Ich bin der frische Wind, and you know it

79% II

Die Bewer­bun­gen zur Urwahl (pdf, Über­blick) lie­gen jetzt vor. Und neben Clau­dia, Kat­rin, Rena­te und Jür­gen bewirbt sich noch eine »Fuß­ball-mann-schaft an Trol­len« (@machtoption). Oder sagen wir, unter Par­tei­freun­den, auch Tho­mas, Patrick, Nico, Roger Jörg, Alfred, Mar­kus, Fried­rich Wil­helm, Hans-Jörg, Franz, Wer­ner und Peter wol­len Spit­zen­kan­di­dat wer­den. Oder zumin­dest ihre 15 Minu­ten Auf­merk­sam­keit genie­ßen, so als dyna­mi­sches Basis­mit­glied mit Visio­nen. Ich bin über­zeugt – zwi­schen Tho­mas und Peter ste­hen eini­ge, die jahr­ein jahr­aus pla­ka­tie­ren und an Stän­den wir­ken. Die aber viel­leicht doch nicht ganz das For­mat zum bun­des­wei­ten Spit­zen­kan­di­da­ten haben. Ich über­le­ge ernst­haft, ob wir die Urwahl nicht mit einer Unter­stüt­ze­rIn­nen-Hür­de ver­se­hen sol­len. Ande­rer­seits: Den Pira­ten-Charme skur­ri­ler Bewer­ber (m.) haben wir jetzt auch öffent­lich doku­men­tiert. (Was fehlt? Die Bewer­bun­gen von Men­schen mit Amt und/​oder Man­dat, denen ich den Job zutrau­en würde.)

Aus elf mach eins: der Basis­kan­di­dat, der die Her­zen der Basis im Sturm erobern wür­de, ist kein ande­rer als

Wer­ner-Wil­helm Austin-Reuthersberger

Und was steht so in Wer­ner-Wil­helms Bewerbungsschreiben?

Lie­be Freun­din­nen, lie­be Freun­de, lie­be Genos­sin­nen und Genossen,

ich möch­te euch als wie­der­ein­ge­tre­te­ner Basis­grü­ner sagen: Die Zeit ist reif bei uns für einen muti­gen, fri­schen Wind! Opa Jür­gen ist ein Vete­ran der Ver­gan­gen­heit. Hier­mit bewer­be ich mich bei Euch als Spit­zen­kan­di­dat für
die Bun­des­tags­wahl 2013. Mit der Urwahl betre­ten wir Grü­ne demo­kra­ti­sches Neu­land. Ich bin mir sicher: eine ande­re Poli­tik ist mög­lich. Und sie ist drin­gend nötig.

In die­sem kon­struk­ti­ven Geist ist mir jede und jeder herz­lich will­kom­men. Denn nie­mand steht über dem Gemein­wohl. Mensch­lich­keit muss wie­der vor Mate­ria­lis­mus gehen, denn Letz­te­res macht uns nicht glück­lich, son­dern stürzt vie­le ins Elend und uns mit. Gigan­ti­sche Geld­la­wi­nen! Gemein­sam kön­nen wir alles bewegen.

Als poli­ti­scher Mensch war und ist es mir ein gro­ßes Anlie­gen, das Gute, das durch die Auf­klä­rung, die Men­schen­rechts- und Demo­kra­tie­be­we­gung und in den letz­ten 40 Jah­ren durch die öko­lo­gi­sche Bewe­gung erreicht wur­de, zu bewah­ren und wo immer mög­lich, wei­ter zu optimieren.

