Kurz: Das Ende ist nah?

Nein, ich rede nicht vom IPCC-Bericht und auch nicht von der Pan­de­mie, son­dern davon, dass Elon Musk heu­te ange­kün­digt hat, die Mehr­heit an Twit­ter über­neh­men zu wol­len. Es gibt unter­schied­li­che Ein­schät­zun­gen dazu, ob das ernst gemeint ist oder ob es ihm dar­um geht, über in Reak­ti­on auf sei­ne Ankün­di­gung erfol­gen­de Akti­en­käu­fe viel Geld zu machen. 

Die Ankün­di­gung macht auf jeden Fall eines deut­lich: Twit­ter als für mich extrem wich­ti­ger qua­si-öffent­li­cher Dis­kus­si­ons­raum steht auf dün­nem Eis. Das sind nicht nur die immer mal wie­der vor­kom­men­den Rede­signs, Wer­bung, tech­ni­schen Neue­run­gen usw. (nein, ich will kei­ne Start­sei­te, dan­ke, mei­ne chro­no­lo­gi­sche Time­li­ne ist mir lieb und teu­er), son­dern auch das schlich­te Wis­sen dar­um, dass die­ser kom­mu­ni­ka­ti­ve Raum eben ein pri­va­ter Raum ist, der einer Akti­en­ge­sell­schaft gehört, die durch­aus das Inter­es­se hat, damit einen Gewinn zu erzie­len. Und die damit tun und las­sen kann, was sie will. 

Als Reak­ti­on dar­auf habe ich des­we­gen zumin­dest mal @_tillwe_@mastodon.social regis­triert und eine App damit beauf­tragt, dort mei­ne Twit­ter-Bei­trä­ge zu spie­geln. Ich pla­ne aktu­ell nicht, wirk­lich aktiv auf Mastodon/​im Fedi­ver­se zu wer­den, auch wenn ich das im Grund­satz sinn­voll fin­de. Noch ist mei­ne gut kura­tier­te Time­li­ne auf Twit­ter »mein Ort« im Netz. Soll­te es not­wen­dig sein, zu wech­seln, weiß ich zumin­dest, wohin.

Ein klares Nein zur Deutschen Netzinfrastrukturanstalt

Traditionsschiff Frieden IX

I. State of the Web 2013

Letzt­lich läuft es auf die Fra­ge hin­aus, wem wir ver­trau­en, wenn es um unse­re Daten geht. Der Hype der Sai­son heißt Cloud, die Daten­wol­ke – und da will jeder mit­spie­len: ehe­ma­li­ge Start-ups wie Drop­box (kei­ne Ahnung, wem das inzwi­schen gehört), Hosting­an­bie­ter wie 1&1, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­gi­gan­ten wie die Tele­kom, Inter­net­mo­no­po­lis­ten wie Goog­le und Ama­zon und nicht zuletzt Hard­ware­her­stel­ler wie Apple und Sam­sung. Jedes die­ser Unter­neh­men bie­tet – mehr oder weni­ger kos­ten­frei, mehr oder weni­ger wer­be­fi­nan­ziert, mehr oder weni­ger inklu­si­ve in bestehen­den Ver­trä­gen – die Dienst­leis­tung an, Daten in der Cloud zu spei­chern und von über­all her dar­auf zuzugreifen.

Wor­um geht es? Als Ant­wort auf eine durch­aus lesens- und beden­kens­wer­te Ana­ly­se zum Sta­te of the Web 2013 von John­ny Häus­ler (in der es weni­ger um die Cloud als um den eher kom­mer­zi­el­len als öffent­li­chen Raum geht, den Face­book bis Pin­te­rest schaf­fen, und der – ja, rich­tig! – ein Pro­blem dar­stellt) kommt Mathi­as Richel (D64) auf eine, wenn ich das so sagen darf, typisch sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Lösung.

„Ein kla­res Nein zur Deut­schen Netz­in­fra­struk­tur­an­stalt“ weiterlesen