Noch so eine Protokollnotiz: Ende September war es in diesem Jahr noch warm genug, um im Freiburger Opfinger See zu baden.
Photo of the week: View from the water, Opfinger See, Freiburg
Am Wochenende saß ich erst fünf Stunden länger als geplant im Zug, und war dann u.a. damit beschäftigt, das Ergebnis der Sachsen-Anhalt-Wahl zu verdauen – deswegen kommt das aktuelle Foto der Woche erst heute. Zu sehen ist mal wieder mein Lieblingssommerort, der Opfinger See, aus einer wie ich finde interessanten Perspektive.
Protokollnotiz zur Sonnenfinsternis
Doch, das war ganz eindrucksvoll, auch wenn es hier bei uns „nur“ 90 Prozent Bedeckung gab. Am Anfang eher unscheinbar, war dann irgendwann – genau um 20:17 Uhr – nur noch eine schmale Sonnensichel übrig, und danach wurde die Sonne wieder größer und versank als rosa-orangefarbener Mond im Sonnenuntergang. Zwischendrin wurde es, meine ich, merklich kühler, und die Farben verloren an Sättigung. Angeguckt haben wir das Spektakel am Rebberg in Gundelfingen – auf den Wiesen war recht reger Betrieb; weiter unten im Ort fehlte die freie Sicht nach Westen.
Und weil so eine fast totale Sonnenfinsternis so oft nicht vorkommt, habe ich mal rausgekramt, was ich fast genau 27 Jahre zuvor in mein Tagebuch geschrieben habe – 1999 fand die letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland statt, allerdings lag Freiburg damals nicht im Kernschatten, der über Stuttgart und Karlsruhe verlief:
11. August 1999
„Tag der Sonnenfinsternis“. Es ist bewölkt und regnerisch; meinen ursprünglichen Plan, nach Offenburg zu fahren, habe ich mangels Schutzbrille und mangels Lust auf Zugfahren aufgegeben. Stattdessen mit Mama nach St. Peter bzw. zum Kandel, in der Hoffnung, dort Sonne und den weiten Blick übers Land zu finden. Fehlanzeige: Der Kandel ist nebelumhangen, der weite Blick ins Land ist in St. Peter nicht vorhanden. Statt dessen schauen wir uns St. Peter an und finden dann bei allmählich aufklarendem Himmel einen netten Ort in den Wiesen, von wo aus zumindest die Gegend zu sehen ist.
Ich filme fleißig auf Video, wir gucken abwechselnd durch die Schutzbrille bzw. durch die Wolken, und tatsächlich – die Sonne wird zum Sichelmond. Allerdings wird es zwar merklich kälter und dunkler – aber keinesfalls Nacht. Auch die zwei bis fünf Prozent Sonne reichen für „Gewitterstimmung“ o.ä. aus. Nachher mache ich mir Vorwürfe, doch lieber in Karlsruhe oder Baden-Baden gewesen sein zu sollen – dort soll es richtig dunkel geworden sein. Naja. Vorbei.
Zwischenzeitlich habe ich gehört, dass es auch in Karlsruhe damals alles andere als eindrucksvoll war. Spannend damals fand ich den Zeitpunkt, da war die Bedeckung nämlich mitten am Tag, so dass das Dunkler- und Kälterwerden eben wirklich seltsam wirkte. Anders als heute, als Sonnenfinsternis und Sonnenuntergang sich gut ergänzten.
Die nächste in Deutschland (knapp) sichtbare totale Sonnenfinsternis ist wohl 2081, und selbst die immerhin in Österreich sichtbare ringförmige Sonnenfinsternis 2075 kommt mir ein bisschen spät. Immerhin: die Sonnenfinsternis 2027 ist mit 50% Bedeckung in Deutschland zu sehen und auch 2028 und 2030 folgen weitere partielle Sonnenfinsternisse, die in Deutschland zu sehen sein werden.
Photo of the week: Gundelfingen sunset
Im Hintergrund: der Sonnenuntergang. Davor: Vogesen und Kaiserstuhl, dann die Silhouette der Gemeinde Gundelfingen mit dem Turm der katholischen Kirche, und im Vordergrund im Schatten der Litzfürst mit seinen Obstbäumen, der vor vielen Jahren in eine Schulsportanlage umgebaut werden sollte, was u.a. durch ein Bürgerbegehren verhindert wurde. Aufgenommen vom Rebberg zwischen Gundelfingen und Wildtal.
Photo of the week: UB (university library), Freiburg
Am Rand einer postkartentauglichen Stadt zu wohnen, muss dann ab und zu doch mikrotouristisch genutzt werden. Und neben den ganzen hübschen alten Gebäuden gibt es auch unsere neue Universitätsbibliothek. Die zwar im Bauprozess die eine oder andere Herausforderung mit sich brachte, aber doch ein Hingucker ist. Wenn nicht gerade eine knallrote Straßenbahn davor vorbeifährt.





