Nächste Woche dann was aus Brüssel, wenn ich bis dahin dazu gekommen bin, die Fotos, die ich am Wochenende gemacht habe, ins Netz zu stellen!

Das Blog von Till Westermayer * 2002
Was ich ja immer wieder erstaunlich finde, ist die lange Vorgeschichte des Mobiltelefons. Nicht nur, dass bei Erich Kästner schon die Idee eines mobilen Telefons auftaucht, auch erste Prototypen etc. aus den 1930er bis 1950er Jahren gibt es. Ein paar Beispiele bei „Modern Mechanix“: Vest Pocket Telephones (1939), Handie Talkie (1945) oder Your Telephone of Tomorrow (1956).
Und dann gab es ja seit den 1950er Jahren auch noch Autotelefone und schon davor spezielle Funktelefone (für Schiffe, Züge, …). Ein Unterschied zu den drei verlinkten Fundstücken ist die bei diesen schon mehr oder weniger klar vorhandene Idee der Personalisierung: das tragbare Telefon ist an die Person gekoppelt, nicht an das Haus oder dann eben an das Fahrzeug.
Was unterscheidet die Gedankenspiele und Prototypen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom heutigen Mobiltelefon? Letztlich vor allem die Digitalisierung, und damit der Transistor, der eine extreme Miniaturisierung, eine Massenproduktion und vor allem eine extrem vergrößerte Nutzungskapazität einzelner Funkfrequenzen möglich machte (neben anderem wie dem GSM-Standard …). Technikgeschichte wäre auch spannend ;-)
P.S.: Ein paar Literaturangaben, falls jemand weiterlesen will:
Agar, Jon (2003): Constant Touch. A Global History of the Mobile Phone. Cambridge: Icon Books.
de Vries, Imar (2005): »Mobile Telephony: Realising the Dream of Ideal Communication?«, in Hamill, Lynne / Lasen, Amparo (eds.): Mobile World. Past, Present and Future. Heidelberg u.a.: Springer, pp. 11–28.
Gold, Helmut (2000): »‚Hän die koi Schnur?‘. Die Entwicklung der Mobiltelefonie in Deutschland«, in Baumann, Marget/Gold, Helmut (Hrsg.): Mensch, Telefon: Aspekte telefonischer Kommunikation. Heidelberg: Edition Braus, S. 77–91.
Herlyn, Gerrit (2002): »Die erreichbaren Abwesenden. Mobile Telefonie in der Schweiz«, in Kurt Stadelmann; Thomas Hengartner (Hrsg.): Telemagie. 150 Jahre Telekommunikation in der Schweiz. Zürich: Chronos, S. 170–197.
Höher, Hans (1990): »Die technische, betriebliche und personelle Entwicklung der deutschen Funktelegrafie«, in Archiv für deutsche Postgeschichte, Nr. 2/1990, S. 49–68.
Lasen, Amparo (2005): »History Repeating? A Comparison of the Launch and Use of Fixed and Mobile
Phones«, in Hamill, Lynne / Lasen, Amparo (eds.): Mobile World. Past, Present and Future. Heidelberg u.a.: Springer, pp. 29–60.
Teuteberg, Hans-Jürgen / Neutsch, Cornelius (Hrsg.) (1998): Vom Flügeltelegraphen zum Internet. Geschichte der modernen Telekommunikation. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.
Ich bin ja auf der Suche nach den Plakaten der SPD für die Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg. Andere Parteien haben ihre Plakate online gestellt, bei der SPD ist das – bisher? – nicht der Fall. Gerüchteweise soll es sich um rote Flächen handeln, in denen in schwarzer und weißer Schrift und betont einfacher Gestaltung Fragen gestellt werden. Kann sowas wie „Ehrlichkeit“ und „wir beteiligen uns nicht an der Materialschlacht“ signalisieren, kann aber auch in die Hose gehen. Jedenfalls würde ich gerne darüber schreiben, kann es aber nicht, weil es die Plakate online nicht gibt, und ich ja schlecht nur über ein Gerücht schreiben kann.
