Neben 52 Fotos der Woche – teilweise mit ausführlichen Reise- oder Ausstellungsbeschreibung – gibt es drei Themen, zu denen ich 2023 jeweils acht oder mehr Artikel veröffentlich habe: das ist die (v.a.) deutsche Politik (ein Teil der unter Klima/Nachhaltigkeit und unter „Politik Grüne“ einsortierten Beiträge gehört eigentlich auch dazu), das ist natürlich mein letztes Jahr dann doch recht regelmäßig aktualisiertes SF- und Fantasy-Lesetagebuch, und das ist „Digitales“. Die Hälfte der Beiträge in dieser Kategorie handelt von Twitter/X bzw. Bluesky, und warum ich das eine (durch Rauswurf gezwungenermaßen) nicht mehr und das andere immer noch nicht nutze.
Meine generelle Unzufriedenheit mit dem Jahr 2022
Das Jahr 2022 lässt mich unzufrieden zurück. Nicht so sehr auf das Privatleben bezogen – Kinder und Katzen gedeihen, im Garten wuchs es im Sommer, ich habe weiterhin eine spannende Arbeit in der grünen Landtagsfraktion – sondern im Großen und Ganzen. Und dieses Gefühl der Unzufriedenheit zieht sich auch durch mein Blog.
Natürlich gibt es offensichtliche Gründe dafür. Der 24. Februar mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist der sichtbarste dieser Gründe. Wir erleben Weltgeschichte, die Zeitenwende ist immer präsent. Dieser Krieg führt zu vielfach multipliziertem Leid in der Ukraine. Daneben wirkt vernachlässigbar, dass er auch bedeutet, dass lange gehegte Überzeugungen über den Haufen geworfen werden müssen. Und ja: das müssen sie. Schön ist das trotzdem nicht.
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Zwanzig Jahre Bloggen: der Gesamtüberblick
Nachdem ich mir vor ein paar Tagen die ersten zehn Jahre des Blogs angeschaut habe, gibt es jetzt den Gesamtüberblick.
Feststellung eins: Früher war alles besser … die Zahl der Beiträge hat fast kontinuierlich abgenommen, und liegt aktuell nochmal deutlich niedriger, als ich das vermutetet hatte. Bis Ende 2021 sind insgesamt 2480 Blogbeiträge zusammengekommen. Über die gesamte Zeit betrachtet entfällt ein Drittel aller Beiträge auf das „Foto der Woche“ als Grundkonstante meines Blogs – interessant dabei auch zu sehen, wie sich zum einen über zwanzig Jahre die Motive (und Texte dazu) wiederholen, und wie sich auch die Nutzung dieses Formats ändert – mal geht es nur um das Bild, mal wird es mit kürzeren oder längeren politischen Statements oder Tagebuch-Einträgen verbunden. Insofern täuscht der große Block „Foto der Woche“ etwas, denn zum Teil verbergen sich darunter auch andere Formate und Themen.
Feststellung zwei: Es ist interessant, welche Streiche einem das eigene Erinnerungsvermögen spielt. Beispielsweise gab es Beiträge aus dem Jahr 2014, bei denen ich mir ziemlich sicher war, dass sie maximal zwei Jahre alt sind. Und dann bin ich auch alles andere als konsistent, Formate und Textformen verändern sich und variieren beträchtlich.
Feststellung drei: Wahlen aller Art (OB-Wahl, Kommunalwahl, Landtagswahl, Bundestagswahl) und die dazugehörigen Vorberichte, Wahlprogramme, Kandidaturen, Analysen usw. führen zu einem recht regelmäßigen Muster der Berichterstattung. Jenseits der Wahlen (und dem Grundthema „Grüne“) schwankt der thematische Fokus meines Blogs beträchtlich – Netzpolitik (diverse Großthemen, die Piraten!), Wissenschaft(spolitik) (im Blick insbesondere, solange ich selbst in der Wissenschaft tätig bin, also bis etwa 2011), Ökologie – 2019 mit Fridays for Future und der wieder im Fokus der Aufmerksamkeit stehenden Klimakrise gibt es einen ganzen Schwung Texte dazu – und gesellschaftspolitische Fragen (2012–2015) geraten mal in den Blick und dann auch wieder aus dem Blick.
Feststellung vier: Blog und Leben sind korrespondierende Röhren. Nicht nur mehr oder weniger starker privater Stress hat einen Einfluss darauf, was und wie viel ich blogge (regelmäßig gibt es dazu kurz vor Weihnachten Nörgeleinträge), sondern auch meine Arbeit. Was ja irgendwie logisch ist. Solange ich an der Uni war, spielt die Lokalpolitik rund um die Uni eine größere Rolle, ebenso wissenschaftspolitische Fragen und Wissenschaft selbst. Im Landtag habe ich als Parlamentarischer Berater für die grüne Fraktion zwar die Themen Hochschule, Kultur, Medien bearbeitet, dazu aber teilweise genau deswegen weniger geschrieben. Und seit ich als Grundsatzreferent übergeordnet zuständig bin, nimmt die Zahl meiner öffentlichen Meinungsäußerungen zur Lage der Partei eher ab.
