Archiv der Kategorie: Nachhaltiges Leben

Photo of the week: Klimademo 38

Veröffentlicht unter Freiburg, Nachhaltiges Leben, Photo of the week | Verschlagwortet mit , ,  
Klimademo 38

 
Laut Zeitung rund 1400 Menschen, ich hätte sogar 2000 geschätzt, haben in Freiburg bereits gestern dem eisigen, nieseligen Wetter getrotzt und grenzüberschreitend für ein besseres Klima demonstriert.

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Photo of the week: Glashaus / nighttime

Veröffentlicht unter Freiburg, Nachhaltiges Leben, Photo of the week | Verschlagwortet mit , ,  
Glashaus / nighttime

 
So sieht das hier im Rieselfeld nachts aus. Unscheinbar, klotzig – nicht zu sehen sind die Tempo-30-Regelungen, die Solarpanels oben auf dem Glashaus, die Kinder- und Jugendmediathek, das ehrenamtliche Cafe, die Sozialberatung und der Bürgerverein, die innen drin stecken, die Carsharing-Autos vor der Tür, die Straßenbahnanbindung, die Vielfalt der Herkünfte und Hintergründe der Stadtteil-BewohnerInnen, die Grünflächen samt Picknickdecken und urbanem Garten, der Neunaugenbach, die Spielplätze und der nahe Wald mit seinen Waldkindergärten und den Mundenhof. Und so ein bisschen Stadt haben wir auch. All das halt, was das Rieselfeld zu einem besonderen Stadtteil macht. So können Fotos täuschen.

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Kurz: Digitaler Wandel als Chance für Teilen und Tauschen

Veröffentlicht unter Digitales Leben, Nachhaltiges Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , , ,  

Was ich ja sehr gespannt beobachte, ist der Wettbewerb ShareBW, bei dem – noch eine Woche lang, bis 19.10.2015 – die besten Ideen gesucht werden, um mit Hilfe der Digitalisierung Tauschen und Teilen (»Share Economy«) zu erleichtern, und so nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit in Stadt und Land voranbringen. Oder, in der Sprache der Ausschreibung: ungehobene Digitalisierungspotenziale fördern. Der vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium ausgelobte Ideenwettbewerb ist mit einem Preisgeld von bis zu 180.000 € versehen, das dazu genutzt werden soll, die prämierten Ideen innerhalb der nächsten Monate zu realisieren. Mitmachen können Privatpersonen, Vereine, Unternehmen und Kommunen. Einzige Voraussetzung: Wohn- bzw. Geschäftssitz Baden-Württemberg.

Ich finde diesen Wettbewerb aus zwei Gründen sehr spannend. Hier berühren sich zwei Welten, die sonst nicht unbedingt viel miteinander zu tun haben – Menschen und Projekte, die »irgendwas mit Medien« machen, IT-Startups, etc., auf der einen Seite, und auf der anderen Seite Umweltbewegte, lokal Engagierte, NachhaltigkeitsfreundInnen. Die These – und das Risiko hinter dem Wettbewerb – ist es, dass in der Schnittmenge dieser beiden Bereiche Neues entstehen kann. Innovationen, die zur Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs beitragen können. Wenn längst klar wäre, was die zentralen Projekte in dieser Schnittmenge sind, wäre der Wettbewerb langweilig. So aber fordert er dazu auf, Neues zu denken und dann auch tatsächlich umzusetzen – jenseits der üblichen Muster wissenschaftlicher Drittmittelprojekte und Businessplan-Pitches.

Ob das gelingt? Das wird nach dem 19.10. klar werden. Bis dahin gilt die Aufforderung, dass alle, die Ideen haben, die in diesen Bereich fallen, und die auf drei bis sechs Seiten konkretisiert werden können, unbedingt mitmachen sollten.

Einer Person gefällt dieser Eintrag.


Photo of the week: Late sun III

Veröffentlicht unter Freiburg, Nachhaltiges Leben, Photo of the week | Verschlagwortet mit , ,  
Late sun III

 
Was ich ja ganz schön finde, sind die vielen frei herumstehenden Obstbäume im Rieselfeld. Bei uns auf dem Hof des Wohnblocks stehen zum Beispiel zwei Apfelbäume. Was weniger schön ist: so richtig kümmert sich niemand darum. Also, die Hausmeister werfen ab und zu die herabgefallenen Äpfel in den Müll, aber ansonsten passiert mit den Bäumen nichts. Ich vermute, dass auch das dazu beiträgt, dass die Äpfel vor allem von Vögeln und Würmern gefressen werden. Ein paar ernte ich jedes Jahr – für Apfelkompott oder Apfelkuchen reicht es, zum »So-Essen« sind die Äpfel meist zu sauer und dann auch zu wurmstichig. Insofern bedarf das Konzept »Obstbäume im öffentlichen Raum« vielleicht noch der einen oder anderen Überarbeitung. Besser als giftige Zierpflanzen oder dergleichen zu pflanzen, ist es allerdings auch jetzt schon.

P.S.: Weiterführende Lektüre siehe mundraub.org.

Be the first to like.


