Archiv der Kategorie: Digitales Leben

Einer wagt es, uns im Netz zu verlassen

Paukenschlag: Robert Habeck verabschiedet sich von Facebook und Twitter. Als Grund dafür nennt er zwei Dinge – zum einen den massiven Datenklau samt Veröffentlichung privater Chatverläufe vor ein paar Tage, er war einer von rund 50 der etwa 1000 betroffenen Politiker*innen, bei denen nicht »nur« eine private Mobilfunknummer veröffentlicht wurde, sondern auch weitere Daten. Zum anderen einen dummen Versprecher in einem Wahlvideo für Thüringen, der prompt heftigste böse Kommentare ausgelöst hat. Schuld daran sei auch der auf Twitter gepflegte Kommunikationsstil, der Drang zur Verkürzung, zur reduzierten Aufmerksamkeit.

Robert hat aus diesen beiden Ereignissen für sich den Schluss gezogen, Facebook, Twitter (und wohl auch Instagram) zu verlassen – zumindest im Format der direkten, persönlich-privaten Kommunikation. Ob es auch in Zukunft eine von der Partei gepflegte offizielle Seite geben wird, bleibt abzuwarten. Twitter- und Facebook-Account sind inzwischen gelöscht.

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Kurzes Update zum Minecraft-Arduino-Adventskalender

Vor einiger Zeit berichtete ich über den Adventskalender des Neunjährigen: ein Arduino-Nano-Klon sollte Minecraft (die Java-Edition) auf dem PC mit der realen Welt verbinden. Diesen Adventskalender verkauft Franzis für rund 30 Euro. Hinter den ersten paar Türchen befand sich der Arduino-Klon, ein Steckbrett und eine LED. Nach Installation einiger Software dann das Erfolgserlebnis: die LED ließ sich über Arduino-Sketches – kurze Programme – steuern. Ab dem vierten Türchen sollte dann Minecraft ins Spiel kommen. Das scheiterte, wie die Reaktionen auf den Blogbeitrag zeigten, nicht nur bei mir. Schuld war das von Franzis mitgelieferte Programm, um Einträge aus dem Minecraft-Logfile auszulesen und an den am USB-Kabel hängenden Arduino dann entsprechende Befehle zu senden. Erst als ein Vater spontan einen Ersatz für das Programm ami.exe schrieb (amigo), klappte die Verbindung zwischen Minecraft und Arduino wie vorgesehen.

Inzwischen waren allerdings schon einige Tage vergangen, in denen sich mit dem Adventskalender nichts anfangen ließ. Dann aber die erste LED, die sich erfolgreich durch einen Befehlsblock in Minecraft an- und ausschalten ließ. Ein kleines Erfolgserlebnis. Die folgenden Türchen lieferten dann abwechselnd LEDs (gelb, grün, rot, Multicolor) und Anschlusskabel sowie ganz am Schluss noch einen Piezo-Summer. Okay: nach etwas Kabelgefummel und Bauarbeit in Minecraft war dann das Mischpult für die Multicolor-LED fertig. Wir haben gelernt, dass RGB-Kanäle viele bunte Farben ergeben (noch mehr, wenn nicht einfach an und aus, sondern Werte dazwischen verwendet werden).

Aber so richtig viel Spaß machte der Adventskalender dann weder dem Kind noch mir. Zum einen enttäuschte die Abfolge von immer noch mehr LEDs und Kabeln. Zum anderen ging die Gestaltung auf der Minecraft-Seite nicht über Schalter hinaus. Keine Monsterfalle, die dann eine LED auslöst, … und, der größte Kritikpunkt des Kindes: Kommunikation nur in eine Richtung, prinzipienbedingt. Statt aus Minecraft heraus ein paar LEDs zum Leuchten zu bringen, wünschte sich das Kind den Weg von Aktion in der wirklichen Welt zur Reaktion in Minecraft, zum Beispiel eine Tür, die sich per Knopfdruck am Arduino in Minecraft öffnet – geht natürlich nicht, wenn die Verbindung nur über das Logfile läuft. Insofern: keine Empfehlung!

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Kurz: Minecraft-Arduino-Adventskalender (Update)

Das minecraftbegeisterte Kind (9) wollte unbedingt einen Minecraft-Adventskalender. Wir haben dann von einen Kalender von Franzis gefunden, der verspricht, die Java-Edition von Minecraft auf dem PC mit der realen Welt zu verbinden – via Arduino Nano.

Vor der Inbetriebnahme des Adventskalenders stand dann allerdings erst mal ein bisschen Installationsarbeit. Zum einen muss von arduino.cc eine IDE heruntergeladen und installiert werden, um den Mikrocontroller programmieren zu können. Zum anderen gibt es ein Archiv mit Software zu den einzelnen Türchen, einem kleinen Programm, damit Minecraft auf die Schnittstelle des Arduino zugreifen kann (ami.exe) – und einen Treiber für den Arduino Nano. Der wird über ein Mikro-USB-Kabel angeschlossen, aber braucht eine emulierte serielle Schnittstelle. Warum ein Extra-Treiber? Weil der im ersten Türchen enthaltene Arduino Nano ein Klon ist, der von der Arduino-IDE nicht ohne weiteres angesprochen werden kann – der Chip, der den USB-Anschluss ansteuert, ist ein anderer. Deswegen ist im Paket auch ch341ser.exe enthalten, besagter, etwas dubioser Treiber für diese Billigvariante des Arduino Nano.