Aber es gibt warumspd.de, die „Wahlkampfschmiede“ des Herrn Schmid. Sehr informativ, sehr textlastig und in einem anderen Rot-Ton als auf den anderen SPD-Seiten. Dort gibt auch den Menüpunkt „Fragen stellen“. Da habe ich dann gestern abend, zugegebenermaßen etwas flapsig, folgende Frage gestellt (und sogar ein „Grüne“ hinter meinen Namen gesetzt):
Wo sind denn die Plakate?
Ich dachte ja eigentlich, dass das ganze richtig interaktiv abläuft, und die Frage direkt auf der SPD-Seite beantwortet wird. Dem ist nicht so, vielmehr muss die Frage erst überprüft werden. Je nachdem gibt es dann eine Antwort auf „Warum, SPD?“ – oder eine direkte Kommunikation. Bei mir: letzteres. Heute morgen hatte ich (flott sind sie, doch) folgende Mail im Briefkasten:
Hallo Till Westermayer (Grüne)
Mit dieser E‑Mail möchten wir Ihnen Ihre Frage direkt beantworten.
[…]
Sehr geehrter Herr Westermayer,
bitte teilen Sie uns mit, von welchen Plakaten sie in welchem
Zusammenhang sprechen, damit wir Ihnen weiterhelfen können.Mit freundlichen Grüßen,
Ihre SPD Baden-Württemberg
Wir hoffen, Ihre Frage damit beantworten zu können!
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre SPD
Mal abgesehen, dass die Signatur ein bißchen doppelt erscheint, hat das meine Frage natürlich nicht beantwortet. Aber schön – es wird ja letztlich drum gebeten, meine Frage konkreter zu stellen. Also schnell auf Reply gedrückt und der SPD an info@>warumspd.de – der Absendeadresse – geschrieben. Soviel Kommunikation muss sein:
Liebe SPD,
ich gebe zu, ich habe mich etwa knapp ausgedrückt. Ausführlicher gefragt:
Da die LINKE und die Grünen ihre Plakate für die demnächst in Baden-Württemberg stattfindende Landtagswahl inzwischen offline und online präsentiert haben, würde es mich interessieren, wo denn die Plakate der SPD im Netz zu finden sind. Auf der Seite „Warum, SPD?“ habe ich sie bisher nicht gefunden.
Wenn Sie mir einen Hinweis geben könnten, wo die Plakate zu finden sind – bzw. wann sie online gestellt werden, würde das meine Neugierde stillen.
Schöne Grüße,
Till Westermayer
Wenige Sekunden später war die Antwort dann da:
Letzter Fehler: 554 5.0.0 Transaction failed
[…]
Auszug aus dem Session-Protokoll:
[…]
554 Sorry, no mailbox here by that name.
Sollte die Fehlermeldung des Mailservers fehlerhaft sein und meine Mail wieder erwarten doch zugestellt worden sein, werde ich hier selbstverständlich darüber informieren. So aber sieht es ganz so aus, als sei Kommunikation für die SPD weiterhin eine ziemliche Einbahnstraße. Auch im Wahlkampf. Ich könnte jetzt natürlich auf die Seite warumspd.de gehen, dort meine Frage eingeben, schauen, ob sie diesmal korrekt konkret beantwortet wird usw. – stattdessen habe ich die kleine Anekdote lieber schnell aufgeschrieben. Weil sie schön zeigt, wie wichtig es ist, das Versprechen, sich kommunikativ zu geben, auch einlösen können zu müssen.
Warum blogge ich das? Weil Wahlkampf ist.
Ich schreibe auch noch mal was zur SPD (Times New Roman, unterstrichen, auf rot) und zur LINKEN (ebenfalls Text auf rot, aber immerhin: eine erkennbar gestaltete Typographie), vielleicht auch zu den anderen Parteien – heute aber habe ich im Grünzeug am Mittwoch eine kleine (und, um es zu betonen, dazuzusagen und noch einmal zu wiederholen: nicht ganz ernst gemeinte) Plakatkritik zu den sieben grünen Plakaten für die Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg geschrieben („Noch nicht endgültig geklärt ist die Wirkung auf porschefahrende LINKE“). Bitte hier lang!
P.S.: Ein bißchen was zur grünen Landtagswahlkampagne steht auch hier schon.