Meine Ur-Ur-Großeltern, Teil I

Ich beschäf­ti­ge mich seit eini­ger Zeit – neu auf­ge­flammt durch ein Geschichts­pro­jekt aus dem Unter­richt mei­ner Toch­ter – mit dem, was sich Genea­lo­gie nennt. Vor etwa einem Jahr hat­te ich einen kur­zen Text zu Georg May­er­hof­fer geschrie­ben. Die Idee, zu den unter­schied­li­chen Her­kunfts­fa­mi­li­en und ‑zwei­gen etwas zu schrei­ben, geis­tert eben­so lan­ge durch mei­nen Kopf. Aber einer­seits ist das nicht ganz so ein­fach, weil das mathe­ma­tisch schnell unan­ge­nehm viel wird (2^x), ins­be­son­de­re wenn’s nicht um patri­ar­cha­le Väter und Vor­vä­ter geht, von Hete­ro­nor­ma­ti­vi­tät gar nicht erst zu reden -, ande­rer­seits rückt die Beschäf­ti­gung mit den eige­nen Vor­fah­ren schnell in ein selt­sam hei­mat­tü­meln­des Licht. Ich fin­de den Blick auf die eige­nen Vor­fah­ren gar nicht so sehr span­nend im Sin­ne eines »seht, ich stam­me ab von …« (18 19, 20 Genera­tio­nen zurück dann Augs­bur­ger Fug­ger und irgend­wel­che Adels­fa­mi­li­en, die rest­li­chen 2^20 = 524.288 Vor­fah­ren, die nicht ade­lig waren, sind halt nicht mehr doku­men­tiert …), son­dern letzt­lich als Brenn­glas auf (Sozial-)Geschichte und his­to­ri­sche Lebenswelten.

Dar­über zu schrei­ben, das hat­te ich mir zwar vor­ge­nom­men, es aber bis­her nicht in die Tat umge­setzt. Bis mir heu­te die Idee kam, nicht ein­zel­ne Fami­li­en­zwei­ge beschrei­ben zu wol­len, son­dern erst ein­mal mit einem Quer­schnitt anzu­fan­gen. Und auch nicht mit dem 15. Jahr­hun­dert, son­dern – weit genug weg, damit es nicht zu nah ist, aber nah genug, damit es nicht zu vie­le sind – mit mei­nem Ur-Ur-Groß­el­tern. 16 Per­so­nen – das ist noch halb­wegs überschaubar. 

Als ers­ten Auf­schlag gibt es also eine klei­ne Ahnen­rei­he aus der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts. Ich fan­ge in die­sem Bei­trag mit den vier Ur-Ur-Groß­el­tern­paa­ren väter­li­cher­seits an, die im All­gäu bzw. in der Nähe des ost­würt­tem­ber­gi­schen Ipfs lebten. 

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Nachkommen des Salzburger Emigranten Georg Mayerhoffer

Die Genea­lo­gie lässt mich nicht los – und beim Stö­bern in alten Unter­la­gen, die mein Vater auf­be­wahrt und aus­ge­wer­tet hat, bin ich auch auf die inter­es­san­te, Anfang des 20. Jahr­hun­derts als Manu­skript gedruck­te Auf­lis­tung der Nach­kom­men des Salz­bur­ger Emi­gran­ten Georg May­er­hof­fer gesto­ßen; wohl aus dem Nach­lass einer mei­ner Urgroß­tan­ten. Das vom dama­li­gen Leut­kir­cher Stadt­pfar­rer Braun zusam­men­ge­stell­te Heft­lein ist ziem­lich schlecht erhal­ten, des­we­gen habe ich es ein­ge­scannt und den Scan in ein PDF gepackt, das hier her­un­ter­ge­la­den wer­den kann.

> Braun (ca. 1910): Nach­kom­men des Salz­bur­ger Emi­gran­ten Georg May­er­hof­fer, gedruckt von Joseph Hüber, Leut­kirch (10 MB).

Aus­gangs­punkt der Auf­lis­tung ist Johann Jakob May­er­hof­fer, Gärt­ner und Leut­kir­cher Rot­och­sen­wirt (1743–1804), Sohn des Georg May­er­hof­fer aus Salz­burg, der zusam­men mit sei­ner Frau Euphro­si­ne, geb. Stör, Toch­ter des Bar­tho­lo­mä­us Stör, eben­falls Rot­och­sen­wirt zu Leut­kirch, zwölf Kin­der hat­te, von denen sechs früh star­ben und sechs – Johann Jakob, Anna, Andre­as, Georg, Gabri­el und Johann Micha­el – samt der jewei­li­gen Nach­kom­men bis etwa 1910 auf­ge­führt wer­den. Zum Teil gibt es ein paar bio­gra­fi­sche Sät­ze zu den ein­zel­nen Per­so­nen. (Aus Salz­burg nach Leut­kirch emi­griert ist Georg May­er­hof­fer ver­mut­lich der Reli­gi­on wegen, auch wenn das nicht in die­sem Heft steht – die Reich­stadt war evan­ge­lisch, das katho­li­sche Salz­burg kämpf­te gegen die Refor­ma­ti­on)