Auf die mehr­sei­ti­ge Wie­der­ga­be des Par­tei­pro­gramms in eige­nen Wor­ten ver­zich­te ich bewusst und bin natür­lich gegen Armut und Hun­ger und für Frie­den auf der Welt. Dar­um nur ganz knapp (mei­ne Gedan­ken zu fol­gen­den poli­ti­schen The­men fin­det Ihr im Anhang: 

1.) Ren­te
2.) Mindestlohn
3.) Europa
4.) Schuldenkrise
5.) Euro­bonds – Griechenland
6.) Kita- und Studiengebühren
7.) Hartz IV
8.) Inte­gra­ti­on /​ Ein­wan­de­rung /​ Bür­ger­kriegs­flücht­lin­ge /​ Asyl
9.) die sofor­ti­ge Abschaf­fung der Begüns­ti­gun­gen von Bio-diver­si­tät gefähr­den­de Biogas-Anlagen
10.) die sofor­ti­ge Strei­chung von ca. 2.000 EUR pro Hekt­ar För­de­rung für Biogas-Mais-Anbau
11.) Ende der Finanz­kri­se mit Steu­er­ent­las­tung für alle durch das ent­ste­hen­de Öko-Konjunkturmotor
12.) Lega­li­sie­rung von Can­na­bis für medi­zi­ni­sche Zwe­cke und Eigenverbrauch
13.) Die Nah­rungs­mit­tel­wen­de – öko­lo­gisch und fleisch­los statt Massentierhaltung). 

Wofür ich kom­pro­miss­los ein­ste­he: Infor­ma­ti­on ist der Schlüs­sel zur Ver­än­de­rung des Bewusst­seins. Oba­ma wird wie­der­ge­wählt wer­den und er wird wei­ter­kämp­fen. Auch wir müs­sen nach all den Dis­kus­sio­nen, Abstim­mun­gen und Wah­len wie­der Regie­rungs­ver­ant­wor­tung über­neh­men. Eine Koali­ti­on hal­te ich nur mehr dann für ver­ant­wort­bar, wenn die »unver­äu­ßer­li­chen« Über­le­bens­fra­gen, die für jede Wäh­le­rin und jeden Wäh­ler ein­leuch­tend sind, ohne fau­le Kom­pro­mis­se beant­wor­tet wer­den. Bes­ser wäre die abso­lu­te Mehr­heit der Grü­nen, aber dar­an glau­be nicht ein­mal ich so unmittelbar.

Ein wei­te­rer Punkt grü­ner Poli­tik, wel­cher mir beson­ders wich­tig ist, ist die Bil­dungs­po­li­tik. Ich for­de­re Chan­cen­gleich­heit. Freie und glei­che Bil­dung für alle! Selbst­ver­ständ­lich gilt mein Inter­es­se auch einer grü­nen Umwelt­po­li­tik. Als Was­ser­mann immer schon an Poli­tik, Öko­lo­gie und Gesell­schaft inter­es­siert, beschäf­tig­ten mich schon seit Jah­ren die cau­sa­len und ener­ge­ti­schen Zusam­men­hän­ge unse­rer Rea­li­tät. Men­schen wer­den dadurch fle­xi­bler und frei­er in ihrer Lebensplanung.

Die digi­ta­le Revo­lu­ti­on ist ein wah­rer Epo­chen­ein­schnitt, den ich grün gestal­ten möch­te, mit einer kon­se­quen­ten Poli­tik 2.0

Ein­ge­bet­tet in die Viel­falt Eurer Akti­vi­tä­ten und Mög­lich­kei­ten, lie­be Par­tei­freun­din­nen und Par­tei­freun­de, wer­den Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler gern gemein­sam mit uns den Weg in eine nach­hal­tig l(i)ebenswerte Zukunft ebnen und gestal­ten wol­len. Ein reger Macht­wech­sel ist ein Segen und der Kraft­trunk wel­che eine Demo­kra­tie erst rich­tig zum Flo­rie­ren bringt. Die alten Grie­chen wuss­ten das, so wur­den die­je­ni­gen Typen, wel­che sich nicht betei­lig­ten als ἰδιώτης (idiō­tēs) verhöhnt.

2013 geht es dar­um, ob Deutsch­land ein Land des Behar­rens und der Blo­cka­de bleibt. Jede Stim­me für mich ist ein Auf­bruchs­si­gnal für muti­ge, fri­sche Leu­te bei uns Grü­nen und eine neue Form von Poli­tik! Die Welt erwar­tet das von uns. 

