Photo of the week: Ramsbach XXVIII

Ramsbach XXVIII

 
Auch die­ses Schaf ist erheb­lich ver­spä­tet. Bei einer Wan­de­rung vor zwei Wochen im mitt­le­ren Schwarz­wald stand es plötz­lich (zusam­men mit einem Kol­le­gen) am Weg­rand. Ohne Zaun. Wir waren erheb­lich weni­ger sicher, was das soll­te, als das Schaf. Das war sich sicher, genau hier­her zu gehören.

Ja-Sagen, Nein-Sagen, oder: am 24. Februar über Visionen für Freiburgs Zukunft abstimmen

Dietenbach-Niederungen III

In knapp zwei Wochen wird abge­stimmt. Und die Selt­sam­keit die­ses Bür­ger­ent­scheids fängt ja schon damit an, dass die Fra­ge­stel­lung ver­korkst ist – wer für den Bau des neu­en Stadt­teils Die­ten­bach ist, muss mit „Nein“ stim­men, wer die Äcker nörd­lich des Rie­sel­felds unbe­baut las­sen will, muss mit „Ja“ stimmen. 

Vor ein paar Tagen hat die Badi­sche Zei­tung eine reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge ver­öf­fent­licht – dem­nach sind 58 Pro­zent der Freiburger*innen für den neu­en Stadt­teil, sagen also Nein. Wobei das ja fast schon wie­der an das „Nai häm­mer gsait“ der 1970er anschließt.

Ob die­ser reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge glau­ben geschenkt wer­den kann, ist umstrit­ten. Wie fast alles, was mit Die­ten­bach zu tun hat. Quer durch Freun­des­krei­se wie­der hef­tig dar­um gerun­gen, sozia­le Medi­en und Leser­brief­spal­ten sind voll, eben­so die Veranstaltungshallen.

Dass es die­ses Rin­gen gibt, zeigt aber auch, dass es rich­tig war, Bür­ger­ent­schei­de für die Bau­leit­pla­nung zuzu­las­sen. Reprä­sen­ta­ti­ve Demo­kra­tie, klar – aber es ist defi­ni­tiv etwas, das alle in Frei­burg angeht: soll nach Vau­ban und Rie­sel­feld in den 1990ern und nach vie­len Nach­ver­dich­tun­gen und inner­städ­ti­schen Ent­wick­lungs­maß­nah­men ein wei­te­rer gro­ßer Stadt­teil – noch grö­ßer als das Rie­sel­feld – dazu kom­men? Soll Frei­burg im Süd­wes­ten wei­ter wachsen.

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Photo of the week: Stuttgart basin

Stuttgart basin

 
Von etwas wei­ter oben betrach­tet wird erst deut­lich, was für ein Stadt­brei sich da eigent­lich im Stutt­gar­ter Tal­kes­sel ver­sam­melt. Ich hof­fe, ich belei­di­ge nie­man­den damit, aber rich­tig schön sieht das – zumin­dest bei Tag – nicht aus. 

Kurz: Politische und andere Algorithmen

Ich habe mal ein biss­chen Infor­ma­tik stu­diert. Neben­fach. Eine Grund­la­ge der Infor­ma­tik ist das Kon­zept des Algo­rith­mus: es gibt eine Ein­ga­be, es gibt Regeln, nach denen die­se Ein­ga­be ver­ar­bei­tet wird, und es gibt eine Aus­ga­be. So wie bei einem Koch­re­zept: Eier und Mehl, Zucker und Salz, … rein, Kuchen raus, und dazwi­schen Regeln und Ver­fah­rens­schrit­te, die in einer bestimm­ten Rei­hen­fol­ge abge­ar­bei­tet wer­den. Wer jetzt mit der Maus auf den nächs­ten Tab im Brow­ser klickt und eine URL ein­gibt, weil das lang­weilt – setzt Algo­rith­men in Gang. 

