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Nach dem Mitgliederentscheid

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Am Samstag habe ich mir einige Kennzahlen zum grünen Mitgliederentscheid angeschaut. Heute wurde nun das Ergebnis verkündet.

An der Urabstimmung teilgenommen hat wohl ein gutes Viertel der Mitglieder – 27 26,2 Prozent, habe ich gehört. Das sind nicht alle, aber sicherlich mehr als die »mittlere Funktionärsebene« der Aktiven in den Landesparteien und in der Bundespartei. In Zahlen wären das bei etwa 60.000 Mitgliedern dann rund 16.200 Personen. Gerade im Vergleich mit den Zahlen zur Onlinebeteiligung finde ich das eine beachtliche Mitgliedermotivation (manche sprechen dabei auch von Gamification der politischen Beteiligung – sei’s drum).

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Einige Kennzahlen zum grünen Mitgliederentscheid

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An diesem Wochenende finden die Urnenwahlen in den Kreisverbänden zum grünen Mitgliederentscheid #me13 statt; schon davor haben sicherlich viele ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Und es konnte auf der Website diskutiert und gevotet werden.

Wie der Mitgliederentscheid ausgegangen ist, wird am 12. Juni feststehen. Einige Hinweise, wie er ausgehen könnte, gibt die Diskussion auf der Website. In absoluten Zahlen ist es vermutlich nur ein relativ kleiner Teil der grünen Mitglieder, der sich hier beteiligt hat (das habe ich nicht gezählt, ebenso wie ich keine qualitative Auswertung der Diskussion dort durchgeführt habe). Was sich aber relativ einfach zählen lässt, ist die Zahl der Argumente (Diskussionsbeiträge grüner Mitglieder zu den 58 Schlüsselprojekten), die Zahl der Kommentare zur diesen Argumenten (öffentlich) sowie die Bewertung der Argumente (durch grüne Mitglieder).

Insgesamt gibt es 58 Schlüsselprojekte. Zu diesen wurden 419 Argumente auf gruener-mitgliederentscheid.de eingestellt, zu denen es 954 Kommentare und 2819 Votes gab. Pro Projekt sind das im Schnitt 7,2 Argumente, pro Argument gab es im Schnitt 2,3 Kommentare und 6,7 Votes. Dabei wurde der Bereich »Energie und Ökologie« deutlich intensiver diskutiert als das Themenfeld »Gerechtigkeit« bzw. die »Moderne Gesellschaft«, wie die folgende Abbildung zeigt:

Pro Projekt gab es jeweils mindestens ein Argument, maximal 26. Bei den Kommentaren geht die Bandbreite von null Kommentaren bis zu 93 Kommentaren für ein Projekt, bei den Votes (die ja für Argumente vergeben wurden) von drei Stimmen bis zu 260 Stimmen pro Projekt. Argumente und Votes korrelieren miteinander. Die absolute Zahl der Votes – summiert über alle Argumente zu einem Projekt – dürfte, da sich hier nur grüne Mitglieder beteiligen konnten, durchaus etwas darüber aussagen, als wie relevant bestimmte Schlüsselprojekte empfunden wurden. Wenn die tatsächliche Abstimmung ähnlich ausfällt wie das Voting für gute Argumente, dann kommt dabei folgendes heraus:

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Das Medium vollendeter parasozialer Interaktion

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Ornamental symmetry

Wenn nun das »Problem« von Twitter und Co. nicht die (zu harten) Leserkommentare wären, sondern die Vortäuschung von Gesellschaft, Nähe …?

Julia Seeliger

Das passt ganz gut zu dem, was in der Medienpsychologie als parasoziale Interaktion bekannt ist (ich verlinke auf die englische Wikipedia, weil der Artikel mal wieder deutlich besser als sein deutschsprachiges Pendant ist). Mir ist dieser Begriff im Studium begegnet, als es darum ging, was Menschen mit Fernsehserien machen.

Parasoziale Interaktion beschreibt etwas, was auf den ersten Blick wie eine soziale Interaktion aussieht: zwei Personen handeln in wechselseitigem Bezug aufeinander. Parasozial ist es deshalb, weil dieses Handeln einseitig stattfindet. Auf der einen Seite steht eine reale Person, die das Gefühl hat, mit einer zweiten, fiktiven Person – z.B. einem Charakter in einer Fernsehserie oder dem Medienbild einer »celebrity« – sozial zu interagieren. Sie verfolgt das Leben der fiktiven Person, fiebert mit, lernt ihn oder sie kennen, kurz, die reale baut über die Zeit eine emotionale Bindung zur fiktiven Person auf. Diese bleibt allerdings notgedrungen einseitig; der Fernsehbildschirm wirkt als Einwegspiegel im sozialen Handeln.

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Beteiligt euch! Oder: die Angst der deutschen Behörde vor dem Unkalkulierbaren

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Tunnel of power I

Ein Aufregerthema der letzten Tage war im politischen Baden-Württemberg die Beteiligungsplattform. Eigentlich war klar, dass es diese Ergänzung des Landesportals geben sollte – wenige Tage vor dem Start meldete sich dann die SPD-Fraktion in Person ihres Anführers presseöffentlich mit Bedenken. Es müsse doch erst einmal einen Probelauf geben – und zwischen den Zeilen habe ich auch Bedenken gelesen, dass (organisierte) BürgerInnen eine Beteiligungsplattform dazu nutzen könnten, sich (organisiert) zu beteiligen. Und auf diese populären Meinungsäußerungen müsste dann ja reagiert – und möglicherweise gegen den geäußerten Volkswillen – regiert werden.

Heute ist das Beteiligungsportal der Staatsrätin für Ziviligesellschaft und Bürgerbeteiligung Gisela Erler jetzt doch gestartet. Im Probebetrieb, d.h. mit geringerer Verpflichtung für die einzelnen Häuser, mitzumachen, und mit dem Ziel einer Evaluation. Aber: es läuft!

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Be the first to like.


Kurz: Das PR-Blöggle

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Der Peer Steinbrück hat jetzt also ein Blog. Weil, seit Obama dank social media den arabischen Frühling gewonnen hat, muss jeder twittern, der was werden will. Also, und weil der Peer viel um die Ohren hat, twittert er nicht selbst. Höchstens diktiert er mal. Und weil sein hochrangiges Team aus Männern besteht, die fast genauso wichtig sind wie er selbst, twittern die auch nicht. Der SPD traut der Peer nicht so richtig. Jedenfalls ist das der einzige trifftige Grund, warum die das nicht für ihren Peer macht. Der Sigmar führt ja auch schon die Interviews für den Peer.

Selbst nicht, Team nicht, SPD nicht? Was bleibt? Einfach! Der Peer lässt sich von fünf befreundeten Unternehmern ein unabhängiges Wahlkampfblog schenken, samt sechsstelligen Kosten für die fünfköpfige Redaktion, schwarz-gelblichem Baukonsortiumslogo und Obama-Referenz. Cool! Und unabhängig! Wirtschaftsnah! Mit klarer Kante und Korn statt Eierlikör! Da wird die Kreativwirtschaft sich aber freuen! Und die Netzszene. Also: was mit Medien halt.

Warum ein Blog, was das soll, und was es mit Obama zu tun hat? Keine Ahnung, steht aber da. Zwischen den PR-Textchen. Und ob der Peer das ordentlich als MdB verbucht hat (namentlich mit Spendernamen), müssen wir Helmut fragen. Der war ja schließlich auch Kanzler mit klarer Kante, der Kohl.

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