Also: alles installieren, die Arduino-IDE starten, das erste Programm öffnen, das eine Leuchtdiode auf dem Arduino Nano blinken lassen soll, und auf den Chip hochladen – ach nee, der wird nicht erkannt? Und einen Prozessor »ATmega328″ wie in der Anleitung genannt gibt es auch nicht, nur »ATmega328p« und »ATmega328p (old bootloader)« (letzterer ist korrekt). Aber warum wird der Arduino nicht erkannt. Fehler bei der Installation? Falscher USB-Anschluss? Doch besser komplett im Admin-Mode vorgehen? Nach einigen Neuinstallationen, Websitekonsultationen und Versuchen war dann klar: Treiber und Nano sind nicht schuld – das Problem war einfach nur ein Mikro-USB-Kabel, das wohl nur zum Laden, aber nicht zur Datenübertragung geeignet ist. Nach Austausch des (nicht im Lieferumfang enthaltenen) Kabels durch ein anderes erkannte Windows ein unbekanntes Gerät, aktivierte den China-Treiber und auch die IDE fand den Port. Der blinkenden LED stand damit nichts mehr im Weg … (ich bin gespannt, wie einfach oder kompliziert die Verknüpfung mit Minecraft wird, die ab Morgen drankommt).

[Update, 09.12.2018] Wie in den Kommentaren nachzulesen, war der Anschluss nicht das einzige Problem (und ich bei weitem nicht der einzige, der damit Probleme hatte, siehe auch das Arduino-Forum). Problem Nr. 2: Die Verbindung zwischen Minecraft und Arduino Nano klappt nicht, weil das dafür verwendete ami.exe wohl grottenschlecht programmiert ist. Jetzt gibt es einen Ersatz dafür – schön, dass es eine so rege Do-It-Yourself-Szene gibt. Damit sollte dem Adventskalenderglück auch aus Minecraft heraus nichts mehr im Wege stehen. Eine Kurzanleitung gibt es auch.

Ich habe – mag etwas quick & dirty sein – amigo.exe auf den Desktop kopiert, und mit dem Windowseditor eine Datei amigo.bat auf dem Desktop angelegt, in der dann der Aufruf (ggf. noch um -verbose) zu ergänzen

amigo.exe -serial COM5 -baud 9600 -logfile "..\AppData\.minecraft\logs\latest.log"

steht. Bei mir klappt es damit, wenn ich zuerst die Arduino-IDE, dann Minecraft und dann dieses Programm starte.

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Bits und Bäume und dazwischen Zwischenräume

»Nachhaltigkeit« und »Digitalisierung« sind zwei der großen Themen unserer Zeit. Insofern fand und finde ich es eine großartige Idee, die Schnittmenge zwischen diesen beiden Entwicklungen genauer zu beleuchten, wie dies mit der Konferenz »Bits und Bäume« an diesem Wochenende in Berlin umgesetzt wurde.

Ich will jetzt gar keinen Konferenzbericht im üblichen Sinne schreiben. Es gab ungefähr 130 verschiedene Veranstaltungen, rund 1300über 1700 Leute waren da, und die TU Berlin verwandelte sich für zwei Tage in ein wuseliges Öko-Tech-Camp. Wer einzelne der Vorträge nachgucken will, kann diese auf der Medienseite des CCC finden – es lohnt sich durchaus, vom 8-Minuten-«Sporangium« bis zu den großen Podien und Panels. Und wer ganz knapp wissen möchte, warum das mit der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit nicht so einfach ist, sollte sich die Eröffnungsvorträge von Tilman Santarius und von Lorenz Hilty anschauen. Ich verrate schon mal: Rebound-Effekte haben einiges damit zu tun.

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Kurz: Fluss der Dinge

Es ist eine Nachricht, dass Twitter die chronologische Timeline wieder anbietet. Anders als bei Facebook war sie nie ganz weg, denn wer in den Tiefen der Einstellungen angegeben hat, nicht die »wichtigsten« Nachrichten zuerst sehen zu wollen, hat eine mehr oder weniger chronologisch geordnete Timeline angezeigt bekommen. Abgesehen von Hinweisen, was eine oder einer vielleicht verpasst haben könnte, oder was andere gesehen haben, oder … ich habe hier recht konsequent auf »weniger davon anzeigen« gedrückt und zuletzt dann einen fast ausschließlich chronologischen Nachrichtenstrom erhalten.

Das scheint mir neben den Unzulänglichkeiten der Auswahlalgorithmen auch der Hauptgrund für die Beliebtheit der Chronologie zu sein: Tweets sind hier ein endloser Strom von Nachrichten, der einen Moment im globalen kommunikativen Bewusstsein dokumentiert und dann wieder vergeht. Die Dinge sind im Fluss, und wichtig ist nicht, was gestern passiert ist, sondern das, worüber Menschen genau in diesem Moment reden. Ein bisschen lässt sich dieser Strom zurückverfolgen, aber was vergangen ist, entschwindet – wie in einem Gespräch, nicht wie in einer E-Mail-Debatte. Nur was wiederholt wird, überspringt diesen Anschein von Vergänglichkeit. Und darin liegt für mich der Reiz der Chronologie.

P.S.: Und natürlich signalisiert eine chronologisch geordnete Timeline – paradoxerweise – zugleich Kontrolle, insofern zumindest theoretisch die Möglichkeit besteht, so lange zurückzublättern, bis eine oder einer alles gelesen hat.

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