Jetzt muss­te ich heu­te in einer Pres­se­mit­tei­lung einer mir gut bekann­ten Bun­des­tags­frak­ti­on lesen: 

„In fast jeder Online-Anwen­dung kom­men heu­te Algo­rith­men zum Ein­satz. Fast die Hälf­te der Befrag­ten in der EU gibt aller­dings an, kei­ne Kennt­nis über Algo­rith­men zu besit­zen. Es müs­sen jetzt nicht alle Com­pu­ter­ex­per­tin­nen und ‑exper­ten wer­den, aber jeder hat das Recht dar­auf, zu erfah­ren, ob in Pro­gram­men oder Pro­zes­sen Algo­rith­men im Spiel sind und Ent­schei­dun­gen beein­flus­sen. Ein Trans­pa­renz­kenn­zei­chen für Künst­li­che Intel­li­genz und Algo­rith­men kann des­we­gen ein sinn­vol­ler Ansatz sein.“ 

Das ist dann doch ein biss­chen pein­lich. Und ich ver­ste­he, war­um sich Biolog*innen über „gen­frei“ auf­re­gen. Mein Schluss: Es gibt so etwas wie einen tech­ni­schen Algo­rith­mus-Begriff (Ein­ga­be – Rechen­schrit­te – Aus­ga­be) und einen poli­ti­schen Algo­rith­mus-Begriff, der eigent­lich „Ein­satz von maschi­nel­lem Ler­nen auf gro­ßen Daten­men­gen zur Sor­tie­rung von Nutzer*innen“ oder sowas in der Art bedeu­tet. Das mit einem Kenn­zei­chen zu ver­se­hen, kann ja sogar sinn­voll sein. „Ach­tung, Algo­rith­mus!“ zeugt aller­dings davon, dass hier jemand nur wenig Kennt­nis besitzt. Schade.

Photo of the week: Leipzig

Leipzig

 
Am Wochen­en­de fand in Leip­zig die Sit­zung der grü­nen Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Wis­sen­schaft, Hoch­schu­le, Tech­no­lo­gie­po­li­tik (BAG WHT) statt. Dabei konn­te ich fest­stel­len, dass Leip­zig eine sehr bun­te und viel­fäl­ti­ge Stadt ist. Ein­ge­la­den hat­te uns Clau­dia Mai­cher MdL, die ihr Wahl­kreis­bü­ro in Leip­zig-Plag­witz im Süd­wes­ten der Stadt hat – zwi­schen frisch reno­vier­ten Häu­sern und zwi­schen­ge­nutz­ten Alt­bau­ten, Woh­nun­gen und Geschäf­ten, Indus­trie­ge­bäu­den und Restau­rants und Knei­pen. Neben inten­si­ven inhalt­li­chen Dis­kus­sio­nen, u.a. zur Auto­ri­ta­ris­mus-Stu­die und zu hoch­schu­li­schen Arbeits­be­din­gun­gen, war ein High­light unse­rer BAG-Sit­zung eine Füh­rung durch die Deut­sche Nationalbibliothek.

Für mich war das die vor­letz­te Sit­zung als Spre­cher der BAG WHT. Im April oder Mai wer­den wir ein neu­es Sprecher*innen-Team wäh­len, und nach zwölf Jah­ren wer­de ich nicht wie­der antre­ten; das hat vor allem damit zu tun, dass ich auch beruf­lich aus dem Bereich Hoch­schul­po­li­tik gewech­selt bin und seit 1.1.2019 „Par­la­men­ta­ri­scher Bera­ter Grund­satz und Stra­te­gie“ in mei­ner Signa­tur ste­hen habe. Zwölf Jah­re BAG-Spre­cher, davor min­des­tens acht Jah­re hoch­schul­po­li­tisch enga­giert – viel­leicht soll­te ich nach rund zwan­zig Jah­ren Hoch­schul­po­li­tik mal einen klei­nen Rück­blick versuchen …