Archiv der Kategorie: Distinktion & Ästhetik

Britische Bionade

Auch drei Tage Schottland reichen, um das Gigabyte voll zu machen. Fotos aus Edinburgh und Dundale wird es nach und nach geben. Neben vielen anderen Dingen ist mir – erst mal aufgrund des Packungsdesigns – ein neues Trendgetränk aufgefallen: »this water«, hergestellt von der Firma Innocent Drinks. Letztlich handelt es sich dabei um Fruchtsaft, bzw. um eine Mischung aus Smoothies und Quellwasser. Also um sowas ähnliches wie Fruchtsaft.

Hype drink mix
Unschuldiges Kühlregal

Probiert habe ich die Sorte »this water is coloured by nature« (Mango/Passionsfrucht), die hat ganz okay geschmeckt, auch nicht unbedingt besonders herausragend. Okay eben.

Warum betitel ich den Beitrag trotzdem »Britische Bionade«? Weil mir das Konzept, das hinter dem Getränk steht, prinzipiell gefällt (natürliche Zutaten, mit ethischer Komponente, d.h. Spenden für ein Wasserprojekt in Äthiopien, vor allem jedoch die handgemacht-humorvolle Gestaltung der Packungen – und natürlich der geniale Name).

This water (red)
»There are 89 cranberries in every bottle of this water, and 13 raspberries too«

Letztlich versteckt sich hinter dem schönen Schein nichts wirklich besonderes. Die Produkte haben noch nicht mal ein Bio-Siegel irgendeiner Art, und dass ein Fruchtsaftgetränk aus Früchten und Wasser besteht, ist nun eigentlich gar nichts wirklich besonderes.

"This water" (back)
Rückseite

Aber trotzdem scheint es sich mir bei »this water« um ein Trendgetränk zu handeln. Sowohl in der als »In-Ort« gestylten Flughafenbar der Kette EAT als auch in einem kleinen studentischen Take-Away habe ich die Flaschen gesehen. Und an beiden Orten haben sie – ganz wie Bionade hierzulande an ähnlichen Orten – wunderbar hingepasst.

Warum blogge ich das? Weil ich mich in die Labelgestaltung verliebt habe. Werbung wirkt.

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Die unerklärliche Anziehungskraft der Coffee-to-go-Becher

Nachdem ich relativ oft die Cafeterien des Studentenwerks frequentiere, ist mir aufgefallen, dass dort seit einiger Zeit nicht nur Kaffeemaschinen eingesetzt werden, die ganz passabel darin sind, die sogenannten »Kaffeespezialitäten« herzustellen, sondern dass es dort seit einigen Monaten auch »Coffee-to-go-Becher« gibt. Damit meine ich diese beschichteten Papierbecher, die von Bäckereien, der Bahn oder Bistros ausgegeben werden, wenn jemand seinen Kaffee mitnehmen möchte. Diese Becher nun wiederum sind von einem Geheimnis umgeben: einer unerklärlichen Anziehungskraft.

Early cafeteria breakfast

Betrachten wir das »EC«, da hier das Phänomen am deutlichsten sichtbar wird. Inzwischen stehen dort drei (oder sogar vier?) Selbstbedienungskaffeemaschinen, aus denen Kaffee, Cappuccino, Milchkaffee, Latte Macchiato etc. abgerufen werden kann. Die Automaten stehen im kassennahen Bereich der Selbstbedienungstheke. Die räumliche Anordnung ist hier chronologisch mediiert (soll heißen: normalerweise bewegen sich die Leute von links nach rechts an der Theke vorbei). Rechts von den Automaten sind noch ein paar Süßigkeiten und die Tasse, links ist das unterschiedliche Geschirr dafür zu finden. Es gibt dort: Schalen für Milchkaffee, Becher für Kaffee, Cappuccino etc., Latte-Gläser und Espresso-Tassen. Und die bereits erwähnten To-go-Becher.

Was ich nun seltsam finde, ist die Tatsache, dass ich immer wieder Menschen beobachte, die ganz selbstverständlich einen der roten Papierbecher mit einem Kaffeegetränk befüllen, sich damit dann aber nicht auf den Weg machen, sondern sich in der Cafeteria niederlassen – auf der Terrasse, oder sogar im Innenbereich. Dieses Verhalten ist mir in zweierlei Hinsicht unergründlich. Zum einen finde ich es ästhetisch und geschmackvoller, wenn schon Automatenkaffee, diesen dann wenigstens in einer richtigen (in dem Fall so eine Art Pseudoporzellan mit glasiger Oberfläche) Tasse bzw. in einem richtigen Becher zu trinken. Und zum anderen ist es natürlich doch ein bißchen verschwenderisch, einen Mitnahmebecher mitzunehmen, wenn es gar keinen Ort gibt, an den gegangen wird.