Feststellung fünf: Corona hat in den letzten zwei Jahren dazu geführt, dass viele Events ausgefallen sind, über die ich sonst geschrieben habe – und dass ein beträchtlicher Teil meiner Blogartikel auf meine tagebuchartige Sammlung „Zeit des Virus“ und auf Dinge wie Brotrezepte und Spaziergänge entfallen sind. Zusammen mit den Wechselwirkungen beruflicher Art führt auch das zu einem Rückgang der dezidiert auf Politik blickenden Beiträge – wobei natürlich auch darüber gestritten werden kann, wie weit so etwas wie mein Coronatagebuch politisch ist.
Feststellung sechs: Einen Teil der Funktionen, insbesondere kurzer Kommentierungen zur Lage der Dinge, die vorher das Blog hatte, landen zunehmend bei Twitter, erst recht, seit es dort Mode geworden ist, längere Tweet-Ketten zu schreiben.
Das mal als Bestandsaufnahme, die auch ein Stück weit erklärt, warum die Zahl der Zugriffe auf das Blog eher im Sinkflug begriffen ist. Ich könnte jetzt die große Frage „Was würdet ihr gerne lesen?“ in die Runde werfen, aber ich glaube, dass das die falsche Haltung ist. Vielleicht macht es mehr Sinn, mich daran zu orientieren, was ich interessant und festhaltenswert genug finde, um es der Welt mitzuteilen. Wenn das auf Leser*innen stößt, gerne.
Zwanzig Jahre Bloggen: die ersten zehn Jahre
Mein Blog gibt es – inklusive mehrerer Plattformwechsel – seit dem 5. April 2002, es ist also vor kurzem zwanzig Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass habe ich mir mal angeschaut, wie sich mein Bloggen eigentlich verändert hat. Was auch deswegen spannend war, weil so ein Blog dann irgendwie doch auch eine persönliche Zeitreise ist. Gleichzeitig gibt es vieles, was sich gar nicht so leicht erfassen lässt.
Im Folgenden schaue ich mir die ersten zehn Jahre meines Blogs mal näher an, das heißt den Zeitraum bis Ende 2011. In diesem Zeitraum sind 1315 Blogeinträge entstanden, die sich allerdings nicht gleichmäßig über die Jahre verteilen.
In den ersten drei Jahren (auf Xanga, später auf Livejournal) war mein Bloggen eher mal ein Ausprobieren, was ich überhaupt mit einer solchen Plattform machen kann. Dabei sind dann zwei bis drei Beiträge pro Monat entstanden, wobei die nicht so viel mit dem zu tun haben, was heute in diesem Blog passiert. Dazu gleich mehr.
Von 2005 bis 2008 nahm die Zahl der Beiträge dann zunächst einmal ständig zu, mit einer klaren Spitze in 2008. Ab 2009 ging die Zahl der Beiträge pro Jahr wieder etwas zurück und pendelte sich bei 160 bis 180 Beiträgen pro Jahr ein. Für die letzten Jahre habe ich das noch nicht gezählt, ich vermute aber, dass es noch einmal etwas weniger Beiträge geworden sind (um die 120 vielleicht – bei etwa 50 Fotos pro Woche).
Für sich genommen sagen diese Zahlen allerdings wenig. Deswegen habe ich die Beiträge der ersten zehn Jahre mal grob nach Kategorien aufgeschlüsselt: „Zwanzig Jahre Bloggen: die ersten zehn Jahre“ weiterlesen
In eigener Sache: Blog umdekoriert etc.
Wie regelmäßigen Nutzer*innen meines Blogs aufgefallen sein wird, sieht es jetzt anders aus. Das liegt daran, dass ich aus reiner Neugierde nach der letzten Aktualisierung mal das WordPress-Twenty-Twentytwo-Theme angeklickt habe, ohne darauf zu achten, dass dieses – anders als in den Jahren davor – keine Livevorschau bietet. Und weg war die bisherige Anmutung.
Der Schritt hin zu Twenty Twentytwo war mir dann doch zu radikal, ich habe dann den Nachmittag damit verbracht, verschiedene Themes, also Stilvorlagen, auszuprobieren. WordPress liefert jährlich eine neue, die aus 2017 (Twenty Seventeen) hat mir ganz gut gefallen, also bin ich bei der geblieben. Allerdings ist es mit einem Klick auf ein Theme nicht getan – auch die Einträge der Seitenleiste (Widgets) und die eine oder andere Designanpassung (CSS) waren verschwunden. Außerdem hat WordPress seit einigen Generationen einen „Customizer“ genannten Live-Editor, um Themes und Widgets anzupassen. Für mich die erste, na gut: zweite, Berührung mit dem neuen Block-Konzept von WordPress. Zweite deswegen, weil die Website des Ortsverbands ebenfalls auf einem neuen WordPress mit Blöcken läuft … ich war lieber bei HTML, und werde das für die Texteingabe auch weiterhin nutzen.