Für Rück­fra­gen, Anre­gun­gen, Kri­tik ste­he ich nach mei­nen Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung. Da ich kein Pro­fi bin, der mit Poli­tik sein Geld ver­dient, kann ich lei­der aus beruf­li­chen Grün­den nur an weni­gen Regio­nal­kon­fe­ren­zen teil­neh­men. Nach mei­ner Mit­wir­kung bei der Grün­dung unse­rer Par­tei und der Ham­bur­ger Gebiets­ver­bän­de in den Bezir­ken sowie auf Lan­des­ebe­ne bin ich seit Okto­ber 2010 wie­der Mit­glied in unse­rer Par­tei und gehör­te bis vor kur­zem noch dem Kreis­ver­band Ber­lin-Mit­te an, bin aber gera­de frisch nach Kas­sel gewech­selt. Für den Kreis­ver­band gestal­te ich mit einem Redak­ti­ons­team die Mit­glie­der­zeit­schrift »Grü­ne im Kreis«. Pri­vat wür­de ich ger­ne Schlag­zeug spie­len lernen.

Per­sön­li­che anhal­ten­de Inter­es­sen: Grup­pen­dy­na­mik im poli­ti­schen Bereich.

Mit grü­nen pazi­fis­ti­schen Grü­ßen für einen ech­ten Poli­tik­wech­sel! Let’s make the world a bet­ter place!

W.-W. Aus­tin-Reu­thers­ber­ger

P.S.: Die Grü­nen gehen einen Schritt wei­ter und hät­ten noch einen Schritt wei­ter­ge­hen kön­nen, näm­lich die Vor­ga­be, daß die abso­lu­te Mehr­heit erfor­der­lich ist, um gewählt zu sein. Erst eine Stich­wahl wür­de dann ent­schei­den, wenn die abso­lu­te Mehr­heit nicht zustan­de käme. Erst dann hät­ten die weni­ger bekann­ten Bewer­ber eine Chance. 

* * *

War­um blog­ge ich das? Wenn sich jemand über mei­ne Par­tei lus­tig macht, dann ich!

10 Antworten auf „Ich bin der frische Wind, and you know it“

    1. Wo wür­dest du hier Gen­der gap­pen (ich ver­wen­de meist ganz tra­di­tio­na­lis­tisch das Binnen‑I)? Oder war das mehr ein inhalt­li­cher Kom­men­tar zum The­ma 11 Män­ner aus der Basis?

  1. Das zeigt eher, dass es viel zu früh ist für eine Frau­en­quo­te – wir kön­nen doch nicht den gan­zen Betrieb lahm­le­gen, nur weil sich kei­ne Frau meldet???
    Ich glau­be übri­gens, da ist jemand etwas ein­ge­bil­det. Als ob immer »die Bes­ten« Poli­ti­ker wür­den. Viel­leicht wer­den auch die­je­ni­gen Poli­ti­ker, die schon immer viel Schaum schla­gen konn­ten. Ich weiss nicht war­um jemand, der – wie z.B. Trit­tin – außer etwas Jour­na­lis­mus nach dem Stu­di­um nichts wei­ter als Poli­tik gemacht und noch nicht mal eine eige­ne Fami­lie hat. Der kann viel­leicht Reden schwin­gen – aber mit etwas Aus­bil­dung kann man das ja auch ler­nen. Das »ech­te« Leben kennt er jeden­falls nur aus zwei­ter Hand.
    Viel­leicht soll­ten wir alle Poli­ti­ker raus­schmeis­sen, die nicht wenigs­tens 10 Jah­re in einem rich­ti­gen Beruf gear­bei­tet haben, oder von ihnen ein Prak­ti­kum im »ech­ten Leben« von der Dau­er min­des­tens einer Legis­la­tur­pe­ri­ode verlangen?

