Archiv der Kategorie: Alt-Einträge

Grüne um die 30

Anlässlich des Parteitags stellt die Tagesschau die »neue Generation Grün« in einem HR-Audiobeitrag vor. Genauer gesagt: Julia Seeliger (neu im Parteirat), Tarek Al-Wazir (hessischer Fraktionsvorsitzender, neu im Parteirat), Boris Palmer (designierter Oberbürgermeister der Stadt Tübingen) und Anna Lührmann (jüngste Bundestagsabgeordnete).

> Tagesschau/Audio

Innovative Werbemedien

Heute: die Welt von oben (wirbt für den freien Browser Firefox).

Logo (und ich) in sueddeutsche.de

Die Süddeutsche kommentiert zumindest online die grade aufbrausende Logo-Debatte – und weist netterweise drauf hin, dass ich mir auch ein paar Gedanken dazu gemacht habe:

Auch in der Blogosphäre rümpft man mehrheitlich die Nase: Der Blogger und Designer Achim Schaffrina von designtagebuch.de findet das Logo im Vergleich zum alten „schwammig und wenig kontrastreich“. Blogger Till Westermayer hat sich gleich selbst an die Gestaltung von neuen Grünen-Logos gemacht und das Fontblog schließt hämisch: „Die verwendete deutsche Industrieschrift (DIN) zeugt von der Dialogbereitschaft der Grünen mit der Wirtschaft, das amputierte e unterstreicht die Tendenz zur Selbstzerstümm … ähem den Mut, alte Zöpfe abzuschneiden.“

P.S.: Interessanter als den Ausflug in die Blogosphäre finde ich im Süddeutsche-Artikel allerdings die – durchweg negativen – Kommentare von Design- und TypografieexpertInnen zum Ergebnis des offiziellen Redesigns.

> Neues Grünen-Wappen: »Um das Logo herrscht Ruhe. Bitte.« (sueddeutsche.de)

Was machen eigentlich PolitikerInnen nach der Politik?

Spiegel Online berichtet über eine aus meiner Sicht ziemlich spannende Studie: was machen Menschen, die BerufspolitikerInnen geworden sind – z.B. als Abgeordnete im Bundestag – wenn sie aus diesem Mandat ausscheiden? Der Weg zurück ins »normale Leben« scheint in vielen Fällen eher holprig zu sein.

Rosa Brillen und rosa T-Shirts

In der taz von vorgestern gab es einen Artikel, der sich für geschlechtergetrennte Pädagogik stark machte. Mich hat an dem Artikel mehreres gestört, deswegen habe ich einen Leserbrief dazu geschrieben – der wurde heute auch abgedruckt:

Eine Art Normierungsanstalt

betr.: »Geschlechtergerechte Pädagogik kann helfen«, taz vom 25. 10. 06
Ulrike Graff scheint, so verstehe ich jedenfalls den Artikel, aus positiven Erfahrungen mit Mädchengruppen darauf zu schließen, dass auch monoedukative Jungengruppen Freiräume »für Selbstbestimmung geben, die über Geschlechterstereotypen hinausgehen kann«. Ich befürchte, dass genau das nicht der Fall ist – nicht aufgrund biologischer Differenzen, sondern aufgrund unterschiedlicher kultureller Referenzen: Eine Mädchengruppe ist ein Freiraum im System hegemonialer Männlichkeit – eine Jungsgruppe kann schlimmstenfalls genau das Gegenteil sein, also eine Art Normierungsanstalt zur Verstärkung hegemonialer Männlichkeitsvorstellungen.
Männerdominierte Gruppen sonstiger Art (Bundeswehr, Forstverwaltung, Feuerwehr …) haben jedenfalls derartige Tendenzen – da traut sich niemand, mal ganz unabhängig vom Stereotyp, ein rosa T-Shirt zu tragen. Insofern teile ich den Optimismus nicht.
Zudem sehe ich einen Widerspruch in der Argumentation von Graff: Auch ich gehe davon aus, dass die Vielfalt innerhalb der Geschlechter größer ist als zwischen ihnen. Aber wenn das so ist, dann macht es doch erst recht keinen Sinn, nach Geschlecht zu trennen. Müsste es nicht viel eher eine Pädagogik geben, die zum einen viel stärker als heute an den individuellen Stärken und Schwächen der Kinder ansetzt, und die zum anderen, wenn denn nach »Typen« getrennt gehandelt werden soll, eher zwischen Starken und Schwachen, Schüchternen und Extrovertierten unterscheidet?
TILL WESTERMAYER, Freiburg

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