Schlagwort-Archive: biographie

Wer wird dem 16. Landtag von Baden-Württemberg angehören?

Veröffentlicht unter Politik und Gesellschaft, Soziologisch gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,  

Stormy green

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg liegt jetzt auch schon wieder zwei Wochen zurück, die ersten Gespräche zwischen den möglichen Koalitionspartnern GRÜNE und CDU haben stattgefunden, und ab 1. Mai läuft die Wahlperiode des 16. Landtags von Baden-Württemberg und er wird sich offiziell konstituieren. Anlass genug, um einmal der Frage nachzugehen, wer eigentlich im zukünftigen Landtag sitzen wird.

Weiterlesen

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Kurz: Studienwerk wird 25

Veröffentlicht unter So grün, so grün | Verschlagwortet mit , , , , , , ,  

Das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung, also die Einrichtung in der grün-nahen Parteienstiftung, die für die Vergabe von Stipendien zuständig ist, wird 25 Jahre, und feiert das heute abend in Berlin. Das ist mir dann doch zu weit weg, auch weil ich mit meinen Wochenenden (Kinder!) eher sparsamer umgehen will und muss. Aus Anlass des Jubiläums ist zudem eine Verbleibstudie erschienen, in der geschaut wird, was aus den von der Stiftung geförderten Studierenden und Promovierenden geworden ist. Gut 40 Prozent der rund 3000 Alumni der Böll-Stiftung haben sich an der Befragung beteiligt, und auch wenn’s eher statistisch als biographisch ist, ist das Ergebnis durchaus interessant.

Ich selbst war 1999 bis 2001 Stipendiat der Stiftung, also eher in der Endphase meines Studiums – es dauerte etwas, bis mir die Möglichkeit eines Stipendiums überhaupt bewusst wurde. Neben dem durchaus willkommenen »Büchergeld« habe ich aus der Förderung durch die Böll-Stiftung vor allem diverse Seminare und längere Sommertreffen in Erinnerung, also die sogenannte »ideele Förderung«. Dabei habe ich nicht nur inhaltlich einiges gelernt (über Wasser als ökologisches Thema, aber auch über Antirassismus, Geschlechterbilder und Kunst), sondern erinnere mich auch an spannende Gespräche mit MitstipendiatInnen. Denn wo sind schon dutzende neugierige, offene und engagierte Menschen anzutreffen, wenn nicht auf einem Campus der Böll-Stiftung? (Dazu beigetragen haben dürfte auch die Förderpolitik, die bewusst auf einen Frauenanteil von 2/3 der Geförderten und auf einen hohen Anteil an StipendiatInnen »mit Migrationshintergrund« abzielte). Und, um mit Mythen aufzuräumen: zumindest zu meiner Zeit waren die Geförderten definitiv nicht identisch mit dem Kadernachwuchs der Partei. Klar, eine Nähe zu grünen Werten sollte da sein – aber das Parteibuch war kein Förderkriterium. Auch hier gibt es, nach allem, was so zu hören ist – ebenso wie bei der Auswahl – durchaus Unterschiede zwischen »Böll« und den anderen parteinahen Stiftungen.

Mir hat das Stipendium also auf jeden Fall was gebracht: eine Horizontöffnung. Ich kenne einige andere StipendiatInnen, und vermute, dass ich mit dieser Einschätzung nicht der einzige bin. Und nicht nur deswegen gratuliere ich dem Studienwerk herzlich zum 25. und hoffe, dass noch viele weitere Menschen von dieser Förderung profitieren dürfen.

P.S.: Grußwort Ralf Fücks zur Eröffnung der Feier

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Kurz: Einschulung 1981

Veröffentlicht unter Kinder | Verschlagwortet mit , , , , , ,  

Heute wird R. eingeschult. Aus diesem Anlass hier ein Bild, wie das bei mir 1981 aussah.

2015-einschulung-till-1981-3-mod

Und weil Ella sich fragte, ab wann das mit den rosafarbenen Kleidchen für Mädchen aufgekommen sei, hier auch noch ein Gruppenbild vom damaligen Kindergartenabschied. Und ja – wie trotz des verschwommenen Bildes deutlich zu sehen ist, war Anfang der 1980er Jahre Rosa schon im Kommen, auch wenn sich in meinem Fotoalbum noch viele Bilder finden, bei denen jegliche Sorte Kinder in gelb, blau und rot gekleidet sind.

2015-einschulung-till-1981-1-mod

2 Personen gefällt dieser Eintrag.


Klassentreffen

Veröffentlicht unter Politik und Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , ,  

School buildingEs waren durchaus gemischte Gefühle, mit denen ich zum 20-jährigen Treffen meines Abiturjahrgangs gegangen bin. Das hat ja doch immer was von Bilanzpressekonferenz. Wobei, soweit sich das feststellen ließ, meine Abiklasse keine Berühmtheiten hervorgebracht hat. Berlin, Leipzig, Hamburg, USA, aber viele sind doch hier in der Gegend geblieben oder wieder zurückgekehrt. Eine ganze Reihe bodenständiger, respektabler Berufe. Geradlinigkeit. Fast überall Kinder, zwischen ganz klein und schon aus dem Gröbsten raus. Babyfotos werden herumgezeigt, Hochzeiten als Meilensteine berichtet. Zwischen den Zeilen: mit der Vereinbarkeit, das ist so eine Sache. Ererbte, gekaufte oder neu gebaute Häuser. Im Großen und Ganzen haben wir uns eingerichtet.