    1. Auf die ver­que­re Quo­ten­de­bat­te habe ich hier eben­so­we­nig Lust wie auf Trit­tin-Bashing. Schau mal in die Wiki­pe­dia, zum The­ma »nichts geleis­tet« und »kei­ne Fami­lie«. Dann reden wir weiter.

      Ich blei­be dabei: die gro­ße Mehr­heit der sons­ti­gen Bewer­ber tut sich und uns kei­nen Gefal­len. Es geht nicht um die Wahl des Rech­nungs­prü­fers, son­dern um die Fra­ge, wer auf Pla­ka­te und in Talk­shows kom­men wird – und wen wir für minis­tra­bel halten.

      (Kom­men­tar am 21.09. repa­riert, das Smart­pho­ne hat­te Leer­zei­chen an den fal­schen Stel­len eingefügt …)

  2. Hrm.
    Den zitier­ten Text fand ich auch nicht drol­li­ger als das gene­ri­sche Geschwa­fel der Proms.
    Und ich hat­te bis­her auch nicht den Ein­druck das unse­re Spit­zen­fi­gu­ren in Talk­shows son­der­lich vie­le vom Hocker reis­sen. Erst Recht nicht in die­sem Anti­po­li­tik­erhype, wo der glaub­wür­dig scheint der beson­ders Unpo­li­ti­ke­risch ist.
    Bleibt da noch ministrabel…
    …minis­tra­bel sind Jene die den kom­pe­ten­tes­ten Stab haben.

    Und da habe ich bei Uns, spä­tes­tens seit der For­de­rung nach einem Mora­to­ri­um der Fusi­ons­for­schung (vor allem den Begrün­dun­gen!), doch arge Zwei­fel. An den kom­pe­ten­ten Stäben.

    Vor dem Hin­ter­grund, abso­lut gleich­wer­ti­ge Kandidaten.

  3. „(Was fehlt? Die Bewer­bun­gen von Men­schen mit Amt und/​oder Man­dat, denen ich den Job zutrau­en würde.)“

    Ohja, irgend­et­was zwi­schen Rei­he eins und abso­lu­te (und über­we­nig wenig erfah­re­ne) Basis wäre wirk­lich wohltuend!

  4. Bei Trit­tin hab ichs halt erfah­ren, das »Elek­tro-Alt­ge­rä­te-Rück­nah­me­ge­setz«, mit dem er als Umwelt­mi­nis­ter die EU-Richt­li­ni­en umge­setzt hat, ist eines der schlimms­ten in ganz Euro­pa, ober­bü­ro­kra­tisch und abso­lut unge­recht, zuge­schnit­ten auf Bosch-Sie­mens-Elek­tro­lux-AEG, denen es kein Pro­blem macht, eini­ge ‑zig Leu­te zur Bear­bei­tung der Alt­ge­rä­te-Rück­nah­me abzu­stel­len. Jeder klei­ne Her­stel­ler und Impor­teur ist damit voll­kom­men über­for­dert. Glück­li­cher­wei­se gibt es als »Selbst­hil­fe­grup­pe« jetzt einen Ver­ein, der für »Klei­ne« die Büro­kra­tie orga­ni­siert. Soweit zu Kompetenz.
    Rena­te Kün­ast ist auch nicht bes­ser, wie sie sich abslout pole­misch und unre­flek­tiert vor den Kar­ren von Osram & Co span­nen lässt und queck­sil­ber­hal­ti­ge, umwelt- und gesund­heits­schäd­li­che »Ener­gie­spar­lam­pen« (Quecksl­ber­dampf-Leucht­stoff­röh­ren) promotet.
    Find ich alles nur ziem­lich pein­lich – und nicht wählbar.
    Da lie­ber jemand, der ehr­lich auch etwas radi­ka­le­re Mei­nun­gen ver­tritt und nicht alles mit Blick auf Koali­ti­ons­fä­hig­keit »weich­spült«.

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