blog steht’s richtig. Das größere Aber ist jedoch die Frage, ob diese Form der kuratierten Zusammenstellung von Netztexten überhaupt einen Mehrwert bringt (und wenn ja, wem). (Und ob es dann nicht besser wäre, die Texte nochmal zu überarbeiten – für was gedrucktes hätte ich vermutlich zwei, drei Fußnoten eingefügt …)

Insofern bin ich gespannt, wie das Heft »da draußen« ankommt, und ob es wahrgenommen wird. Oder ob es statt digitalem Diskurstreiber eher sowas wie die Mobil des Colab sein wird. Also eine Art Kundenzeitschrift, nur halt schick mit CC-Lizenz und digitalem Schnickschnack.

Und dann hat das Format »kuratierte Zusammenstellung« einen gewaltigen Nachteil: Es reproduziert zu großen Teilen die Relevanzzuschreibungen der digitalen Szene. Das lässt sich unter anderem daran festmachen, welche Autoren (und ganz wenige Autorinnen) ausgewählt worden sind (hier mehr dazu). (Diese Reproduktion von Asymmetrien, für die das Geschlechterverhältnis ein Indikator ist, entspricht ein bisschen dem Problem, auf das ich auch im Zusammenhang mit CARTA mal hingewiesen hatte …).

Aber gut: Ausgabe Q1 ist die Pilotausgabe von Der digitale Wandel – insofern gehe ich durchaus davon aus, dass das Redaktionsteam des Colab für die nächste Ausgabe das eine oder andere hinzugelernt haben wird. Neugierig, was daraus wird, bin ich auf jeden Fall.

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