In der Abizeitung hatten wir Fragebögen ausgefüllt. Was sind deine Zukunftspläne? Wir waren kurzsichtig. Zivildienst. Erstmal Urlaub. Und zielstrebig. Realistisch. Da stehen keine Träume, in dieser Zeile, da stehen Fächerkombinationen. Die dann auch eingetreten sind. Und heute? Haben wir Ziele über den Tag hinaus?

Sind wir eine Generation Mittelmaß, die nicht so gerne ein Risiko eingeht? Oder eine mit Maß, die ohne überzogene Ansprüche durchaus zufrieden ist mit den Verhältnissen? Politik interessiert uns nicht (naja, mich schon). Landtag, was machst du da? Kein Abgeordneter, ach so. Und wie ist der Kretschmann so? Aber die Bildungspolitik!

Spannend ist, wer nicht da ist. Wer den Kontakt aufrecht erhalten hat, und wer in neue Welten aufgebrochen ist, abgehauen ist, rausgegangen ist. Zurückgekommen ist? Wer Dinge gesucht hat, die es in der heilen Welt des ›Gymi‹ so nicht gab. Wer was davon mitgenommen hat.

Zwanzig Jahre, aber haben wir uns überhaupt verändert? Mit treuherzigem Soziologenblick, institutionalisiertem Außenseitertum, wundere ich mich darüber, wie stabil unsere Persönlichkeitsmuster sind, wie schnell eingeübte Gruppendynamiken aus Jahren gemeinsamer Schulzeit abrufbereit sind. (Und auch im Schulgebäude hat noch vieles den gleichen alten Charme der 1970er Jahre aus Sichtbeton und Knallfarben – bis wir dann vor dem Smartboard stehen). Hat gar die Schule, diese Schule, uns zu dem gemacht, was wir sind? Und was ist dann in den zwanzig Jahren danach mit uns passiert?

Klar dutzen wir uns alle. Auch wenn wir das sonst nicht tun würden. Und wir wissen noch immer, wie wer und wer wie reagieren wird. Für einen Tag, für einen Abend passt das schon. Alle zwanzig Jahre mal. Wir verstehen uns.

Wie viel kann dieser Oberfläche zugemutet werden? Was liegt dahinter? Trägt der Schein, oder täuscht er? Sind wir vielleicht am Ende gar nicht so langweilig und vorhersehbar, wie zuerst gedacht? Verstellt mir meine wohl gepflegte Fremdheit den Blick?

Wir erzählen uns Biografien. Zufall und Verletzlichkeit kommen ins Spiel. Da und dort schräge Wege, Glück und Pech. Diesen Roman muss ein anderer schreiben – aber ihn zu lesen, das wäre was.

Warum blogge ich das? Wegen der eigenen Welten.

3 Personen gefällt dieser Eintrag.


In eigener Sache: Leistungsbilanz 2011

Veröffentlicht unter Digitales Leben | Verschlagwortet mit , , , ,  

Winter canopy

Jahresrückblickzeit. Ich blicke zurück und stelle fest, dass ich 2011 in meinem eigenen Blog 156 Beiträge (davon 50 »Fotos der Woche« und 18 Kapitel der erst 2012 fortgesetzten SF-Geschichte »Brandung«) gepostet habe, dazu kommt dann noch vierzig mal Grünzeug am Mittwoch im Blog der baden-württembergischen Grünen.

Und auf der LeserInnen-Seite? Im Jahr 2011 wurden bisher knapp 40.000 Artikelabrufe (laut Sitestats) registriert, wobei die Zugriffe seit etwa der Jahresmitte deutlich nachgelassen haben (hat was damit zu tun, dass im Blog weniger passiert, weil ich andere Aufgaben habe, und weil der Frühjahrswahlkampf vorbei ist – aber vielleicht auch mit dem Medienwechsel im Web 2.0). Apropos Frühjahrswahlkampf: Im März, dem Landtagswahlmonat (und dem Fukushima-Monat), gab es fast 9.000 Abrufen – deutlich mehr als in allen anderen Monaten im Jahr 2011. Insgesamt allerdings sieht die Jahresbilanz hinsichtlich der Abrufe gar nicht so unähnlich aus wie im Jahr 2010, auch wenn mein Gefühl ein anderes ist.

Die meisten Flattr-Klicks in meinem Blog im Jahr 2011 (nämlich großartige fünf) bekam ein Text über Guttenberg. Der mit 111 Kommentaren meistkommentierte Artikel war einer, in dem ich mich mit dem Landtagswahlsystem und den Piraten auseiandergesetzt habe – wie es generell eine erfolgreiche Strategie zur Traffic-Generierung ist, sich mit der Piratenpartei anzulegen kritisch auseinanderzusetzen. Das zeigt sich daran, dass neben dem meistkommentierten (und meistgelesenen) Artikel auch der auf Platz zwei (Piraten! Drei Sätze anlässlich des Wahlausgangs in Bremen) dieses Thema hat. Der auf Platz drei ist dann ein Blick in die Kristallkugel vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Und meine eigenen Lieblingsartikel? Ich habe mal für jeden Monat einen rausgesucht:

Puh! Das also war mein Jahr 2011 in Blogposts. Und ihr so?

3 Personen gefällt dieser Eintrag.


Seite 1/2    1 2