Eine Aufnahme vom Besuch der Jungen Kunsthalle in Karlsruhe. Vielleicht aber auch eine Metapher für das anlaufende Jahr 2012. Angeblich soll es – habe ich auf Facebook gelesen – das chinesische Jahr des Drachen sein, das ein bisschen turbulenter werden wird als das ja doch eher ruhige Jahr des Hasen, also, äh, 2011?! Wie dem auch sei – mein Jahr hat gleich mal mit der Fraktionsklausur samt Besuch der Hochschule Aalen (mit Laborrundgang im Stil von Looking-at-Things) angefangen. Neben dem eigentlichen Klausurprogramm samt Haushaltsanträgen und ähnlichen Leckereien gab es – im kulturellen Beiprogramm – auch einen Abend im Theater der Stadt Aalen, wohl das kleinste Stadttheater. Dafür war das Programm ganz und gar nicht kleinstädtisch; der Landtagsfraktion wurde eine Inszenierung von T.C. Boyles Wildem Kind gezeigt – auf einer winzigen Bühne, die es ermöglichte, an allen Nuancen des Textes (über den Versuch der Disziplinierung eines Wolfskindes im 18. Jahrhundert) in ihrer ganzen Intimität und abschreckenden Nähe teilzuhaben. Politisch geht mein Jahr dann nächstes Wochenende gleich mit einem Treffen der BAG Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik weiter. Bunt wird’s auf jeden Fall.
In der Buchhandlung
Seit fast einem Jahr war da noch dieser Gutschein über 25 Euro, den ich geschenkt bekommen hatte, und den ich in der großen Buchhandlung hier vor Ort einlösen konnte.
Eigentlich eine gute Sache, so ein Gutschein: Ich lese ziemlich viel; die letzten Bücher, die ich zur Unterhaltung gelesen habe, können hier besichtigt werden. Dann habe ich – darauf werde ich gleich noch zurückkommen – manchmal ziemlich spezielle Vorstellungen davon, was ich gerne lese. Insofern: Gute Idee, einen Gutschein statt ein Buch zu verschenken, das mir vielleicht letztlich doch nicht gefallen hätte.
Dass der Gutschein noch immer uneingelöst von mir hierher und dorther geschleppt wurde, hatte wohl etwas damit zu tun, dass ich seltener in die Innenstadt kam. Aber, das muss ich zugeben, die Tatsache, dass ich den ganz überwiegenden Teil meiner Bucheinkäufe seit einigen Jahren über ein großes Internetversandhandelsunternehmen abwickle – auch diese Tatsache wird dazu beigetragen haben, dass der Gutschein so lange uneingelöst blieb. Kurzum: Erst heute hatte ich die Zeit und die Muße, mich in die große Buchhandlung im Stadtzentrum zu begeben, um das Geschenk endlich aus dem Virtuellen ins Reale zu verwandeln.
Ausblick: So wird 2012
Januar 2012: Trotz Kredit- und Anrufbeantworteraffäre bleibt Christian Wulff vorerst weiter Bundespräsident. Die internen Verhandlungen zwischen BILD und CDU um die Nachfolge laufen jedoch an.
Februar 2012: Twitter, Facebook, einerlei: der Schalttag bringt einiges durcheinander und wird zum letzten Auslöser dafür, dass RLing („real life social networking“) trendet. Formerly known as Kaffeeklatsch.
März 2012: Nach Kredit‑, Anrufbeantworter- und Bratwurstaffäre und mit Blick auf die demnächst schwierigeren Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung beschließen CDU und BILD, dass das Fass jetzt voll ist und Christian Wulff zurücktreten muss. Nachfolgerin in der kurzfristig terminierten Bundesversammlung wird aus Effizienzgründen kurzerhand Angela Merkel, die vorerst jedoch Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende bleibt.
Kurz: Daumenkino von der #bdk11
Ich habe heute mal ein bisschen diverse Digitalfotos aufgeräumt. Was halt Weihnachten so gemacht wird, wenn die Geschenke ausgepackt sind und die Quiche gekocht ist. Dabei bin ich auch auf folgendes kleines Stimmzettel-Video von der #bdk11 (dem grünen Bundesparteitag unlängst in Kiel) gestoßen, das ich euch nicht vorenthalten möchte:
P.S.: Angeblich hat oder hatte auch die Grüne Jugend mal Daumenkinostimmblöcke – ist mir allerdings nicht in Erinnerung. Weiß wer näheres?
Dreizehn Sätze zum Weihnachtsrücktrittsfieber
Vor eineinhalb Jahren ist Horst Köhler zurückgetreten. Im Sommer 2010 wurde Christian Wulff zum Bundespräsidenten gewählt. Eine Weihnachtsansprache später könnte die Kreditaffäre ihn zum Fall bringen, die jüngste einer ganzen Reihe von „Kontroversen“, wie es die Wikipedia nennt (vgl. auch diese Infoseite der niedersächsischen Landtagsgrünen).
Ich glaube allerdings – trotz all der „Nicht mehr zu halten“-Signale der großen konservativen Institutionen FAZ, ARD und CDU – nicht daran, dass es mit dem Rücktritt so schnell geht. Erstens war Köhler im Hinblick auf die öffentliche Meinung wohl um einiges empfindlicher als der Amtsinhaber (siehe auch: Kontroversen …). Und zweitens: wenn Rücktritt, dann nach der Weihnachtsansprache – so viel Feststimmung (und Politikerpause) muss sein. Oder schlägt BILD vorher zu?
Und ganz unabhängig davon: wenn Rücktritt, dann vor der Wahl in Schleswig-Holstein im Mai, denn noch hat schwarz-gelb eine (knappe) Mehrheit in der Bundesversammlung.
Letztlich stellen sich bei dem Ganzen, über die Tagespolitik hinaus, zwei Frage: Brauchen wir überhaupt einen Bundespräsidenten? Oder können wir uns dieses Amt sparen? Und wenn wir doch einen brauchen, warum auch immer: Wer wäre eine geeignete Kandidatin?



