Archiv der Kategorie: Lesenswert

Photo of the week: Sun power

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Sun power

 
Edward Snowden, der Whistleblower, der Dokumente über »PRISM« – das groß angelegte Überwachungsprogramm der NSA – veröffentlicht hat, ist jemand, der mutig gehandelt hat, und der sich – den Interviews und Berichten im Guardian zufolge, sehr bewusst und mit klarem Blick auf die persönlichen Konsequenzen für sich und andere dafür entschieden hat, PRISM öffentlich zu machen. Die vermutlich größte Enthüllung der letzten Jahre zeigt zudem mit drastischer Deutlichkeit, wie wenig das Handeln Barack Obamas mit seinen Versprechungen zu tun hat. Ich hoffe, dass Snowdens Mut auch politische Konsequenzen haben wird. Die Netzsoziologin danah boyd hat einige gute Argumente dazu aufgeführt, warum zu erwarten ist, dass die meisten AmerikanerInnen schlicht mit den Schultern zucken werden, nach dem Motto »betrifft mich ja nicht«.

Snowden hätte auch eine Romanfigur sein können – in einem der Nicht-SF-Romane von Iain (M.) Banks, der heute mit 59 Jahren gestorben ist.

Banks war einer der ersten Autoren der neuen schottischen Science-Fiction-Welle, die ich gelesen habe, und der mich zu »ernsthafterer« Science Fiction (und der Lektüre im englischsprachigen Original) hingeführt hat. Mit den Büchern seiner Culture-Reihe hat er ein Utopia aufgemacht, dass durchaus in der Lage dazu ist, als Ganzes ethisch fragwürdig handelt. Gleichzeitig – das zieht sich, neben dem Spaß an der Konstruktion größerer und größerer Raumschiffe und künstlicher Lebenswelten durch alle seine Bücher – hat er wohl am konsequentesten eine Kultur beschrieben, in der intelligente Drohnen und die »Minds« der kontinentgroßen Raum«schiffe« mit den Menschen* der Culture alltäglich integriert interagieren – mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht sogar im Verhältnis der überragenden Maschinenintelligenz zum – des Amüsements wegen – geduldeten Menschen. Nach und nach habe ich dann den Nicht-SF-Banks (»Iain Banks« statt »Iain M. Banks«) entdeckt und schätzen gelernt. The Business (1999) beispielsweise ist eine der lesbarsten literarischen Auseinandersetzungen mit den Organisationsprinzipien des Kapitalismus, die mir bekannt ist. (Und wer in seine – teilweise grausame – Science-Fiction einsteigen will, kann das chronologisch mit Consider Phlebas (1987) tun, oder mit Excession (1996), dem vielleicht zugänglichsten der Culture-Romane).

Banks ist nicht mehr. Und das ist definitiv ein Verlust.

* Menschen: Mir ist bewusst, dass die Menschen der Culture keine Menschen sind …

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Tsunami quergelesen

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Internet-Tsunami-Spirale nach Lachenmayer et al. 2013, S. 262, Lizenz: CC-BY-NC-SA

Vor wenigen Tagen ist eine Studie zur politischen Öffentlichkeit und Meinungsbildung im Netz erschienen (Lachenmayer et al. 2013). Neu an dieser Studie ist der Fokus darauf, wie »Internet-Tsunamis« entstehen. Damit meinen die AutorInnen Resonanz-Phänomene zwischen Netzmedien, Massenmedien und letztlich der Politik. Mit Hilfe explorativer Interviews und anhand der vier Fallbeispiele der Plagiatsaffäre um Guttenberg, der Occupy-Wallstreet-Bewegung, dem Arabischen Frühling und der Anti-ACTA-Bewegung nähern die AutorInnen sich einer sozialwissenschaftlichen Beschreibung und Analyse dieses Phänomens.

