Mitte September war ich – seit längerer Zeit zum ersten Mal – wieder in Berlin. Und weil ich zwischen den beiden Terminen, einem Workshop des Vereins der ehemaligen Heinrich-Böll-Stipendiat*innen und der externen Fraktionsklausur der grünen Landtagsfraktion Baden-Württemberg ein bisschen Zeit habe, habe ich mir mal die Museumsinsel angeschaut. Die auch wenn sie grade eine halbe Baustelle ist, durchaus beeindruckt. Besucht habe ich das hübsch inszenierte Pergamon-Panorama und die Alte Nationalgalerie, letztere spannend, weil viele Künstler*innen zwischen Romantik, Biedermeier und klassischer Moderne mir zwar theoretisch bekannt waren, „in echt“ aber nochmal ganz anderes wirkten (z.B. die Miniformate Spitzwegs oder die abseits der mit den jeweiligen Künstlern verbundenen Klischees liegenden Bilder von Menzel oder Böcklin). Da gab es jedenfalls einiges zu sehen und zu entdecken.
Wann endet die Pandemie?
Ich habe meinen Followern auf Twitter zwei Fragen gestellt, und auch wenn die Antworten nicht repräsentativ für irgendetwas sind, finde ich sie doch interessant. Die erste Frage lautete „Was habt ihr im Februar/März 2020 gedacht, wie lange es uns SarsCov2 aka Covid-19 beschäftigten wird?“, die zweite „Und die Anschlussfrage: wann wird die Corona-Pandemie enden?“. Wie bei Twitter-Umfragen üblich, konnte ich nur vier Antwortoptionen vorgeben. Zum Zeitpunkt, als ich diesen Text schreibe, lief die Umfrage noch, insofern kann es noch kleine Änderungen geben.
Auf die erste Frage antworteten demnach 34,5 Prozent, dass sie im Frühjahr 2020 davon ausgegangen seien, dass die Pandemie „bis Sommer 2020“ beendet sein wird, nochmal 30,2 Prozent sagen „bis Sommer 2021“, also nach etwas mehr als einem Jahr. Die dritte Option – „bis Sommer 2022“ – wählen nur 9,5 Prozent, die übrigen 25,9 Prozent entscheiden sich für die Option „länger“. Anders gesagt: etwa zwei Drittel der Antwortenden gingen davon aus, dass die Pandemie nach einigen Monaten bis etwas mehr als einem Jahr zu Ende sein wird, ein weiteres Viertel hatte bereits im Frühjahr 2020 die Erwartung, dass das ganze deutlich länger gehen wird. Ob hier das jetzige Wissen mit reinspielt, wissen wir nicht.
Ich selbst würde mich zu den zwei Dritteln zählen, die von einer überschaubaren Zeit bis zum Ende der Pandemie ausgegangen sind. Wir erinnern uns: am Anfang ging es um einzelne Fälle, die nachverfolgt und in Quarantäne gesteckt wurden, kurze Zeit später gab es dann schon erste Hinweise darauf, dass bald Impfstoffe verfügbar sein würden. Insofern war meine Erwartung tatsächlich, dass uns die Pandemie beschäftigen wird, dass sie auch einiges an Änderungen – vielleicht auch langfristigen Änderungen im Verhalten – mit sich bringen wird. Dass wir jetzt, im Herbst 2022, gerade dabei sind, in die nächste Welle reinzurutschen, hätte ich nicht vermutet.
Damit sind wir bei der zweiten Frage: wann wird die Corona-Pandemie enden? 11,9 Prozent der Teilnehmenden sagen, die Pandemie sei vorbei. 23,7 Prozent haben „2023, max. 2024“ angeklickt, gehen also von einem Ende in einigen Monaten, vielleicht in einem Jahr aus. 35,6 Prozent sagen, dass wir erst 2025 ein Ende der Pandemie erleben werden, und 28,8 Prozent haben sich für die Option „nie“ entschieden.
Photo of the week: Sunset at the Opfinger See
Science-Fiction- und Fantasy-Lektüre im Hoch- und Spätsommer 2022
Es wird Zeit für den Rückblick auf die SF- und Fantasy-Medien, die ich über den Sommer gelesen bzw. gesehen habe. Und das waren dann doch einige.
Über A Half-Built Garden von Ruthanna Emrys habe ich ja bereits an anderer Stelle geschrieben. Und auch meine Empfehlung für die Serie For All Mankind, die leider nur im nischigen Apple-TV läuft, kann ich nach Durchsicht der dritten Staffel bedenkenlos aufrecht erhalten und würde gerne bald eine vierte Staffel sehen.
Angeschaut habe ich mir auch die Sandman-Serie (2022, Netflix), die – mit Tiefgang, wenn auch für meinen Geschmack zu sehr im Horror-Genre verankert – insgesamt eine herausragende Umsetzung der Comicserie von Neil Gaiman darstellt. Einiges habe ich, gebe ich zu, erst in der filmischen Umsetzung verstanden und im Comic eher drüber hinweg gelesen.
Weniger begeistert war ich von Everything Everywhere All at Once (2022). Konzeptuell spannend, das eine oder andere visuelle Bild hervorragend, auch die auf den ersten Blick unwahrscheinlichen Heldinnen der Geschichte – aber letztlich fehlte mir beim zugrundeliegenden Zugriff auf Paralleluniversen die Plausibilität, der suspense of disbelief.
Angelaufen sind zudem die Serien The Lord of the Rings: The Rings of Power und eine neue Staffel von Star Trek: Lower Decks, beide bei Amazon Prime. Lower Decks ist nach den ersten Folgen der aktuellen Staffel solide, humorvolle Star-Trek-Unterhaltung. Die Ringe der Macht haben mich als epische Serie positiv überrascht, gerade im Vergleich zur Hobbit-„Verfilmung“.
Soweit die Serien und Filme. Zu den Büchern:
„Science-Fiction- und Fantasy-Lektüre im Hoch- und Spätsommer 2022“ weiterlesen