Ökologische Verelendungstheorie

Veröffentlicht unter Nachhaltiges Leben, Politik und Gesellschaft, Zukunftsvisionen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , ,  

Cloudporn III

In dieser Woche findet der »Earth Overshoot Day« statt – also der Tag, an dem der Ressourcenverbrauch des Jahres das nachhaltig nutzbare Ressourcenbudget des Jahres überschreitet. Idealerweise sollte er frühestens auf dem 31. Dezember liegen, statt dessen wächst der Ressourcenverbrauch, so dass er im Herbst und inzwischen deutlich im Sommer liegt. Jahr für Jahr rückt das Datum des Earth Overshoot Days nach vorne. So weit die Fakten.

Was mich umtreibt, ist etwas, was sich – je nach Laune – als »TINA-Paradigma« der Ökoszene oder als »ökologische Verelendungstheorie« beschreiben ließe.

TINA, »There is no alternative« stammt wohl von der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, aber auch Bundeskanzlerin Merkel agiert gerne »alternativlos«. In beiden Fällen ist damit gemeint, dass die jeweilige (neoliberale) Politik den einzigen überhaupt denkbaren Weg darstellt. Angesichts der ökologischen Fakten liegt es nahe, TINA zu übernehmen: Die Welt muss ökologischer und nachhaltiger werden, oder sie wird untergehen. Klingt nach einer einfachen Wahrheit, ist aber letztlich doch komplizierter – denn TINA könnte auch »There is no automatism« heißen.

Das heißt: Aus den ökologischen Fakten folgt noch lange keine politische Einsicht, denn dieser Willensbildungsprozess findet nach wie vor in der politischen Arena statt, in der unterschiedliche Interessen, Weltsichten und »Sachzwänge« aufeinander prallen. Fakten im Sinne außersozialer Tatsachen spielen bei der Meinungsbildung eine Rolle (Kretschmann: »Gegen Zahlen lässt sich nicht anbrüllen!«) – aber sie sind eben nicht der einzige Faktor. Was als wahr gilt, was wie interpretiert wird, was gesehen und was ausgeblendet wird, welcher Weg in Richtung Nachhaltigkeit als tauglich angesehen wird, und welcher nicht – hier haben wir es mit sozialen Tatsachen zu tun, die sich eben nicht automatisch aus den schlichten Ressourcenverbrauchszahlen und deren Extrapolation ergeben. Politik braucht weiterhin überzeugende Akteure und Akteurinnen.

Wenn ökologische Politik alternativlos ist, dann heißt das also noch lange nicht, dass nicht hart daran gearbeitet werden muss, diese Alternative auch tatsächlich zur im Diskurs dominanten politischen Option zu machen. Und sie dann auch noch umzusetzen.

Wenn TINA der Leitstern der harten Neoliberalen ist, dann ist die Verelendungstheorie der Hoffnungsträger einer bestimmten Sorte von MarxistInnen. Zugespitzt und popularisiert: der Kapitalismus wird letztlich durch eine zunehmende Verschlechterung der Lebensbedingungen der ArbeiterInnen schon selbst dafür sorgen, dass es zur großen Revolution und zum Umschwung der Verhältnisse kommt. So etwas in der Art gibt es auch in grün – wenn Peak Oil überschritten ist, wenn die Böden ausgelaugt sind, wenn die Nahrungsmittelversorgung zusammengebrochen ist – spätestens dann, mit der großen Krise, wird der große Umschwung zu nachhaltigen und ökologischen Produktions- und Lebensweisen kommen. Weil’s halt einfach gar nicht anders geht, und dann jeder und jede die ökologische Wahrheit sehen wird.

Mal abgesehen davon, dass bei der Hoffnung auf Verelendung immer auch Zynismus mitschwingt, halte ich die eine wie die andere Variante dieser Vorstellung für falsch. Auch hier sind die Verhältnisse komplizierter, auch hier scheint es mir keine Automatismen zu geben. Allein schon deswegen, weil die weltweiten Chancen und ökologischen Abhängigkeiten so ungleich verteilt sind bzw. als ungleiche Verteilung geschaffen und aufrecht erhalten wurden und werden. Zudem bleiben Innovationskraft und gegenläufige Tendenzen unterbelichtet.

Unterm Strich bleibt die Aussage, dass es dumm wäre, ökologische Politik auf die Hoffnung auf Automatismen aufzubauen. Es bleibt die Notwendigkeit – und das ist Arbeit – sich in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Arenen weiterhin selbst darum zu kümmern, dass es in Richtung Nachhaltigkeit geht. Darauf, dass sich hier bereits einiges bewegt, dass es durchaus auch positive Nachrichten gibt, Hoffnungen zu setzen, erscheint mir weitaus sinnvoller, als es die mentale Vorbereitung auf den »unausweichlichen« ökologischen Kollaps wäre.

Warum blogge ich das? Weil es manchmal hilfreich ist, sich die Begrenzungen der politischen Wirksamkeit außersozialer Fakten vor Augen zu führen. Selbst psychologisch lässt sich ganz gut erklären, warum es manchmal einfacher ist, kontrafaktisch auf z.B. einer unbedingten Wachstumsorientierung zu beharren, als die Grenzen des Wachstums zur (politischen) Kenntnis zu nehmen.

3 Personen gefällt dieser Eintrag.


Seite 4/28    1  …  3 4 5  …  28