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Hübsch gebündelte Science Fiction – und der deutsche eBook-Markt

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Old media, new media I

Nachdem jetzt auch heise darüber berichtet, und mein Hinweis auf die eBook-Aktion gestern auf Twitter eine lange Debatte ausgelöst hat, vielleicht doch zwei Punkte – zum Humble eBook Bundle mit Science-Fiction- und Fantasy-Bücher, bezahlbar nach Selbsteinschätzung, und darüber hinaus zu Themen wie der Buchpreisbindung, dem deutschen eBook-Markt und der Frage illegaler Buchkopien – im Blog.

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Neu erschienen: Ländliche Arbeit im Wandel

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Wer schon immer mal wissen wollte, was bei meinem Forschungen zu forstlichen Dienstleistungsunternehmen (lang ist’s her) herausgekommen ist, hat jetzt die Chance, ein handliches Buch (knapp 300 Seiten) dazu zu lesen: Zusammen mit Prof. Dr. Siegfried Lewark und Dr. Edgar Kastenholz habe ich den Band Ländliche Arbeit im Wandel: Nachhaltige Gestaltung forstlicher Dienstleistungsarbeit herausgegeben, erschienen ganz frisch im Verlag Kessel.

Weitere Informationen (Klappentext, Inhaltsverzeichnis usw.) zu diesem Buch finden sich hier.

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Uff, Kinder ins Bett gebracht

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Puh. Es ist halb zehn. Zora und Rasmus schlafen endlich. Zum Ritual gehört: Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, je Kind mindestens ein Buch vorlesen, ins Bett stecken, und dann noch ein paar Lieder singen (Wobei ich zugeben muss, dass mein Repertoire an auswendigen Liedern sich mehr oder weniger auf »Schlaf, Anne, schlaf« und »Ritter Rufus« erstreckt, dann gibt’s noch ein paar Lieblingslieder aus dem Liederbuch. Und singen kann ich auch nicht wirklich, also nicht so mit Noten und so …). Und dann schlafen die Kinder, meistens.* Wenn sie nicht noch was trinken wollen, Hunger bekommen, ein Kuscheltier vermissen, eine Decke mehr/weniger brauchen oder nochmal die Hand gehalten haben wollen oder auf den Schoß krabbeln möchten. Oder mitternachts aufwachen und Eltern suchen.

Dass es nicht nur mir so geht, zeigt die große Resonanz, die dieser Link (pdf) u.a. bei Facebook hervorgerufen hat. Hinter dem Link steckt ein (urheberrechtlich wohl eher fragwürdiger) Scan des Buchs Go the fuck to sleep (gefunden via BoingBoing).

Go the fuck to sleep scheint das ideale Buch für ermüdete Eltern zu sein. Geschrieben von Adam Mansbach und illustriert von Ricardo Cortés kommt – in klassischem Kinderbuchformat, aber wohl nicht unbedingt zum Vorlesen gedacht ;-) – all das vor, was den abendlichen Alltag von Eltern kleiner Kinder so ausmacht. Der Wiedererkennungsfaktor ist jedenfalls extrem hoch …

Kleines Beispiel gefällig?

The cats nestle close to their kittens now.
The lambs have laid down with the sheep.
You’re cozy and warm in your bed, my dear.
Please go the fuck to sleep.**

Das Buch ist bei amazon grade entweder ausverkauft oder noch nicht wirklich erschienen, aber trotzdem sehr beliebt. Mitte Juni soll es wieder erhältlich sein. Wer’s vorbestellen mag, kann das unter diesem Link tun.

Warum blogge ich das? Weil ich das Format »Bilderbücher für Eltern« spannend finde.

* So läuft das ab, wenn Zora und Rasmus zur gleichen Zeit ins Bett gebracht werden. Meistens aber will Zora länger aufbleiben als Rasmus, was am besten funktioniert, wenn zwei Elternteile gleichzeitig da sind.

** Frei übersetzt:

Kätzchen und Katzen schmiegen sich an
Lämmer haben’s bei Schafen gemütlich
Du kuschelst dich ins Bett, mein Liebling -
Verdammt noch mal, jetzt schlaf endlich!

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