In letzter Zeit wabberte an verschiedenen Ecken und Enden ja immer mal wieder das Thema „Bio ist bäh“ ins Licht der medialen Aufmerksamkeit. Sei es durch die Stanford-Studie, die keine Unterschiede beim Vitamingehalt feststellen konnte (und Pestizidbelastungen nicht berücksichtigte), sei es durch diverse genüsslich wiedergekäute Skandale und Skandälchen, sei es durch SPIEGEL-Kolumnisten, die der SPD das Karottenkuchenmilieu madig machen wollen. Und trotzdem halte ich es nach wie vor für sinnvoll, „bio“ einzukaufen (und für „fair“ gilt ganz ähnliches). Warum? Dazu zehn Thesen.
Was wächst denn da? (Update)
Vor gut einem Jahr haben wir von einer Kindergartenfreundin von Z. einen Obstkern bekommen, den wir dann in die Erde gesteckt haben. Inzwischen ist daraus eine ansehnliche Pflanze gewachsen – nur was für eine, das ist unklar.
Hier ist die ganze, inzwischen etwa 40 cm hohe Pflanze zu sehen (nicht der Kaktus!):
Und hier der Trieb:
Bisher blüht die Pflanze nicht. Sie hat auffällig große (etwa 20 cm lang), „flaumig-wollige“ Blätter. Die Blätter fühlen sich fest an, sind grob gezackt und – das kann allerdings auch an fehlender Pflege liegen – rollen sich auf. Auf der Unterseite sind sie heller und haben große Adern, auf der Oberseite sind sie dunkelgrün und haben einen abwischbaren Flaum. Soweit ich das sehe, tritt bei Verletzungen keine Milch aus.
Es handelt sich nicht um: Apfel, Avocado (viel festere Blätter, dunkleres grün, Blätter wachsen versetzt und nicht in Büscheln), Artischocke, und wohl auch nicht um Pfirsich etc. oder um Kaki (Blätter sehen jeweils anders aus).
Der Kern war, wenn ich mich recht erinnere, relativ groß und eher zylindrisch als rund – ein bisschen wie ein Dattelkern. Da kann ich mich aber täuschen.
Hat irgendwer Ideen? (Dank schon mal an alle, die bisher auf Facebook und Twitter Tipps dazu gegeben haben).
Update: Das Rätsel ist wohl gelöst.
Photo of the week: Tomato colors I
Auch wenn’s auf dem eigenen Balkon dieses Jahr nur rote Cocktail-Tomaten sind, hat mir das Selbst-Tomaten-Anpflanzen (und z.T. selbst aus Samen aus dem Bioladen, d.h. aus Eichstetten, ziehen) doch sehr viel deutlicher gemacht, dass diese roten, tennisballgroßen und langweilig schmeckenden Tomaten nicht der Normalfall sein müssen. Gelb, orange, rot, purpurfarben, rund und birnenförmig – und alle schmecken unterschiedlich. Vorsatz für nächstes Jahr: mindestens zwei verschiedene Sorten auf dem Balkon anpflanzen!
Ach so: Warum die üblichen Tomaten nach nichts schmecken? Angeblich liegt das vor allem daran, dass beim Züchten auf Einfarbigkeit geachtet wurde. Da sind dann gleichmäßig reifende, knallrote Tomaten rausgekommen – und unterwegs ist leider das Gen verloren gegangen, das für a. Flecken und b. Geschmack sorgt.
Haushaltsverhandlungen als Gradmesser politischer Nachhaltigkeit

Zuwachsfähiger Verdichtungsraum oder so
Der stellvertretende Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Landeschef unseres Lieblingskoalitionspartners SPD und Finanz- und Wirtschaftsminister, Dr. Nils Schmid, hat ja bekanntermaßen kurz vor seinem fünfwöchigen Urlaub noch ein Interview gegeben, in dem wohl unter anderem der Satz gefallen sein muss, dass dann halt im Schwarzwald mal ein Tal zuwachse. Selten war danach so große Einigkeit zwischen Grünen und Bauernverbänden, Naturschutzlobby und CDU.
Mein erster Gedanke, als ich im Urlaub davon las, war so etwas wie „typisch Sozialdemokratie“: ländlicher Raum, Agrarpolitik, Naturschutz, Umwelt – alles nicht so wichtig wie Bildung (da besteht ja noch eine gewisse Einigkeit) und Beton (in dem Artikel oben: Schwerpunkt in der „verkehrlichen Infrastruktur“). Und das in einem Land, das gerne als „Ländle“ tituliert wird, in dem zwar faktisch nur ein Drittel der Bevölkerung im hierzulande starken ländlichen Raum wohnt, in dem sich aber etwa zwei Drittel mit dem ländlichen Raum identifizieren. Je nach Standpunkt ein klares Eigentor oder ein klarer Beitrag zur Profilbildung – der SPD scheinen große Teile des Landes nicht so wichtig zu sein, ganz egal, ob da WählerInnen wohnten oder nicht.
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Drei Komponenten grüner Hochschul- und Forschungspolitik
Seit einigen Jahren beschäftige ich mich ehrenamtlich und inzwischen auch beruflich mit grüner Hochschul- und Forschungspolitik. Hochschul- und Forschungspolitik ist dabei eines dieser mittelgroßen Politikfelder, das oft als weniger wichtig angesehen wird. Wer etwas auf sich hält, macht Außenpolitik, oder Wirtschaftspolitik, oder doch zumindest Innenpolitik. Oder eben Ökologie. Aber Hochschulpolitik? Forschungspolitik gar? Was soll denn daran grün sein?
Das jedenfalls ist eine Haltung, die einem manchmal entgegenschlägt, bei entsprechenden Anträgen, auf der Suche nach Zeitfenster oder Ressourcen in der Partei. Hochschule? Klar sind Studierende eine wichtige WählerInnen-Gruppe, aber die zwei Millionen alleine machen den Kohl auch nicht fett. Und der Mittelbau wählt uns doch sowieso wegen der großen Politikfelder. So oder ähnlich wird dann gerne mal argumentiert.
Und dann bleibt es zunächst einmal eine offene Frage, ob es den tatsächlich sowas wie eine grüne Hochschul- oder Forschungspolitik sui generis gibt. Oder ob es sich dabei nicht einfach um eine Mischung aus den gerade üblichen Modetrends und Allgemeinplätzen und aus Klientelpolitik für Studierende bzw. AkademikerInnen handelt. Oder um ein doch stark technokratisches Feld, in dem Politik eigentlich gar nicht stattfindet.
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