Umgestellt habe ich dann noch die globale Schriftart auf eine Serifenschrift, und ein paar Abstände habe ich auch angepasst und verändert:
.site {
font-family: Georgia, serif;
}
.foto {
width:auto;
text-align:center;
}
.foto img {
border: 0.75em solid rgb(216,204,199);
padding:1px 1px 1px 1px;
background:#202020;
margin-bottom: 0px;
}
.foto a:hover {
text-decoration: none !important;
}
a:hover {
background-color: orange;
text-decoration:none !important;
}
.site-content {
background:grey;
padding-top:0.75em;
padding-bottom:0.75em;
}
.site-content-contain .wrap {
background:white;
border: 1.25em solid white;
}
.site-footer {
border:0px solid red;
margin-top: 0px;
background:grey;
}
.site-footer .wrap {
background:lightgrey;
border:0px solid black;
padding-left:1.5em;
}
.site-branding {
text-align:right;
}
.site-title {
text-transform: lowercase !important;
}
.navigation-top {
padding:0 0 0 0;
border:4px solid white;
}
.page-header {
padding-bottom: 15px;
}
.custom-header-media:before {
background: rgba(77,21,0,0.22)
}
.entry-content blockquote {
padding-left:20px;
padding-right:20px;
padding-top:20px;
padding-bottom:0px;
margin-bottom:25px;
margin-top:15px;
border-top:1px solid lightgrey;
border-bottom:1px solid lightgrey;
font-size: 95%;
}
.entry-content li {
margin-left:20px;
margin-right:10px;
margin-bottom:10px;
list-style-type: square;
font-size: 95%;
}
.wrap {
padding-left:0.25em;
padding-right:0.25em;
}
.page-numbers {
display: inline;
}
Dieser Code lässt sich im „Customizer“ als zusätzliches CSS einfügen. Und weil ich damit nur alle paar Monate mal was zu tun habe, hat’s etwas gedauert, bis alles so aussah, wie ich das wollte.
Ein großer Vorteil der neueren Themes liegt darin, dass sie auch auf Mobilgeräten (halbwegs) gut aussehen und nicht einfach nur eine verkleinerte Desktop-Ansicht zeigen. Warum links oder rechts ausgerichtete Bilder auf dem Desktop umflossen werden, mobil jedoch nicht, ist mir nicht klar. Aber gut.
Bei der Gelegenheit ist mir dann auch aufgefallen, dass mein Blog demnächst (April 2022) glatte zwanzig Jahre alt wird. Auf die spontane Frage, was zu einer solchen Gelegenheit zu tun ist, wurde mir zugerufen, a. eine Party zu schmeißen (Let’s party „till we“ get tired) und b. das Blog doch einfach mal auszudrucken. Ersteres überlege ich noch, letzteres habe ich dann direkt ausprobiert. Also nicht auf Papier, sondern in PDF, als Papier-Simulation.
Nach einer eher erfolglosen Suche nach einem Plugin, dass das kann, bin ich dann auf blogbooker.com gestoßen. Um wirklich das ganze Blog in ein PDF zu packen, kostet das ein bisschen. Das war’s mir dann wert. Das Ergebnis ist ok, wenn auch nicht perfekt formatiert. Immerhin sind sämtliche Bilder und Kommentare mit eingebunden. In A4 ist das Blog dann rund 2600 Seiten lang, in B5 sind’s sogar – größere Bilder, mehr Seitenumbrüche – 6000 Seiten. Das PDF umfasst etwa 350 MB, das Blog wohl rund 2500 Einträge.
Auffällig: am Anfang nutze ich das Blog (das ursprünglich mal bei Xanga und dann bei Livejournal lag, bevor ich es auf eigenen Webspace gepackt habe) ähnlich wie heute Twitter: kurze Bemerkungen, Links auf dies und das, was mir über den Weg gelaufen ist, dazwischen Fotos. Regelmäßige längere, in sich geschlossene Texte tauchen erst später auf. Aber mehr dazu bei anderer Gelegenheit.
P.S.: Und beim Blick ins Blog ist mir dann aufgefallen, dass ich das mit dem PDF-Export vor zwölf Jahren schon mal ausprobiert habe. Erstaunlich, dass das weiterhin funktioniert. Bzw., dass das inzwischen samt XML-Export und Einsammeln der Bilddateien reibungslos klappt. Das war vor zwölf Jahren nicht der Fall, lese ich.
P.P.S.: Wer sich die 350 MB Blog herunterladen will, kann das hier tun.



