Was ich ja sehr mag, am Weg von der Haltestelle Am Lindenwäldle bis ins Rieselfeld, sind die Blumen, die da jetzt wieder in der Böschung blühen. Jede Menge Mohn, beispielsweise, aber auch Glockenblumen und anderes. Wie auch insgesamt Mohn ein gewisses Comeback zu haben scheint. Jedenfalls ist mir beim Blick aus dem Zugfenster aufgefallen, dass viele Felder und Feldrandstreifen inzwischen wieder rot gepunktet sind.
Kurz: Geschlechtergerechte Tweets auch im Südwesten
Die gestrige Regierungserklärung „Baden-Württemberg gestalten: Verlässlich. Nachhaltig. Innovativ.“, in der Ministerpräsident Kretschmann die Leitlinien der grün-schwarzen Politik der nächsten Jahre darlegte – u.a. mit Schwerpunkten in den Bereichen der Innovation und Digitalisierung (auch in Bezug auf Hochschulen), des gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie der ökologischen Nachhaltigkeit – hat mir sehr gut gefallen. Anders als die SPD empfand ich die Rede durchaus als zukunftsweisend – und im übrigen auch als recht konkret. Aber vielleicht liegt’s auch daran, dass ich den Koalitionsvertrag kenne und weiß, auf welche ganz Vorhaben der eine oder andere Satz abzielte.
Wie dem auch sei: die Regierungserklärung wurde durch das Social-Media-Team der Landesregierung BW intensiv auf Twitter begleitet. Das ist, wie immer, sehr begrüßenswert. Dass dabei geschlechtergerechte Sprache verwendet wird, finde ich richtig. (Übrigens schreibt die Anlage 1 zur „VwV Regelungen“ in Punkt 1.6.5 vor, dass Gesetze und Verwaltungsvorschriften in geschlechtergerechter Sprache abgefasst werden sollen – allerdings nicht mit Formen wie dem Binnen‑I oder dem queer-inklusiven *, sondern als Doppelnennungen oder durch die Verwendung geschlechtsneutraler Begriffe und Wendungen.) Gerade angesichts der 140-Zeichen-Grenze für Tweets finde ich es völlig nachvollziehbar, dass das Social-Media-Team der Landesregierung keine ausführlichen Formen, sondern hier eben den Gender-Star eingesetzt hat. Zum Beispiel im Wort „Bürger*innen“.
Dem Koalitionspartner scheint das allerdings zu missfallen. Ok, vielleicht gehört es zu einer Komplementärkoalition, dass die eine Regierungspartnerin gendert und die andere nicht. Und wenn die CDU Baden-Württemberg (also hier: der offizielle Account der Landespartei) das Staatsministerium darauf hätte hinweisen wollen, dass sie mit dem Sternchen fremdelt, hätte es dafür sicher andere Wege gegeben. Die twitteröffentliche und wenig taktvolle Unterlassungsaufforderung erscheint mir jedenfalls eher kontraproduktiv. Und wurde von der Opposition (SPD mit passendem „Popcorn“-GIF wie AfD reagierten) und der bundesweiten Presse gerne aufgegriffen. Nun ja. Soweit ich informiert bin, gehört die Öffentlichkeitsarbeit des Staatsministeriums nicht zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Absprachen. Wir werden sehen, wie die landespolitische Selbstverständlichkeit, Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen in die Kommunikation einzubeziehen, zukünftig umgesetzt werden wird.
Photo of the week: Pink trees in the park II
Was ich ja, neben der allgemeinen Obstbaumblüte und so weiter, sehr gerne mag, sind diese in kräftigem Purpur blühenden Bäume in unserem Stadtteilpark. Vielleicht mag jemand weiterhelfen und sagen, was das für Bäume sind (Nahaufnahme hier) – ein paar Wochen lang bieten sie jedenfalls das hier zu sehende Kontrastprogramm zur grünen Wiese, inzwischen sind sie weitgehend verblüht und dafür grün belaubt.
Des Rätsels Lösung (Dank an Daniel!): Es handelt sich um einen Judasbaum, vmtl. um Cercis chinensis, evtl. auch Cercis siliquastrum.
Optimistische Politik statt AfD: Lasst uns mehr Star Trek wagen
Bei der Präsidentschaftswahl in Österreich wurde ein FPÖ-Präsident Hofer nur knapp verhindert, mit 50,3 Prozent der Stimmen setze sich der Grüne Alexander Van der Bellen am Schluss, nach Auszählung der Briefwahlstimmen, doch noch durch. Die Trennlinien liegen dabei ähnlich wie auch bei der Wählerschaft der AfD: (junge) Männer, formal weniger Gebildete, Land statt Stadt, niedriger Ausländeranteil – das sind alles Faktoren, die eine rechte Wahl wahrscheinlicher machen.
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Photo of the week: Colours of green
Allerheiligen ist eine Klosterruine im Schwarzwald, am Rand des Nationalparks, ganz in der Nähe gibt es bestaunenswerte Wasserfälle. Mobilfunkempfang gibt es dagegen eher nicht. Freunde von mir haben dort in den letzten Tagen ihre Hochzeit (nach-)gefeiert. Schön, auch mal nicht erreichbar gewesen zu sein, und sich auf Leute, Kinder, Natur, Bewegung und die große gemeinsame Feier mit allem, was zu so einer Feier eben gehört, konzentrieren zu können.