Spontan fallen mir für diese Praxis drei Hypothesen ein:

1. Die To-go-Becher stehen direkt neben den Kaffeemaschinen; zusammen mit der aus anderen Situationen (Bäckerei usw.) bekannten eingespielten Erwartung, schnell mitzunehmenden Kaffee in einem Papierbecher serviert zu bekommen, sind sie damit erste Wahl; es wird gar nicht erst weiter nach anderen Behältnissen gesucht. Hier könnte eine Umsortierung der Becherstapel helfen (oder der beliebte Agent »Hinweisschild«).

2. Die To-go-Becher werden von denjenigen bevorzugt, die sich nicht sicher sind, ob sie ihren Kaffee tatsächlich in der Cafeteria trinken wollen, oder nicht doch vielleicht in die Verlegenheit kommen, ihn mitnehmen zu müssen. Mit dem Papierbecher gibt es dann keine Notwendigkeit, den Kaffee in Eile auszutrinken, und sich der Gefahr von Verbrühungen auszusetzen. (Verwandt hiermit: der Weg zur Geschirrrückgabe soll vermieden werden, um wertvolle Minuten in der knappen Pausenzeit zwischen zwei Veranstaltungen zu sparen). Diese Hypothese wäre insofern überprüfbar, als dann diejenigen auch auf Tabletts, Teller und Besteck verzichten müssten: also Kaffee pur und Gebäck auf der Hand.

3. Am gravierendsten der dritte mögliche Grund: sich vorzustellen, dass es Leute gibt, in deren persönlicher Alltagsästhetik Papierbecher angemessener erscheinen – als Hommage an eine Wegwerfkultur, zur Repetition des Gefühls, sich bei Starbucks zu befinden, oder aus imaginierten hygienischen Gründen.

Soweit die Hypothesen zur ohne weitere Prüfung weiterhin unerklärlichen Anziehungskraft der Coffee-to-go-Becher.

Handelt es sich dabei um ein auf Freiburgs Studierende beschränktes Phänomen? Oder gibt es weitere Fallbeispiele, wo die Einführung von Papierbechern die Nutzung von mehrfach verwendbarem Geschirr sinnlos reduziert hat?

Warum blogge ich das? Weil ich mich schon mehrfach drüber geärgert bzw. gewundert habe, und das jetzt mal loswerden wollte.

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Kurzeintrag: Neuer Webauftritt der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Neue Website der DGSSeit ein paar Wochen ist die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) nun mit einer neugestalteten Website im Netz. Daran lässt sich viel kritisieren – etwa die fehlende Verwendung von Social Software, der Bleiwüstencharakter oder, da würde ich inzwischen zustimmen, der fehlende RSS-Feed für die einzelnen Rubriken –, immerhin scheint die Seite sich aber tatsächlich inhaltlich zu füllen, mit Pressemitteilungen, Meldungen, Stellenangeboten, Hinweisen auf Call for Papers und dergleichen mehr. Ein paar Baustellen gibt es noch, so sind die Sektionsseiten vielfach noch komplett leer, aber mit etwas Glück (und doch ein bißchen Web 2.0?) wird daraus was.

Insgesamt sehe ich hier jedenfalls durchaus positive Schritte hin zu einem echten Informationshub für die Disziplin Soziologie.

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Kurzeintrag: Surrealer Sarkasmus für Samstage

Exzerpt aus SubnormalityDouglas Adams hatte es ja eher mit den Donnerstagen, aber im Internet läuft die Zeit samstags definitiv am langsamsten. Ich vermute, dass das vor allem was damit zu tun hat, dass alle anderweitig beschäftigt sind. Jedenfalls versiegt plötzlich der Mailfluss, von Blog-Kommentaren oder neuen Reddit-Einträgen ganz zu schweigen. Was also tun, wenn an einem Samstag der Rechner doch an ist?

Eine Möglichkeit, sich die so langsam verinnende Zeit zu vertreiben, ist das Durchblättern von Online-Comics. Am besten solchen, die einmal wöchentlich – warum nicht am Sonntag – erscheinen und dem Genre »surrealer Sarkasmus« (oder: »zynischer Zeitvertreib«) zuzurechen sind. Meine neuste Entdeckung in dieser Hinsicht ist SUBNORMALITY von Viruscomix: grandios gezeichnet und seltsam böse genug, um gut zu sein, und damit ganz empfehlenswert. Ein Blog gibt’s auch dazu.

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Kurzeintrag: Flaschenmangel?

Colours of Bionade III
Hier: Fehlerlose Flaschen

Heute beim Mittagstisch im Cafe dauerte es eine Weile, bis mir klar wurde, was mich an meiner Bionade irritierte. Dort, wo über dem Etikett normalerweise der schlanke Halsansatz der Flasche beginnt, stand jetzt auf einmal etwas in dicken Glaslettern – »BECK’s«. Der Inhalt stimmte aber.

Irrtum oder Rückgriff auf Fremdflaschen wg. Überumsatz?

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